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Laboruntersuchungen zur Salzkristallisation an Festgesteinen

Laboruntersuchungen zur Salzkristallisation an Festgesteinen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Franz Gschaider
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 10,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6113-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6113-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6113-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gschaider, Franz Oktober 2002: Laboruntersuchungen zur Salzkristallisation an Festgesteinen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verwitterungsbeständigkeit, kalksandstein, Feuchtschäden, Natursteinprüfungen, Gesteinskunde

Diplomarbeit von Franz Gschaider

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Beständigkeit von Festgesteinen gegen Schädigung durch Salze. Dazu wurden an zwei beispielhaften Kalksandsteinen (Aflenzer Kalksandstein und St. Margarethener Kalksandstein) Salzkristallisationsversuche mit Natriumsulfat und Magnesiumsulfat durchgeführt. Die Probegesteine wurden in geologischer und petrographischer Hinsicht beschrieben, und ihre technischen Gesteinseigenschaften bestimmt. Folgende Versuche wurden im Labor des Institutes für Ingenieurgeologie der Technischen Universität Wien durchgeführt:

- Rohdichte.

- Ultraschallgeschwindigkeit.

- Wasseraufnahmeverhalten.

- Kapillares Saugvermögen.

- Druckfestigkeit.

- Biegezugfestigkeit.

In Anlehnung an die ÖNORM EN 12370 Prüfverfahren für Naturstein – Bestimmung des Widerstandes gegen Kristallisation von Salzen wurde ein Versuchsablauf erstellt und ausgeführt. Der Masseverlust bzw. die Massezunahme der der Salzlösung ausgesetzten, ungebrochenen Probekörper wurde bestimmt und die Druckfestigkeit an weitgehend ungeschädigten Probekörpern ermittelt. Die Ergebnisse der Salzkristallisationstests wurden in tabellarischer sowie fotografischer Form dokumentiert und als Grundlage für eine Interpretation der Schädigungsvorgänge und ihrer Einflußfaktoren verwendet.

Es zeigte sich, dass der St. Margarethener Kalksandstein, welcher im unbehandelten Zustand die höheren Festigkeitswerte aufwies, auch gegen Schädigung durch Salze resistenter war, als der Aflenzer Stein. Generell traten beim Natriumsulfat-Test größere Schäden auf, welche beim Aflenzer Stein zu zahlreichen Brüchen der Probewürfel führten.

Abschließend wurde versucht einen Ansatz zu finden, der es ermöglicht, die Beständigkeit von Festgesteinen gegen Schädigung durch Salze abzuschätzen, ohne aufwendige Kristallisationstests durchführen zu müssen.

Diese Arbeit stellt einen Versuch dar, naturnahe Bedingungen in Kristallisationsversuchen zu simulieren, und aufzuzeigen, welche Probleme entstehen können bzw. welche Fragen noch zu lösen sind. In diesem Sinne ist sie ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Lösung der komplexen Zusammenhänge der Einflussfaktoren der Schädigungsmechanismen bzw. des Problems einer möglichst naturnahen Simulation in Laborversuchen.

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassung 3
Abstract 5
1. Einleitung 9
2. Probenmaterial 11
2.1 Geologische Entstehung 11
2.2 Petrographie 12
2.2.1 Aflenzer Kalksandstein 13
2.2.2 St. Margarethener Kalksandstein 14
2.3 Probencharakterisierung 14
3. Technische Gesteinseigenschaften 17
3.1 Allgemein 17
3.2 Rohdichte 17
3.3 Ultraschall 18
3.4 Wasseraufnahme 20
3.5 Kapillares Saugvermögen 26
3.6 Einaxiale Würfeldruckfestigkeit 30
3.7 Biegezugfestigkeit 35
3.8 Gegenüberstellung der Versuchsergebnisse 37
4. Salzkristallisation 38
4.1 Allgemein 38
4.2 Schädigungsmechanismen 39
4.2.1 Hydrostatischer Kristallisationsdruck 39
4.2.2 Linearer Wachstumsdruck 41
4.2.3 Hydratationsdruck 42
4.2.4 Osmose 44
4.3 Einfluß des Porenraums und der Porenradienverteilung 45
4.3.1 Kapillare Aufnahme von Wasser in porösen Festkörpern 45
4.3.2 Der Prozeß der Verdunstung und der Dampfdiffusion in porösen Festkörpern 46
4.3.3 Meßverfahren und ihre Ergebnisse 47
5. Versuchsdurchführung 48
5.1 Allgemein 48
5.2 Natriumsulfat-Test 50
5.3 Magnesiumsulfat-Test 50
5.4 Gegenüberstellung zum Normversuch der ÖN EN 12370 51
5.5 Bestimmung der Lösungskonzentration und Ausgleich der Verluste 54
6. Ergebnisse der Kristallisationstests 56
6.1 Natriumsulfat-Test 56
6.1.1 Aflenzer Kalksandstein 56
6.1.2 St. Margarethener Kalksandstein 62
6.2 Magnesiumsulfat-Test 68
6.2.1 Aflenzer Kalksandstein 68
6.2.2 St. Margarethener Kalksandstein 73
7. Interpretation und Perspektiven 80
7.1 Allgemein 80
7.2 Aflenzer Kalksandstein 81
7.3 St. Margarethener Kalksandstein 83
7.4 Perspektiven in der Bewertung der Widerstandsfähigkeit gegen Salze 84
8. Anhang 91
8.1 Protokolle zur Rohdichtebestimmung 91
8.2 Protokolle zur Ultraschallgeschwindigkeit 97
8.3 Protokolle zur Wasseraufnahme 105
8.4 Protokolle zur kapillaren Steighöhe 110
8.5 Arbeitslinien der Druckversuche 112
8.6 Arbeitslinien der Biegezugversuche 120
9. Literaturverzeichnis 122
10. Abbildungsverzeichnis 124
11. Tabellenverzeichnis 127

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kleine Poren, Kapillaren genannt, transportieren das Wasser in das Gesteinsinnere eines trockenen Körpers. Bei ausreichendem Nachschub, werden die größeren Poren zuerst benetzt, und dann ebenfalls gefüllt. In diesem Stadium sind also alle Poren mit Wasser gefüllt. Trocknet nun der Festkörper, wird zuerst das Wasser aus den Grobporen an die Außenseite des Körpers transportiert und verdunstet dort. Die Kapillaren trocknen erst gegen Ende des Prozesses. Die Kraft, welche das Wasser in den Festkörper steigen läßt, wird Kapillarkraft genannt. Sie wirkt, wenn die Haftung an den Porenwänden stärker ist, als die Anziehungskräfte der Wassermoleküle untereinander. Die Größe der Kapillarkraft hängt dabei vom Porendurchmesser und der Beschaffenheit der Porenwandung ab. Je kleiner der Porendurchmesser, desto größer ist die Kapillarkraft. Daraus kann man aber nicht schließen, das in sehr kleinen Poren die größten Steighöhen erzielt werden. Hier spielt die Steiggeschwindigkeit eine wichtige Rolle, denn sie sinkt mit kleiner werdenden Porendurchmesser. Das Wasser kann in porösen Gesteinen mehrere Meter hochsteigen, bis das Gleichgewicht zwischen Verdunstung und Kapillaraufstieg hergestellt ist. [...]

Das Phänomen des Kristallwachstums gegen eine aufliegende Last wird durch den linearen Wachstumsdruck beschrieben. Soll der Kristall bei größer werdender Belastung weiter wachsen, muß er mit einer immer höheren Übersättigung im Gleichgewicht stehen. Der auftretende Druck ist abhängig vom Molvolumen der kristallinen Substanz, der Temperatur und der Übersättigung der Lösung. Damit ein Wachstum des Kristalles gegen eine aufliegende Last möglich ist, muß eine Diffusionsmöglichkeit im Raum zwischen Kristall und Hindernis bestehen. Daraus folgt, daß ein Lösungsfilm zwischen Kristall und Hindernis vorhanden sein muß. Der Wachstumsprozeß hängt von der Diffusionsgeschwindigkeit bzw. von der Diffusionsmöglichkeit im Lösungsfilm ab. In der Praxis ist dieser Effekt durch Absprengen von dichteren Materialien wie Krusten und filmartigen Anstrichen von porösen Unterlagen wie Putzmörtel, Sandsteinen und Ziegelmauerwerk zu erkennen. [...]

Die Bestimmung der Biegezugfestigkeit erfolgte gemäß ÖNORM B 3124 Teil 5. Es wurden allerdings Probekörper mit Abmessungen von 50 x 50 mm Kantenlänge und variierender Längsausdehnung verwendet. Nach der Norm müßte die Prismenlänge 4 x h, d.h. 20 cm und der Auflagerabstand ls = 3,5 x h = 17,5cm, betragen. Der Wert h entspricht hier der Kantenlänge der Prismen in vertikaler Richtung. Die vorgeschriebene Prismenlänge, war durch die teilweise sehr geringen Plattenbreiten, nicht bei jedem Gesteinstyp einhaltbar. Die Proben wurden bei 70°C bis zur Massenkonstanz getrocknet und danach die Bruchlast FBZmax bei Mittenlast bestimmt. Die Ausrichtung der sedimentären Schichtung war dabei parallel zur Auflagerfläche. Die Belastungsgeschwindigkeit betrug 10 N/s. [...]

Arbeit zitieren:
Gschaider, Franz Oktober 2002: Laboruntersuchungen zur Salzkristallisation an Festgesteinen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verwitterungsbeständigkeit, kalksandstein, Feuchtschäden, Natursteinprüfungen, Gesteinskunde

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