Kunst im Unternehmen
Ein Mehrwert in Zeiten des Wandels
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Bianca Edda Weber
- Abgabedatum: Februar 2009
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 4,8 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule Reutlingen - European School of Business Deutschland
- Bibliografie: ca. 100
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3947-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Bianca Edda Februar 2009: Kunst im Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kunst, Wirtschaft, Unternehmen, Mehrwert, Changemanagement
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MA-Thesis / Master von Bianca Edda Weber
Einleitung:
‘If I can’t picture it, I can’t understand it.’ Albert Einstein Die Verbindung von Kunst und Unternehmen kann zwar auf eine lange Tradition zurückblicken, dennoch beruht die Beziehung in erster Linie auf dem Mäzenatentum einzelner Unternehmer. Die Förderung von Künstlern, ohne dass eine konkrete Gegenleistung erwartet wird, gehört auch heute noch in vielen Unternehmen zum guten Ton. Gleichwohl wurde aber mittlerweile erkannt, dass auch die Kunst dem Unternehmen von Nutzen sein kann. Jedoch beschränkt sich dieser Kunsteinsatz überwiegend auf das Kunstsponsoring oder auf Kunst als Statussymbol der Unternehmensleitung.
So wird nicht in Betracht gezogen, dass Kunst dem Unternehmen noch einiges mehr zu bieten hat und der Dialog mit Künstler und Kunst facettenreicher sein kann als ein repräsentatives Bild in der Vorstandsetage, reine Dekoration oder die materielle bzw. finanzielle Förderung von Kunst und Künstlern um einen Marketingeffekt zu erzielen. Versucht man jedoch neue Ansätze Kunst als Mehrwert in das Unternehmen zu integrieren, trifft man auf Skeptiker, die den Mehrwert von Kunst im Unternehmen bezweifeln oder nicht anerkennen. Gerade in Zeiten starken gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandels sind neue Wege und Denkweisen gefragt, um den Anforderungen, die dieser Umbruch erzeugt, gewachsen zu sein. Unternehmen suchen Antworten auf die zentralen Veränderungen unserer Zeit, der ‘Globalisierung, Individualisierung und Information als neuer Rohstoff.’Innovationen und neue Wege sind gefragt. Umdenken statt Festhalten an veralteten Denkmustern.
Benötigen Gesellschaften und ihre Individuen Zeit, um Wahrnehmung und Dasein an die sich stetig wandelnden Bedingungen anzupassen, sind es die Künstler, die stets einen Schritt schneller gehen und aus dem Neuen schöpfen. Sie gehören zu denjenigen jeder Epoche, die immer wieder den Mut bewiesen haben, ihrer Zeit voraus zu sein, indem sie mit festgefahrenen Wahrnehmungs- und Denkmustern brechen und seismographisch gesellschaftliche Veränderungen aufnehmen. ‘Unternehmen können [..] davon profitieren, mit Querdenkern, so auch mit Kunst und Künstlern, den Austausch zu suchen.’ Und genau an diesem Punkt setzt die Arbeit an. Sie möchte Analysieren, welchen Mehrwert die Kunst dem Unternehmen gerade in Zeiten des Wandels bringen kann. Genauer wird dabei untersucht und anhand von Beispielen aus der Praxis erläutert, wie das Potential von Kunst, gerade in Zeiten gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Umbrüche, effektiv und vielseitig in den einzelnen Unternehmensbereichen eingesetzt werden kann. Aus der Analyse folgt eine Zusammenfassung in der die Wirkungsweisen des Kunsteinsatzes für die einzelnen Unternehmensbereiche grafisch gebündelt werden. Aus der Zusammenfassung lassen sich Folgerungen für den Kunsteinsatz in Unternehmen ableiten. Abschließend werden grafisch die Methoden des Kunsteinsatzes aufgeführt und Empfehlungen für die Praxis gegeben.
Aufgabe dieser Arbeit ist es dagegen nicht, die Autonomie und den Grad der Funktionalisierung der eingesetzten Kunst in Frage zu stellen. Eine genauere Untersuchung dieses Sachverhaltes würde den Rahmen der Arbeit übersteigen und unterliegt zudem nicht der Fragestellung der Arbeit.
Strategisches Ziel:
Aufzeigen des Mehrwertes von Kunst im Unternehmen im Hinblick auf die unternehmerischen Anforderungen, die der gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Wandel generiert.
Operative Ziele:
Aufzeigen, welche Anforderungen aus dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel für die einzelnen Unternehmensbereiche entstehen.
Analyse der Fähigkeiten bzw. Eigenschaften die Kunst hat und wie durch deren unternehmerischen Einsatz neue Anforderungen in den einzelnen Unternehmensbereichen bewältigt werden können.
Mit Beispielen aus der Praxis veranschaulichen, wie durch den Kunsteinsatz in den einzelnen Unternehmensbereichen die vom Wandel generierten Anforderungen bewältigt werden können.
Grafische Zusammenfassung für einen erfolgreichen Kunsteinsatz geben und darüber hinaus Methoden des Kunsteinsatzes und Handlungsempfehlungen aufzeigen.
Aufbau der Arbeit:
Die folgende Arbeit besteht aus sieben Teilen:
GRUNDLAGEN: Schafft die fachliche Basis und die Hintergründe, die für den Hauptteil notwendig sind. Im Detail werden die Begriffe Unternehmen und Kunst definiert und es wird auf den Wandel und seine drei Triebkräfte eingegangen. Darüber hinaus wird die Beziehung von Kunst und Unternehmen im geschichtlichen Zusammenhang ausgeführt.
DATEN UND FAKTEN: Erläutert die Theorie des Einsatzes von Kunst im Unternehmen. Es wird eine Umfrage über ‘Bildende Kunst in den Unternehmensräumen’ und ‘Bildende Kunst in der betrieblichen Weiterbildung’ ausgeführt und es wird auf die Wirkung und den Nutzen von Kunst eingegangen. Es erfolgt eine Gliederung des Kunsteinsatzes nach Branchenzugehörigkeit und es werden die Vorraussetzungen für den Kunsteinsatz im Unternehmen ausgeführt.
KUNST IM UNTERNEHMEN: Bearbeitet die eigentliche Zielsetzung der Arbeit und ist in vier Teile (Innenwirkung, Außenwirkung, Wirkung nach innen und außen und monetäre Wirkung von Kunst) gegliedert. Anhand der einzelnen Unternehmensbereiche wird der Mehrwert der Kunst aus den Anforderungen, die sich aus dem Wandel ergeben, analysiert und durch praxiserprobter Beispiele aus Unternehmen erläutert.
ZUSAMMENFASSUNG DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN: Fasst die wichtigsten Ergebnisse, die aus der Analyse resultieren, grafisch zusammen.
FOLGERUNGEN DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN: Aus der Zusammenfassung erfolgen Schlussfolgerungen, die nun stichpunktartig erläutert werden.
METHODEN UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN: Es gibt unterschiedliche Methoden für die einzelnen Unternehmensbereiche Kunst als Mehrwert einzusetzen. Diese werden grafisch ausgeführt. Darüber hinaus werden weitere Empfehlungen gegeben die einen erfolgreichen Kunsteinsatz ermöglichen.
FAZIT: Resümiert die wichtigsten Erkenntnisse.
Die Arbeit konzentriert sich auf Unternehmen in Deutschland. Die Künstler und deren Kunst sind international und beschränken sich nicht auf die deutsche Kunstszene. Zudem wurden gezielt Praxisbeispiele aus kunstbranchenfremden Unternehmen ausgesucht, um gerade das Kompatibiliätsvermögen des Kunsteinsatzes mit Unternehmen, die aus unterschiedlichen Branchen stammen zu belegen.
Inhaltsverzeichnis:
| KURZFASSUNG DES THEMAS | 3 | |
| I. | EINLEITUNG | 6 |
| I.1 | ZIELE DER ARBEIT | 8 |
| I.2 | AUFBAU DER ARBEIT | 9 |
| II. | GRUNDLAGEN | 10 |
| II.1 | DEFINITION UND MERKMALE DES UNTERNEHMENS | 10 |
| II.2 | DER WANDEL UND SEINE DREI TRIEBKRÄFTE | 11 |
| II.3 | DEFINITION UND MERKMALE DES KUNSTBEGRIFFS | 14 |
| II.4 | DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN KUNST UND UNTERNEHMEN | 15 |
| III. | DATEN UND FAKTEN | 17 |
| III.1 | UMFRAGE: ‘BILDENDE KUNST IN DEN UNTERNEHMENSRÄUMEN’ UND ‘BILDENDE KUNST IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG’ | 17 |
| III.2 | NUTZEN UND WIRKUNG VON KUNST | 19 |
| III.3 | KUNST NACH BRANCHENZUGEHÖRIGKEIT | 23 |
| III.4 | AKZEPTANZPROBLEME DER UNTERNEHMEN GEGENÜBER KUNST | 24 |
| III.5 | VORRAUSSETZUNGEN FÜR DEN KUNSTEINSATZ IM UNTERNEHMEN | 26 |
| IV. | KUNST IM UNTERNEHMEN | 28 |
| IV.1 | WIRKUNG VON KUNST NACH INNEN | 28 |
| IV.1.1 | Kunst als Teil der Unternehmenskultur | 28 |
| IV.1.1.1 | Definition von Unternehmenskultur | 28 |
| IV.1.1.2 | Anforderungen an die Unternehmenskultur | 29 |
| IV.1.1.3 | Mehrwert von Kunst als Teil der Unternehmenskultur | 30 |
| IV.1.1.4 | Kunst als integraler Bestandteil der Unternehmenskultur (Würth GmbH & Co. KG) | 32 |
| IV.1.2 | Kunst als Teil der Personalpolitik | 35 |
| IV.1.2.1 | Definition von Personalpolitik | 35 |
| IV.1.2.2 | Anforderungen an die Personalpolitik | 35 |
| IV.1.2.3 | Mehrwert von Kunst in der Personalpolitik | 37 |
| IV.1.2.4 | Kunst in der Personalbeschaffung: ‘Denken ist Handeln’ (BCG) | 38 |
| IV.1.2.5 | Kunst im Personaleinsatz: künstlerischer Prozessbegleiter (Daimler AG) | 40 |
| IV.1.2.6 | Kunst als Personalmotivation und –honorierung: ‘Kunst am Arbeitsplatz’ (Deutsche Bank) | 41 |
| IV.1.2.7 | Kunst in der Personalentwicklung: ‘Keine Angst vorm schwarzen Mann’ (Übung) | 42 |
| IV.1.3 | Kunst als Teil der Organisationsentwicklung | 43 |
| IV.1.3.1 | Definition von Organisationsentwicklung | 43 |
| IV.1.3.2 | Anforderungen an die Organisationsentwicklung | 43 |
| IV.1.3.3 | Mehrwert von Kunst in der Organisationsentwicklung | 44 |
| IV.1.3.4 | Kunsteinsatz bei Mergers & Acquisitions (Haworth) | 45 |
| IV.2 | WIRKUNG VON KUNST NACH AUßEN - KUNST ALS TEIL DER EXTERNEN UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION | 47 |
| IV.2.1 | Definition von Unternehmenskommunikation | 47 |
| IV.2.2 | Anforderungen an die externe Unternehmenskommunikation | 48 |
| IV.2.3 | Mehrwert von Kunst in der externenUnternehmenskommunikation | 49 |
| IV.2.3.1 | Das Kunstevent als Teil derexternen Unternehmenskommunikation | 50 |
| IV.2.3.1.1 | Entwicklung von Events | 50 |
| IV.2.3.1.2 | Das Kunstevent in der Automobilindustrie (BMW Group Pavillon) | 50 |
| IV.2.3.2 | Das Kunstsponsoring als Teil der externen Unternehmenskommunikation | 51 |
| IV.2.3.2.1 | Definition und Ziele des Kunstsponsorings | 51 |
| IV.2.3.2.2 | Das Kunstsponsoring auf der Documenta 12 (Sparkassengruppe) | 53 |
| IV.2.3.3 | Die Unternehmensarchitektur als Teil der externen Unternehmenskommunikation | 54 |
| IV.2.3.3.1 | Entwicklung der Unternehmensarchitektur | 54 |
| IV.2.3.3.2 | Architektur in der Automobilindustrie (BMW Welt, München) | 55 |
| IV.3 | WIRKUNG VON KUNST NACH INNEN UND AUßEN - KUNST ALS TEIL DER UNTERNEHMENSSTRATEGIE | 56 |
| IV.3.1 | Definition von Unternehmensstrategie | 56 |
| IV.3.2 | Anforderungen an die Unternehmensstrategie | 57 |
| IV.3.3 | Mehrwert von Kunst als Teil der Unternehmensstrategie | 58 |
| IV.3.4 | Kunst als Basis einer Unternehmensstrategie: ‘Beratung ist Umsetzung nach allen Regeln der Kunst’ (Droege & Comp.) | 59 |
| IV.4 | MONETÄRE WIRKUNG VON KUNST – KUNST ALS INVESTMENT | 61 |
| IV.4.1 | Finanzgeschäfte eines Unternehmens | 61 |
| IV.4.2 | Anforderungen an den Finanzbereich eines Unternehmens | 61 |
| IV.4.3 | Mehrwert von Kunst als Investment | 62 |
| IV.4.4 | Kunst als alternative Währung (Deutsche Bank) | 63 |
| IV. | ZUSAMMENFASSUNG DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN | 65 |
| V. | FOLGERUNGEN DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN | 68 |
| VI. | METHODEN UND PRAXISEMPFEHLUNGEN DES KUNSTEINSATZES IM UNTERNEHMEN | 69 |
| VII. | FAZIT | 73 |
| VIII. | ANHANG | 75 |
| VIII.1 | UNTERNEHMENSPROFILE | 75 |
| VIII.2 | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 78 |
| VIII.3 | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 79 |
| VIII.4 | LITERATURVERZEICHNIS | 83 |
Textprobe:
Kapitel III.3, Kunst nach Branchenzugehörigkeit:
Es scheint Branchen zu geben, die von Anfang an einen stärkeren Bezug zur Kunst hatten. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass Unternehmen am Künstlerischen umso interessierter sind, (1) je wichtiger Image und Marke für den Unternehmenserfolg sind (z.B. Automobil, Lifestyle, Mode) (2) je höher der Anteil an Informationen im Produkt ist (z.B. Versicherungen, Banken, Kanzleien) (3) je höher der Anteil an Emotion im Produkt ist (z.B. Tourismus, Entertainment, Gastronomie, Hotel) (4) je mehr Kommunikation zum Endverbraucher nötig ist (Handel).
In der Auflistung sind Unternehmen die ausschließlich Firmenkunden bedienen wie Gewerbebetriebe, Zulieferer und Maschinenbauunternehmen nicht vertreten. Haben diese Branchen kein Interesse an Kunst?
Zwar profilieren sich diese Branchen überwiegend durch ihre entwickelten Produkte und Dienstleistungen. Das ist jedoch kein Grund, Kunst im Unternehmen nicht einzusetzen, wie das Kunstengagement des Montagezulieferers Würth beweist. Die Firma hat durch das Kunstengagement internationalen Ruf erreicht, obwohl man annehmen könnte, dass ein Unternehmen, das mit seinen technischen Produkten ausschließlich Gewerbekunden bedient, mit Kunst nicht viel gemein hat.
Gerade deswegen gilt, dass man bei dem Kunsteinsatz im Unternehmen nicht nach der Branche, in der das Unternehmen tätig ist, gehen kann. Der Kunsteinsatz kann, wie bereits angesprochen, vielfältig und facettenreich sein. Deswegen kann Kunst auch für Unternehmen von Interesse sein, die auf den ersten Blick nicht viel mit Kunst vereint, eben weil sie über eine Wirkung und Nutzen verfügt die Antworten auf die Wandlungen unserer heutigen Zeit (Globalisierung, Individualisierung und Wissens- bzw. Informationsgesellschaft) liefert. Entscheidend ist, sich eingehend mit Kunst im Kontext zum Unternehmen auseinander zu setzen und zu untersuchen, ob ein Kunsteinsatz für das jeweilige Unternehmen sinnvoll ist. So scheitert der Einsatz von Kunst im Unternehmen oft daran, weil viele Unternehmer, besonders die Pragmatiker und Konservativen unter ihnen, Vorurteile und Akzeptanzprobleme gegenüber Kunst haben.
III.4. Akzeptanzprobleme der Unternehmen gegenüber Kunst:
Warum wurde das Potential von Kunst im Unternehmen noch nicht ausreichend erkannt? Blanke hat fünf Faktoren ausgemacht, die entscheidend sind:
1. Keine (positiven Erfahrungen) im Umgang mit Kunst, 2. Angst vorm Scheitern, 3. Eingefahrene Denkmuster, Vorurteile, falsche Vorstellungen, 4. Pragmatisch- konservative Grundeinstellung, 5. Geld- und /oder Zeitknappheit.
Zwei weitere Faktoren sind zudem in Betracht zu ziehen:
6. Informationsmangel, 7. Erschwerte quantitative Messung des Nutzenpotentials.
Zu 1: Um über Kunst sachgemäß urteilen zu können, muss sie erlebt werden. Wenn man noch keine Erfahrung mit Kunst gemacht hat, kann sie elitär, abgrenzend oder einschüchternd wirken.
Zu 2: Führungskräfte und Manager stehen unter einem immensen Druck. 56% der Führungskräfte fühlen sich überlastet oder stehen unter starken Leistungsstress. Sie müssen sich täglich gegenüber Investoren, Anteilseignern und den eigenen Mitarbeitern rechfertigen. Dafür sind vor allem quantitative Argumente, Daten und Fakten notwendig. Da sich Kunst schlecht in Zahlen ausdrücken lässt, fürchten viele einen Erklärungsnotstand. Zudem gilt Kunst als Unsicherheitsfaktor und stellt oft den Status quo in Frage. Angst vor Versagen oder einer Blamage spielen zudem eine Rolle, weshalb oft auch gute Argumente für den Kunsteinsatz nicht überzeugen.
Zu 3: Manager verharren häufig in vermeintlich bewährten Konzepten und Methoden, so dass neue Denkansätze nicht ermöglicht werden. Zudem gibt es falsche Vorstellungen und Vorurteile was den Kunsteinsatz in Unternehmen betrifft. Dieser wird oft nur mit Imageprofilierung verbunden.
Zu 4.: Unternehmer können nach Blanke in verschiedene Charaktertypen unterteilt werden: Pragmatiker, Konservativen, Innovatoren, Visionäre, Skeptiker.
Gut zwei Drittel der Unternehmer in Deutschland haben eine pragmatisch-konservative Haltung und sind entsprechend vorsichtig gegenüber Neuerungen und Innovationen. Diese Haltung erschwert es der Kunst im Unternehmen auf breite Akzeptanz zu stoßen. Zwar schmücken auch die Konservativen und die Pragmatiker ihre Vorstandszimmer mit wertvoller Kunst, dennoch basiert diese Vorliebe eher darauf, dass sich ‘mit teurer Kunst an der Wand gut sehen lassen kann; mit zuviel Geld am Körper kippt das Bild.’ Zu 5: Dies ist vor allem auch eine Frage wie man seine Prioritäten setzt. Mit der Äußerung, es stehe derzeit kein Geld/Zeit zur Verfügung, wird signalisiert, dass es momentan wichtigere Dinge gibt. Ausschlaggebend ist hierbei, inwieweit man vom Nutzen und der Wirkung von Kunst überzeugt ist.
Zu 6: Wie bereits in Kapitel III.1. erläutert besteht in der Fachliteratur noch Nachholbedarf über das Thema Kunst im Unternehmen. Dieser Informationsmangel überträgt sich auch auf die Unternehmen, die nicht über genügend Wissen über das wertstiftende Potential von Kunst im Unternehmen verfügen. Zudem werden die bestehenden Informationen oft nicht brauchbar für die Unternehmen aufbereitet. Außerdem gibt es noch wenige Einrichtungen, die sich mit dem Thema befassen und Unternehmen entsprechende Programme anbieten.
Zu 7: Wie bereits erwähnt lässt ich das Nutzenpotential von Kunst nur schwer bestimmen und quantifizieren.Dies hat der zur Folge, dass der Kunsteinsatz auf Skepsis in Unternehmen stößt, die es gewöhnt sind in Zahlen und Fakten (z.B. Statistiken) zu denken. In Zeiten, in denen von Humankapital und Goodwill gesprochen wird, sollte man doch zunehmend ein Bewusstsein für Einsteins Theorie generieren: ‘Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.’ Zusammenfassend lässt sich folgern, dass der Einsatz von Kunst im Unternehmen starke Fürsprecher und Vermittler braucht, die passende Argumente zur passenden Zeit und am passenden Ort parat haben müssen, um zu überzeugen.
So ist es nur verständlich, dass gerade die Unternehmen Kunst mit einbeziehen, in denen die Führungskräfte selbst ein intensives Verhältnis zur Kunst pflegen, da diese bereits die Wirkung und Nutzen von Kunst bestätigen. Zusätzlich ist es hilfreich an Führungskräfte heranzutreten, die offen für Neues und Ungewöhnliches sind und gleichzeitig innovativ bzw. visionär denken. Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen ist außerdem notwendig, um sich von abwertenden Äußerungen gegenüber Kunst nicht einschüchtern zu lassen. Zusätzlich sind einige Voraussetzungen unabdingbar, die den Einsatz von Kunst im Unternehmen erst ermöglichen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836639477
Arbeit zitieren:
Weber, Bianca Edda Februar 2009: Kunst im Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kunst, Wirtschaft, Unternehmen, Mehrwert, Changemanagement



