Die Kundenzeitschrift von Energieversorgern als Instrumente der Unternehmenskommunikation
Eigendarstellung vs. neutrale Berichterstattung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anja Telzer
- Abgabedatum: Oktober 2004
- Umfang: 142 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Offenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4085-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4085-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4085-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Telzer, Anja Oktober 2004: Die Kundenzeitschrift von Energieversorgern als Instrumente der Unternehmenskommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Corporate Publishing, Marketing-Mix, Inhaltsanalyse, Kundenpublikation, Kundenbindung
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Diplomarbeit von Anja Telzer
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit ist nicht nur für Energieunternehmen informativ, sondern für jedes Unternehmen, das eine Kundenzeitschrift publiziert. Gezielte Kundenkommunikation ist im modernen Wirtschaftsleben unbestritten ein wichtiger Erfolgsfaktor. Kundenzeitschriften haben auf Grund der Liberalisierung in den Märkten der Telekommunikation, Energiebranche und bei den Krankenkassen eine buchstäbliche „Renaissance“ erfahren.
Derzeit erscheinen in Deutschland über 2.400 Kundenpublikationen. So unterschiedlich wie die Unternehmen, die sich diesem Medium bedienen, sind auch die Kundenpublikationen selbst. Ob als seitenstarker Hochglanzdruck oder als dünne achtseitige Broschüre - die Ziele, die Firmen damit verfolgen, sind immer die gleichen. Durch Informationen, Unterhaltung und andere attraktive Inhalte soll dem Kunden ein Mehrwert geboten werden, der ihn in erster Linie an das Unternehmen bindet.
Intention der vorliegenden Arbeit ist es, einen umfassenden Einblick in das Medium „Kundenzeitschrift“ zu geben. Dabei werden im theoretischen Teil zunächst Ziele und Vorteile, die Positionierung im Unternehmen und im Marketing-Mix sowie unterstützende Instrumente ausführlich beleuchtet.
Im praktischen Teil werden exemplarisch die Kundenpublikationen einiger ausgewählter Unternehmen der Energiebranche analysiert. Es wird überprüft, ob die Kundenzeitschriften einen Mehrwert bieten oder überwiegend als Werbezeitschrift zur Eigendarstellung eingesetzt sind. Die empirische Untersuchung der Fragestellung erfolgt mittels Inhaltsanalyse.
Die Untersuchungsschwerpunkte im praktischen Teil liegen in erster Linie auf inhaltlichen Komponenten entsprechend dem Titel „Eigendarstellung vs. neutrale Berichterstattung“. Während der Analyse werden zusätzlich weitere inhaltliche Aspekte in Betracht gezogen. Erfasst werden insbesondere die Rubrikvielfalt, Anzahl der platzierten Dialogelemente und die Verzahnung der Publikationen zum Internet. Es werden Schwachstellen herausgestellt, aber auch Lösungsansätze gegeben für die optimale inhaltliche Konzeption einer Kundenpublikation.
Die Ergebnisse zeigen vielfältige Schwächen hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der analysierten Kundenzeitschriften. Trotz allem profilierten sich diverse Publikationen in einigen Kategorien. Einen durchgängig hohen Standard hinsichtlich der untersuchten Fragestellung erfüllen dagegen nur wenige der analysierten Kundenmagazine.
Es wird der Schluss gezogen, dass heutige Kundenpublikationen von Energieversorgern nicht vorwiegend den zweckdienlichen kommunikativen Prämissen, sondern eher unternehmensindividuellen Zielsetzungen genügen.
Kundenzeitschriften sind aber in erster Linie dazu da, die Kunden an das Unternehmen oder die Marke zu binden. Dieses Ziel erreicht eine Publikation nur, indem sie seinem Leser einen Mehrwert bietet. Gerade Privatkunden möchten unterhalten werden. Dafür sorgen vor allen Dingen abwechslungsreiche Artikel, die nicht vornehmlich das eigene Unternehmen in den Vordergrund stellen. Einige Zeitschriften bedürfen folglich einer funktionalen und zielgruppenspezifischen Profilschärfung, die die Wünsche und Bedürfnisse der eigenen Kunden in den Mittelpunkt aller Kommunikationsaktivitäten stellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einführung | 6 |
| 1.1 | Kundenkommunikation: Ein Erfolgsfaktor | 7 |
| 1.2 | Zielsetzung und Gliederung der Arbeit | 9 |
| 2. | Theoretischer Hintergrund | 11 |
| 2.1 | Die Unternehmenskommunikation | 11 |
| 2.1.1 | Abgrenzung Unternehmenskommunikation | 12 |
| 2.1.2 | Ziele und Zielgruppenansprache | 15 |
| 2.1.3 | Direktmarketing und CRM | 17 |
| 2.2 | Die Kundenzeitschrift | 19 |
| 2.2.1 | Trend – Kundenzeitschrift | 20 |
| 2.2.2 | Begriffliche Eingrenzung | 23 |
| 2.2.3 | Marketing-Instrument mit Zukunft | 25 |
| 2.2.4 | Vorteile und Ziele | 29 |
| 2.3 | Energieversorger | 35 |
| 2.3.1 | Einordnung Energieversorgungsunternehmen | 35 |
| 2.3.2 | Liberalisierung im deutschen Strommarkt | 37 |
| 2.3.3 | Konzentrationen | 41 |
| 2.3.4 | Energiemarkt Ostdeutschland | 44 |
| 2.4 | Kundenzeitschriften und Energieversorger | 46 |
| 2.4.1 | Besonderheiten Energie | 47 |
| 2.4.2 | Ziele und Zielpublika | 49 |
| 2.4.3 | Eigendarstellung vs. neutrale Berichterstattung | 53 |
| 2.4.4 | Dialogelemente und Internet | 55 |
| 3. | Methodische Vorgehensweise | 64 |
| 3.1 | Die Inhaltsanalyse | 64 |
| 3.1.1 | Inhaltsanalyse als Forschungsmethode | 65 |
| 3.1.2 | Vor- und Nachteile | 68 |
| 3.1.3 | Ablauf | 70 |
| 3.2 | Planungsphase | 70 |
| 3.2.1 | Problemstellung und Hypothesenbildung | 70 |
| 3.2.2 | Projektplanung und Auswahl des Untersuchungsmaterials | 73 |
| 3.3 | Entwicklungsphase mit Kategorienbildung | 75 |
| 3.4 | Testphase | 77 |
| 3.4.1 | Probekodierung | 78 |
| 3.4.2 | Reliabilitäts- und Validitätsprüfung | 79 |
| 4. | Auswertung und Interpretation | 81 |
| 4.1 | Vorbetrachtungen | 81 |
| 4.1.1 | Organisation der Kundenpublikationen | 82 |
| 4.1.2 | Ergebnisse der Organisation | 83 |
| 4.2 | Erscheinungsmerkmale | 84 |
| 4.2.1 | Format, Auflage und Seitenzahl | 84 |
| 4.2.2 | Erscheinungsweise | 86 |
| 4.3 | Diskussion der Hypothesen | 87 |
| 4.3.1 | Eigendarstellung vs. neutrale Berichterstattung | 89 |
| 4.3.2 | Rubrikvielfalt | 92 |
| 4.3.3 | Dialogelemente | 95 |
| 4.3.4 | Internet-Links | 97 |
| 4.3.5 | Endbewertung | 100 |
| 5. | Zusammenfassung und weitere Forschungsfelder | 103 |
| 5.1 | Zusammenfassung der Erkenntnisse | 103 |
| 5.2 | Ansatzpunkte für weitere Forschungsfelder | 104 |
| Literaturverzeichnis | 106 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 111 | |
| Anhangsverzeichnis | 112 |
ein ausgezeichnetes Instrument der Meinungserhebung. Ein Fragebogen zur Akzeptanz der Kundenzeitschrift, eine Beurteilung von Produkten, Marke oder Dienstleistungen, eine konkrete Frage zu einem kontroversen Thema oder geplanten Schwerpunkt in einer der nächsten Ausgaben sind nur einige Möglichkeiten, den Leser um seine Meinung zu bitten. Fragen zur Akzeptanz der Kundenzeitschrift sind mindestens alle zwei Jahre gezielt an die Kunden zu richten.1 Die RWE AG beispielsweise hat einen Fragebogen zur aktuellen Ausgabe direkt auf ihrer Internetseite integriert. Dabei wird der Leser dazu aufgefordert, den redaktionellen Inhalt und die optische Aufmachung zu beurteilen. Zusätzlich bieten Eingabefenster die Möglichkeit Fragen und Anregungen an die Redaktion zu richten und sich über einen besonders interessanten Artikel zu äußern. Die Antworten sorgen dafür, dass das Magazin feiner auf die Zielgruppe abgestimmt wird. Erfahrungsberichte im Magazin erhöhen die Glaubwürdigkeit und bringen zudem entscheidende Pluspunkte für das Unternehmen. Es erfährt, wo Produkte noch nachgebessert werden müssen, wie der Kunde darauf reagiert und kann z.B. durch den Kundendienst entsprechend reagieren. Telefonhotline und Faxservice sind als klassische Dialoginstrumente in jeder Kundenpublikation zu finden. Wobei die Resonanz auf einen Faxservice, z.B. der Abruf von speziellen Informationen oder das Zusenden von Anfragen, im Geschäftskundenbereich größer zu bewerten ist. Der Vorteil beim Kontakt am Telefon ist die direkte Kommunikation zum Kunden. Sie ermöglicht die gezielte Abfrage von weiteren Kundendaten zur effektiven Ergänzung der Datenbank. Dabei spielen die Kosten der Hotlines eine entscheidende Rolle, ob der Kunde diesen Kommunikationsweg einschlägt. Gebührenfreie 0800er Nummern sind aus Kundensicht die optimalste Lösung, verursachen aber auf der anderen Seite die höchsten Kosten bei den Unternehmen. Dennoch profitiert das Unternehmen beispielsweise bei Anrufen von Interessenten, da nach deutschem Recht das Unternehmen keinen telefonischen Erstkontakt mit Privatpersonen knüpfen darf.2 Viele Unternehmen lassen ihre Anrufe heute von externen Dienstleistern, sogenannten CallCentern, bearbeiten. Das dient der Entlastung interner Abteilungen. Darüber hinaus haben Call-Center längst ihr Aufgabenrepertoire erweitert. Sie bearbeiten heute auch Emails, [...]
Raustrennen und Einlösen abgedruckt; darunter Firmen wie McDonalds, Tierpark Hagenbeck, Media Markt, Centerparks bis hin zu Apotheken und Zeitschriftentitel. Um sicher zu gehen, dass die Marken nur von HEW-Kunden (und HEW-Card-Inhabern) genutzt werden, musste sich der Leser die Kupons am POS abstempeln lassen. Die gesammelten und abgestempelten Rabattmarken wurden anschließend an das Servicecenter geschickt, das dem Kunden den entsprechenden Rabattbetrag auf dem HEW-Card-Konto gut schrieb. Inzwischen hat der norddeutsche Energieversorger das System vereinfacht. Die HEW-Kunden legen bei den Kooperationspartnern ihre Kundenkarte vor und profitieren direkt beim Bezahlen. Damit das System bei den Kunden nicht in Vergessenheit gerät, wird er in jeder Ausgabe der „metropole“ aufs Neue auf die Vorzüge der HEW-Card hingewiesen. Auf mindestens zwei Seiten findet der Leser Informationen zur kostenlosen HEW-Card, Sparbeispiele zu den Kooperationspartnern und wie man die Karte erwerben kann. Einige andere Energieunternehmen wie beispielsweise DREWAG, enviaM, Stadtwerke Chemnitz und RWE praktizieren ein ähnliches Karten-Konzept. Darüber hinaus hat die HEW den guten alten Kupon aber nicht vergessen; immer wieder findet man die kleinen Rabattmarken im Heft verteilt. Preisausschreiben, Rätsel und Gewinnspiele haben sich im Corporate Publishing ebenfalls etabliert und zählen zu den Klassikern. Sie sind für den Leser attraktiv, wenn der Zielgruppe entsprechend reizvolle Preise verlost werden und die Antwortmöglichkeit dank abgedruckter Karte zum Heraustrennen oder Ausschneiden aus dem Magazinumschlag gleich integriert ist. Ferner erzeugen Fragebögen kombiniert mit Preisausschreiben oft erstaunliche Reaktionsquoten.1 Als Adress-Sammel-Instrument dienen sie vor allen Dingen, wenn die Kundenzeitschrift z.B. auf Messen zu Akquisezwecken eingesetzt wird. Bleiben Leserbriefe aus, ist das lange kein Indiz dafür, dass die Rezipienten alles für in Ordnung befinden. Garant für eine Beteiligung der Kunden sind: Abdruck auch durchaus kritischer Meinungen und die geeignete Platzierung im Heft. Randspalten und die letzte Seite sind ungeeignete Orte für Leserbriefe und zeigen wenig Interesse an der Meinung der Kunden. Selbst geäußerte Kritik bietet Chancen. Zum einen kann man sich als ein serviceorientiertes Unternehmen präsentieren, indem man auf den Kunden eingeht und gezielt eine Lösung anbietet. Zum anderen kann man im Vorfeld weiteren Beschwerden entgegenwirken, indem aus den „Fehlern“ gelernt wird. Die Leserbefragung ist ebenfalls [...]
zu erwartende Feedback angemessen redaktionell zu verarbeiten. Um den Lesern die aktive Beteiligung zu erleichtern, ist dem Heft ein Antwortformular beigelegt oder beigeheftet.1 Führend bei den Responseelementen sind Antwortkarte und Bestell-Kupon, die gänzlich unabhängig von jeder Technik sind.2 Sie dienen beispielsweise der Anforderung von Informationsmaterial, zur Anmeldung für Messen oder zum Test eines Produkts. Bei Antwortkarten gilt, je weniger der Kunde noch auszufüllen hat, desto eher erfolgt eine Reaktion. Der Vermerk „Porto zahlt Empfänger“ erhöht zusätzlich die Responsequote. Parallel zur schriftlich-postalischen Reaktion sollte der Kunden stets die Möglichkeit haben, mittels Email oder Antwortformular auf der Internetseite reagieren zu können. Das reine Couponing gewinnt seit dem Fall des Rabattgesetzes immer mehr an Bedeutung. Die kleinen abtrennbaren Ecken im Heft verschaffen dem Kunden einen geldwerten Vorteil, indem sie beispielsweise vergünstigt Kino- oder Musicalvorstellungen besuchen können oder durch Vorlage kostenlose Produktproben erhalten. Die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) integrierten das Kundenbindungsinstrument Couponing bereits in ihrer Ausgabe 1/2002. Das Kundenmagazin „metropole“ warb mit „441 Euro für Sie!“ auf dem Titelblatt. Auf drei DIN-A4 Seiten am Ende des Hefts wurden die Kupons zum [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832440855
Arbeit zitieren:
Telzer, Anja Oktober 2004: Die Kundenzeitschrift von Energieversorgern als Instrumente der Unternehmenskommunikation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Corporate Publishing, Marketing-Mix, Inhaltsanalyse, Kundenpublikation, Kundenbindung



