Langfristige Kundenbindung im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: David Kuron
- Abgabedatum: Januar 1995
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 6,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3515-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3515-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3515-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kuron, David Januar 1995: Langfristige Kundenbindung im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von David Kuron
Die langfristige Kundenbindung im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen stellt einen betriebswirtschaftlichen Untersuchungsgegenstand von hoher Aktualität dar. Diese ergibt sich zum einen aus dem Umstand, daß es heutzutage kaum noch Produkt- oder Dienstleistungskategorien gibt, in denen der Konsument nicht bereits eigene Konsumerfahrungen gemacht oder von Bezugspersonen vermittelt bekommen hat. Es ist sinnvoll, sich auch mit der Nachkaufphase im Rahmen des Marketingkonzepts zu beschäftigen, da sich die meisten Konsumenten auf den meisten Märkten in einer Nachkaufphase befinden. Vor diesem Hintergrund erscheint es ineffizient, mit dem klassischen Marketingmix auf den einmaligen Probekauf des Konsumenten oder, im Sinne des Produktmanagements, auf kurzzeitig verbesserte Quartalszahlen hinzuarbeiten, ohne sich um die individuelle Erwartungserfüllung des Konsumenten zu kümmern. Aber auch das herkömmliche Nachkaufmarketing im Kundendienstsinne' schöpft noch nicht die Möglichkeiten des Marketings aus, eine über den einzelnen Kaufakt hinausgehende, Vertrauen und Commitment schaffende Kundenbeziehung zu entwickeln, die dem Konsumenten erlebte Vorteile aus seiner Markentreue aufzeigt.
Eine unternehmerische Marketingkonzeption der langfristigen Kundenbindung soll deshalb im folgenden als systematischer Prozeß der Planung, Realisation und Kontrolle des Einsatzes von Marketingmaßnahmen zur Schaffung individueller Präferenzen der Kundentreue verstanden werden. Es erfolgt hiermit eine Abgrenzung zu den Zielsetzungen der Produkt- und Markenpräferenzbildung des transaktionsorientierten Marketingkonzepts,' die nicht auf Substitution, sondern Komplementarität beruht. Unmittelbar einleuchtend ist, daß Käufer durch Produktversprechen gewonnen werden müssen, bevor sie durch weitergehende Verprechen Wiederkaufpräferenzen für eine Marke entwickeln können. Auch Kundenbeziehungen sind funktional orientiert.' Es wäre naiv zu glauben, Konsumenten ließen sich durch ein Marketingkonzept des Beziehungsmarketings an eine Marke binden, ohne daß sie das Angebot notwendigerweise als kompetitiv erleben müßten.
Die Produktzufriedenheit ist conditio sine qua non der Beziehungszufriedenheit. Ein Kundenbindungskonzept des Beziehungsmarketings, das in C. behandelt wird, erweitert allerdings die herkömmlichen wettbewerbsstrategischen Differenzierungsmöglichkeiten des Marketingmixes um eine zusätzliche Handlungsdimension, nämlich die Handlungsdimension der kundenspezifisch differenzierten inhaltlichen Beziehungsgestaltung. Dieser komplementäre Handlungsspielraum dürfte angesichts der auf gesättigten Märkten zu beobachtenden Nivellierungstendenzen in der Produkt- und Kommunikationspolitik, die allzuoft einen aggressiven Preiswettbewerb heraufbeschwören, eine immer größere Rolle spielen. Die Bildung von Beziehungspräferenzen bildet demnach eine marketingstrategische Antwort auf die von Konsumenten wahrgenommene Austauschbarkeit und Gleichgültigkeit (fehlende Präferenz) gegenüber Produktmarken. Zweitens wird in der praktischen Literatur vielerorten die Auffassung vertreten, daß die Bindung bestehender Kunden an die Marke kostengünstiger sei als die Akquisition neuer Kunden. Häufig werden dort auf den Einzelfall nicht übertragbare Daumenregeln angeführt.' Im Rahmen der vom Verfasser dieser Arbeit durchgeführten Gespräche mit Marketingfachleuten verschiedener Unternehmen reichten die Einschätzungen der Kostenrelation einjähriger Kundenbindung zu Kundengewinnung von 1:1 bis 1:7,5. Auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Zurechnungsproblematik von langfristigen Kosten und Erlösen einzelner Marketinginstrumente zeichnet sich demnach ein globaler Effizienzvorteil des Kundenbindungskonzepts ab. Inhaltlich gestützt werden kann dieser vermutete Effizienzvorteil durch die in B.L beschriebenen Entwicklungstendenzen im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen. Summa sumarum handelt es sich um einen Wirkungsverlust des transaktionsorientierten angebots- und kommunikationspolitischen Instrumentariums.
Der Begriff der Kundentreue beschränkt sich im Rahmen dieser Arbeit extensional auf die Treue von Konsumenten gegenüber Marken von Konsumgütern und konsumentengerichteten Dienstleistungen. Mit Kundentreue kann intensional die überzufällige Auswahl einer oder mehrerer Marken verbunden mit einer positiven Einstellung des Konsumenten zu jenen Marken bezeichnet werden.' Die Maximierung der anhaltenden Kundentreue ist das Ziel einer Unternehmensstrategie der langfristigen Kundenbindung. Der Erreichungsgrad (Ist-Zustand) der anhaltenden Kundentreue indiziert den Wirkungserfolg der eingesetzten Kundenbindungsinstrumente.
Die messtechnische Operationalisierung der Kundentreue (siehe C L 1.) sollte deshalb unternehmensspezifisch zweckadäquat erfolgen, zumal es ein nomologisches Erklärungsmodell der Kunden- oder Markentreue nicht gibt.' Vielmehr können verschiedene verhaltenstheoretische Erklärungsansätze, zum Beispiel die Theorie des wahrgenommenen Risikos, und lerntheoretische Erkenntnisse, zum Beispiel die Habitualisierung des Entscheidungsverhaltens im Zeitablauf, zur Erklärung von Kundentreue angeführt und in Strukturmodelle des Käuferverhaltens integriert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis | 7 | |
| Tabellenverzeichnis | 8 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 9 | |
| A. | EINFÜHRUNG | 11 |
| A.I | Problemstellung | 11 |
| A.II | Aufbau der Arbeit | 13 |
| A.III | Vorgehensweise zur Praxisorientierung der Arbeit | 14 |
| B. | BEDEUTUNG EINES KUNDENBINDUNGSKONZEPTS FÜR DAS MARKETING VON KONSUMGÜTERN UND DIENSTLEISTUNGEN | 16 |
| B.I | Entwicklungstendenzen im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen | 16 |
| B.I.1 | Phänomen gesättigter Märkte | 16 |
| B.l.1.a | Marketingstrategische Bedeutung der Markenhomogenisierung auf gesättigten Märkten | 16 |
| B.l.1.b | Erfordernis der Kundenbindung auf gesättigten Märkten | 19 |
| B.I.2 | Effizienzbetrachtung massenmedialer Werbung | 20 |
| B.l.2.a | Kriterium der Effizienzmessung von Werbung | 20 |
| B.I.2.b | Effizienzbetrachtung der Werbung am Beispiel der Fernsehwerbung | 21 |
| B.I.2.b.a | Faktoren abnehmender Werbeeffizienz | 22 |
| B.I.2.b.b | Abschließende Einschätzung der Effizienzentwicklung von Werbung unter Berücksichtigung der Zielgruppengenauigkeit als zusätzliches Leistungskriterium | 24 |
| B.I.2.b.c | Kriterium des Effizienzvergleichs von Werbung und direkter Kommunikation als Marketinginstrumente der Kundenbindung | 26 |
| B.I.3 | Multioptionales Konsumentenverhalten | 27 |
| B.II | Erfolgsbedingungen für die Anwendung eines unternehmensspezifischen Kundenbindungskonzepts bei Konsumgütern und Dienstleistungen | 29 |
| B.II.1 | Prozeß der Leistungswahrnehmung | 30 |
| B.II.1.a | Bedeutung verschiedener Qualitätsdimensionen für die Kundenbindung | 30 |
| B.II.1.b | Besondere Bedeutung der Qualitätswahrnehmung bei interaktionsspezifischen Dienstleistungen für die Kundenbindung | 31 |
| B.II.2 | Kundeninteraktionsgestaltung am Verkaufspunkt | 32 |
| B.II.2.a | Bedeutung des Vertriebssystems für die Kundenbindung | 32 |
| B.II.2.b | Bedeutung des Verkaufskonzepts für die Kundenbindung unter besonderer Berücksichtigung der Kundeninteraktion im Fachgeschäft | 33 |
| C. | MARKETINGKONZEPTION DER LANGFRISTIGEN KUNDENBINDUNG IM KONTEXT DES BEZIEHUNGSMARKETINGS | 36 |
| C.I | Instrumente zur Messung der Kundentreue | 36 |
| C.I.1 | Operationalisierung der Kundentreue | 36 |
| C.I.2 | Direkte Messung der Kundentreue | 37 |
| C.I.3 | Indirekte Messung der Kundentreue | 39 |
| C.II | Marketingziele der Kundenbindung | 40 |
| C.II.1 | Interdependente Komponenten als Inhalte originärer Kundenbindungsziele | 40 |
| C.II.2 | Derivatives Kundenbindungsziel des Word-of-Mouth | 42 |
| C.III | Bedeutung der strategischen Kundensegmentierung für die langfristige Kundenbindung | 45 |
| C.IV | Kundenbindungsstrategien des Beziehungsmarketings | 46 |
| C.IV.1 | Reziproke Beziehungsstrategie | 48 |
| C.IV.1.a | Reziprozität als Merkmal sozialer Beziehungen | 48 |
| C.IV.1.b | Bedeutung der Reziprozität für die langfristige Kundenbindung von Konsumenten | 49 |
| C.IV.1.c | Umsetzung der Reziprozität in ein Marketingkonzept der langfristigen Kundenbindung | 50 |
| C.IV.2 | Multiplexe Beziehungsstrategie | 52 |
| C.IV.2.a | Bedeutung multiplexer Beziehungsinhalte für ein Marketingkonzept der langfristigen Kundenbindung | 52 |
| C.IV.2.b | Marketingstrategische Gestaltung kommunikativer Beziehungsinhalte | 54 |
| C.IV.2.c | Marketingstrategische Gestaltung normativer Beziehungsinhalte | 56 |
| C.IV.3 | Digitalmarketing als strategische Plattform eines Beziehungsmarketingkonzepts | 58 |
| C.V. | Kundenbindungsprogramm der reziproken Beziehungsstrategie | 60 |
| C.V.1 | Instrumente des qualitäts- und zufriedenheitsbezogenen Kundendialogs | 60 |
| C.V.1.a | Kundenbindungswirkung von Instrumenten des kundeninitiierten Dialogs in einer verhaltensorientierten Sichtweise | 60 |
| C.V.1.a.a | Beschwerdemanagement am Beispiel Bertelsmann Club | 61 |
| C.V.1.a.a.a | Faktoren individuellen Beschwerdeverhaltens | 61 |
| C.V.1.a.a.b | Funktionen eines Beschwerdemanagements für das Beziehungsmarketing | 63 |
| C.V.1.a.b | Instrumente der Nachkaufkommunikation am Beispiel Ford | 65 |
| C.V.1.b | Kundenbindungswirkung von Instrumenten des unternehmensinitiierten Dialogs in einer kybernetischen Sichtweise | 67 |
| C.V.1.b.a | Merkmalsorientierte Zufriedenheitsmessung am Beispiel Ford-Händlerservice | 69 |
| C.V.1.b.b | Qualitätscontrolling zur Analyse der Kundenbindungswirkung von Leistungsmerkmalen am Beispiel Tri: M | 70 |
| C.V.1.b.c | Grenzen der interaktionsorientierten Zufriedenheitsmessung am Beispiel American Express Travel Related Services | 73 |
| C.V.1.b.d | Unternehmensinitiierter Dialog im Produktplanungsprozeß am Beispiel Märklin | 75 |
| C.V.2 | Prämienprogramme als preispolitisches Instrument | 76 |
| C.VI | Kundenbindungsprogramm der multiplexen Beziehungsstrategie | 78 |
| C.VI.1 | Operationalisierung von Kundennähe im Konzept des Direktmarketings | 78 |
| C.VI.1.a | Kundeninformationssysteme als instrumentelle Grundlage einer individuellen Kundenbeziehungspflege | 78 |
| C.VI.1.b | Kundennähe auf Basis von Kundenprofil- und Kontaktdaten | 79 |
| C.VI.1.c | Wirkungsmessung von Kundenbindungsmaßnahmen durch Kontaktdaten | 81 |
| C.VI.1.d | Optimierung der Kundennähe unter Berücksichtigung ihrer Kundenbindungswirkung | 82 |
| C.VI.2 | Instrument der persönlichen Interaktion | 84 |
| C.VI.2.a | Bedeutung multiplexer Beziehungsinhalte für die perzipierte Dienstleistungsqualität | 84 |
| C.VI.2.b | Faktoren der interaktionsspezifischen Beziehungsqualität am Beispiel Deutsche Bank | 85 |
| C.VI.3 | Kundenzeitschriften als bindungswirksames Kommunikationsmedium | 88 |
| C.VI.3.a | Empfängerzentrierung von Kundenzeitschriften zur Steigerung des Lesernutzwertes | 88 |
| C.VI.3.b | Orientierung geläufiger Instrumentalziele von Kundenzeitschriften an ihrer multiplexen Beziehungsbeitragsfunktion | 88 |
| C.VII | Kundenclub als Marketingsubmix reziproker und multiplexer Beziehungsgestaltung | 92 |
| C.VII.1 | Reziprozität als konstituierendes Merkmal von Kundenclubs | 92 |
| C.VII.2 | Erfordernis der Laufzeitenorientierung von Kundenbindungsprogrammen in Clubsystemen mit Kaufverpflichtung am Beispiel Bertelsmann Club | 93 |
| C.VII.3 | Kundenbindungsfunktionen von Kundenclubs | 94 |
| C.VII.3.a | Kundenbindungsfunktionen von Kundenclubs unter dem Aspekt der Beziehungsgestaltung | 94 |
| C.VII.3.b | Kundenbindungsfunktionen von Kundenclubs unter dem Aspekt der kommunikativen Außenwirkung | 97 |
| C.VII.4 | Erweiterung multiplexer Kundenbeziehungen durch Integration des Einzelhandels in das Clubmarketingkonzept am Beispiel Märklin | 99 |
| D. | SCHLUSSBETRACHTUNG DER KUNDENBINDUNGSKONZEPTION DES BEZIEHUNGSMARKETINGS UNTER EINEM VERBRAUCHERPOLITISCHEN ASPEKT | 101 |
| E. | ANHANG | 102 |
| F. | LITERATURVERZEICHNIS | 104 |
| Eidesstattliche Erklärung |
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Kuron, David Januar 1995: Langfristige Kundenbindung im Marketing von Konsumgütern und Dienstleistungen, Hamburg: Diplomica Verlag
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