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Landlosenbewegung in Brasilien

15 Jahre Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST)

Landlosenbewegung in Brasilien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Steinfelder
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 76 Seiten
  • Dateigröße: 3,7 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3108-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3108-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3108-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Steinfelder, Michael August 2000: Landlosenbewegung in Brasilien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Landlose, Brasilien, MST, Landreform, Wirtschaftsgeschichte

Diplomarbeit von Michael Steinfelder

Problemstellung:

Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde und der größte Staat Lateinamerikas. Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass in einem Land mit der Ausdehnung Brasiliens Landkonflikte an der Tagesordnung sind. Der Auslöser der Konflikte ist die ungleiche Landverteilung. Die Ungleichheit besteht darin, dass ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung Land in riesigen Ausmaßen zum Eigentum hat, während die große Masse der Bevölkerung über wenig oder gar kein Land verfügt.

Nicht erst in der heutigen Zeit sind die Bodenbesitzverhältnisse zum zentralen Bestandteil der Landfrage (questão agrária) geworden. Brasilien ist immer ein Land der Großgrundbesitzer und Landlosen gewesen. Im Verlauf der brasilianischen Geschichte war dies häufig Anlaß für Proteste der sozial Benachteiligten, aus denen sich Landlosenbewegungen entwickelten, die für bessere Verhältnisse kämpften und von den Regierenden Veränderungen forderten. Die eingeforderte Landreform ist aber seitens der Mächtigen nie durchgeführt worden.

Mit dem Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST) hat sich im Jahre 1985 erstmals eine Landlosenbewegung auf nationaler Ebene gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine Landreform durchzusetzen.

Der bisherige Erfolg des MST bei der Durchsetzung einer Landreform ist – verglichen mit den weitreichenden Zielen – eher als bescheiden zu bezeichnen. Die Landreformmaßnahmen, die seitens der Regierung ausgeführt werden, entsprechen nicht den Vorstellungen des MST hinsichtlich einer umfassenden Landreform.

Von 4,5 Millionen landlosen Familien werden jährlich 70.000 in assentamentos angesiedelt. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit der Durchführung der Ansiedlungen würde der letzte Landlose Brasiliens im Jahr 2064 sein Stück Land erhalten.

Von besonderem Interesse für den Historiker ist es, die Entstehung der Bewegung vor dem geschichtlichen Hintergrund zu untersuchen und die Gründung aus diesem Zusammenhang zu erklären. Es stellt sich die Frage, ob bestimmte Entstehungsbedingungen erfüllt sein mußten, damit sich der MST gründen konnte. In diesem Zusammenhang sind besonders zwei Faktoren von herausragender Bedeutung, die wirtschaftliche und die soziale Lage auf dem Land, sowie deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1. Themenstellung 1
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise 2
1.3. Forschungslage 3
2. Die Landfrage in Brasilien in historischer Perspektive 4
2.1. Die Entstehung der Bodenbesitzstruktur 4
2.1.1. Erste Landvergabe und steigende wirtschaftliche Bedeutung 4
2.1.1.1 Die erste Nutzung 4
2.1.1.2 Die Aufteilung des Territoriums 4
3.1.1.3 Die Zuteilung des Landes - Die sesmaria 5
2.1.1.4 Der Beginn der landwirtschaftlichen Nutzung 6
2.1.2 Die Entstehung von Großgrundbesitz 7
2.1.2.1 Der Zuckerrohranbau 7
2.1.2.2 Die Vieh- und Weidewirtschaft 8
2.1.2.3 Die Kaffeeplantagen 9
2.1.3 Die Entstehung bäuerlichen Kleinbesitzes 9
2.1.3.1 Die legale Form des Kleinbesitzes 10
2.1.3.2 Die illegale Form der Landnahme 11
2.1.4 Die Anpassung des Bodenrechts im Kaiserreich 11
2.1.4.1 Die Abschaffung der sesmaria und die Folgen 12
2.1.4.2 Das erste Bodengesetz 13
2.1.5 Der Einfluss der Einwanderung auf die Bodenbesitzstrukturen 14
2.1.5.1 Die erste systematische Einwanderung 14
2.1.5.2 Einwanderung zur Versorgung mit Plantagenarbeitern 14
2.1.5.3 Einwanderung in Kolonien - Die núcleos coloniais 16
2.1.6 Die Industrialisierung und die Landfrage 16
2.2 Bodenbesitzstruktur und Protest 17
2.2.1 Die ersten Landlosenbewegungen 17
2.2.1.1 Die messianischen Bewegungen 18
2.2.1.2 Die Bauernligen - ligas camponesas 19
2.2.1.3 Der Movimento dos Agricultores Sem Terra - MASTER 20
2.2.2 Die katholische Kirche und die Landfrage 21
2.2.2.1 Die traditionelle Haltung der katholischen Kirche 21
2.2.2.2 Die Umorientierung der katholische Kirche 21
3. HAUPTTEIL 23
3.1 Die Entstehungsbedingungen 23
3.1.1 Die Zuspitzung der Situation auf dem Land 23
3.1.1.1 Die Machtübernahme der Militärs 23
3.1.1.2 Die Militärs und die Landfrage 24
3.1.1.3 Die Modernisierung der Landwirtschaft 25
3.1.1.4 Die Zunahme von Landkonflikten 27
3.1.2 Die katholische Kirche in der Militärdiktatur 27
3.1.2.1 Die Kirche und das Volk - Die Basisgemeinden 29
3.1.2.2 Die Kirche auf dem Land - Die Landpastorale CPT 30
3.1.3 Veränderte Rahmenbedingungen - Die Demokratisierung 32
3.2 Der Prozess der Entstehung und Entwicklung des MST 33
3.2.1 Der Beginn der Artikulierung der Landlosen 33
3.2.1.1 Erste Landbesetzungen in Rio Grande do Sul 33
3.2.1.2 Encruzilhada Natalino 34
3.2.1.3 Landbesetzungen in anderen Bundesstaaten 36
3.2.2 Der erste überregionale Erfahrungsaustausch der Landlosen 37
3.2.2.1 Das erste Treffen auf nationaler Ebene 38
3.2.2.2 Die Organisierung der Landlosen im Süden 38
3.2.3 Die Gründung des MST als nationale Landlosenbewegung 39
3.2.3.1 Das Erste Nationale Treffen in Cascavel 39
3.2.3.2 Der Erste Nationale Kongreß in Curitiba 41
3.2.3.3 Die Ziele und Forderungen des MST 42
3.2.3.4 Der Charakter des MST 43
3.2.4 Die Weiterentwicklung des MST 45
3.3 Der MST nach 15 Jahren - Erfolge und Rückschläge 47
3.3.1 Der lange Kampf um eine Landreform 47
3.3.1.1 Die rechtlichen Voraussetzungen 47
3.3.1.2 Das Landreformkonzept des MST 48
3.3.1.3 Bisherige Landreformbemühungen und deren Bewertung 50
3.3.1.4 Die Zunahme der Gewalt auf dem Land 53
3.3.2 Die Aktionen des MST 54
3.3.2.1 Die Landbesetzungen als Druckmittel 54
3.3.2.2 Der Protestmarsch als Öffentlichkeitsarbeit 55
3.3.3 Die gesellschaftliche Akzeptanz des MST 56
3.3.3.1 Die Akzeptanz in der Bevölkerung 56
3.3.3.2 Das Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Akteuren 56
4. Schlussbetrachtung 59
Abkürzungsverzeichnis 64
Literaturverzeichnis 65

Arbeit zitieren:
Steinfelder, Michael August 2000: Landlosenbewegung in Brasilien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Landlose, Brasilien, MST, Landreform, Wirtschaftsgeschichte

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