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Zur Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens in der Umweltbildung

Eine Analyse unter Berücksichtigung der Positionen von R. Steiner und M. Montessori

Zur Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens in der Umweltbildung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Honig
  • Abgabedatum: September 2001
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 596,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4958-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4958-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4958-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Honig, Christian September 2001: Zur Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens in der Umweltbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltbildung, Erlebnispädagogik, Naturerleben, Steiner, Montessori

Diplomarbeit von Christian Honig

Einleitung:

Verschiedene Konzepte der Umweltbildung weisen darauf hin, daß durch das pädagogische Vermitteln positiver, ganzheitlicher Naturerfahrungen die Möglichkeit besteht, Kindern und Jugendlichen die Natur und ihre Gefährdung bewußt zu machen. Aus diesem Bewußtsein heraus sollen langfristig ökologische Handlungskompetenzen entstehen, die es ihnen ermöglichen, Natur zu erkennen, zu verstehen und diese durch eigenverantwortliches Handeln zu schützen.

Die Naturerlebnispädagogik, die sich als Methode der Umweltbildung an verschiedenen Elementen der Erlebnispädagogik orientiert, verwendet in ihrer praktischen Umsetzung eine Vielzahl an Erlebnisqualitäten, die auf die Schaffung positiver Naturerfahrungen zielen. In Form von erlebnisreichen Aktivitäten unter pädagogischer Anleitung soll vor allem die Wahrnehmung über die Sinne geschult und sensibilisiert werden. Das sinnliche Naturerleben gilt hier als Weg, zu einem tieferen Naturverständnis zu finden.

Gang der Untersuchung:

Mit relevanten Aussagen zu ausgewählten Prinzipien der Erlebnispädagogik in ihren Methoden und Zielsetzungen beginnt im ersten Teil dieser Arbeit (Kapitel 2) die Auseinandersetzung mit der Erlebnispädagogik als Umweltbildung, der Naturerlebnispädagogik. Dabei wird einführend der Erlebnisbegriff aus gesellschaftlicher und später aus kindlicher Perspektive betrachtet. Schwerpunkt des Abschnittes ist die Überlegung, wie leistungsfähig die kindlichen Naturerfahrungen sein können, wenn sie über Erlebnisse, konkreter über die Konzeption der Erlebnispädagogik, gelehrt werden. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung wird das umweltpädagogische Potential der Erlebnispädagogik, das die Komponente der ökologischen Bewußtseinsbildung beinhaltet, untersucht.

Die Notwendigkeit unmittelbarer Naturerfahrungen öffnet der Naturerlebnispädagogik ein Handlungsfeld, das in seiner praktischen Umsetzung im Kapitel 3 interpretiert wird. Die Naturerlebnispädagogik kommt dem großen Bedürfnis der für die moderne Konsumgesellschaft charakteristischen Erlebnisarrangements entgegen. Durch stetige pädagogische Anleitung und durch das Übermaß an diversen erlebnisorientierten Elementen verstärkt die Naturerlebnispädagogik möglicherweise die vorherrschende Konsumhaltung der Erlebnisgesellschaft, die sich fast ausschließlich über die Suche nach Sinnes- und Bedürfnisbefriedigung definiert. Damit kann die Naturerlebnispädagogik ihrem Umweltbildungsanspruch nicht gerecht werden.

Die Annahme, direkte Naturerfahrungen über sinnliche Wahrnehmungen manifestierten sich nachhaltig im menschlichen Verhalten, sei hier als Ausgangsbasis für die Betrachtung der theoretischen und praktischen Standpunkte einiger Vertreter der umweltpädagogischen Strömungen (Kapitel 4), sowie folgend der Waldorf- und der Montessori-Pädagogik zur Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens bei Kindern bis zum Alter von etwa zwölf Jahren herangezogen. Bei der Überlegung, welche pädagogischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die Natur sinnlich so intensiv erleben zu lassen, daß die Kinder sich mit ihr verbunden fühlen und für ihren Erhalt eintreten, stellt sich die Frage, wie die Zuwendung zur Natur und das sinnliche Naturerleben aus der kindlichen Perspektive geschieht, ob sie einer pädagogischen Anleitung unterliegen sollte und wie diese im Bedarfsfall auszusehen hat. Alternativ wird der selbstbestimmte, natürliche Freiraum, in dem das Kind sinnliche Naturerfahrungen allein und ohne Anleitung machen kann, in seiner pädagogischen Bedeutsamkeit reflektiert.

Die Schulung der Sinne gilt in der Umweltpädagogik als wichtigste Komponente, Natur wahrnehmbar und erfahrbar zu machen. Dabei ist es die Komplexität der Sinnesausstattung des Menschen, die es ihm ermöglicht, die Natur in ihrer Wirkung zu erfahren. Bei der Auseinandersetzung um die Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens über die Sinnesorgane werden im Kapitel 5 zunächst waldorfpädagogische, im Kapitel 6 der Montessori-Pädagogik zugehörige Prinzipien zur Förderung der Sinnesleistung betrachtet. Der Anthroposoph Rudolf Steiner spricht in diesem Zusammenhang von zwölf menschlichen Sinnen und deren Ausbildung im Rahmen der Lebensjahrsiebte, die die periodische Einordnung verschiedener Entwicklungsabschnitte umschreiben, in denen sich das Kind zu leiblicher, seelischer und geistiger Reife entwickelt.

Das umweltpädagogische Konzept der Waldorfschule und die Anwendung der Sinneslehre unterstützen den kindlichen Reifeprozeß. Im Kapitel 5 wird diesbezüglich der Frage nachgegangen, inwiefern sich mit den Methoden der Waldorfpädagogik die ganzheitliche Wirkung der Natur erfahren und sich sinnliches Naturerleben lehren läßt. Gegenstand der Untersuchung ist die kindliche Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahrsiebten in Bezug auf die Zuwendung zur äußeren Welt, der die Natur angehört.

Bei der Auseinandersetzung um die Annahme, die Ganzheitlichkeit der natürlichen Wechselwirkungsmechanismen vermittele einen tiefen Eindruck, der sich langandauernd positiv in der Psyche des Menschen manifestiere, wird das kindliche Verhältnis zu Naturphänomenen nicht allein aus dem anthroposophischen Weltverständnis heraus, sondern auch in den reformpädagogischen Überlegungen Maria Montessoris, untersucht. Die Betrachtung einzelner Phänomene der kindlichen Entwicklung im Kapitel 6, insbesondere die Idee der kosmischen Erziehung, dient der Beantwortung der Frage, in welchem pädagogisch-didaktischen Rahmen Kinder die Möglichkeit haben, sich als Teil der Natur zu begreifen. Der pädagogische Anspruch, dem Kind die Wechselbeziehungen zwischen Natur, Kultur und Mensch zu verdeutlichen, stützt sich maßgeblich auf die Sinnesschulung zur Förderung des sinnlichen Erlebens.

Das letzte Kapitel schließlich endet mit einem Vergleich, der die theoretischen Annahmen Steiners und Montessoris hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit für das sinnliche Naturerleben und der daraus resultierenden Zuwendung zur Natur verbindet.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 3
2. DER ERLEBNISBEGRIFF UNTER GESELLSCHAFTLICHEN, PÄDAGOGISCHEN UND UMWELTBILDNERISCHEN GESICHTSPUNKTEN 6
2.1. Vom Paradox der Erlebnisarmut in der „Erlebnisgesellschaft“ 6
2.2. Der theoretische Ansatz der Erlebnispädagogik 8
2.3. Der Aspekt der ökologischen Bewußtseinsbildung in der Erlebnispädagogik 11
2.4. Von der Notwendigkeit des unmittelbaren Erlebnisses in Kindheit und Jugend 12
3. DIE NATURERLEBNISPÄDAGOGIK ALS METHODISCHER ANSATZ DER UMWELTBILDUNG 15
3.1. Handlungskompetenz als didaktisches Ziel der Naturerlebnispädagogik 17
3.2. Anleitung zum Naturerleben 18
4. DAS SINNLICHE NATURERLEBEN IN SEINER BEDEUTUNG FÜR DIE KINDLICHE ENTWICKLUNG 21
4.1. Die Natur als Erlebnisraum 21
4.2. Die Perspektive des kindlichen Naturerlebens 24
4.3. Naturerfahrung als Grundlage der Naturerkenntnis und des ökologischen Handelns 27
4.4. Die pädagogische Wirksamkeit eines selbstbestimmten Freiraumes 30
5. DIE FÖRDERUNG DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT DES SINNLICHEN NATURERLEBENS IN DER UMWELTPÄDAGOGISCHEN KONZEPTION DER WALDORFSCHULE 35
5.1. Die Komplexität der Sinnesausstattung - Die Sinneslehre Rudolf Steiners 36
5.2. Die zwölf menschlichen Sinne 37
5.3. Die pädagogische Anwendung der Sinneslehre 43
5.4. Das Kind als Sinneswesen 45
5.5. Die Betrachtung des kindlichen Animismus 46
5.6. Überlegungen zum naturkundlichen Unterricht der Waldorfschule 50
6. ANSÄTZE ZUR FÖRDERUNG DES SINNLICHEN NATURERLEBENS IN DER PÄDAGOGIK MARIA MONTESSORIS 54
6.1. Von der absorbierenden Empfänglichkeit des kindlichen Geistes für (natürliche) Außenreize während sensibler Phasen 55
6.2. Die elementare Bedeutung der Sinneserziehung 58
6.3. Die Polarisation der Aufmerksamkeit als umweltbildnerischer Aspekt 63
6.4. Grunderfahrungen zum Verständnis der Natur - Die kosmische Erziehung 64
6.5. Vergleich der pädagogischen Konzepte Steiners und Montessoris in ihrer Bedeutsamkeit für das sinnliche Naturerleben 68
7. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUßFOLGERUNGEN 72
8. LITERATURVERZEICHNIS 81

Arbeit zitieren:
Honig, Christian September 2001: Zur Leistungsfähigkeit des sinnlichen Naturerlebens in der Umweltbildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltbildung, Erlebnispädagogik, Naturerleben, Steiner, Montessori

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