Kundenseitige Transaktionskosten als Einflussfaktor bei der Absatzkanalwahl von Konsumenten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carsten Roth
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 557,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9483-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9483-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9483-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Roth, Carsten Juni 2005: Kundenseitige Transaktionskosten als Einflussfaktor bei der Absatzkanalwahl von Konsumenten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Regression, Transaktionskostentheorie, Absatzkanal, Transaktionskostenart, Faktorenanalyse
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Diplomarbeit von Carsten Roth
Problemstellung:
Eine der grundlegenden Fragen, mit der sich Konsumenten im Rahmen eines Einkaufsprozesses zu beschäftigen haben, ist die Auswahl eines geeigneten Absatzkanals. Ohne Berücksichtigung der verschiedenen Betriebstypen innerhalb eines Absatzkanals kann der Nachfrager regelmäßig zwischen stationären Vertriebswegen und Home-Shopping-Vertriebswegen entscheiden. Die recht erfolgreiche Existenz beider Absatzkanäle in der heutigen Zeit impliziert unterschiedliche Ansprüche von Konsumenten an einen Absatzkanal. Folglich werden Nachfrager denjenigen Absatzkanal präferieren, welcher am ehesten ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Demzufolge ist die Frage nach weiteren Einflussfaktoren zu stellen, die neben dem Preis die Absatzkanalwahl von Konsumenten beeinflussen.
Die Transaktionskostentheorie als Teilbereich der neuen Institutionenökonomik hat sich schon seit geraumer Zeit als plausibler Erklärungsansatz von Distributionsentscheidungen bewährt. Hierbei wurden allerdings zumeist anbieterseitige Transaktionskosten in den Vordergrund gestellt. Kundenseitigen Transaktionskosten wurden, obgleich ihrer Bekanntheit, in der einschlägigen Literatur bislang wenig Beachtung entgegengebracht.
Aufgrund dieser Vernachlässigung von kundenseitigen Transaktionskosten besitzt diese Arbeit einen innovativen Charakter. Sie setzt da an, wo die meisten Arbeiten zur Transaktionskostentheorie enden – mit dem Hinweis auf die Existenz von kundenseitigen Transaktionskosten. Allgemein lassen sich kundenseitige Transaktionskosten als diejenigen Kosten zusammenfassen, die der Nachfrager bei seinem Einkaufsprozess neben dem Produktpreis zu tragen hat.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit hat zwei Ziele. Sie soll zum einen eine systematische Darstellung einzelner kundenseitiger Transaktionskostenarten konzipieren. Zum anderen sollen anhand einer empirischen Untersuchung diejenigen kundenseitigen Transaktionskosten identifiziert werden, welche einen Einfluss auf die Absatzkanalwahl von Konsumenten aufweisen.
Nach dem einleitenden Kapitel erfolgt im zweiten Kapitel zunächst eine begriffliche Auseinandersetzung mit der Thematik der Absatzkanalwahl von Konsumenten. Anschließend erfolgt eine Bestandsaufnahme der bereits in der wissenschaftlichen Forschung bekannten Faktoren, die den Konsumenten bei der Wahl eines Absatzkanals beeinflussen.
Das dritte Kapitel widmet sich der Transaktionskostentheorie und ihrem Erklärungsbeitrag für die Absatzkanalwahl von Konsumenten. Neben dem Grundgedanken der Transaktionskostentheorie werden auch deren Einflussfaktoren erläutert. Auf Basis dieses Theoriegerüstes erfolgt anschließend eine Systematisierung von kundenseitigen Transaktionskosten, die im weiteren Verlauf der Arbeit als Grundlage für die empirische Untersuchung fungieren wird.
Den Hauptteil der Arbeit bildet eine großzahlige empirische Untersuchung im vierten Kapitel. Hierbei wurden 234 Personen zum Beschaffungsprozess eines neuen Fernsehgerätes befragt. Während das Ergebnis einer explorativen Faktorenanalyse zunächst eine dreistufige Klassifizierung kundenseitiger Transaktionskostenarten zum Vorschein bringen wird, legt das Verfahren der logistischen Regression entscheidungsrelevante Transaktionskostenarten für den Kunden bei seiner Absatzkanalwahl offen. Von den 18 in das Modell aufgenommenen Transaktionskostenarten weisen schließlich vier einen signifikanten Einfluss auf die Absatzkanalwahl auf. Namentlich sind dies die psychischen Wegekosten, Out-of-Pocket Wegekosten, produktbezogenen Informationskosten und die Anpassungskosten.
Die Arbeit findet ihren Abschluss in Kapitel fünf, welches schließlich die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst. Darüber hinaus wird die Bedeutung der vorliegenden Arbeit für die Praxis erläutert und es werden Hinweise für weitere Forschungsbemühungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| Abbildungsverzeichnis | 3 | |
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Einflussfaktoren auf die Absatzkanalwahl von Konsumenten | 6 |
| 2.1 | Abgrenzung des Begriffes Absatzkanalwahl | 6 |
| 2.2 | Allgemeine Einflussfaktoren der Absatzkanalwahl | 8 |
| 3. | Der Erklärungsbeitrag der Transaktionskostentheorie für die Absatzkanalwahl von Konsumenten | 18 |
| 3.1 | Inhalt der Transaktionskostentheorie | 18 |
| 3.2 | Kundenseitige Transaktionskosten beim Einkaufsprozess | 25 |
| 3.2.1 | Anbahnungskosten | 26 |
| 3.2.2 | Durchführungskosten | 30 |
| 3.2.3 | Nachvertragliche Kosten | 32 |
| 4. | Stationärer Handel vs. Online-Shopping – Die transaktionskosten-theoretische Sicht der Konsumenten | 35 |
| 4.1 | Gegenstand der Untersuchung | 35 |
| 4.2 | Untersuchungsdesign | 36 |
| 4.3 | Operationalisierung der Transaktionskostenarten | 38 |
| 4.4 | Untersuchungsergebnisse | 40 |
| 4.4.1 | Grundlegende Ergebnisse | 40 |
| 4.4.1.1 | Deskription der Stichprobe | 40 |
| 4.4.1.2 | Personenbezogene Einflussfaktoren auf die Absatzkanalwahl | 42 |
| 4.4.2 | Überprüfung der Kategorisierung von kundenseitigen Transaktionskostenarten | 46 |
| 4.4.3 | Die Einflussnahme kundenseitiger Transaktionskostenarten auf die Absatzkanalentscheidung | 50 |
| 4.4.3.1 | Ein Erklärungsansatz der Absatzkanalwahl auf Basis einer logistischen Regression | 50 |
| 4.4.3.2 | Beurteilung der Modellgüte | 55 |
| 5. | Fazit | 58 |
| Anlagenverzeichnis | 61 | |
| Literaturverzeichnis | 69 |
Im Vergleich zum Einkauf im stationären Handel trägt der Konsument beim Online-Shopping höhere Risikokosten.93 Daher werden in der vorliegenden Arbeit lediglich solche Risikoarten berücksichtigt, die für den Kunden beim Online-Kauf relevant sind. Als erstes sei das funktionale Risiko genannt. Diese Risikoart bezeichnet den Nachteil für den Konsumenten, dass dieser die Produkte beim Online-Kauf nicht persönlich begutachten kann. Hingegen resultiert ein finanzielles Risiko aus den Zahlungsmodalitäten beim Online-Kauf. Auch wenn bereits Verfahren zur Erhöhung der Sicherheit finanzieller Transaktionen existieren, herrscht bei den Internetnutzern ein großes Misstrauen gegenüber der Abwicklung finanzieller Transaktionen über das Datennetz. Letztlich existiert noch ein persönliches Risiko. Dieses umschreibt die Gefahr des Missbrauchs persönlicher Daten und damit die Verletzung der Privatsphäre des Online-Kunden.94 [...]
Neben den Abwicklungskosten zählen Transportkosten zu den in der Durchführungsphase beim Kunden anfallenden Transaktionskosten. Kundenseitige Transportkosten existieren nur auf dem Rückweg vom stationären Handel und lassen sich weiter untergliedern in physische, psychische und Out-of-Pocket Transportkosten. Oben genannte Einflussfaktoren der physischen Abwicklungskosten lassen sich auf die physischen Transportkosten übertragen. So wird die Höhe der Kosten durch Größe und Gewicht des Produktes, Präsenz und Zustand von Fortbewegungsmitteln (z. B. Auto) oder die physische Verfassung des Käufers beeinträchtigt. Psychische Transportkosten sowie Out-of-Pocket Transportkosten lassen sich als das jeweilige Gegenstück zu den psychischen Wegekosten bzw. Out-ofPocket Wegekosten interpretieren.88 Aufgrund des erhöhten Zeitbedarfes sowie der Last der erworbenen Produkte darf jedoch davon ausgegangen werden, dass die Transportkosten regelmäßig die Wegekosten übertreffen werden. [...]
nicht. Hier muss der Kunde nur auf einen entsprechenden Button drücken, und er wird mit seinem virtuellen Warenkorb zur Kasse weitergeleitet. Im stationären Handel treten psychische Abwicklungskosten vor allem in Form von Wartezeiten bei der Zahlungsabwicklung auf. Die Öffnung mehrerer Kassen oder die bargeldlose Zahlung mit EC-Karte stellen Möglichkeiten dar, um diesen Prozess für den Kunden möglichst schnell und bequem zu gestalten.86 Im Gegensatz dazu muss der Kunde beim Online-Shopping ein Bestellformular ausfüllen. Hierbei werden die beim Kunden anfallenden Kosten durch die Übersichtlichkeit und Funktionalität der Bestellseiten beeinflusst. Je unübersichtlicher und beschwerlicher der Bestelldialog vom Kunden wahrgenommen wird, desto höher sind seine Transaktionskosten. Häufig führen zu hohe psychische Abwicklungskosten sogar zu einem Abbruch des Bestellvorgangs.87 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832494834
Arbeit zitieren:
Roth, Carsten Juni 2005: Kundenseitige Transaktionskosten als Einflussfaktor bei der Absatzkanalwahl von Konsumenten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Regression, Transaktionskostentheorie, Absatzkanal, Transaktionskostenart, Faktorenanalyse



