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Lebensziele und subjektives Wohlbefinden

Eine qualitative Vergleichsstudie

Lebensziele und subjektives Wohlbefinden
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Deniz Tagmat
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 399 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7442-3
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7442-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tagmat, Deniz Juni 2003: Lebensziele und subjektives Wohlbefinden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: qualitative Forschung, Globalauswertung, Granded Theory, Interview, Zufriedenheit

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Diplomarbeit von Deniz Tagmat

Zusammenfassung:

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Lebenszielen und subjektivem Wohlbefinden. Hierzu wurden problemzentrierte Interviews mit Mitgliedern zweier Gruppen durchgeführt.

Zum einen wurden Menschen mit einer EGO – Ausrichtung ihrer Lebensziele, zum anderen diejenigen mit einer BIOSPHÄRE – Orientierung befragt.

Die EGO- Orientierung beinhaltet beim Erwachsenen das Streben nach Macht, Geld, Reichtum und Ansehen. Die BIOSPHÄRE- Orientierung ist durch eine hohe persönliche Bedeutung der Natur sowie einem Engagement für die Umwelt gekennzeichnet. Der Interviewleitfaden beinhaltet somit vorrangig folgende Themen: Lebensziele, Entwicklung von Lebenszielen, Subjektives Wohlbefinden, aber auch die Bereiche Zeitperspektive, Verantwortung und Gewissen aus dem Kugelmodell der Persönlichkeitsentwicklung.

Zum einen geht es in dieser Arbeit um den möglichen Zusammenhang zwischen Lebenszielen und subjektiven Wohlbefinden, zum anderen um weitere Datengenerierung und Hypothesenbildung zum Kugelmodell.

Im methodischen Teil werden detailliert die Erhebungsmethoden, sowie ihre Begründung und die konkrete Forschungsweise dargestellt, wobei ein Schwerpunkt in der Beschreibung und Erläuterung der qualitativen Forschungsweise liegt.

Der Ergebnisteil enthält die Einzeldarstellungen der Interviews, die jeweils aus Teilen der Globalauswertung, sowie aus einem Modell gemäß dem Auswertungsverfahren der Grounded Theory nach Glaser & Strauss bestehen.

Ein übergreifendes integratives Modell über alle Interviews, das ebenfalls nach der Grounded Theory erstellt wurde, befindet sich in der Diskussion. Die Ursachen, Strategien, der Kontext und die Konsequenzen des zentralen Phänomens werden anschaulich anhand von Beispielen erläutert.

Darüber hinaus wird die Datenauswertung hinsichtlich der Lebensziele, der Entwicklung dieser, des subjektiven Wohlbefinden, des Zusammenhanges von Lebenszielen und Wohlbefinden, sowie des Kugelmodells der Persönlichkeitsentwicklung von Prof. Schmuck diskutiert. Das methodische Vorgehen wird kritisch hinterfragt.

Im Ausblick werden Anregungen für weitere Forschung im Sinne der Kontinuität gegeben.

Die Zusammenfassung beinhaltet alles für den schnellen Leser notwenige Wissen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. THEORIE 3
2.1 GESELLSCHAFTLICHER KONTEXT 3
2.2 ZIELE UND LEBENSZIELE: DEFINITION UND KLASSIFIKATION 6
2.2.1 Ziele: Definition und Klassifikation 6
2.2.2 Lebensziele: Definition und Klassifikation 8
2.3 THEORIEN ZU LEBENSZIELEN 9
2.3.1 Selbstfokussierte, sozial orientierte und biosphärische Lebensziele 9
2.3.2 Zum Vergleich: Bühlers Grunddeterminanten menschlicher Entwicklung 10
2.4 THEORIEN ZUR ENTWICKLUNG VON LEBENSZIELEN 12
2.4.1 Das Kugelmodell der Persönlichkeitsentwicklung 12
2.4.2 Entwicklung von selbstfokussierten, sozial orientierten und biosphärischen Lebenszielen 15
2.4.3 Bühlers Aussagen zur Entwicklung von Zielen 17
2.5 SUBJEKTIVES WOHLBEFINDEN: DEFINITION UND KLASSIFIKATION 18
2.6 THEORIEN ZUM SUBJEKTIVEN WOHLBEFINDEN 21
2.6.1 Theorien zum aktuellen Wohlbefinden 21
2.6.2 Theorien zum habituellen Wohlbefinden 22
2.6.3 Die Funktion des Wohlbefindens 25
2.7 THEORIEN ZUM ZUSAMMENHANG ZWISCHEN LEBENSZIELEN UND WOHLBEFINDEN 26
2.7.1 Zwei Forschungstraditionen 26
2.7.2 Der Zusammenhang von Lebenszielen und Persönlichkeit 29
2.7.3 Der Zusammenhang von Zielinhalt und Wohlbefinden 31
2.8.1 Theoretische Überlegungen, Erkenntnisinteresse und Entwicklung des Problems 36
2.8.2 Stand der Forschung 38
2.8.3 Präzisierung der Fragestellung 40
3. METHODEN 41
3.1 ALLGEMEINE BESCHREIBUNG UND BEGRÜNDUNG FÜR QUALITATIVES FORSCHUNGSDESIGN 41
3.1.2 Abgrenzung qualitativer Forschung von quantitativer Forschung 41
3.1.3 Zentrale Prinzipien qualitativer Forschung 41
3.1.4 Gütekriterien Qualitativer Forschung 44
3.2 BESCHREIBUNG UND BEGRÜNDUNG DER GEWÄHLTEN DATENERHEBUNG 45
3.2.1 Problemzentriertes Interview 45
3.3 UNTERSUCHUNGSDURCHFÜHRUNG 47
3.3.1 Die Entwicklung des Interview - Leitfadens 47
3.3.2 Beschreibung des Untersuchungsfeldes 47
3.3.3 Auswahl der Informanten 48
3.3.4 Durchführung der Untersuchung 49
3.4 BESCHREIBUNG UND BEGRÜNDUNG DER GEWÄHLTEN DATENAUSWERTUNG 50
3.4.1 Globalauswertung 50
3.4.2 Theoretisches Codieren: Grounded Theory 52
3.4.2.1 Offenes Kodieren (Feinanalyse) 53
3.4.2.2 Axiales Kodieren 54
3.4.2.3 Selektives Kodieren 55
4. ERGEBNISSE: EINZELDARSTELLUNGEN DER INTERVIEWS 56
4.1 GRUPPE A: EGO 56
4.1.1 Interview 1 - Herr Guillermo: Globalauswertung 56
4.1.2 Interview 2 - Herr Seifert: Globalauswertung 61
4.2 GRUPPE B: BIOSPHÄRE 67
4.2.1 Interview 1 - Ben: Globalauswertung 67
4.2.2 Interview 2 - Achyuta: Globalauswertung 73
5. DISKUSSION 80
5.1 DARSTELLUNG DES INTEGRATIVEN MODELLS 80
5.1.1 Überblick über das Modell: 80
5.1.2 Abbildung: Übergreifendes integratives Modell 120
5.1.3 Datenauswertung: Lebensziele 121
5.1.4 Datenauswertung: Entwicklung der Lebensziele 122
5.1.5 Datenauswertung: Subjektives Wohlbefinden 123
5.1.6 Datenauswertung: Zusammenhang von Lebenszielen und Wohlbefinden 127
5.1.7 Datenauswertung: Kugelmodell der Persönlichkeitsentwicklung 130
5.1.8 Nicht tiefergehend berücksichtige Aspekte in der Datenauswertung 133
5.1.9 Diskussion des Vergleichs/keine Unterschiede 133
5.1.10 Diskussion des methodischen Vorgehens 134
6. AUSBLICK 137
7. ZUSAMMENFASSUNG 138
8. LITERATURVERZEICHNIS 141
9. ANHANG 145
9.1 VORFRAGEBOGEN 145
9.2 INTERVIEW - LEITFADEN 146
9.3 KURZFRAGEBOGEN ZUM INTERVIEW 151
9.4 DATENSCHUTZVEREINBARUNG 154
9.5 TRANSKRIPTIONSREGELN 155
9.6 AUSHANG: INTERVIEWPARTNERSUCHE 156
9.7 MAIL INTERVIEWPARTNERSUCHE 157
9.8 RUNDSCHREIBEN INTERVIEWPARTNERSUCHE 158
9.9 MAIL INTERVIEWPARTNER EGO 159
9.10 STICHWORTVERZEICHNISSE, FEINANALYSEN UND MEMOS 160

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eng verknüpft an Kompetenzerlebnisse sind die Kontrollüberzeugungen. Internale Kontrollüberzeugung führt dazu, dass das Vertrauen in die Möglichkeiten, Erwünschtes zu erreichen und Unerwünschtes zu vermeiden in positivem Zusammenhang mit dem habituellen Wohlbefinden steht. Die Theorie der seelischen Gesundheit (Becker, 1986 a)besagt, dass die seelische Gesundheit durch die Bewältigung externer und interner Anforderungen bestimmt wird. Umweltzentrierte Ansätze betonen die Bedeutung der Umwelt für das eigene Wohlbefinden. Hierbei kommt den subjektiv wahrgenommen Lebensbedingungen eine höhere Bedeutung zu als den objektiven Lebensbedingungen, die generell in ihren Auswirkungen auf das habituelle Wohlbefinden von Menschen überschätzt werden (Tatarkiewicz, 1984; Kamman & Campbell, 1982, zit. nach Abele & Becker, 1991). Die relevantesten Umweltfaktoren scheinen die Sozialbeziehungen sowie der allgemeine Lebensstandard und die Arbeitsbedingungen zu sein (Campbell, 1981; Freedman, 1978; Glatzer, & Zapf, 1984). Passungstheoretiker (Pervin, 1982, zit. nach Abele & Becker, 1991) vertreten die Auffassung eine optimalen Passung zwischen Person und Umwelt als Garant für Wohlbefinden. Wohlbefinden als Prozess betont den zeitlichen Verlauf von Wohlbefinden bzw. die statt findenden emotionalen Rückkopplungsprozesse. Solomons Theorie entgegengesetzter Prozesse (1980) befasst sich mit den Kosten von Vergnügen und dem Nutzen von Schmerz. Ein hedonistischer Kontrast entsteht seiner Ansicht nach bei einem unvermeidlichen Kontrast von Lust und Unlust. Bei wiederholter Erfahrung mit einer bestimmten Situation stellt sich eine hedonistische Habituation ein. Er vermutet die Existenz eines Affektkontrollsystems mit einer negativen Feedbackschleife. Das Gehirn von Säugetieren sei so beschaffen, dass automatisch Prozesse starker emotionaler Erregung abgeschwächt und durch entgegengesetzte Prozesse abgelöst werden. Dieser als a- Prozess bezeichnete Vorgang setzt einen b- Prozess in Gang, der sich mit zunehmender Wiederholung verstärkt und langsam abklingt. Der hedonistische Tonus resultiert nun aus der Differenz der aund b- Prozesse. Große Kontraste sind im menschlichen Lebensverlauf unvermeidlich und scheinen in entscheidendem Maße späteres Wohlbefinden und Glück zu fördern. [...]

Theorie Die zentrale Annahme in den Vergleichsniveautheorien (Easterlin, 1973; Duncan, 1975; Dermer et. Al, 1979; Strack; 1990; zit. nach Abele & Becker, 1991) ist, dass Menschen ihr Wohlbefinden auch von dem Vergleich mit relevanten Bezugsnormen abhängig machen. Sie sind in dem Maße zufrieden, in dem es ihnen genauso gut oder besser als der Bezugsgruppe geht. Hier spielt die relative Deprivation eine große Rolle: Ein Mensch der unteren Oberschicht wird sich schlechter fühlen, wenn seine Bezugsnorm die Oberschicht ist, als wenn es die Mittelschicht ist. Weiterhin kommt dem abwärtsgerichteten Vergleich (downward comparison) eine große Bedeutung für das eigene Wohlbefinden zu. Der Kerngedanke ist, dass es Menschen besser geht, wenn sie sich mit denjenigen vergleichen, denen es noch schlechter geht. Dieses gilt insbesondere für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oder negativer Befindlichkeit. Glückliche Menschen nutzen verstärkt Abwärtsvergleiche, während unglückliche sowohl Abwärts – als auch Aufwärtsvergleiche nutzen (Lyubomirsky & Ross, 1997, zit. nach Abele & Becker, 1991). Es gibt Hinweise darauf, dass die Vergleichsart ein Ergebnis und nicht eine Bedingung für subjektives Wohlbefinden ist. Die Grenzen des sozialen Vergleichs liegen allerdings dort, wo das Leiden unter Schmerzen statt findet, hier ist ein Vergleich mit anderen wenig tröstlich. Adaptionsniveautheorien (Strack, Schwarz & Gnscheidinger, 1985; Brickmann et al., 1978; zit. nach Abele & Becker, 1991) beschreiben, wie eine Veränderung der Lebenssituation zunächst eine Veränderung des Wohlbefindens erzeugen kann. Allerdings tritt nach einer bestimmten Zeitspanne ein Gewöhnungseffekt ein. Adaption zeigt sich beispielsweise an Lotteriegewinnern, die nicht sehr lange übermäßig zufrieden bleiben und an Querschnittsgelähmten, die nicht sehr lange vollkommen unzufrieden sind. Ferner beeinflussen vergangene positive und negative Ereignisse das Wohlbefinden genauso wie stabile Persönlichkeitseigenschaften (Headey & Wearing 1989; zit. nach Abele Und Becker, 1991) Anspruchstheoretiker (Hofstätter, 1986; zit. nach Abele & Becker, 1991) vertreten die Auffassung, dass Zufriedenheit und Glück mit dem individuellen Anspruchsniveau zusammen hängt. Wohlbefinden setzt dann am ehesten ein, wenn eine Person sich realistische Ziele setzt, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen kann. Kompetenztheorien stellen die Bewältigung externer Anforderungen in des Zentrum ihrer Überlegungen. Diese Erfolgserlebnissee stärken das Selbstwertgefühl und unterminieren Gefühle der Hilflosigkeit und Depressivität. [...]

Das habituelle Wohlbefinden wird sowohl von relativ stabilen Person- als auch durch Umweltbedingungen bestimmt Personenzentrierte Ansätze, wie Motivationstheorien, Selbstaktualisierungstheorien, Sinnfindungstheorien, Vergleichsniveautheorien, Adaptionsniveautheorien, Anspruchsniveautheorien, Temperamenttheorien, Kompetenztheorien sowie die Theorie der seelischen Gesundheit stellen die Bedeutung der Personvariablen in ihrem Einfluss auf das habituelle Wohlbefinden in den Vordergrund. Die einzelnen Theorien sollen im folgenden einzeln erläutert werden. Hierbei wurde sich an der Darstellung von Abele und Becker (1991) orientiert. Motivationstheorien betonen den Effekt, der durch die Befriedigung von Bedürfnissen oder Motiven entsteht. So beschrieb schon Freud (1978) das menschliche Streben nach der Abwesenheit von Schmerz und Unlust und nach dem Erleben starker Lustgefühle. Allerdings erklären diese Theorien nicht, wie es dazu kommt, dass auch starke Erregung lustvoll sein kann. Maslows pyramidenförmige „Hierarchie der Motive“ (1977) beschreibt fünf verschiedene menschliche Bedürfnisse. An der Basis stehen die physiologischen Bedürfnisse, gefolgt von den Sicherheitsbedürfnissen, den Bedürfnissen nach sozialer Zugehörigkeit und Liebe, den Selbstwertbedürfnissen und dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Letzteres wird als einziges als Wachstumsbedürfnis bezeichnet, die anderen vier sind Defizitmotive. Defizitmotive erlöschen nach Befriedigung, während Wachstumsbedürfnisse nach Befriedigung gesteigert werden. Maslows Annahme ist, dass Menschen erst die niederen Bedürfnisse befriedigen müssen, bevor sie sich höheren zuwenden können. Ferner kommt im höheren Lebensalter der Selbstverwirklichung eine größere Bedeutung zu. Dauerhaftes Wohlbefinden kann am besten über die Wachstumsbedürfnisse erreicht werden. Für Selbstaktualisierungstheoretiker steht das Streben des Menschen nach voller Entfaltung seiner Möglichkeiten und nach persönlichem Wachstum im Vordergrund. Der Sinnfindungstheoretiker Frankl (1973, 1984) vertritt den Standpunkt, dass der Mensch immer nach der Suche nach dem Sinn seines Daseins ist. Selbstverwirklichung ist ein Paralleleffekt der Selbst – Transzendenz. Diese erfolgt in drei Wertkategorien: den schöpferischen Werten (Schaffen), den Erlebniswerten (Lieben) und den Einstellungswerten (Leiden). Der Mensch ist somit Gestalter, Liebender und Leidender. Die Selbsttranszendenz mündet in der Frage nach Gott (Fisseni, 1998). 22 [...]

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Arbeit zitieren:
Tagmat, Deniz Juni 2003: Lebensziele und subjektives Wohlbefinden, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
qualitative Forschung, Globalauswertung, Granded Theory, Interview, Zufriedenheit

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