Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Das Landschaftsbild der Bretagne aus physisch-geographischer Sicht

Das Landschaftsbild der Bretagne aus physisch-geographischer Sicht
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Oliver Swienty
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 173 Seiten
  • Dateigröße: 25,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5831-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5831-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5831-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Swienty, Oliver August 2000: Das Landschaftsbild der Bretagne aus physisch-geographischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Frankreich, Geologie, Küste, Klima, Meer

Magisterarbeit von Oliver Swienty

Einleitung:

Die Arbeit stellt das Landschaftsbild der Bretagne aus physisch-geographischer Sicht vor. Unter besonderer Berücksichtigung der Geologie und den physisch-geographischen Teildisziplinen Geomorphologie, Klimageographie, Hydrogeographie und Bodengeographie wird die Bretagne mit einem allgemeinen, aber vor allem regionalen Schwerpunkt dargestellt. Darüber hinaus werden anthropogeographische Aspekte, wie die Siedlungs- und Wirtschaftsgeographie berücksichtigt, um die Entwicklung der bretonischen Landschaft unter dem Einfluß des Menschen aufzuzeigen. Im Küstenbereich sowie im Innern der bretonischen Halbinsel lassen sich Naturlandschaften erkennen, deren Nutzung in Form von Kulturlandschaften, die Physiognomie des Untersuchungsgebietes stark beeinflussen und prägen.

In den überfluteten Talunterläufen der gestaffelten Rumpfoberfläche haben sich in Abhängigkeit formender Prozesse marine Kulturlandschaften gebildet, deren flächenhafte Ausdehnung das Landschaftsbild der Riasküsten prägen. Unter Beachtung der submarinen Geologie werden die wesentlichen Voraussetzungen für die Bewirtschaftung der Schlickflächen in den Buchten erläutert, die räumlich lokalisiert in Form von Aquakulturlandschaften sichtbar werden. Die unterschiedlichen aktuellen morphologischen Erscheinungen der Buchten beeinflussen die hydrographische Lage der Produktionsstätten und der Kulturverfahren, so daß sich aus den naturbedingten Voraussetzungen Gunst- und Ungunsträume für bretonische Produktionswirtschaftstätten herauskristallisieren. Die Aquakulturlandschaft, welche räumlich lokalisiert in Form von angelegten Parzellen im eulitoralen Bereich der Buchten in Erscheinung tritt, wird vor allem durch Fotographien und Luftaufnahmen sichtbar.

Die Agrarflächen der Halbinsel werden durch die Heckenlandschaft (Bocage) deutlich und sind durch die mit Bäumen, Sträuchern, Büschen und Mauern eingehegten Fluren sichtbar. Die unterschiedlichen Typen breiten sich unter Beachtung wirtschaftlicher, rechtlicher, klimatischer und geomorphologischer Bedingungen über die Bretagne aus. Da die Genese der Bocagelandschaft auch auf kulturgeographischen Komplexen beruht, werden diese erläutert, um anschließend die Verbreitung des Bocage aus physisch- geographischer Sicht zu betrachten. Ausgehend von der Windschutz- und Niederschlagschutzfunktion wird die Verbreitung des Bocage ausschließlich im Zusammenhang mit dem Reliefverlauf und den sich ändernden Klimabedingungen betrachtet. Hierbei stellt sich die Frage, ob sich die Veränderung der Bocagelandschaft nicht nur an wirtschaftlichen und rechtlichen, sondern auch an physisch- geographischen Faktoren (Relief und Klima) orientiert.

Inhaltsverzeichnis:

Kartenverzeichnis (23 Karten)
Abbildungsverzeichnis (59 Abbildungen)
Tabellenverzeichnis (13 Tabellen)
Vorwort
Einleitung
Kapitel I: Der erdgeschichtliche Werdegang der Bretagne 1
I.1 Paläozoische Tektonik 3
I.1.1 Tektonische Hauptareale des Armorikanischen Massivs 3
I.1.2 Assyntische Faltungen 7
I.1.3 Kaledonische und variscische Aktivitäten 8
I.2 Mesozoische Verwitterungen 14
I.3 Känozoische Meeresspiegelschwankungen 15
I.3.1 Tertiäre Transgressionen 15
I.3.2 Quartäre Ablagerungen 18
I.4 Die submarine Geologie des Armorikanischen Massivs 20
I.4.1 Verlauf und Ausstattung des Schelfmeerbereichs 22
I.4.2 Die mesozoisch- känozoische Meeressedimentationsdecke 23
Kapitel II: Das Relief der bretonischen Halbinsel und ihre Küsten 24
II.1 Die Halbinselform der Bretagne 24
II.2 Relief und Küstenverlauf 26
II.2.1 Folgeerscheinungen der tertiären Epirogenese 29
II.2.2 Auswirkungen der quartären Meeresspiegelschwankungen auf Relief und Küste 30
II.3 Der Küstentyp der Bretagne, die Riasküste 32
II.3.1 Verwendung des Riasbegriffs 32
II.3.2 Wesentliche Unterschiede im Erscheinungsbild der Rias 33
II.3.2.1 Die Westküste 34
II.3.2.2 Die Südküste 37
II.3.2.3 Die Nordküste 40
Kapitel III: Das Landschaftsbild der Aquakulturbetriebe 45
III.1 Die Landschaft der marinen Produktionsräume 45
III.2 Wesentliche Bestimmungsmerkmale mariner Produktionsflächen 47
III.3 Voraussetzungen für Aquakulturgunsträume 52
III.4 Gunst- und Ungunsträume in der Bretagne 53
III.5 Die Ausgangsbedingungen für Aquakulturstandorte in der Süd- und Nordbretagne 54
III.6 Die Wasserqualität als hemmender Faktor 59
Kapitel IV: Das Klima der Bretagne 64
IV.1 Die weltklimatische Einordnung 64
IV.2 Der Klimatyp der Bretagne 65
IV.3 Erläuterungen zu Wetterstationen und Parametern 68
IV.4 Die einzelnen Parameter 69
IV.4.1 Temperatur und Sonneneinstrahlung 70
IV.4.2 Niederschläge 78
IV.4.3 Windverhältnisse 87
IV.4.4 Strömungsverhältnisse 93
Kapitel V: Das Landschaftsbild der bretonischen Heckenlandschaft 99
V.1 Das Verbreitungsgebiet der Heckenlandschaft in Europa 99
V.2 Ansätze zur Erklärung der Genese von Heckenlandschaften 100
V.2.1 Wirtschaftliche Bedingungen 100
V.2.2 Rechtliche Bedingungen 102
V.2.3 Klimatische Bedingungen 103
V.3 Die Genese des Bocage in der Bretagne 105
V.3.1 Genese der Ortschaften 105
V.3.2 Genese der Fluren 109
V.3.3 Genese der Wallhecken 111
V.4 Nutzung des Bocage 113
V.5 Funktion des Bocage 113
V.5.1 Die Windschutzfunktion 114
V.5.2 Die Niederschlagschutzfunktion 118
V.6 Die Verbreitung des Bocage aus physisch- geographischer Sicht 119
V.6.1 Bodenverhältnisse und Agrarerzeugung 119
V.6.2 Wechsel der Bocagetypen von Osten nach Westen 120
V.6.3 Reliefbedingter Wechsel 121
V.6.4 Klimabedingter Wechsel 123
Zusammenfassung 130
Literaturverzeichnis 134
Anhang 140

Automatisiert erstellter Textauszug:

Gesteinsformationen (Granit, Gneiss, Glimmerschiefer usw.), allerdings sind die für den „atlantischen Typ“ bekannten tektonischen Verhältnisse von größerer Bedeutung als die quartären Erosionsprozesse. Das schwache Gefälle des Meeresboden und die niedrige Lage der Rumpffläche hat in Regressionszeiten die Tiefenerosion derart beeinträchtigt, daß in den Talunterläufen der abgetragene Gesteinsschutt teilweise akkumulierte. Die heute unter dem Meeresspiegel liegenden länglichen, schmalen und unterschiedlich tiefen Hohlformen stellen die submarine Fortsetzung der fluviatil angelegten Talunterläufe dar, die transgressiv vom Meer überflutet worden sind und somit in Verbindung starker Gezeitenströmungen verschieden mächtige Sedimente ablagerte. Die Mächtigkeit der akkumulierten Sedimentschichten wird anhand der Tiefen an der meerwärtigen Seite der Bucht deutlich. Vom Ausgang der Bucht (-29m) aus, verläuft eine enge submarine Rinne in südlicher Richtung und unterbricht den Verlauf der 10 m- Isobathe. Nachdem sie an ihrem tiefsten Punkt (-31m) angelangt ist, steigt sie wieder stark an (–8m). Die südwärtige Richtung und die fast lineare Anordnung dieser Rinne ähnelt sehr der Fortsetzung des Verlaufs der zwei Flüsse Rivière d’Auray und Bono, so daß es sich hier um einen im Quartär überfluteten ehemaligen Talunterlauf handelt. Die Flaschenform der Ria ergibt sich letztendlich aus der Hauptrichtung der Erosionsprozesse im Periglazial. Diese haben in die Breite entlang des Küstenverlaufs gewirkt, da das schwache Gefälle stark zum Ozean hinwirkende Korrasionswirkungen beeinträchtigte. [...]

Demnach verläuft die südliche Küstenlinie parallel zu den geologischen Leitlinien des Hinterlandes und hat somit den Charakter einer „Längsküste“ [GALAS, D., S. 38]. Betrachtet man die Südküste von der ost- west verlaufenden First im Innern des AM, so bildet sie das Ende einer langgestreckten flachabfallenden Rumpfoberfläche, somit ist das Erscheinungsbild der südbretonischen Rias ähnlich denen der Westküste. So sind die Riasformen zwar auf eine gleichartige Genese zurückzuführen, werden allerdings durch die durchschnittlich geringe Höhenlage der Küste und der flachen Gefällskurve insofern beeinflußt daß bei Überflutung der Täler, große weit ins Land reichende Flächen den formenden Prozessen ausgesetzt sind, die bei Ebbe weitgehend leer laufen und dann die Verlandungs- bzw. Akkumulationsbereiche in Form von Schlickflächen sichtbar werden (Abb.15, 16, 17). Trotz der durchschnittlich geringen Höhe der Südküste lassen sich z.T. auf engstem Raum Küstenabschnitte ausmachen, deren Gesteine verschiedenartig an das Meer grenzen. So z.B. auf dem 10 km- breiten Küstenabschnitt zwischen Lorient und der Anse de Pouldu (frz. „Anse“ = Einbuchtung, Abb. 18., 19., 20.). [...]

Die Südküste verläuft in stark paralleler Richtung zu dem Faltenbogen Pointe du Van- Baud und fast identisch zur Hauptfaltungsrichtung des Bogens Pointe du Raz- Nantes (NW- SE). Betrachtet man die Anordnung der Buchten im Vergleich zum Untergrund der langen Küstenabschnitte von Concarneau bis zur Baie de Bourgneuf (Karte 3), so fällt auf, daß die Buchten sich unabhängig von der Widerständigkeit der Gesteine ausbreiteten. Dies ist darauf zurückzuführen, daß sich im Vergleich zur westlichen Querküste, die südbretonischen Buchten in einer Schar parallel angelegter Syn- und Antiklinalen befinden, die von Flexuren und Verwerfungen gesäumt werden. Die wesentlichen Antiklinalen von Süden nach Norden sind (Karte 7): der Inselbogen Belle- Ile- Noirmoutier der Inselbogen Glénan- Groix- Quiberon- Houat- Hoedic-Croisic die Antiklinale la Cornouaille (landwärtige Begrenzung = Faltenbogen „Raz- Nantes“) [...]

Arbeit zitieren:
Swienty, Oliver August 2000: Das Landschaftsbild der Bretagne aus physisch-geographischer Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Frankreich, Geologie, Küste, Klima, Meer

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren