Leistungen und Risiken der Banken beim Going Public von Fußballvereinen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulrich Kühnen
- Abgabedatum: August 1998
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 568,7 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1211-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1211-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1211-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kühnen, Ulrich August 1998: Leistungen und Risiken der Banken beim Going Public von Fußballvereinen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Banken, Börsengang, Emissionsgeschäft, Fußball, Bundesligavereine
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Diplomarbeit von Ulrich Kühnen
Einleitung:
Einige deutsche Fußballvereine planen oder erwägen den Gang an die Börse.
Zur Zeit sind die Klubs der beiden deutschen Lizenzligen ausnahmslos als eingetragene Vereine gemäß § 21 BGB organisiert. Längst hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, daß diese Rechtsform nicht mehr das passende Organisationskleid für Klubs mit Millionenumsätzen ist. Spielergehälter, Werbeeinnahmen, Erlöse aus Fernsehübertragungen und dem Verkauf von Eintrittskarten sowie Fanartikeln steigen ständig an. Angesichts des großen Potentials an Profifußballvereinen in Deutschland erscheint das Emissionsgeschäft mit ihnen eine zukünftig interessante Geschäftsmöglichkeit für deutsche Banken zu sein.
Für die Banken resultiert aus der Teilnahme an Erstemissionen ein direkter - durch Provisionseinnahmen induzierter - Beitrag zum Geschäftsergebnis. Zusätzlich werden positive Effekte hinsichtlich der Reputation und der Cross-Selling-Geschäftsmöglichkeiten erwartet. Die vorliegende Arbeit beschreibt Kriterien, mit denen emissionsfähige Vereine ermittelt werden können und schildert Dienstleistungen, die Banken im Rahmen der Emissionsbegleitung erfüllen, wie z.B. Beratungsleistungen und die Betreuung nach dem Börsengang. Auch Fragen der Unternehmensbewertung werden ausführlich behandelt.
Mit der Durchführung von Going Publics sind für Banken aber auch Risiken verbunden. Neben den finanziellen Risiken bei Konkretisierung des Plazierungsrisikos können fehlgeschlagene Emissionen das Emissionsstanding und darüber hinaus generell das Image einer Bank negativ tangieren. Folglich enthält die Arbeit neben einer Darstellung von Risikoarten und Risikoursachen auch eine Schilderung risikopolitischer Maßnahmen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Verzeichnis der Abkürzungen | IV | |
| A. | Banken und Bundesligavereine | 1 |
| B. | Begriffliche Abgrenzungen | 2 |
| C. | Professioneller Sport als Dienstleistung | 3 |
| D. | Leistungen der Banken im Emissionsgeschäft mit Fußballvereinen | 4 |
| 1. | Analyse der Emissionswilligkeit | 4 |
| 1.1 | Motive für die Entscheidung zum Going Public | 4 |
| 1.1.1 | Finanzwirtschaftliche Motive | 4 |
| 1.1.2 | Marketingorientierte Motive | 6 |
| 1.1.3 | Personalpolitische Motive | 6 |
| 1.1.4 | Rechtliche Motive | 7 |
| 1.1.4.1 | Rechtsformverfehlung | 7 |
| 1.1.4.2 | Schutz der Unternehmensbeteiligten | 8 |
| 1.1.4.2.1 | Gläubigerschutz | 8 |
| 1.1.4.2.1.1 | Fehlen von Mindesthaftungskapital | 8 |
| 1.1.4.2.1.2 | Publizität | 9 |
| 1.1.4.2.1.3 | Haftpflicht des Vorstands | 9 |
| 1.1.4.2.2 | Mitgliederschutz | 9 |
| 1.1.5 | Organisatorische Motive | 10 |
| 1.2 | Mögliche Argumente gegen Going Publics | 11 |
| 1.2.1 | Argumente gegen die Umwandlung in die Rechtsform der AG | 11 |
| 1.2.1.1 | Mitbestimmungsrechtliche Probleme | 11 |
| 1.2.1.2 | Steuerrechtliche Probleme | 12 |
| 1.2.1.3 | Publizitätsvorschriften | 12 |
| 1.2.1.4 | Kosten | 12 |
| 1.2.1.5 | Finanzielle Probleme des Restvereins | 13 |
| 1.2.1.6 | Ideelle Gründe | 13 |
| 1.2.2 | Argumente gegen die Börseneinführung einer bestehenden AG | 14 |
| 1.2.2.1 | Reduzierung der Beteiligungsquote der Gesellschafter | 14 |
| 1.2.2.2 | Publizitätserfordernisse und Haftungsrisiken | 14 |
| 1.2.2.3 | Kosten | 15 |
| 1.2.2.4 | Marktrisiken | 15 |
| 2. | Analyse der Emissionsfähigkeit | 15 |
| 2.1 | Definition der Emissionsfähigkeit | 15 |
| 2.2 | Methoden | 16 |
| 2.3 | Prüffelder | 16 |
| 2.3.1 | Rechtliche Voraussetzungen eines Börsengangs | 16 |
| 2.3.2 | Unternehmensgröße | 17 |
| 2.3.3 | Finanzwirtschaftliche Analyse | 19 |
| 2.3.3.1 | Bilanzierungspraxis bei Fußballvereinen | 19 |
| 2.3.3.2 | Ermittlung von Bilanzkennzahlen | 20 |
| 2.3.3.3 | Ermittlung von Erfolgskennzahlen | 22 |
| 2.3.3.3.1 | Entwicklung der Einnahmen | 23 |
| 2.3.3.3.1.1 | Vermarktung der Fernsehübertragungsrechte | 24 |
| 2.3.3.3.1.2 | Verkauf von Eintrittskarten | 24 |
| 2.3.3.3.1.3 | Merchandising | 25 |
| 2.3.3.3.1.4 | Sponsoring | 26 |
| 2.3.3.3.1.5 | Weitere Einnahmequellen | 26 |
| 2.3.3.3.2 | Entwicklung der Kosten | 26 |
| 2.3.4 | Qualität der Betriebsmittel | 27 |
| 2.3.5 | Unternehmenspolitische Grundeinstellung | 29 |
| 2.3.6 | Organisatorische Voraussetzungen | 29 |
| 2.3.7 | Anforderungen an das Rechnungswesen | 30 |
| 2.3.8 | Personelle Voraussetzungen | 31 |
| 2.3.9 | Unternehmensalter | 31 |
| 2.3.10 | Bekanntheitsgrad | 32 |
| 2.3.11 | Risikomanagementsystem | 32 |
| 2.3.12 | Weitere Prüffelder | 35 |
| 3. | Beratungsleistungen | 35 |
| 3.1 | Beratung bezüglich der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft | 35 |
| 3.2 | Beratung bezüglich der Plazierungsmodalitäten | 37 |
| 3.3 | Beratung bezüglich des Marktsegments | 38 |
| 3.4 | Beratung bezüglich des Plazierungsvolumens | 39 |
| 3.5 | Beratung bezüglich der Auswahl der regionalen Wertpapierbörse | 40 |
| 3.6 | Beratung bezüglich der Ausgestaltung der Aktien | 40 |
| 3.7 | Beratung bezüglich der Erstellung des Publizitätskonzepts | 41 |
| 3.8 | Beratung hinsichtlich der Fixierung des Emissionszeitpunktes | 42 |
| 4. | Unternehmensbewertung | 43 |
| 4.1 | Grundlagen | 43 |
| 4.2 | DVFA/SG-Methode | 44 |
| 4.3 | Umsatzmultiplikatorverfahren | 46 |
| 4.4 | "Composite Valuations"-Verfahren | 46 |
| 5. | Börseneinführung und Betreuung nach dem Going Public | 47 |
| 6. | Organisatorische Aspekte | 47 |
| E. | Risiken und Risikopolitik im Emissionsgeschäft mit Fußballvereinen | 48 |
| 1 | Risikoarten | 48 |
| 1.1 | Unmittelbare Risiken | 48 |
| 1.2 | Mittelbare Risiken | 49 |
| 2. | Risikoursachen | 49 |
| 2.1 | Hohe Volatilität der Einnahmen | 50 |
| 2.2 | Hohe Volatilität der Börsenkurse | 52 |
| 2.3 | Fehlendes Interesse institutioneller Anleger | 53 |
| 2.4 | Notwendigkeit der Koproduktion | 55 |
| 2.5 | Abgabe von Entscheidungsautonomie an DFB und Sponsoren | 55 |
| 2.6 | Gefahr von Insidergeschäften | 57 |
| 2.7 | Weitere Risikofaktoren | 57 |
| 3. | Risikopolitische Maßnahmen | 58 |
| 3.1 | Ursachenbezogene Risikopolitik | 58 |
| 3.1.1 | Gesamtgeschäftsbezogene Handlungen | 58 |
| 3.1.2 | Einzelgeschäftsbezogene Handlungen | 59 |
| 3.1.2.1 | Gestaltung des Emissionsvertrages | 59 |
| 3.1.2.2 | Absicherung mit Termingeschäften | 59 |
| 3.1.2.3 | Preisfindung durch das Bookbuilding-Verfahren | 59 |
| 3.1.2.4 | Gemeinsamer Börsengang aller Bundesligavereine | 60 |
| 3.2 | Wirkungsbezogene Risikopolitik | 60 |
| F. | Fazit | 61 |
| Literaturverzeichnis | 62 | |
| Erklärung | 66 | |
| Lebenslauf | 67 |
Ein emissionsfähiges Unternehmen sollte - unabhängig von den Börsenzulassungsvorschriften - mindestens drei bis fünf Jahre als wirtschaftliche Einheit bestehen, um seine Ertragskraft über eine längere Periode unter Beweis gestellt zu haben. Mit dieser Forderung wird auch die hohe Quote von Unternehmenskonkursen in den Anfangsjahren nach Gründung eines Unternehmens berücksichtigt172. Die Vereine der Bundesliga gibt es zum größten Teil seit der Jahrhundertwende173. Die Einführung des professionellen Sportlertums geschah stufenweise, indem Höchstlöhne, die Vereine ihren Spielern zahlen durften, immer weiter heraufgesetzt wurden. Man kann aber davon ausgehen, daß bei den meisten Vereinen seit der Gründung der Fußballbundesliga im Jahre 1963 Profiabteilungen in ihrer heutigen Form existieren174. Berücksichtigt werden muß hier, daß die Klubs bisher in der Rechtsform des eingetragenen Vereins tätig waren. Raupach weist zu Recht darauf hin, daß die Erfolge einer jahrzehntelangen Entwicklung durch die Einführung neuer Gestaltungen gefährdet werden könnten175. [...]
Auch im Hinblick auf Transparenz und Gläubigerschutz gehen die Bundesligavereine längst über den vom Vereinsrecht verlangten Standard hinaus. Die Lizenzvergabe durch den DFB ist nämlich auch an die Erfüllung zahlreicher Rechnungslegungspflichten geknüpft164. Die DG Bank empfiehlt, daß die Vereine die Anforderungen des Neuen Marktes an Rechnungslegung und Publikationspflichten erfüllen sollten165. Dazu gehört die Veröffentlichung der Jahresabschlüsse nach IAS oder US-GAAP, die Veröffentlichung von Quartalsberichten mit Angaben zum Geschäftsverlauf, die Veranstaltung mindestens eines Analystentreffens pro Jahr und die Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders mit Angaben zu Dividenden- und Hauptversammlungsterminen. Alle Unternehmenspublikationen sind sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache zu verfassen166. Zusätzlich sollte zur Steuerung, Planung und Kontrolle der Vereinsaktivitäten ein internes Rechnungswesen betrieben werden. Welche Rechengrößen - ob Einnahmen/Ausgaben, Erträge/Aufwendungen oder Leistungen/Kosten verwendet werden, kann pauschal nicht geklärt werden. Es ist allerdings bedeutsam, sich der Unterschiede der Rechengrößen bewußt zu sein167. [...]
Zu den Voraussetzungen der Emissionsfähigkeit gehört eine transparente und eindeutige Unternehmensstruktur, die den Investoren einen Einblick in die Unternehmensaufbauund Unternehmensablauforganisation sowie die Beteiligungsverhältnisse ermöglicht161. Die zur Zeit oftmals noch auf mehrere Tochtergesellschaften verteilten operativen Tätigkeiten des Vereins müssen deshalb in der Aktiengesellschaft gebündelt werden162. Insbesondere bei sehr schnell gewachsenen Unternehmen besteht die Gefahr, daß adäquate organisatorische und strukturelle Anpassungen nicht rechtzeitig vorgenommen werden. Insbesondere das Controlling, das Kostenmanagement und die langfristige Planung werden häufig in wachstumsstarken Phasen vernachlässigt163. Seit geraumer Zeit ist bei den Vereinen der Fußball-Bundesliga ein stetiger Wandel vom ehrenamtlich geführten Verein auf der Grundlage des herkömmlichen Vereinsrechts hin zum Unternehmen mit einer aktienrechtsähnlichen Organisationsstruktur zu beobachten. Diese Entwicklung beruht nicht zuletzt auf Vorgaben des DFB, der 1995 "Rahmenbedingungen für die Satzung eines Lizenzvereins" stellte, um eine einheitliche und den gewachsenen Erfordernissen des Lizenzfußballs gerecht werdende Führungsstruktur zu erreichen. Etliche Vereine haben in Umsetzung dieser Vorgaben inzwischen einen Aufsichtsrat eingeführt, der den Vorstand wählt und kontrolliert. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832412111
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Banken, Börsengang, Emissionsgeschäft, Fußball, Bundesligavereine



