Leib-Erfahrungen als Bildungsanlass: Die authentische GesundheitsGymnastik-Methode Mößler-Taubert
Intentionen und Wirkungen aus der Sicht von KursteilnehmerInnen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Pink
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 561,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7846-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7846-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7846-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pink, Sabine März 2003: Leib-Erfahrungen als Bildungsanlass: Die authentische GesundheitsGymnastik-Methode Mößler-Taubert, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitsförderung, Anthropologie, Gymnastik, Salutogenese, Pathogenese
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Diplomarbeit von Sabine Pink
Einleitung:
Die Gesundheits-Gymnastik ist eine in Österreich weit verbreitete Bewegungsmethode, die sich zum Ziel gesetzt hat, nicht nur einen Beitrag zur individuellen Gesunderhaltung, sondern auch zur Gesundheitsbildung zu leisten. Die vorliegende qualitativ-empirische Untersuchung dokumentiert ausgehend von einem anthropologischen Vorverständnis anhand qualitativer Einzelinterviews, inwiefern diese Ziele aus der Sicht von Kursteilnehmer/Innen erreicht werden. Dem Besuch eines Gesundheits-Gymnastik-Kurses werden vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Es werden Lernerfahrungen gemacht und Lernprozesse angeregt, die im Besonderen als gesundheitsbildend verstanden werden können. Es zeigte sich, dass die Gesundheits-Gymnastik die Entwicklung vielfältiger Fähigkeiten und Kompetenzen auf verschiedensten Ebenen - physisch im Sinne einer bewussten Körperwahrnehmung, psychisch und sozial im Sinne einer ganzheitlichen Leib-Wahrnehmung - anregt und damit sowohl zum aktuellen als auch zum längerfristigen Wohlbefinden der Kursteilnehmer/Innen beiträgt. Die Gesundheits-Gymnastik kann als eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung betrachtet werden, bei welcher die Lebens- und Bewegungslust ausgelebt und mit anderen geteilt werden kann.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. In ersterem wird die authentische Gesundheits-Gymnastik-Methode Mößler-Taubert auf Basis der Kursleiter/Innenausbildungs-Unterlagen und eines Interviews mit Frau Dr. Eva Mößler skizziert. Anschließend werden mittels einer Literaturrecherche die im Gesundheits-Gymnastik-Konzept vorkommenden zentralen Begriffe Gymnastik, Gesundheit, Leib und Bildung aufgegriffen, um deren Zusammenhang anhand von gesundheitswissenschaftlichen und anthropologischen Arbeiten zu klären. In der Zusammenfassung werden die Erkenntnisse des Theorieteils komprimiert dargestellt und das zu Beginn der Arbeit formulierte Forschungsinteresse in Form einer Hypothese und anhand von Detailfragen konkretisiert.
Im empirischen Teil dieser Arbeit wird zuerst die methodische Vorgangsweise dieser qualitativ-empirischen Untersuchung erläutert. Anschließend werden die Analyseergebnisse zusammenfassend dargestellt und interpretiert. Daraus ergibt sich ein Bild über die Intentionen und Wirkungen der Gesundheits-Gymnastik aus der Sicht der interviewten Kursteilnehmer/Innen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in der „Zusammenfassung und den Schlussbemerkungen über die faktischen Auswirkungen und intendierten Ziele der Gesundheits-Gymnastik nochmals kurz erläutert. Abgeschlossen wird der empirische Teil mit einer Darstellung über das Kursangebot der Gesundheits-Gymnastik aus der Sicht der Kursteilnehmer/Innen, welche einen rein beschreibenden Charakter hat. Im Ausblick wird auf interessante zukünftige Untersuchungsmöglichkeiten eingegangen, die im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden konnten. Im Anhang befinden sich die Interviewleitfäden, ein Hinweis zu den Interviewtranskriptionen und -analysen, die Kontaktadresse zur Gesundheits-Gymnastik, das Literaturverzeichnis und der Lebenslauf der Autorin.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 1.1 | Persönlicher Zugang | 5 |
| 1.2 | Forschungsinteresse | 5 |
| 1.3 | Zur Aktualität von Theoriebildung und Forschung auf dem Gebiet von Leib, Bildung und Gesundheit | 6 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit | 9 |
| 2. | Die „Authentische Gesundheits-Gymnastik-Methode Mößler-Taubert“: Konzeptionelle Grundlagen und Aspekte ihrer Umsetzung | 11 |
| 2.1 | Ziele oder angestrebte Wirkungen der Gesundheits-Gymnastik | 12 |
| 2.2 | Gesundheit und Bildung im Gesundheits-Gymnastik-Konzept | 14 |
| 2.2.1 | Gesundheit | 14 |
| 2.2.2 | Gesundheit als Bildungsthema | 15 |
| 2.3 | Methodische Besonderheiten | 17 |
| 2.3.1 | Übungen und Korrekturen | 18 |
| 2.3.2 | Rahmenbedingungen und Stundenaufbau | 19 |
| 2.4 | Lehrgang zur Gesundheits-Gymnastik-Kursleiter/In | 20 |
| 3. | Bildungsperspektiven im Umgang mit der eigenen Leiblichkeit | 23 |
| 3.1 | Historische Entwicklung der Gymnastik | 23 |
| 3.2 | Gesundheit | 28 |
| 3.2.1 | Paradigmenwechsel in der Gesundheitsdiskussion | 32 |
| 3.2.2 | Gesundheitsförderung, -erziehung, -bildung | 39 |
| 3.3 | Gesundheitsbildung aus anthropologischer Sicht | 43 |
| 3.3.1 | Leib sein – Körper haben | 43 |
| 3.3.2 | Körpererfahrung | 45 |
| 3.3.3 | Leib- und Körpererfahrung durch Bewegung | 46 |
| 3.3.4 | Leib- und Körpererfahrung als Bildungsprozess | 48 |
| 4. | Zusammenfassung und Überleitung | 52 |
| 5. | Methodischer Zugang | 55 |
| 5.1 | Datengewinnung | 55 |
| 5.2 | Datenauswertung | 57 |
| 5.3 | Ablauf der Untersuchung | 59 |
| 5.3.1 | Leitfaden | 59 |
| 5.3.2 | Interviewpartner/Innen | 60 |
| 5.3.3 | Interviewsituation | 61 |
| 5.3.4 | Postskriptum | 61 |
| 5.3.5 | Auswertung und Kategoriesystem | 61 |
| 6. | Interpretation und Schlussfolgerungen | 65 |
| 6.1 | Anstöße zur Teilnahme an einem Gesundheits-Gymnastik-Kurs und Sichtweisen von Gesundheit und Krankheit | 65 |
| 6.2 | Faktische Auswirkungen der Gesundheits-Gymnastik | 70 |
| 6.2.1 | Motorische und physikalische Auswirkungen | 70 |
| 6.2.2 | Auseinandersetzung mit sich selbst und psychische Auswirkungen | 72 |
| 6.2.3 | Soziale Umgebung | 76 |
| 6.2.4 | Alltag | 80 |
| 6.2.5 | Zusammenfassung und Schlussbemerkungen über die faktischen Auswirkungen und intendierten Ziele der Gesundheits-Gymnastik | 84 |
| 6.3 | Angebote der Gesundheits-Gymnastik | 86 |
| 6.3.1 | Übungselemente | 86 |
| 6.3.2 | Angebotsrahmen | 87 |
| 6.3.3 | Kursgruppe | 88 |
| 6.3.4 | Kursleiter/In | 88 |
| 7. | Ausblick | 91 |
| 7.1 | Quantitative Untersuchungen | 91 |
| 7.2 | Qualitative Untersuchungen | 93 |
| 7.2.1 | Einflussfaktoren auf die Gesundheits-Gymnastik-Praxis | 94 |
| 7.2.2 | Didaktische Perspektiven der Gesundheits-Gymnastik | 95 |
| 7.2.3 | Frauenspezifische Perspektive | 96 |
| 8. | Anhang | 98 |
| 8.1 | Interview-Leitfäden | 98 |
| 8.1.1 | Interview-Leitfaden Begründerin | 98 |
| 8.1.2 | Interview-Leitfaden Kursteilnehmer/Innen | 103 |
| 8.2 | Hinweise zu Interviewtranskriptionen und -analsysen | 107 |
| 8.3 | Kontaktadresse Gesundheits-Gymnastik | 107 |
| 8.4 | Literaturverzeichnis | 108 |
| 8.5 | Lebenslauf | 116 |
Mit den jeweiligen Beweggründen gehen Schilderungen bestimmter Themen einher, die für die Lebenssituationen der Interviewpartnerinnen zum Zeitpunkt des Interviews charakteristisch gewesen sein dürften. Diese Themen drücken ebenso Bedürfnisse, Wünsche oder Anliegen aus, deren Erfüllung durch den GesundheitsGymnastik-Besuch erhofft wurde. Beispiele dafür sind: In einem Interview wird der „hektische Arbeitsalltag“ angesprochen. Die Anforderungen des Berufes machen es nötig, sich ausschließlich an ihnen zu orientieren und regelmäßig über die eigenen Belastbarkeitsgrenzen hinaus zu gehen. Durch die GesundheitsGymnastik hofft die Interviewpartnerin, wieder zu ihrer inneren Ruhe und ihrem inneren Gleichgewicht zu finden. Bei einem anderen Interview geht es um neue Perspektiven im Leben, da die Kinder bald aus dem Hause gehen werden. Durch die GesundheitsGymnastik erwartet sich die Interviewpartnerin, neue Kontakte in einer Interessensgemeinschaft außerhalb ihrer Familie zu knüpfen. In einem nächsten Interview steht eine „persönliche Neuwandlung“ im Vordergrund. Die GesundheitsGymnastik soll für die Interviewpartnerin ein regelmäßiger „Wohlfühlabend“ sein, der einen Ausgleich zum Berufsalltag herstellt und sie beim Abnehmen unterstützt. In einem anderen Interview beziehen sich die Schilderungen regelmäßig auf das Thema des „Älter-Werdens“. Für die Interviewpartnerin ist Bewegung generell ein Beitrag zu ihrem Wohlbefinden. Mit der GesundheitsGymnastik begegnet sie auch dem Alterungsprozess. In einem Interview steht die Maxime im Vordergrund, „mit Neugier und Offenheit von all der Vielfalt, die sich dem Leben bietet, profitieren zu wollen“. Die Interviewpartnerin nützt die GesundheitsGymnastik, um vielfältige neue Erfahrungen zu machen und um „sich Gutes zu tun“. Daraus lässt sich erkennen, dass die GesundheitsGymnastik die Teilnehmerinnen in ihrem „persönlichen Stressmanagement“ und beim „Herstellen sozialer Kontakte“ unterstützt und ein Ort ist, an dem man „neue Erfahrungen macht“, „sich wohl fühlt und sich Gutes tut“. [...]
Die ersten beiden Kapitel dieses Abschnittes konzentrieren sich darauf, die in mehrmaligen Analyseschritten bearbeiteten fünf Einzelinterviews in ihren wesentlichen Aussagen vorzustellen und untereinander zu vergleichen, indem nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Besonderheiten Ausschau gehalten wird. Im ersten Kapitel werden die „Anstöße zur Teilnahme an einem GesundheitsGymnastik-Kurs und Sichtweisen von Gesundheit und Krankheit“ beleuchtet. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den „Faktischen Auswirkungen der GesundheitsGymnastik“ in physischer, psychischer, sozialer und den Alltag betreffender Hinsicht. Diese Ausführungen münden in eine die Interpretation abschließende Zusammenfassung, die einen Bezug zu den intendierten Zielen der GesundheitsGymnastik (siehe dazu Kapitel 2.1.) herstellt. Im dritten Kapitel dieses Abschnittes werden die Aussagen der Interviewpartnerinnen zum speziellen Angebot der GesundheitsGymnastik bezüglich deren Übungselemente, Angebotsrahmen, Kursgruppe und Kursleiterin dargestellt. Dies deshalb, da sich im Verlauf der Interviewbearbeitungen zeigte, dass die Interviewpartnerinnen sehr viel über das Angebot erzählten und diese Sichtweisen sicherlich aufschlussreich sind. Diese Darlegungen haben einen rein beschreibenden Charakter, werden nicht kommentiert und dienen lediglich als Zusatzinformation. [...]
„Telefon läutet“ oder „der Hund ist auch an unserem Gespräch interessiert“ gestrichen wurden. Gleichzeitig wurden thematische Blöcke für jedes einzelne Interview ausgemacht. Als nächstes wurden die Originalaussagen der Interviewpartnerinnen für jedes einzelne Interview paraphrasiert und dem vordefinierten Kategorien zugeordnet. Im Besonderen wurde darauf geachtet, nach jedem Interview die zuvor festgelegten Kategorien auf deren Gültigkeit zu überprüfen, wobei sie nach jedem Interview revidiert bzw. neu generiert wurden. Im zweiten Materialdurchgang ging es im Wesentlichen darum, die die pro Kategorie vorhandenen Paraphrasen pro Interview zu verdichten. Bei Unklarheiten wurde nach anderen Textpassagen gesucht, die diese erklären konnten, bzw. wurde bei Unverständlichkeiten auf Originalaussagen zurückgegriffen, um auch latente Sinngehalte anhand der vorhandenen Aussagen zu explizieren. Es wurden die Kernaussagen für jedes einzelne Interview nach deren Übereinstimmung mit dem Originaltext überprüft und jedes Interview für sich nach Kategorien zusammengefasst. Bestandteil dieses Schrittes der Analyse war auch, das Kategoriensystem nochmals zu überprüfen und zu erweitern. Folgendes Kategorienschema wurde entwickelt: 1. Anstoß, an einem GesundheitsGymnastik-Kurs teilzunehmen Bei dieser Kategorie geht es um den Beweggrund zur Teilnahme an einem GesundheitsGymnastik-Kurs. Was veranlasste die Interviewpartnerin speziell, die GesundheitsGymnastik zu wählen? Welche Motive werden der Wahl zugrunde gelegt? Wie erfuhr die Interviewpartnerin von dem Kurs? 2. Selbstbildbezogene Aussagen Hier werden die Interview-Texte daraufhin gesichtet, was sie über das Selbstverständnis der Interviewpartnerin enthalten: Wie sieht sich die Interviewpartnerin? Welche Eigenschaften schreibt sie sich zu? 3. Gesundheit - Krankheit Hier wird die generelle Sichtweise der Interviewpartnerin über Eigentümlichkeiten von Gesundheit und Krankheit thematisiert. - Welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden geschildert? Wie geht die [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832478469
Arbeit zitieren:
Pink, Sabine März 2003: Leib-Erfahrungen als Bildungsanlass: Die authentische GesundheitsGymnastik-Methode Mößler-Taubert, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitsförderung, Anthropologie, Gymnastik, Salutogenese, Pathogenese



