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Leasingbilanzierung - insbesondere Mobilien-Leasing – nach HGB und IFRS unter Berücksichtigung von Refinanzierungsaspekten

Leasingbilanzierung - insbesondere Mobilien-Leasing – nach HGB und IFRS unter Berücksichtigung von Refinanzierungsaspekten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas-William Fasano
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 754,5 KB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hohenheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7842-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7842-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7842-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fasano, Thomas-William April 2004: Leasingbilanzierung - insbesondere Mobilien-Leasing – nach HGB und IFRS unter Berücksichtigung von Refinanzierungsaspekten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzierungsleasing, IAS 17, Sale-and-lease-back-Geschäft, Special Purpose Entities, Asset-Backed Securitisation

Diplomarbeit von Thomas-William Fasano

Zusammenfassung:

In den letzten Jahren gewinnen die Rechnungslegungsstandards der US-GAAP und den IAS, zukünftig IFRS, in den Jahresabschlüssen immer größerer Beliebtheit, welche durch die empirische Auswertung durch Küting, Boecker und Busch bestätigt wird. Darin zeigt sich, dass nur noch 22 % der 160 Unternehmen aus den Auswahlindices der Deutsche Börse AG ihren Konzernabschluss der Geschäftsjahre 2002 bzw. 2001/2002 nach den Vorschriften des HGB erstellen. Innerhalb der Indices MDAX und SDAX bilanzieren fast die Hälfte der Unternehmen nach den Normen des IFRS, bei den DAX-Unternehmen sind es sogar 64 %. Somit wenden insgesamt 46% der untersuchten Börsenunternehmen die IFRS zur Erstellung ihrer Konzernabschlüsse an.

Dies kann als Folge der Globalisierung und international zusammenwachsenden Kapitalmärkte betrachtet werden. In Deutschland wurde dieser Entwicklung durch die Verabschiedung des KapAEG am 20.04.1998 und des KapCoRiLiG vom 24.02.2000 Rechnung getragen. Besonders durch den § 292a HGB, der es kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen erlaubt einen befreienden Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen aufzustellen, wird die zunehmende Bedeutung an internationaler Rechnungslegungsvorschriften deutlich. Da der § 292 a HGB nur als eine Zwischenlösung gilt und am 31. Dezember 2004 außer Kraft treten wird, wurde durch die EG-Verordnung vom 19. Juli 2002 ausschließlich die IFRS ab 2005 – in Ausnahmefällen ab 2007 – als verbindliches Regelwerk zur Erstellung konsolidierter Abschlüsse für kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU eingeführt.

Es zeigt sich immer deutlicher eine Tendenz hin zum IFRS, der schon heute in Deutschland, wenn auch nur bezogen auf den Konzern, eine deutliche Vormachtstellung besitzt. Des weiteren sollte eine künftige Ausstrahlungswirkung auf den Einzelabschluss nicht vergessen werden, da bzgl. der Umstellung innerhalb der Konzernrechnungslegung auf IFRS schon jetzt (also im Jahr 2004) begonnen werden muss. Falls Deutschland sogar sein sogenanntes Mitgliedsstaatenwahlrecht lt. der EG-Verordnung in Anspruch nimmt, würden die IFRS auch unmittelbar für den Einzelabschluss Gültigkeit erlangen. Deshalb sollten sich auch jetzt schon nicht betroffene Unternehmen mit dem Regelwerk des IFRS vertraut machen. Eines der komplexesten Themengebiete, sowohl nach IFRS als nach dem HGB, stellt die Leasingbewertung und Bilanzierung dar.

Da heute das Leasinggeschäft kaum mehr aus dem Wirtschaftsleben wegzudenken ist und eine moderne Form der Finanzierungsmöglichkeit darstellt, möchte ich mich im Rahmen der zuvor diskutierten Problematik mit diesem Thema genauer beschäftigen, insbesondere mit der bilanziellen Behandlung des Leasing auf Unternehmensebene.

Volkswirtschaftlich gesehen, nimmt die Leasingabwicklung eine bedeutende Rolle ein. Annähernd 20 % an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen in Deutschland werden über Leasing abgewickelt. Eine herausragende Stellung beim Leasinggeschäft stellt das Mobilien-Leasing dar, wobei unerwarteter Weise deutlich über die Hälfte davon das klassische Straßenfahrzeug-Leasing einnimmt. Betrachtet man das abgelaufene Jahr, hielt dabei das Mobilien-Leasing einen Anteil von 81,9 % am gesamten Leasinggeschäft des Jahres 2003.

Aufgrund dieser Ausführungen stellt besonders die Mobilien-Leasingbilanzierung nach HGB und IFRS ein in der Praxis der Unternehmensentscheidungen bedeutendes Thema dar, welches Gegenstand der Untersuchungen dieser Arbeit sein soll. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Probleme im Zusammenhang mit der Leasingbilanzierung nach den IFRS und dem HGB aufzuzeigen. Gelegentlich sind dabei bestimmte Ergänzungen durch das deutsche Steuerrecht als auch durch die US-GAAP von Nöten.

Besonderer Betrachtung wird auf das Finanzierungsleasing, welches sich von der herkömmlichen Miete unterscheidet, und auf die sogenannten Sale-and-lease-back-Geschäften gelegt, da hier bilanzielle Differenzen zwischen IFRS und HGB bestehen. Zudem sollen alternative Vorschläge zur Leasingbilanzierung mitberücksichtigt werden und auf ihre Anwendbarkeit hin überprüft werden. Konzernliche Aspekte in Bezug auf die Leasingbilanzierung sollen hierbei nicht außen vor bleiben, wobei die Konsolidierungsfrage von sog. Leasingobjektgesellschaften von zentraler Bedeutung ist.

Des weiteren sollen hierzu auch spezielle Aspekte der Refinanzierung von Leasinggesellschaften in die Betrachtung miteinfliesen, wobei neben den traditionellen Refinanzierungsformen wie Factoring und Kredit besonders die Asset-Backed Securitisation einen zentralen Punkt einnimmt. Aufgrund der genaueren Darstellung solcher sehr in Mode gekommener ABS-Transaktionen, wird deshalb auf weitere Formen der Refinanzierung verzichtet.

Außer Betracht bleiben dabei steuerliche Auswirkungen der Leasingbilanzierung, als auch betriebswirtschaftliche Vorteilhaftigkeitsuntersuchungen wie z.B. zwischen Leasing und Kreditkauf. Des weiteren findet das Immobilien-Leasing nur vereinzelt als Querverweise in den Fußnoten Erwähnung, wobei das Personalleasing, das als Spezialgebiet des Leasing gilt, komplett außen vor bleibt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
1. Problemstellung und Bedeutung von Leasinggeschäften 1
2. Grundlagen der Leasingbilanzierung mit dem Aspektder Refinanzierung 4
2.1 Begriff und Historie des Leasing 4
2.2 Erscheinungsformen des Mobilien-Leasing 5
2.3 Normative Rahmenbedingungen der Leasingbilanzierung 8
2.4 Zweckgesellschaften ( „Special Purpose Entities” ) als Ausgangspunkt für Refinanzierungsüberlegungen 9
2.5 Überblick über Arten der Refinanzierung bei Leasinggesellschaften 10
3. Leasingbilanzierung im Einzel- und Konzernabschluss nach dem deutschen Handelsrecht und den International Financial Reporting Standards (IFRS) 12
3.1 Zurechnungsproblematik und Gestaltungsmöglichkeiten beim Mobilien-Leasinggeschäft nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) 12
3.1.1 Vollamortisationsverträge beim Mobilien-Leasing 12
3.1.2 Teilamortisationsverträge beim Mobilien-Leasing 16
3.2 Handelsrechtliche Bewertung von Mobilien-Leasingverträgen im Einzelabschluss 18
3.2.1 Bilanzierung bei Zuordnung beim Leasinggeber 18
3.2.2 Bilanzierung bei Zuordnung beim Leasingnehmer 20
3.3 Bilanzierungsvorschrift IAS 17: Leases 24
3.3.1 Die klassischen vier Zuordnungskriterien als Ausgangspunkt für die Klassifizierung von Finanzierungs-Leasing 24
3.3.2 Zurechnungsfolgen bei typischen deutschen Vertragsgestaltungen 29
3.3.3 Unterschiede bei der Leasingbilanzierung zum deutschen Recht innerhalb des Einzelabschlusses - insbesondere bei den Sale-and-lease-back-Geschäften 31
3.4 Alternative Leasingbilanzierung nach dem G 4+1 Positionspapier( „New Approach” ) : Fortschritt oder Rückschritt ? 36
3.5 Behandlung von Leasingverträgen in Konzernabschlüssen nach dem HGB und den IFRS 38
4. Bilanzielle Auswirkungen von ausgewählten Refinanzierungsformen bei Leasinggesellschaften 42
4.1 Forfaitierung als eine klassische Form der Refinanzierung 42
4.2 Asset-Backed Securitisation als innovatives Finanzierungsinstrument 45
4.2.1 Ablauf von Asset-Backed Securities-Transaktionen am Beispiel der Volkswagen Leasing GmbH 45
4.2.2 Bilanzielle Auswirkungen auf die Leasingbilanzierung nach dem HGB und den IFRS 49
5. Thesenförmige Zusammenfassung und Ausblick 54
Abbildungsverzeichnis 59
Literaturverzeichnis 60
Eidesstattliche Erklärung 72

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der zentrale Inhalt der Entwürfe liegt darin, die Unterscheidung zwischen FinanceLeasing und Operating-Leasing abzuschaffen mit dem Ziel die Gestaltungsmöglichkeiten, die unvollständige Darstellung der Vermögens- und Finanzlage und die zu hohe Komplexität der Zurechnungs- und Bilanzierungsvorschriften zu beseitigen.136 Konkret bedeutet dies, dass der Leasingnehmer bei jedem Leasingvertrag ein Nutzungsrecht am Leasingobjekt und eine in gleicher Höhe zu bilanzierende Verbindlichkeit in seiner Bilanz auszuweisen hat (Asset-Liability-Ansatz). Man orientiert sich dabei an den Bewertungsvorschriften des Finance-Leasing.137 Auf den ersten Blick bedeutet dies, dass die Zurechnungsfrage damit obsolet wird, aber durch die veränderte Bilanzierung in der Regel nun mehr Informationen benötigt werden und damit eigentlich bzgl. der Leasingbilanzierung keine Vereinfachung vorliegt.138 Von Seiten der Literatur werden die beiden Papiere heftig kritisiert. Falls die Leasingbilanzierung durch die G 4+1 Positionspapiere reformiert werden soll, werden zahlreiche neue Umsetzungsprobleme auftauchen, so dass der Seitenumfang des TweediePapiers deutlich ansteigen wird, das in seiner Ursprungsfassung schon einen Seitenumfang von 148 Seiten besitzt.139 Es könnte dann sicherlich nicht mehr von einer Komplexitätsreduzierung bei der bilanziellen Behandlung des Leasings gesprochen werden. Ein wesentlicher Kritikpunkt liegt aber darin, dass nicht mehr die wirtschaftliche Betrachtungsweise dominiert, sondern eine Regelung geschaffen würde, die gegen den Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte verstoßen würde, welches sowohl nach der jetzt gültigen IFRS- als auch nach der HGB-Rechnungslegung schwer zu vereinbaren sein wäre.140 Es hätte sicherlich auch dann Ausstrahlungswirkung auf andere schwebende Geschäfte, wie die herkömmliche Miete oder Arbeitsverhältnisse, so dass sich auch die Vorschrift zur Bildung von Drohverlustrückstellungen gemäß § 249 Abs.1 HGB insofern erübrigen würde.141 Mellwig schlug m.E. folgerichtig vor, sich weiterhin an der Konzeption des wirtschaftlichen Eigentums zu orientieren, wobei ob- [...]

3.4 Alternative Leasingbilanzierung nach dem G 4+1 Positionspapier ( “New Approach” ) : Fortschritt oder Rückschritt ? Da die Leasingvorschriften einen sehr komplexen Sachverhalt darstellen, wurden zahlreiche Versuche unternommen, sie zu verbessern. Der letzte nennenswerte Verbesserungsvorschlag kam dabei von Seiten der G 4+1-Gruppe, die sich Anfang 2001 auflöste, da alle Mitglieder inzwischen auch im IASB vertreten sind.133 Sie stellte keinen Standardsetter dar und ihre Aufgabe lag darin, zur Konvergenz und Verbesserung der nationalen Rechnungslegungsstandards ihrer Mitgliedsstaaten beizutragen.134 Die G 4+1-Gruppe setzte sich dabei aus Vertretern der Standardsetter aus Australien, Kanada, Neuseeland, Großbritanien und den USA sowie dem IASC in der Funktion eines Beobachters zusammen.135 Das erste Grundkonzept zur Verbesserung der Leasingbilanzierung stammt aus dem Jahre 1996 und wurde seitdem besser als sog. McGregor-Papier bekannt. Darauf aufbauend wurde 1999 der Tweedie-Entwurf ausgearbeitet, der eigentlich nur den McGregor-Entwurf genauer konkretisiert. [...]

sich durch die Übertragung des Leasinggegenstandes auf den Leasinggeber bei der HGB-Regelung noch eine zusätzliche sonstige betriebliche Aufwendung in Höhe des Restbuchwertes, die wiederum über die GuV abgerechnet wird. Gegenüber einer Klassifizierung des Sale-and-lease-back-Geschäftes als OperatingLeasing unterscheiden die IFRS dabei drei mögliche Fallkonstellationen 126 : I. II. III. Verkaufspreis entspricht in etwa dem beizulegenden Zeitwert. Verkaufspreis liegt über dem beizulegenden Zeitwert. Verkaufspreis liegt unterhalb dem beizulegenden Zeitwert (Ausnahme: Verlustkompensation durch künftige Leasingraten, die unter dem Marktpreis liegen). Das folgende kleine Beispiel 130 veranschaulicht, wie Veräußerungsdifferenzen, sowohl im Fall des Operating-Leasing als auch beim Finance-Leasing behandelt werden, wobei ein Buchwert von 800,- € und ein beizulegender Zeitwert von 1.000,- € existiert. A Verkaufspreis [...]

Arbeit zitieren:
Fasano, Thomas-William April 2004: Leasingbilanzierung - insbesondere Mobilien-Leasing – nach HGB und IFRS unter Berücksichtigung von Refinanzierungsaspekten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzierungsleasing, IAS 17, Sale-and-lease-back-Geschäft, Special Purpose Entities, Asset-Backed Securitisation

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