Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Leasing nach Basel II

Eine Untersuchung der Eigenkapitalunterlegungen von Leasinggesellschaften und ein Vergleich Leasing gegen Kredit

Leasing nach Basel II
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Herbert Vallon
  • Abgabedatum: September 2003
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Salzburg Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7283-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7283-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7283-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vallon, Herbert September 2003: Leasing nach Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Markowitz, Diversifikationseffekt, Diversifikation, Mindestanforderung, Kapitalunterlegung

Diplomarbeit von Herbert Vallon

Einleitung:

Die Diskussion um Basel II und dessen Auswirkungen waren die Auslöser zur Entwicklung der Thematik der vorliegenden Diplomarbeit. Aufgrund zunehmenden Wettbewerbs in der Bankenlandschaft, der durch Globalisierung und einer rasanten Entwicklung in den Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt wurde, entstanden völlig neue Alternativen in der Unternehmensfinanzierung. Vor allem Unternehmen können nunmehr mehrere Möglichkeiten in Betracht ziehen, Kapital zu erlangen.

In den Neuregelungen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, kurz Basel II genannt, finden sich zahlreiche Änderungen im Bankwesen, die zunehmend andere Finanzinstitute in eine verbesserte Wettbewerbsposition bringen. Hierbei wird häufig Leasing erwähnt.

Leasing ist heute bereits fixer Bestandteil der Finanzierung vieler Unternehmen und seit Jahrzehnten in Österreich etabliert. Besonders die hohe Flexibilität und die bilanzentlastende Wirkung haben dem Leasing zu einem starken Aufschwung verholfen.

Die vorliegende Arbeit soll nun eine Untersuchung wiedergeben, wie Basel II Einfluss auf Leasinggesellschaften und in weiterer Folge auf Leasingverträge nimmt. Zudem wird Aufschluss darüber gegeben, welche Stellung Leasing in der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung einnimmt.

Es wird auch ein Vergleich Leasing gegen Kredit gezogen, wobei die einzelnen Argumente im Detail beschrieben werden.

Des Weiteren wird eine Behauptung aufgestellt, die durch folgende Hypothese dargelegt wird:

Leasinggesellschaften zählen nicht zu den Kreditinstituten, deshalb greifen die Eigenkapitalvorschriften von Basel II nicht. Aufgrund der geringeren Eigenmittel können Leasinggesellschaften günstiger kalkulieren als Kreditinstitute.

Außerdem reduziert sich der Risikofaktor, der bei Leasinggesellschaften aufgrund des Massengeschäfts sehr verteilt ist, sodass weniger Risikokosten in die Zinsberechnung einfließen.

Somit wird behauptet, dass Leasinggesellschaften nach der Einführung von Basel II Leasing billiger anbieten können als Kreditinstitute die Kreditfinanzierungen.

Gang der Untersuchung:

Nach den einführenden Worten in Kapitel 1, werden in Kapitel 2 die Grundlagen der Thematik dargelegt. In diesem Kapitel wird ein Überblick über die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung gegeben.

Danach wird in Kapitel 3 Leasing als solches definiert und bereits erste Unterscheidungen zum Kredit gezogen.

Kapitel 4 beleuchtet Leasinggesellschaften im besonderen Blickwinkel von Basel II und klärt auch die rechtliche Einordnung.

Kapitel 5 dreht sich um die Kalkulation im Leasinggeschäft, die durch beispielhafte Szenarien untermauert sind.

In Kapitel 6 steht das Risiko im Vordergrund. Wie betrachten Leasinggesellschaften Risiko? Noch tiefer in die Materie des Risikos wird in Kapitel 7 gegangen. Dies wird anhand des so genannten Diversifikationseffekts behandelt.

Kapital 8 fasst noch die wichtigsten Argumente für die Bewahrheitung der Hypothese auf, sodass in Kapitel 9 das Fazit gezogen und ein kleiner Ausblick in die Zukunft gewagt wird.

Zusammenfassung:

Die in der Einleitung aufgestellte, zweigeteilte Hypothese hat sich im Verlauf der Arbeit in der Theorie bewahrheitet.

Zum derzeitigen Stand der Dinge (August 2003), greifen die Auswirkungen von Basel II nur auf Banken und Kreditinstitute. Finanzinstitute sind aufgrund der Bestimmungen von Basel II unter bestimmten Voraussetzungen nicht an die Mindestkapitalanforderungen gebunden. Dies führt unter betriebswirtschaftlicher Betrachtung zu einer Kostenreduktion aufgrund der geringeren Eigenmittelbeschaffung.

Jedoch muss dieses Argument etwas abgeschwächt werden. Die derzeitigen Diskussionen lassen noch keine hundertprozentige Garantie zu, dass Finanzinstitute auch unter Basel II bevorzugt bleiben. Weiters werden auch Leasinggesellschaften, die zu den Finanzinstituten zählen, in drei Kategorien geordnet:

Banken, die Leasinggeschäft betreiben, fallen unter die Mindestkapitalanforderungen.

Leasingtöchter, die in Bankkonzernen konsolidiert werden, fallen ebenfalls unter die Bestimmungen von Basel II.

Lediglich freie Leasinggesellschaften, die nicht unter die obigen beiden Kategorien fallen, können die Vorteile der geringeren Eigenmittel in Anspruch nehmen.

Zum Thema Risiko wurde der Diversifikationseffekt herangezogen, der durch den Nobelpreisträger Harry Markowitz in der Portfoliotheorie Anwendung findet. Dieser Effekt wurde auf die Sicht der Leasinggesellschaft gebracht.

Der Diversifikationseffekt ist ein mathematisches Modell, das durch eine Mischung verschiedener Risiken das Gesamtrisiko eines Portfolios (oder Leasingkunden) senkt. Banal ausgedrückt besagt der Diversifikationseffekt, dass sich bei der Anhäufung verschiedener Risiken (oder Bonitäten der Leasingkunden) hohes Risiko mit geringem Risiko ausgleicht und weniger Risiko übrig bleibt.

Die Zukunftsaussichten zeigen, dass Basel II für Unternehmen mit guter Bonität kaum Änderungen mit sich bringt. Unternehmen mit schlechter Bonität werden Basel II zwar stärker spüren, müssen sich aber ohnehin mit dem Gedanken tragen, andere Finanzierungsalternativen zum bewährten Bankkredit ins Auge zu fassen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Dankesworte V
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Kapitelübersicht 3
2. Die neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen 4
2.1 Die Geschichte von Basel II 4
2.2 Die drei Säulen der Neuen Eigenkapitalvereinbarungen 8
2.2.1 Mindestkapitalanforderungen 9
2.2.2 Überprüfungsverfahren durch die Bankenaufsicht 10
2.2.3 Marktdisziplin 13
2.3 Rating unter Basel II 14
2.3.1 Der Standardansatz 15
2.3.2 Der IRB-Ansatz 17
3. Leasing in Österreich 18
3.1 Definition von Leasing 18
3.1.1 Anwendung von Leasing 20
3.1.2 Geschichtlicher Hintergrund 20
3.1.3 Einordnung von Leasing in die betriebliche Finanzierung 21
3.1.4 Leasing in Österreich 23
3.2 Formen des Leasing 24
3.2.1 Operating-Leasing 28
3.2.2 Finanzierungs-Leasing 29
3.3 Betriebswirtschaftliche Aspekte des Leasings 30
3.3.1 Pro Leasing 30
3.3.1.1 Finanzierungsargumente 30
3.3.1.2 Steuerliche Argumente 32
3.3.1.3 Qualitative Argumente 32
3.3.2 Contra Leasing 33
4. Leasinggesellschaften unter der Betrachtung von Basel II 34
4.1 Definition von Leasinggesellschaften 38
4.2 Bedeutung von Leasinggesellschaften 39
4.2.1 Leasing unter Basel I 39
4.2.2 Leasing unter Basel II 40
4.3 Bevorzugung von Leasinggesellschaften 40
5. Kalkulation von Leasinggesellschaften 42
5.1 Mindestmargenkalkulation 43
5.2 Kostenzurechnungen in der Leasingkalkulation 45
5.2.1 Refinanzierung 45
5.2.2 Risikokosten 46
5.2.2.1 Arten von Risiken 47
5.2.2.2 Berechnung der Risikokosten 48
5.2.3 Verwaltungs- und Betriebskosten 48
5.2.4 Overheadkosten 50
5.2.5 Eigenkapitalkosten 50
5.2.6 Gewinnmarge 51
5.3 Abschließende Betrachtung 52
5.4 Kurzbeispiel einer Kalkulation 53
5.5 Zinsszenario nach Basel II 56
6. Risikobetrachtung von Leasinggesellschaften 58
6.1 Bonitätsrisiken 61
6.2 Objektrisiken 64
6.3 Marktrisiken 66
6.4 Sonstige Risiken 67
6.4.1 Zinsänderungsrisiken 67
6.4.2 Währungsrisiken 68
6.4.3 Risiken rechtlicher Natur 68
6.5 Schlussbemerkungen 68
7. Verteilung des Risikos bei Leasinggesellschaften 69
7.1 Definition des Diversifikationseffekts 69
7.2 Wirksamkeit des Diversifikationseffekts 71
7.3 Übertragbarkeit des Diversifikationseffekts auf Leasinggesellschaften 74
8. Vorteile von Leasinggesellschaften nach Basel II 76
8.1 Eigenkapitalunterlegung von Leasinggesellschaften 76
8.2 Ausnützen des Diversifikationseffekts 77
8.3 Weitere Argumente für Leasing 77
9. Fazit und Zukunftsaussichten 78
Literaturverzeichnis A
Eidesstattliche Erklärung F

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um nunmehr den Ist-Zustand unter dem derzeitigen Standard Basel I zu betrachten, sei vorausgeschickt, dass hierbei zwischen zwei Ausprägungen von Leasinggesellschaften unterschieden werden muss. Wie bereits zuvor86 festgestellt, können Leasinggesellschaften zivilrechtlich in drei Kategorien eingeteilt werden: 1. Einerseits gibt es die freie Leasinggesellschaft, die eine eigenständige wirtschaftliche Unternehmung darstellt. Auch die Besitzverhältnisse sehen keine mehrheitliche Beteiligung einer Bank vor, sodass diese Form als klassisches Finanzinstitut angesehen werden kann. Bereits Basel I nimmt aber nur Einfluss auf Banken und Kreditinstitute und verlangt dort die Eigenkapitelunterlegung auf die gewichteten Aktiva von 8%. 2. Weiters gibt es aber auch Banken, die Leasinggeschäft betreiben und somit nur die reinen Vorteile der Leasingfinanzierung in Anspruch nehmen können, jedoch auch der Eigenkapitalunterlegung von Basel I unterliegen. 3. Leasinggesellschaften, die im Rahmen einer Konsolidierung zu einem Bankkonzern zugerechnet werden müssen und keine eigenständige [...]

Daraus ist zu erkennen, dass Basel II momentan keine direkten Auswirkungen auf Unternehmen hat, die keine Bankgeschäfte tätigen. Werden nun Leasinggesellschaften näher betrachtet, findet man in §1 Abs1 BWG folgenden Abschnitt: „Ein Kreditinstitut ist wer auf Grund der §§ 4 oder 103 Z 5 dieses Bundesgesetzes oder bundesgesetzlicher Regelungen berechtigt ist, Bankgeschäfte zu betreiben.“ Und in §1 Abs2 BWG wird weiters erläutert: „Ein Finanzinstitut ist, wer kein Kreditinstitut im Sinne von Abs. 1 ist und berechtigt ist, eine oder mehrere der folgenden Tätigkeiten gewerbsmäßig betreibt: 1. Der Abschluß von Leasingverträgen (Leasinggeschäft); 2. der schaltermäßige Ankauf von ausländischen Zahlungsmitteln (zB Geldsorten, Schecks, Reisekreditbriefen und Anweisungen) und der schaltermäßige Verkauf von ausländischen Geldsorten sowie Reiseschecks (Wechselstubengeschäft); 3. die Beratung von Unternehmen über die Kapitalstruktur, die industrielle Strategie und in damit verbundenen Fragen sowie die Beratung und die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Zusammenschlüsse und Übernahme von Unternehmen; 4. (Anm.: aufgehoben durch BGBl. Nr. 753/1996) 5. die Erteilung von Handelsauskünften; 6. die Erbringung von Schließfachverwaltungsdiensten.“ Somit sind Leasinggesellschaften eindeutig den Finanzinstituten zuzurechnen, sofern sie eine eigenständige Gesellschaft darstellen. durchzuführen, sofern er diese als Haupttätigkeit [...]

a) Geldmarktinstitute (Schecks, Wechsel, Depositenzertifikate usw.) b) Geldwechselgeschäfte c) Termin.(‚financial futures’) und Optionsgeschäfte d) Wechselkurs- und Zinssatzinstrumente e) Wertpapiergeschäfte 8. Teilnahme an der Wertpapieremission und den diesbezüglichen Dienstleistungen 9. Beratung von Unternehmen über die Kapitalstruktur, die industrielle Strategie und in damit verbundenen Fragen sowie Beratung und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Zusammenschlüsse und Übernahme von Unternehmen 10. Geldmarktgeschäfte im Interbankenmarkt 11. Portfolioverwaltung und –beratung 12. Wertpapieraufbewahrung und –verwaltung 13. Handelsauskünfte 14. Schließfachverwaltungsdienste“83 Somit fallen Leasinggesellschaften unter die Finanzinstitute, wie der Punkt 3 der vorangegangenen Liste beweist. Dies wird auch im Regelwerk der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung, dem Konsultationspapier, festgehalten.84 Es ist jedoch an dieser Stelle erwähnt, dass keine absolute Rechtssicherheit gegeben ist, dass der Anwendungsbereich von Basel II nicht auf Leasinggesellschaften ausgeweitet wird, da sie adäquaten Untersuchungen der Anwendbarkeit durch den Ausschuss noch nicht abgeschlossen sind. [...]

Arbeit zitieren:
Vallon, Herbert September 2003: Leasing nach Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Markowitz, Diversifikationseffekt, Diversifikation, Mindestanforderung, Kapitalunterlegung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren