La Moda Maschile
Soziologie der vestimentären Mode, Semiotik der italienischen Herrenbekleidungsvertextung und Ästhetik der Herrenmodefotografie im ausklingenden 20. Jahrhundert
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Costa Braun
- Abgabedatum: Mai 1998
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 5,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4631-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4631-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4631-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Braun, Costa Mai 1998: La Moda Maschile, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ästhetik, Herrenmode, Semiotik, Fotografie, Soziologie
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Magisterarbeit von Costa Braun
Einleitung:
Mode - kaum ein gesellschaftliches Phänomen beinhaltet eine so beständige Kontroverse zwischen vielumjubelter Anerkennung und Verachtung. Befürworter und Gegner der Mode haben dabei im Grunde genommen einfach nachvollziehbare Argumentationsweisen. Der Befürworter der Mode verleiht dieser Attribute wie „neu“, „innovativ“ und „vorantreibend“ im Sinne eines positiven kulturellen und sozialen Fortschritts, der Kritiker jedoch verkehrt diese Attribute in ihr genaues Gegenteil: „verändernd“, „anti-traditionell“ und „progressiv“ im Sinne einer kulturellen und sozialen Bedrohung sind sein Tenor.
Trotz der häufig starken Kritik an der scheinbar leichtlebigen, flatterhaften und daher nicht ernstzunehmenden Mode ist ihr Stellenwert und ihre Bedeutung für die heutigen westlichen, postindustriell-kapitalistischen Gesellschaften in den vergangenen 40 Jahren weiter stark gestiegen. Zahlreiche Veröffentlichungen und Neuerscheinungen der Printmedien vor allem in den 90er Jahren sowie ein Boom an Mode- und Lifestylezeitschriften dokumentieren dies mehr als deutlich.
Und dennoch konzentriert sich die überwiegende Mehrheit dieser Publikationen nicht gleichermaßen auf Damen- und auf Herrenmode, wie man es vermuten könnte, sondern vorwiegend auf die Welt der Damenmode mit ihrer immensen Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten für die Frau. Und obwohl es verstärkt seit den 80er Jahren die Männer gewesen sind, die gezielt als kaufkräftiges Marktsegment für den Kleidermarkt geworben und schließlich auch erobert wurden, findet sich vor der Jahrtausendwende bedauerlicherweise immer noch verhältnismäßig wenig literarisches Material über Ursprung und Entwicklung speziell der Herrenmode, modisches Verhalten der Männer und eventuelle Verhaltensänderungen sowie über weitere speziell für die Herrenmode relevante Aspekte.
Gründe genug, mit der vorliegenden Arbeit den Focus auf die Herrenmode zu richten und kompilatorisch die verschiedenen interdisziplinären Ergebnisse zusammenzutragen, um in der Folge mosaikartig zu einem aktuellen Gesamtbild der Herrenmode zu gelangen. Schwerpunktmäßig soll dabei speziell die italienische Herrenmode näher beleuchtet werden, da sie ein inzwischen weltweit nicht zu unterschätzender modischer Impulsgeber ist.
Gang der Untersuchung:
Ausgehend vom Begriff „Mode“ werden zu Beginn die beiden für die vorliegende Arbeit grundlegenden interdisziplinären Definitionsansätze der Mode erläutert und in den Kontext eingebunden. Es sind dies der soziologische sowie der semiotische Ansatz - neben einer immer wieder unumgänglichen historischen und damit diachronen Betrachtung des Phänomens „Mode“.
Hauptgegenstand der weiteren Untersuchung auf dem Weg zur Analyse der Herrenmode im speziellen werden die soziologischen Ursprünge und Basisprozesse der vestimentären Mode - der Kleidermode - sein. Sie bilden insgesamt gesehen die Grundlage für das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit des Mechanismus „Mode“ und seinen dauerhaft zyklischen Ablauf. Insgesamt orientiert sich die soziologische Untersuchung an René Königs Ausführungen zur Soziologie der Mode aus den Jahren 1971 und 1985.
Das sich anschließende soziologisch-historisch orientierte Kapitel widmet sich ganz den Entwicklungen der Herrenmode und den Veränderungen des modischen Verhaltens der Männer seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit. Vertieft werden hier unter anderem auch die ästhetischen Anschauungen Charles Baudelaires über die Mode und Herrenmode des 19. Jahrhunderts sowie diejenigen des italienischen Futuristen Giacomo Balla, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein eigenes Herrenmodekonzept formuliert hatte, bevor er dies auch für die Damenmode entwickelte.
Den Hauptteil der vorliegenden Arbeit bildet daraufhin die semiotisch sowie ästhetisch ausgerichtete und untergliederte Corpusanalyse eines Jahrgangs der italienischen Herrenmodezeitschrift L‘UOMO VOGUE. Die semiotische Analyse konzentriert sich dabei in Anlehnung an Roland Barthes auf die synchrone Untersuchung und Auswertung der Kleidungsvertextung, i. e. der schriftlichen Kleidungsbeschreibung in einer aktuellen italienischen Herrenmodezeitschrift, versucht aber auch, auf diachroner Ebene - wo möglich - Unterschiede der Kleidungsvertextung im Vergleich zu dem von Roland Barthes analysierten Corpus herauszuarbeiten. Zahlreiche Schemata, Grafiken und Tabellen dokumentieren, veranschaulichen und visualisieren dabei die analysierten Beispiele zusätzlich. Die Ergebnisse der semiotischen Analyse stellen eine numerische Bestandsaufnahme dar und bieten einen detaillierten Überblick über die Art und Weise, wie die italienische Modeschriftsprache die Herrenmode unserer Zeit semiotisch erfasst, fixiert und kontextualisiert.
Der ästhetisch orientierte Teil der Corpusanalyse hingegen geht von der Referenz der Kleidungsvertextung, der Modefotografie aus. Analysiert und interpretiert werden anhand aus dem Corpus ausgewählter Modefotografien sowie anhand im Corpus vorhandener Textbeiträge und Artikel die wichtigsten ästhetischen Paradigmen in der (italienischen) Herrenmode unseres Jahrzehnts. Die ausgewählten (Herren-)Modefotografien finden sich in einem separierten Bildanhang am Ende der vorliegenden Arbeit. Insgesamt dokumentieren die entsprechenden Ergebnisse einen ästhetischen Schnappschuss der Herrenmode unserer Zeit.
In einer abschließenden Zusammenfassung der ausgearbeiteten Ergebnisse, die die Herrenmode in den Kontext der Postmoderne einschließt, wagen wir auch einen Ausblick auf die nahe Zukunft der Herrenmode in Europa nach der Jahrtausendwende sowie auf ihre - mögliche - Weiterentwicklung.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Die Mode: Ein globales, omnipräsentes Sozialphänomen | 7 |
| 2.1 | Mode und mögliche Definitionen | 7 |
| 2.1.1 | Der semiotische Ansatz | 8 |
| 2.1.2 | Der soziologische Ansatz | 8 |
| 2.2 | Die vestimentäre Mode als eine der möglichen Ausprägungen von Mode | 10 |
| 3. | Die vestimentäre Mode: Besonderheiten des Ursprungs und Ablaufs | 11 |
| 3.1 | Die vestimentäre Mode und ihre diachronen Entwicklungsstufen | 11 |
| 3.2 | Der soziologische Kreislauf der vestimentären Mode | 13 |
| 3.2.1 | Das Fundament: Die Neu-Gier des Menschen | 13 |
| 3.2.2 | Die Rolle des modischen Akteurs: Vom Streben nach Auszeichnung zur sozialen Abhebung | 14 |
| 3.2.3 | Die Rolle des Zuschauers: Anerkennung der Auszeichnung des modischen Akteurs | 15 |
| 3.2.4 | Neue Akteure durch Nachahmung der Auszeichnung | 16 |
| 3.2.5 | Die Uniformierung - wenn Massen modisch agieren | 16 |
| 3.2.6 | Die Auszeichnungssättigung: Das ehemals „Neue“ verliert seinen Reiz | 17 |
| 3.2.7 | Die Mode - eine Selbstmörderin | 17 |
| 3.2.8 | Die vestimentäre Mode zwischen Permanenz und Transition | 18 |
| 4. | Die Herrenmode: Ursachen für ihre Prägung und für heutiges modisches Verhalten der Männer | 20 |
| 4.1 | Mittelalter und Renaissance: Schmuck und Auszeichnung des Mannes durch Formen- und Farbvielfalt | 20 |
| 4.2 | Die Auswirkungen des spanischen Absolutismus: Formen- und Farbentsagung der Männer | 22 |
| 4.3 | Das 19. Jahrhundert in Europa: Der Mann in der industriellen Gesellschaft und sein modisches Verhalten | 24 |
| 4.4 | Charles Baudelaires ästhetische Rezeption und Konzeption der (Herren-) Mode im 19. Jahrhundert | 27 |
| 4.5 | Das 20. Jahrhundert in Europa: Der Mann in der demokratisch-kapitalistischen Gesellschaft und sein modisches Verhalten | 29 |
| 4.5.1 | Der italienische Futurismus und sein Manifest des vestito da uomo futurista | 30 |
| 4.5.2 | (Herren-)Mode für die Massen - begünstigende Faktoren im 20. Jahrhundert | 32 |
| 4.5.3 | Jugendkultur und Anti-Mode | 36 |
| 4.6 | Zusammenfassung der Entwicklung in der Herrenmode | 36 |
| 5. | Corpusanalyse - Teil 1: Semiotische Analyse der Kleidungsbeschreibung in der italienischen Herrenmodezeitschrift L’UOMO VOGUE | 39 |
| 5.1 | Methodik und Ziel der Corpusanalyse | 39 |
| 5.2 | Corpus und Notwendigkeit einer Corpusanalyse | 40 |
| 5.3 | Selektion des verwertbaren Materials innerhalb des Corpus | 42 |
| 5.4 | Die Funktion der Kleidungsbeschreibung | 44 |
| 5.5 | Die Kleidungsbeschreibung und ihre formale Aussagengrenze | 45 |
| 5.6 | Das vestimentäre Zeichen der Kleidungsbeschreibung - Analyse der Struktur | 46 |
| 5.7 | Denotation und Konnotation der geschriebenen Kleidung | 48 |
| 5.8 | Analyse der L’UOMO VOGUE-Aussagen des A-Komplexes | 50 |
| 5.9 | Analyse der L’UOMO VOGUE-Aussagen des B-Komplexes | 51 |
| 5.9.1 | Analyse der Aussagen des B1-Komplexes | 53 |
| 5.9.2 | Der B2-Komplex: Unterteilung auf Aussagen des B2-Prä- und des B2-Post- Komplexes sowie ihre Analyse | 53 |
| 5.10 | Analyse der L’UOMO VOGUE-Aussagen des C-Komplexes - ein neuer Komplextyp | 55 |
| 5.11 | Syntaxvergleich B2-Komplex mit C-Komplex: Syntaxreduktion versus Syntaxkomplettierung | 58 |
| 5.12 | Aussagen des B2-Komplexes und des C-Komplexes im Jahresverlauf | 60 |
| 5.13 | Zusammenfassung der semiotischen Ergebnisse über die geschriebene Kleidung der L’UOMO VOGUE | 61 |
| 6. | Corpusanalyse - Teil 2: Ästhetische Analyse der Kleidungsabbildung in der italienischen Herrenmodezeitschrift L’UOMO VOGUE | 63 |
| 6.1 | Ansatz für die ästhetische Analyse der L’UOMO VOGUE-Kleidungsabbildungen | 63 |
| 6.2 | Modischer Purismus und Minimalismus - die „ästhetische Revolution“ in der Herrenmode der 90er Jahre? | 64 |
| 6.3 | Die Ästhetik der Vergangenheit: Eklektizismus und Synkretismus in der Herrenmode der 90er Jahre | 68 |
| 6.4 | Unisex und Androgynie - die Verwischung der Geschlechter | 73 |
| 6.5 | Zusammenfassung der ästhetischen Ergebnisse über die abgebildete Kleidung der L’UOMO VOGUE | 77 |
| 7. | Nachwort: Die (Herren-)Mode in der Postmoderne | 80 |
| 8. | Anhang 1: Schemata, Grafiken und Tabellen | 82 |
| 9. | Anhang 2: Modefotografien | 97 |
| 10. | Bibliographie | 115 |
41 2. Zum einen hat Roland Barthes einen Jahrgang französischer Damenmodezeitschriften, vor allem Elle und Jardin des Modes, als Corpus für seine Untersuchungen gewählt.76 Mit der zunehmenden Bedeutung von auflagenstarken Herrenmodezeitschriften auf dem Zeitschriftenmarkt unserer Tage, die das immense modische Potential der Zielgruppe der Männer dokumentieren, ist eine semiotischlinguistische Analyse der geschriebenen Herrenbekleidung längst überfällig. Zudem ist italienische Herrenmode auf dem Modemarkt ein weltweit nicht zu unterschätzender Umsatzfaktor mit entsprechend hervorragendem Ruf. Corpus unserer Analyse sind daher die insgesamt 11 Ausgaben der italienischen Herrenmodezeitschrift L’UOMO VOGUE von Februar 1996 bis Februar 1997.77 3. Zum anderen stammt der von Barthes verwendete Jahrgang der Damenmodezeitschriften bereits aus den Jahren 1958/59 (von Juni bis einschließlich Juni). Neben der synchronen Auswertung eines Jahrgangs einer italienischen Herrenmodezeitschrift ist daher auch ein diachroner Vergleich gegenüber den Barthesschen Ergebnissen sinnvoll. Als weiteres Ziel unserer Corpusanalyse soll daher der diachrone Vergleich zwischen den 50er und 90er Jahren unseres Jahrhunderts eventuelle Veränderungen bzw. Parallelen in der Sprache der geschriebenen Kleidung dokumentieren, wie sie sich in knapp 40 Jahren Modegeschichte vollzogen haben. Wie wir später sehen werden, sind nach vier vergangenen Jahrzehnten Erweiterungen der Barthesschen Analyseterminologie unbedingt erforderlich, die einen nicht unwesentlichen Wandel der Sprache der Mode dokumentieren. Es wird nicht Ziel der nachstehenden Corpusanalyse sein, über die semiotischlinguistisch erfolgende Bestandsaufnahme der italienischen Herrenmodesprache unseres Jahrhundertendes hinaus den „Machenschaften des Sinns“78 der Mode im allgemeinen nachzuspüren, wie Roland Barthes dies in seinem Buch Die Sprache der Mode nach der Bestandsaufnahme der Modesprache seiner Zeit getan hatte. Eine vergleichbar ausgeweitete semiotisch-linguistische Analyse würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Als Gegengewicht für den theoretisch anmutenden semiotischen Analyseteil haben wir die eher praxisbezogene ästhetische Analyse der Kleidungsabbildungen bzw. Modefotografien des Corpus gewählt. [...]
40 3. Die abgebildete Kleidung schließlich umfaßt die malerische bzw. künstlerische Erfassung von Kleidung ebenso wie die seit Ende des 19. Jahrhunderts mögliche photographische. Entsprechend beinhaltet die abgebildete Kleidung alle formal relevanten und damit ästhetischen Aspekte. Die ästhetischen Paradigmen der italienischen Herrenmodefotografie unseres Jahrzehnts werden Gegenstand des zweiten Teils der Corpusanalyse in Kapitel 6 sein. Mit Roland Barthes können wir aufgrund der entsprechenden Charakteristiken bezüglich der realen Kleidung von einer technologischen Struktur sprechen, bezüglich der abgebildeten Kleidung von einer plastischen und bezüglich der geschriebenen Kleidung von einer verbalen Struktur.74 Die Korrelation der beschriebenen Realisationen von Kleidung läßt sich linguistischstrukturalistisch in Anlehnung an Ferdinand de Saussure formulieren. Demgemäß entspricht die reale Kleidung als sprachliche Urprungsinstitution und -struktur der languemère, abgebildete und geschriebene Kleidung hingegen können als aktualisierte, individualisierte und angewandte Formen der langue-mère mit den Begriffen parole I und parole II bezeichnet werden. Konzentrieren wir uns lediglich auf die Realisation der geschriebenen Kleidung, können wir die linguistische Dialektik von langue und parole ebenso ausfindig machen: Die geschriebene Kleidung ist zugleich Institution oder >Sprache< (langue) auf der Ebene der Kleidung - und Akt oder >Sprechen< (parole) auf der Ebene der menschlichen Rede (langage). Dieser paradoxe Status ist wichtig: er wird die gesamte strukturale Analyse der geschriebenen Kleidung beherrschen.75 Da der Sprache in jeglicher Form - ob verbal oder non-verbal - die Funktion der Kommunikation inhärent ist, können wir parallel zur linguistischen Dialektik von langue und parole für die geschriebene Kleidung auch die kommunikationstheoretische Dialektik von Code und Botschaft formulieren. Im Vordergrund der weiteren Analyse der geschriebenen Kleidung steht zunächst jedoch die linguistische Dialektik von Signifikant und Signifikat der sprachlichen Zeichen geschriebener Kleidung. [...]
5.1 Methodik und Ziel der Corpusanalyse Grundgedanke aller Ausführungen des Kapitels ist die Gleichsetzung von Kleidung mit Sprache, wie wir es bereits in Kapitel 2.1.1 erläutert haben. Kleidung ist demzufolge ein Kommunikationsobjekt. Da Sprache generell auf einem System von Zeichen basiert, gilt es, die Zeichen der Kleidung innerhalb eines noch zu definierenden Corpus zu entdecken sowie ihre Struktur und ihre Bedeutung semiotisch und ab Kapitel 6 auch ästhetisch genauer zu analysieren. Auf der Ebene der italienischen Herrenmode schließlich sollen die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfließen und einen mosaikartigen Überblick über die Hauptcharakteristiken der italienischen Herrenmode der 90er Jahre ergeben. Bevor wir uns jedoch der Analyse des Zeichensystems der Kleidung widmen können, müssen wir einige für die Methodik und die bevorstehende Analyse wichtige Differenzierungen des Begriffes „Kleidung“ sowie Anmerkungen zu ihrer wissenschaftlichen Betrachtung vorausschicken. Wenn wir die Ebene der Kleidung genauer betrachten, so können wir unschwer drei Realisationen der Kleidung ausfindig machen: 1. Die reale Kleidung bezeichnet das real existente Kleidungsstück und beinhaltet entsprechend den gesamten Fertigungsprozeß, der zur Kreation des Kleidungsstückes geführt hat. Wann immer wir in den vorausgegangenen Kapiteln die Herrenbekleidung sowie ihren Wandel soziologisch und historisch analysiert haben, geschah dies auf der Ebene der realen Kleidung. 2. Die geschriebene Kleidung bezeichnet alle schriftlich getroffenen Aussagen über Kleidung, über ihre Funktion sowie ihre Bewertung - kurz: ihre Beschreibung.72 Klassisches Beispiel hierfür ist der Modekommentar zu entsprechenden Modefotografien. Die genaue Analyse der geschriebenen Kleidung auf Basis eines Corpus ist Zentrum des vorliegenden Kapitels.73 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446314
Arbeit zitieren:
Braun, Costa Mai 1998: La Moda Maschile, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ästhetik, Herrenmode, Semiotik, Fotografie, Soziologie



