Leere Lokale
Strategien urbaner Nutzungsvielfalt für die Event City
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ursula Obernosterer
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 148 Seiten
- Dateigröße: 29,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Graz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7877-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7877-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7877-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Obernosterer, Ursula März 2004: Leere Lokale, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Innenstadt, Leerstand, Akteurskonflikt, Strategie, Urban
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Diplomarbeit von Ursula Obernosterer
Einleitung:
Wie kann die historische Innenstadt, traditionell die Bühne zur Darstellung und Inszenierung verschiedener Gruppen, sowie Knotenpunkt im Austausch von Gütern, auf den heute kontinuierlichen Fluss von Informationen, Waren und Ereignissen reagieren? Welche Modifikation ist notwendig, um die Stadt als Ort des Zusammenlebens und -arbeitens verschiedener sozialer Gruppen zu erhalten? Wie kann eine solche Modifikation aussehen? Wie kann sie vonstatten gehen, wie muss sie organisiert werden?
Eventorganisatoren, Eventbesucher, sowie Handel, Tourismusaktionen, Gastronomie und Verwaltung nutzende Innenstadtbesucher - einheimisch, national und international - nutzen denselben Raum der historischen Grazer Innenstadt nach ihren jeweils individuellen Interessen. Demgegenüber steht die Randgruppe der Bewohner, und die durch ihre alltägliche Praxis geformte Urbanität - wesentliche Basis für eine durchmischte und aktive EventCity.
Aus den unterschiedlichen Bedürfnissen der Interessensgruppen resultieren räumliche wie soziale Konflikte, die die historische Innenstadt unter den Druck stets neuer Realitäten bringen.
Ziel dieser Diplomarbeit ist es die aktuelle Situation der EventCity aufzuzeigen, sowie Strategien und Interventionen zur Erhaltung städtischer Raum- Akteurs- und Nutzungsvielfalt - sprich Stadtkultur anzubieten: Zur Wahrung der Attraktivität des Standortes Innenstadt als „Eventort“ und Lebensraum. Räumliche Hauptdarsteller sind dabei leerstehende Geschäftslokale, die das Potenzial zur Erweiterung des unter hohem Anspruchsdruck stehenden öffentlichen Raumes bieten und neuer Nutzungen und Inhalte bedürfen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 005 | |
| Inhaltsverzeichnis | 007 | |
| Lebenslauf EventCity | 009 | |
| Der Schauplatz I | 010 | |
| 1. | Event | 014 |
| Event Gestern & Heute | 015 | |
| 2. | Mensch | 018 |
| Gesellschaftlicher Wandel | 020 | |
| Lebensstile | 021 | |
| 3. | Stadt Raum | 022 |
| Stadtentwicklung | 025 | |
| Raumtheorie | 026 | |
| Raumwahrnehmung | 028 | |
| Raum & Mensch | 029 | |
| Raum & Akteure – Interessenstypologien | 030 | |
| Der Schauplatz II | 033 | |
| Die Situation der EventCity in Zahlen | 039 | |
| Bedürfnisse Raum, Bewohner, Besucher, Eventer | 042 | |
| Interessensvielfalt & Wirkung: Idealtypen | 044 | |
| 4. | Konflikte der EventCity | 048 |
| Das Ringen um Repräsentation | 054 | |
| Zukunftserwartungen für Raum und Akteure | 056 | |
| 5. | Potenziale für die EventCity | 058 |
| 6. | Strategien für die EventCity | 061 |
| Strategien: Betroffene & Zuständige | 063 | |
| 7. | Leere Lokale: Der öffentliche Raum in Bewegung | 071 |
| Neue (Wohn-)Nutzungsformen für städtische Vielfalt | 081 | |
| Leere Lokale + | 082 | |
| 8. | Strategie 1: Hotel Auslage | 085 |
| Analyse der Hotelstruktur | 086 | |
| Virtual Hotel Berlin | 088 | |
| Marketingkonzept Hotel Auslage | 090 | |
| 9. | Hotel Auslage: „DJ“ | 091 |
| Ausgangssituation | 092 | |
| Zielgruppe & Nutzung | 093 | |
| Nutzungsvarianten | 094 | |
| Kalkulation | 096 | |
| 10. | Hotel Auslage: „Arnie“ | 098 |
| Ausgangssituation | 100 | |
| Zielgruppe & Nutzung | 101 | |
| Nutzungsschema | 102 | |
| Kalkulation | 104 | |
| 11. | Strategie 2: Graz for Beginners | 107 |
| Ausgangssituation | 108 | |
| Zielgruppe & Nutzung | 109 | |
| Nutzungsvarianten | 110 | |
| Kalkulation | 112 | |
| Finanzplan | 113 | |
| Marketingkonzept Graz for Beginners | 114 | |
| 12. | Strategie 3: Artist in Residence | 116 |
| Städtebauliche Strategie | 118 | |
| Künstlermeile | 119 | |
| Ausgangssituation | 120 | |
| Zielgruppe & Nutzung | 121 | |
| Nutzungsvarianten | 122 | |
| Kalkulation | 124 | |
| Nutzungsvertrag | 125 | |
| 13. | Strategie 4: SpielRaum | 127 |
| Ausgangssituation | 128 | |
| Zielgruppe & Nutzung | 129 | |
| Kalkulation | 130 | |
| Forschungswillige | 135 | |
| Literaturverzeichnis | 137 | |
| Out of Graz | 139 |
Authentizität Der für seine Einzigartigkeit von der Unesco als Weltkulturerbe und somit als schützenswert ausgezeichnete Raum der historischen Innenstadt von Graz steht unter dem Druck diverser (wirtschaftlicher) Interessen: Das Stadtbild wird nach aussen hin vermarktet durch einige prägnant auf stimmungsvolle Einzelobjekte gezoomte Bilder. Diese Bilder stehen dann für eine gesamte Innenstadt. Sie versuchen aber nicht das zu zeigen was die wirkliche Qualität ist: Nämlich die durchgehende Qualität der historischen Grazer Innenstadt. Bei glänzenden Werbeprospekten funktionieren diese Einzelfocusierungen gut, für die Realität reicht das aber nicht aus: Jedes Objekt im Raum trägt bei zum speziellen Grazer Innenstadtambiente. Werden nur die zur Vermarktung notwendigen Vorzeigeobjekte sensibel geschützt und behandelt, und alles andere rundherum nicht, so kann es passieren, dass wir uns bald in einer künstlich nachgeahmten Kulissenstadt bewegen. Vielen Besuchern wird das vielleicht nicht unangenehm sein, so genießen sie dann das mit neuestem Komfort ausgestattete Hotelzimmer im Haus mit der historisch nachgeahmten Fassade. Lieber angenehm künstlich, als unangenehm natürlich? EVENTCITY GRAZ [...]
Gianluca und Teresa - 27 und 25 Jahre - sind zum ersten Mal in Graz. Sie frühstücken im Hotel Erzherzog Johann, und beginnen dann ihren Stadtbummel: Landhaushof, Dom und Schlossberg. Nach 2 Stunden Sightseeing dann Kaffee und Kuchen im Aiola direkt vor dem Schlossbergaufzug mit Blick über das gesamte Grazer Becken. Die beiden haben schon viele Bilder geschossen und sind begeistert von der Dachlandschaft der Innenstadt. Gleich gehts weiter über die Murinsel zum Kunsthaus, wo. sie sich die aktuelle Ausstellung ansehen. Nach so viel Programm wollen sie auch etwas Entspannung. Sie entdecken ein ruhiges Lokal in einem typischen Grazer Innenhof. Nach einer kurzen Pause steht Shopping am Programm: Teresa lässt nichts aus, sie durchforschen die gesamte Innenstadt nach interessanten Geschäften. Voll beladen kommen sie ins Hotel zurück, machen sich frisch und gehen dann noch auf einen Snack und Drink ins Grazer Bermudadreieck. EVENTCITY GRAZ [...]
Herr P. - 31 Jahre - lebt in einer Garçonniere in der Sporgasse. Er arbeitet in einer Werbeagentur ganz in der Nähe seiner Wohnung. In seiner Mittagspause geniesst er die große Auswahl an angenehmen Lokalen rund um seinen Arbeitsplatz. Nach der Arbeit geht er auf eine kurze Einkaufstour und sieht sich danach eine Inszenierung von ‘La Strada’ an. Danach trifft er sich mit Freunden in ihrem Stammlokal. Der Lärmpegel im Lokal stört ihn dabei gar nicht. Erst zu Hause angekommen merkt er wie müde er schon ist, vor seinem Fenster unterhalten sich einige Jugendliche etwas lauter. Sie tauschen Ringtones aus und lachen laut. Jetzt kann Herr P. nicht einschlafen. Er ärgert sich über die nächtliche Ruhestörung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832478773
Arbeit zitieren:
Obernosterer, Ursula März 2004: Leere Lokale, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Innenstadt, Leerstand, Akteurskonflikt, Strategie, Urban



