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Landwirtschaft und Schule

Landwirtschaft und Schule
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Christine Seim
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 171 Seiten
  • Dateigröße: 5,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5756-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5756-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5756-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seim, Christine Mai 2002: Landwirtschaft und Schule, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lehramt, Außenschulischer Lernort, Geschichte, Geographie, Erdkunde

Staatsexamensarbeit von Christine Seim

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit „Landwirtschaft und Schule“ gliedert sich in zwei Themenschwerpunkte.

Das Kapitel „Agrargeschichtlicher Überblick der deutschen Landwirtschaft“ soll den Wandel der deutsche Landwirtschaft von den Anfängen der bäuerlichen Landwirtschaft bis heute thematisieren. In neun Unterkapiteln sollen Ansätze und Thesen zur Klärung des Wandels besprochen und die Strukturen des Umformungsprozesses dargestellt werden. Dieser Überblick der deutschen Landwirtschaft bleibt nicht auf den Bereich der Landwirtschaft im engsten Sinne beschränkt, sondern Handel, Handwerk, Gewerbe und Gesellschaftsstruktur wurden mit einbezogen, da die Entstehung von nicht an der Nahrungsproduktion beteiligten Konsumentengruppen mit ihren Auswirkungen auf die Nahrungserzeugung schon in die frühe Zeit zurückreicht.

Das Kapitel „Mit Kindern Landwirtschaft erleben – Ausgewählte außerschulische Lernorte zu Thema Landwirtschaft“ soll außerschulische Lernorte, Initiativen zur Förderung einer Begegnung von Landwirtschaft und Schule, Materialien und Medien vorstellen, die alle das Ziel haben, Landwirtschaft und Schule zusammenzuführen und somit die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten von Kindern zu erweitern.

Für mich ist es wichtig, nicht nur eine wissenschaftliche Arbeit über die Landwirtschaft im Wandel zu verfassen, sondern auch einen Bogen zur Schule herzustellen. Mich interessiert, welche Möglichkeiten das Thema Landwirtschaft bietet, es zum Unterrichtsthema werden zu lassen. Dazu möchte ich zwei strukturierte außerschulische Lernorte und einen unstrukturierten außerschulischen Lernort vorstellen und diese daraufhin prüfen, ob sie Kindern ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 6
2. Agrargeschichtlicher Überblick der deutschen Landwirtschaft 8
2.1 Die Anfänge der bäuerlichen Landwirtschaft 8
2.1.1 Zur Entstehung der bäuerlichen Wirtschaftsweisen 8
2.1.2 Die Landwirtschaft im Neolithikum 11
2.1.3 Die Landwirtschaft in der Bronze- und vorrömischen Zeit 15
2.2 Die Landwirtschaft in der Römerzeit 18
2.2.1 Die Landwirtschaft im römischen Germanien 18
2.2.2 Die Landwirtschaft im freien Germanien 24
2.3 Die Landwirtschaft im Mittelalter 28
2.3.1 Die Landwirtschaft im Frühmittelalter 28
2.3.2 Die Landwirtschaft im Hochmittelalter 33
2.3.3 Die Landwirtschaft im Spätmittelalter 38
2.4 Die Landwirtschaft in der frühen Neuzeit 39
2.4.1 Ausweitung und Verbesserung der Ernährungsbasis 40
2.4.2 Soziale Stellung des Bauernstandes und soziale Schichtung auf dem Lande 42
2.4.3 Produktionstechnik, Betriebs- und Wirtschaftsformen 43
2.4.4 Treibende Ideen und ihre Vertreter in der Zeit des ausklingenden Feudalismus 46
2.5 Die Umgestaltung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert 49
2.5.1 Die Bauernbefreiung 49
2.5.2 Agrarwissenschaft und Agrarbildung als Grundlage der Umgestaltung 50
2.5.3 Die Intensivierung der pflanzlichen und tierischen Produktion 52
2.6 Der Weg der deutschen Landwirtschaft zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg 58
2.6.1 Vom Agrarstaat zum Industriestaat 58
2.6.2 Die Einführung der Agrarschutzzölle 61
2.6.3 Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Erzeugung 63
2.7 Landwirtschaft im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik 69
2.7.1 Die Kriegsernährungswirtschaft im Ersten Weltkrieg 70
2.7.2 Die Agrarwirtschaft in der Weimarer Republik 72
2.8 Die Agrarpolitik des Nationalsozialismus 74
2.8.1 Die Blut und Boden-Ideologie 75
2.8.2 Reichsnährstand und Erzeugungsschlacht 78
2.8.3 Die Kriegsernährungswirtschaft 84
2.9 Die getrennte agrarwirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik 85
2.9.1 Die Entwicklung zur sozialistischen Landwirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik 86
2.9.2 Die landwirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland 91
2.9.3 Agrarwirtschaft im wiedervereinigten Deutschland - ein Ausblick 97
3. Mit Kindern Landwirtschaft erleben - Außerschulische Lernorte zum Thema Landwirtschaft 102
3.1 Möglichkeiten, das Thema Landwirtschaft in der Schule zu behandeln 103
3.2 Der außerschulische Lernort 106
3.2.1 Motive für die Wahl von außerschulischen Lernorten 107
3.2.2 Der Rahmenplan Grundschule und außerschulische Lernorte 111
3.2.3 Organisation und Planung des Besuches eines außerschulischen Lernortes 114
3.2.4 Probleme und Grenzen des Lernens an außerschulischen Lernorten 118
3.3 Außerschulischer Lernort „Freilichtmuseum“ am Beispiel „Hessenpark“ 119
3.3.1 Das Freilichtmuseum Hessenpark 119
3.3.2 Das Bildungsangebot 121
3.3.2.1 Die Projekte 123
3.3.2.2 Die Ausstellungen 126
3.3.2.3 Die Führungen 126
3.3.2.4 Die handwerklichen Vorführungen 128
3.3.2.5 Die schriftlichen Materialien 129
3.4 Außerschulischer Lernort „Schulbauernhof“ am Beispiel „SBH Norderlück“ 131
3.4.1 Lernen auf einem Schulbauernhof 131
3.4.2 Anforderungen an einen Schulbauernhof 134
3.4.3 Schulbauernhöfe in Deutschland 135
3.4.4 Funktionsweise und Erfahrung des Schulbauernhofes Norderlück 136
3.4.4.1 Von der Idee zum laufenden Betrieb 137
3.4.4.2 Der organisatorische Rahmen 137
3.4.4.3 Der finanzielle Rahmen 139
3.4.4.4 Der personelle Rahmen 139
3.4.4.5 Auslastung und Einzugsbereich 139
3.4.4.6 Die Zielgruppen 140
3.4.4.7 Der pädagogische Rahmen 140
3.4.4.8 Die Tiere 140
3.5 Außerschulischer Lernort „Bauernhof“ 141
3.5.1 Vorbereitung eines Bauernhofbesuchs 141
3.5.2 Absprache mit dem Landwirt/der Landwirtin 142
3.5.3 Organisatorische Fragen 143
3.5.4 Inhaltliche Vorbereitung 143
3.5.5 Thematische Schwerpunkte und Fragestellungen 144
3.5.6 Mitarbeits- und Aktionsmöglichkeiten 149
3.5.7 Nachbereitung 150
3.6 Allgemeine Bildungs- und Erlebnisangebote 150
3.7 Initiativen zur Förderung einer Begegnung von Landwirtschaft und Schule 152
3.8 Materialien und Medien 155
4. Schlusswort 157
5. Literaturverzeichnis 161
6. Internetadressenverzeichnis 165
7. Bildverzeichnis 167
8. Tabellenverzeichnis 169

Automatisiert erstellter Textauszug:

137 3.4.4.1 Von der Idee zum laufenden Betrieb Die Gründung von Hof Norderlück ist dem persönlichen und finanziellen Engagement einer Hamburger Familie zu verdanken. 1991 kam ihnen, ausgelöst durch ihre Erfahrungen mit ihren eigenen Kinder, die Idee zu einem Schulbauernhof, der Kindern ökologische Zusammenhänge verdeutlichen soll. Sie kauften den Hof Norderlück. Er war früher ein landwirtschaftlicher Betrieb und zwischenzeitlich ein kleines Hotel. Bereits im Herbst 1992 erfolgten die Umbaumaßnahmen.. Eine Großküche, Werkstatträume, ein Gewächshaus und eine Lehrküche wurden neu erbaut. Desweiteren wurde der Stall erneuert, ein Erdkeller errichtet und erste Tiere auf den Hof geholt. Durch die vorherige Nutzung als Hotel konnten die Zimmer, die Aufenthaltsräume und sanitären Einrichtungen ohne größere Umbaumaßnahmen in Betrieb genommen werden. Im Mai 1993 fand die offizielle Eröffnung statt. [...]

3.2.4 Probleme und Grenzen des Lernens an außerschulischen Lernorten Burk/Claussen (1981) gingen der Frage nach, warum in der heutigen Zeit immer seltener Unterrichtsgänge durchgeführt werden. Lehrerbefragungen ergaben folgende Probleme. a. Die Unterrichtszeit wird von vielen Lehrern als zu gering für einen Unterrichtsgang mit entsprechender Vor- und Nachbereitung angesehen. b. Die Wegstrecke bzw. der Transport sowie die Kosten werden als Hinderungsgründe angesehen. c. Die Disziplin, die häufig von der Klassengröße und der Anzahl verhaltensauffälliger Kinder in den Klassen abhängt, ist für einige Lehrer ein Problem, zumal sie sich im Falle eines Unglücksfalls nicht genügend abgesichert sehen. d. Viele Lehrer fühlen sich nicht kompetent und aufgrund der intensiven Vorund Nachbereitung überfordert. Einige sehen die Zusammenarbeit mit ,,didaktischen Laien“ als problematisch an, da schlechte Erfahrungen mit der Altersgemäßheit der Expertenausführungen gemacht wurden. e. Die Struktur der didaktischen Situation am Lernort wird nicht immer als überschaubar angesehen. Eine altersgemäße Auswahl ist nicht immer möglich, so [...]

117 werden, die in diesem Fall nicht als Ersatz der originalen Begegnung zu sehen sind, sondern als Einstimmung und als nähere Auseinandersetzung mit der Sache. Den gleichen Zweck haben begleitende Handlungen und Versuche mit analogen Problemstellungen, sowie Rollen- und Simulationsspiele, die ein ,,Sichhineinversetzen" ermöglichen. Erzieherische Maßnahmen müssen bereits im Vorfeld einer außerschulischen Unternehmung geklärt werden. Die Schüler müssen wichtige Verhaltensregeln genau reflektieren und eindeutige Verständigungszeichen kennen. (b) Burk/Claussen beschreiben drei mögliche Formen des Kontakts mit außerschulischen Lernorten. Zum einen die lose Kontaktform in Form eines einmaligen Besuches oder aber das vorbereitende ,,Herumstreifen", das einer intensiveren Erkundung vorangeht und somit auch der Vorbereitungsphase zugerechnet werden kann. Nach diesen subjektiven Beobachtungen muss den Schülern in einem weiteren Besuch mit gezielten Fragen Gelegenheit gegeben werden, diese zu untermauern. In den meisten Fällen findet der Unterrichtsgang jedoch als intensive und gebundene Kontaktform statt, der eine entsprechende Vorbereitung vorausgegangen ist. In diesem Fall werden Antworten auf Fragestellungen oder Probleme gesucht, so dass die Schüler konkrete Beobachtungsaufgaben haben. In diesem Fall kann man den Unterrichtsgang präziser als Erkundungsgang bezeichnen. Als Projektpraktikum bezeichnet man die dritte Möglichkeit. Hier werden mehrere Kontakte mit einem Lernort innerhalb einer kurzen Zeitspanne hergestellt. Im Unterrichtsalltag besteht diese Möglichkeit kaum, da der Lernort aufgrund notwendiger organisatorischer Vorkehrungen in unmittelbarer Nähe der Schule liegen müsste. Im Rahmen eines Schullandheimaufenthaltes ist allerdings auch diese Kontaktform durchaus durchführbar. Bei all diesen Kontaktformen bieten sich eine Reihe von Betätigungen am Lernort an, von denen nur einige aufführt werden sollen. Für Grundschüler eignen sich besonders die Befragung aufgrund vorbereiteter Fragen, das Skizzieren von vorab bestimmten Schwerpunkten, das freie Zeichnen oder Schreiben, das Sammeln von Mustern und Belegstücken, das Fotografieren und das vorab eingeübte Interview. Bereits in der Grundschule ist es wichtig, die Stärken jedes Kindes zu berücksichtigen und so die Aufträge jedem Kind individuell zuzuteilen. (c) In der Auswertungsphase geht es darum, die, während der Erkundung jeweils einzeln oder gemeinsam erlebte, erfahrene, beobachtete und damit zugleich sinnlich fassbar und kommunizierbar gemachte Realität erneut zu thematisieren, um auf diese Weise ihre Aneignung weiter zu fördern. Ebenso wie bei den Aneignungsformen [...]

Arbeit zitieren:
Seim, Christine Mai 2002: Landwirtschaft und Schule, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lehramt, Außenschulischer Lernort, Geschichte, Geographie, Erdkunde

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