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Landnutzung und Möglichkeiten einer systemstabilisierenden Nutzungsintensivierung

Untersuchungen zur aktuellen Stoffdynamik in einem Landwirtschaftsbetrieb am Rande der tropischen Metropole Habana (Kuba)

Landnutzung und Möglichkeiten einer systemstabilisierenden Nutzungsintensivierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcus Schindewolf
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 9,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8605-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8605-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8605-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schindewolf, Marcus April 2004: Landnutzung und Möglichkeiten einer systemstabilisierenden Nutzungsintensivierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ökologie, Starkniederschläge, Erosion, Landnutzung, Bodenerosion

Diplomarbeit von Marcus Schindewolf

Einleitung:

Der zentrale Gegenstand der Diplomarbeit ist die Erfassung und Bewertung der Landnutzungsverhältnisse im hydrologischen Einzugsgebiet des Rio Cojímar am Rand der tropischen Metropole Habana. Der Untersuchungsraum ist dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Ein Bevölkerungsanstieg in diesem Gebiet bedingt den wachsenden Versorgungsdruck der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Das Ziel ist es, Vorschläge für intensive, systemstabilisierende landwirtschaftliche Nutzungsformen zu unterbreiten, um die Ernährungssituation dieses Raumes zu verbessern. Beziehungen zwischen Tragfähigkeit und Landnutzung werden beschrieben. Die Untersuchungsmethodik, ihre Machbarkeit und Aussagekraft ist Gegenstand der Untersuchung.

Im Untersuchungsraum wurden die landschaftsräumlichen Bedingungen in Bezug auf eine landwirtschaftliche Nutzungseignung bewertet. Beispielhaft wurde in einem Agrarbetrieb eine Bewirtschaftungsanalyse durchgeführt. Eine effektive Bewertung konnte durch die zusätzliche Anwendung des Erosionsprognosemodells „Erosion 2D“ erreicht werden.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wurden Vorschläge zu einer systemstabilisierenden intensiven Nutzung gegeben, die bei praktischer Umsetzung die Produktivität dieses Betriebes langfristig steigern können.

Gang der Untersuchung:

Die Datenerhebung für meine Diplomarbeit fand während eines 3-monatigen Aufenthaltes, zusammen mit Herwig Hölzel, in Habana/Cuba, im Zeitraum zwischen Dezember 2002 und Februar 2003, statt. Dieser Aufenthalt wurde durch die Partnerschaft der Universitäten Habana und Leipzig ermöglicht. Weiterhin existiert seit dem 05.02.2002 ein Diplomprogramm für deutsche Geografiestudenten in Cuba. Dieses Programm wurde durch Dr. Manuel Bollo Manent, dem Dekan der Geographischen Fakultät Habana, und Prof. Dr. Neumeister, dem Leiter der Abteilung Physische Geographie des Geographischen Instituts Leipzigs, vertraglich beschlossen.

Die lokale Betreuung erfolgte durch die Mitarbeiter der Grupo Hidroclimatologia y Manejo de Cuencas (Abteilung Hydroklimatologie und Management hydrologischer Einzugsgebiete) der Geographischen Fakultät der Universität Habana. Sie unterstützten uns vornehmlich bei der Beschaffung offizieller Daten und bei der Organisation der Datenaufnahmen im Feld. Trotz dieser Unterstützung war die Datenbeschaffung, aufgrund politischer und sozioökonomischer Rahmenbedingungen in Cuba, mit Problemen und teilweise erheblichem Zeitaufwand verbunden. Zusätzlich wurden die Feldarbeiten durch fehlende öffentliche Verkehrsmittel erschwert. Als einzig mögliche Transportmittel standen uns lediglich Fahrräder zur Verfügung.

Der räumliche Umfang der Untersuchungen wird durch die Produktionsfläche eines Landwirtschaftsbetriebes (Finca) im Oberlauf des hydrologischen Einzugsgebietes des Rio Cojímar vorgegeben. Die Finca liegt in einer landwirtschaftlich intensiv genutzten, dicht besiedelten Kulturlandschaft im östlichen suburbanen Raum der tropischen Metropole Habana/Cuba. Jahrhunderte lange menschliche Tätigkeit schuf tief greifende Veränderungen im Prozessgefüge des Landschaftsökosystems. Die Lage des Untersuchungsgebietes im „Cordon de la Habana“1 lassen dessen Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung der Stadt deutlich werden. In diesem Zusammenhang erhalten sowohl die aktuelle Nutzung der Landschaft, als auch deren abschätzbare Folgen für die Landwirtschaft eine zentrale Rolle für meine Fragestellungen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Kurzfassung I
II. Inhaltsverzeichnis II
III. Abbildungsverzeichnis IV
IV. Tabellenverzeichnis VI
V. Abkürzungsverzeichnis VII
1. Rahmenmodul 1
1.1 Untersuchungsrahmen 1
1.2 Systemstabilisierende und intensive Landwirtschaft als Grundlage der Ernährungssicherung in den Tropen 3
1.3 Problematik der kubanischen Landwirtschaft 5
1.5 Bearbeitungsebenen und Daten 9
2. Steuermodul 12
2.1 Problemstellung 12
2.2 Ziele und Aufgabenstellungen 12
2.3 Material und Methoden 12
2.4 Ergebnisse und Diskussion 13
2.4.1 Klima und Witterung 13
2.4.2 Agrarpolitische Vorgaben 17
2.4.3 Methodendiskussion 19
2.5 Zusammenfassung 20
3. Focusmodul 21
3.1 Problemstellung 21
3.2 Ziele und Aufgabenstellungen 21
3.3 Material und Methoden 22
3.4 Ergebnisse und Diskussion 25
3.4.1 Das Gesamteinzugsgebiet 25
3.4.1.1 Räumliche/ Administrative Einordnung und Ausdehnung 25
3.4.1.2 Vegetation/ Landnutzung, Relief und Boden 25
3.4.2 Die Teileinzugsgebiete 30
3.4.2.1 Landnutzungs-, Relief- und Bodensequenzen 30
3.4.2.2 Gewässereigenschaften 35
3.4.3 Bewirtschaftungsanalyse der Finca „La Rosita“ 37
3.4.3.1 Fincabeschreibung 37
3.4.3.2 Summenparameterbewertung 39
3.4.3.3 Landnutzungsbewertung 41
3.4.3.4 Landnutzungsvorschläge 46
3.4.4 Methodendiskussion 51
3.5 Zusammenfassung 54
4. Prozessmodul - Feststoffdynamik 56
4.1 Problemstellung 56
4.2 Ziele und Aufgabenstellungen 56
4.3 Material und Methoden 57
4.3.1 Modellbeschreibung „Erosion 2D“ 57
4.3.2 Modellparameter 58
4.3.2.1 Niederschlagsparameter 58
4.3.2.2 Reliefparameter 59
4.3.2.3 Bodenparameter 59
4.4 Ergebnisse und Diskussion 67
4.4.1 Standortbeschreibung 67
4.4.1.1 Ackerstandort 67
4.4.1.2 Zitrusstandort 67
4.4.2 Eingangsparameter 68
4.4.2.1 Niederschlagsparameter 68
4.4.2.2 Reliefparameter 68
4.4.2.3 Bodenparameter 69
4.4.3 Simulationsergebnisse unter realer Nutzung 70
4.4.4 Bodenschutzmaßnahmen 72
4.4.4.1 Ackerstandort 72
4.4.4.2 Zitrusstandort 77
4.4.5 Methodendiskussion 82
4.4.5.1 Modellanwendung „Erosion 2D“ 82
4.4.5.2 Niederschlagsparameter 82
4.4.5.3 Reliefparameter 84
4.4.5.4 Bodenparameter 85
4.5 Zusammenfassung 94
5. Fazit 96
6. Quellenverzeichnis 99
7. Anhang 108

Automatisiert erstellter Textauszug:

Garten Ein Teil des ehemaligen Steinbruchs in der Finca wird als Garten genutzt. Künstliches Substrat aus Bodenmaterial und den Exkrementen von Hühnern und Rindern ist die pedogene Grundlage für den intensiven Anbau in Fruchtfolgen in Verbindung mit organischer Düngung. Auch an diesem Beispiel wird die Rolle der Viehwirtschaft für die Pflanzenproduktion in bäuerlichen Betrieben deutlich. Das Risiko der Erosion ist aufgrund geringer Hangneigungen und künstlicher Beetbegrenzungen niedrig. Der Garten dient als Beispiel für eine sehr intensive und angepasste Landnutzungsform, die im Großraum Habana und anderen dicht besiedelten Regionen der Tropen ein großes Potential besitzt, wie es aus Untersuchungen des DSE (http://www.dse.de/aktuell/preszel 1.htm) hervorgeht. [...]

Ruderalflächen Ein Teil der Finca wird von einem ehemaligen Steinbruch eingenommen. Nach mündlichen Mitteilungen zufolge liegt der Abbau 30 Jahre zurück (RIBERA GRIÑAN 12/2002). Die Vegetation gleicht der von Busch- oder Grasland, allerdings sind die Bodenbedeckungen wesentlich niedriger (10-20%). Die verbreiteten Pflanzen sind Gräser und die bereits genannten Aroma-Büsche. Diese Syrosem- (bzw. lithic Leptosol-) Standorte, (Kap. 3.4.2.1) sind sehr unfruchtbar. Gründe dafür sind geringe Bodenmächtigkeiten, geringe Humusakkumulationen und die geringe Aufnahmefähigkeit des Bodens für Wasser und Nährstoffe. Die niedrige Bodenbedeckung erhöht die Gefahr erosiver Bodenabträge bei Starkniederschlagsereignissen. Sie werden lediglich als extensive Weideflächen genutzt (münd. Mitteilung RIBERA GRIÑAN 12/2002). Eine Änderung der Landnutzung (Kap. 3.4.3.4) sollte meiner Meinung nach in Betracht gezogen werden. [...]

Die Randbereiche dieser Flächen hingegen, insbesondere die schwerer zugänglichen Areale der Uferzonen, werden von Buschland eingenommen. Es treten vor allem die AromaBüsche Acacia farnesiana und Mimosa pellita auf. Lediglich die jungen Triebe dieser stacheligen Büsche dienen den Rindern als Nahrung. Demzufolge werden die Samen über weite Flächen verbreitet. Die Büsche sind sehr widerstandsfähig und beeinträchtigen in vielen Bereichen die Nutzung. Diese Büsche stellen ein großes Problem für die Landnutzung auf der gesamten Insel dar, wie es aus Untersuchungen von FUNES MONZOTE (2001: 71ff.) deutlich wird. Sie werden in der Trockenzeit abgehackt und verbrannt, wobei diese Maßnahme nur zu geringen Erfolgen führt (münd. Mitteilung RIBERA GRIÑAN 12/2002). Aus den erwähnten Gründen erachte ich eine Änderung der Landnutzungsmethoden (Kap. 3.4.3.4) als sinnvoll. [...]

Arbeit zitieren:
Schindewolf, Marcus April 2004: Landnutzung und Möglichkeiten einer systemstabilisierenden Nutzungsintensivierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ökologie, Starkniederschläge, Erosion, Landnutzung, Bodenerosion

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