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Kundenorientierung im Sportverein

Eine Analyse der Service Profit Chain für die Vermarktung von Stadiontickets und Fernsehrechten

Kundenorientierung im Sportverein
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Heiko Zyder
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 110 Seiten
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8565-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8565-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zyder, Heiko Oktober 2003: Kundenorientierung im Sportverein, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dienstleistung, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung, moderierende Variablen, Teamsport

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Diplomarbeit von Heiko Zyder

Zusammenfassung:

„Viele Vereine legen mehr Wert auf die personelle Besetzung ihrer physiotherapheutischen Abteilung als auf die Verstärkung ihrer Marketingabteilung. Der Dienstleistungsaspekt am Kunden kann somit natürlich nur schwer praktiziert werden.“ Markus Bockelkamp, Geschäftsführer der Agentur b+d, über die derzeitige Kundenorientierung deutscher Fußball-Bundesligaclubs.

Das einführende Zitat zeigt wohl, dass der Gedanke der Kundenorientierung im professionellen Teamsport noch weit weniger verankert ist als in traditionellen wirtschaftlichen Unternehmen. Die vorliegende Arbeit setzt an diesem Problem an und versucht empirie-geleitet, der Kundenorientierung in professionell agierenden Sportclubs ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Der kundenorientierte Fokus manifestiert sich dabei in der Analyse der sogenannten Service Profit Chain (SPC), zu Deutsch „Erlöskette“, bei der die Beziehungen zwischen Dienstleistungsqualität, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und langfristig höheren Gewinnen unter Berücksichtigung situativer Faktoren, den moderierenden Variablen untersucht werden. Diese moderierenden Variablen üben verschiedenartigen Einfluss auf den grundsätzlich positiven Zusammenhang zwischen Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit bzw. Kundenzufriedenheit und Kundenbindung aus.

Die vorliegende Arbeit überträgt nun das Konzept der Service Profit Chain auf die Vermarktung von Stadiontickets und Fernsehrechten im professionellen Teamsport. Hierzu geht Kapitel 2 zunächst auf die Grundlagen der Entwicklung von Service Profit Chains ein. Einführende systemtheoretische Überlegungen, die Darstellung des Stakeholder-Konzepts und verschiedener Geschäftsmodelle im professionellen Teamsport verdeutlichen die komplexen Marktstrukturen, denen Verantwortliche im Sportvereinsmanagement ausgesetzt sind. Den Abschluss des zweiten Kapitels bilden erste empirische Ergebnisse zur Service Profit Chain und die Identifikation erster moderierender Variablen, die hier jedoch noch dienstleistungsübergreifend diskutiert werden.

Kapitel 3 bildet mit der Analyse der SPC für die Vermarktung von Stadiontickets den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit. Hierbei wird zunächst der Analyserahmen durch eine Darstellung der relevanten Stakeholder, Leistungs- und Geldströme definiert. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen Dienstleistungsqualität und Gewinn auf dem Stadionmarkt durch eine branchenspezifische Operationalisierung der Konstrukte Dienstleistungsqualität, Kundenzufriedenheit und Kundenbindung geklärt. Zur Operationalisierung der Qualität erweist sich hierbei das PROSPORT-Modell von RIEDMÜLLER (2002) durch seine Orientierung am Phasenablauf von Sportveranstaltungen als besonders geeignet. Da beim Stadionbesuch v.a. emotionale Motive im Vordergrund stehen, wird das Konstrukt „Kundenzufriedenheit“ durch das der hervorgerufenen „Emotionalität“ ersetzt. Um Indikationen für das Vorhandensein und den spezifischen Einfluss von moderierenden Variablen auf dem Stadionmarkt zu erhalten, werden im Anschluss diesbezüglich empirische Ergebnisse zusammengetragen.

In Kap. 3.4 werden schließlich die moderierenden Variablen auf Basis der empirischen Befunde benannt, ihr spezifischer Einfluss geschildert und den verschiedenen Gliedern der Kette zugeordnet. Als moderierende Variablen, die auf die Beziehung Dienstleistungsqualität und hervorgerufene Emotionalität Einfluss nehmen, werden folgende situative Faktoren identifiziert: spezifische Investitionen in den Markenaufbau des Vereins, marktbezogene Komplexität, marktbezogene Dynamik, Erwartungen der Stadionbesucher (positiver Einfluss) bzw. externe regulatorische Bedingungen und erschwerte Neukundengewinnung (negativer Einfluss). Den Zusammenhang zwischen Emotionalität und Kundenbindung verstärken die moderierenden Variablen Austritts- oder Wechselbarrieren und Anzahl an Alternativen bzw. das Vereins-Image. Geschwächt wird die Beziehung durch Variety Seeking Behavior der Stadionbesucher, d.h. deren „Streben nach Abwechslung“ und durch Fluktuation im Spielerkader. Die moderierende Variable „Weiterempfehlung“ wirkt direkt zwischen der hervorgerufenen Emotionalität und langfristig höheren Umsätzen. Die Ergebnisse des dritten Kapitels sind in einer abschließenden graphischen Übersicht zusammengefasst.

Aufgrund der erstaunlicherweise geringen Anzahl an empirischen Studien für den Fernsehmarkt fällt die Analyse der Service Profit Chain für die Vermarktung von Fernsehrechten in Kapitel 4 ein wenig kürzer aus als jene für den Stadionmarkt. Ansonsten ist die Analyse für den TV-Markt analog zu Kapitel 3 strukturiert: Zunächst wird wiederum eine Übersicht über die wichtigen Stakeholder, Leistungs- und Geldströme für die Vermarktung von Fernsehrechten im professionellen Teamsport gegeben.

Im Anschluss wird das Kooperationsdesign der Teamproduktion zwischen Vereinen und Medien, das eine gemeinsame Kundenorientierung nahe legt, thematisiert. Danach erfolgt wiederum eine branchenspezifische Operationalisierung der Konstrukte Dienstleistungsqualität, Kundenzufriedenheit und Kundenbindung, die auch auf dem TV-Markt zu langfristig höheren Gewinnen führt. Als Qualitätsmodell wird das von THÖRNER (2001) herangezogen, welches in Potenzial-, Prozess- und Ergebnisqualität differenziert. Basierend auf empirischen Studien werden folgende moderierende Variablen identifiziert, die auf die Beziehung Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit ausnahmslos positiven Einfluss nehmen, jedoch z.T. insbes. im Pay-TV-Bereich wirken: spezifische Investitionen in den Markenaufbau der TV-Sender und in die Preisbereitschaft der TV-Zuschauer, marktbezogene Komplexität, technologische Dynamik und Erwartungen der TV-Zuschauer.

Auf den Zusammenhang Kundenzufriedenheit und Kundenbindung wirken Wechselbarrieren bzw. die Anzahl an gegenwärtigen und potenziellen Alternativen positiv, die Unsicherheit bezüglich der TV-Rechtevergabe bzw. Variety Seeking Behavior der TV-Zuschauer negativ. Des Weiteren wird auch auf dem Fernsehmarkt ein moderierender Effekt von Weiterempfehlungen auf dauerhaft höhere Umsätze vermutet. Auch hier verdeutlicht abschließend eine Abbildung die zentralen Ergebnisse des vierten Kapitels.

Inhaltsverzeichnis:

Darstellungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung: Notwendigkeit für Sportvereine, kundenorientiert zu handeln 2
1.2 Gang der Arbeit 3
2. Grundlagen der Entwicklung von Service Profit Chains 5
2.1 Grundlagen der Systemtheorie 5
2.1.1 Systemeigenschaften 6
2.1.2 Systemverhalten 7
2.2 Stakeholder-Konzept 8
2.2.1 Begriff der Stakeholder 8
2.2.2 Stakeholder-Management 9
2.2.3 Stakeholder Map für professionelle Sportvereine 10
2.3 Geschäftsmodelle im professionellen Teamsport 12
2.3.1 Wertkette 12
2.3.2 Wertshop 14
2.3.3 Wertnetzwerk 15
2.3.3.1 Netzwerk zur Vertriebsübernahme 16
2.3.3.2 Netzwerk zur Kontaktanbahnung 17
2.3.3.3 Netzwerk zur Vertragsvermittlung 18
2.3.4 Integriertes Geschäftsmodell für professionelle Teamsportleistungen 18
2.4 Service Profit Chains: Empirische Ergebnisse bei Dienstleistungsunternehmen 21
2.4.1 Dienstleistungsqualität und Gewinn in der Literatur 21
2.4.2 Situative Faktoren als moderierende Variablen 23
2.4.2.1 Beziehung Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit 23
2.4.2.2 Beziehung Kundenzufriedenheit und Kundenbindung 24
2.4.3 Kausalkette zwischen Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit sowie Kundenbindung 25
3. Service Profit Chain auf dem Stadionmarkt 26
3.1 Stadionmarkt 26
3.2 Zusammenhang zwischen Dienstleistungsqualität und Gewinn 27
3.2.1 Qualität professioneller Teamsportleistungen 27
3.2.1.1 Zeitraum vor Betreten des Veranstaltungsgeländes 28
3.2.1.2 Zeitraum des Aufenthalts auf dem Veranstaltungsgelände 29
3.2.1.3 Zeitraum nach Verlassen des Veranstaltungsgeländes 32
3.2.2 Emotionalität professioneller Teamsportleistungen 32
3.2.3 Kundenbindung und langfristig höherer Gewinn 34
3.3 Empirische Ergebnisse für den Stadionmarkt 35
3.3.1 Beziehung Fanverbundenheit und Fan-Konsum 35
3.3.2 Determinanten der Stadionnachfrage 37
3.3.3 Variety Seeking Behavior bei Stadionbesuchern 40
3.3.4 Imagepositionierung 41
3.3.5 Fluktuation im Spielerkader und Stadionbesuche 42
3.4 Moderierende Variablen auf dem Stadionmarkt 43
3.4.1 Beziehung Dienstleistungsqualität und Emotionalität 43
3.4.1.1 Spezifische Investitionen in den Markenaufbau des Vereins 43
3.4.1.2 Marktbezogene Komplexität 47
3.4.1.3 Marktbezogene Dynamik 48
3.4.1.4 Externe regulatorische Bedingungen 49
3.4.1.5 Erwartungen der Stadionbesucher 51
3.4.1.6 Erschwerte Neukundengewinnung 53
3.4.2 Beziehung Emotionalität und Kundenbindung 54
3.4.2.1 Austritts- oder Wechselbarrieren und Anzahl an Alternativen 54
3.4.2.2 Variety Seeking Behavior 55
3.4.2.3 Vereins-Image 56
3.4.2.4 Fluktuation im Spielerkader 57
3.4.3 Beziehung Emotionalität und dauerhaft höhere Umsätze 58
3.4.4 Zusammenfassung und Interdependenzen verschiedener moderierender Variablen 59
4. Service Profit Chain auf dem Fernsehmarkt 60
4.1 Fernsehmarkt 60
4.2 Teamproduktionscharakter 62
4.3 Zusammenhang zwischen Dienstleistungsqualität und Gewinn 63
4.3.1 Qualität professioneller Teamsportleistungen 63
4.3.1.1 Potenzialqualität 64
4.3.1.2 Prozessqualität 65
4.3.1.3 Ergebnisqualität 66
4.3.2 Kundenzufriedenheit bezüglich professioneller Teamsportleistungen 66
4.3.3 Kundenbindung und langfristig höherer Gewinn 67
4.4 Empirische Ergebnisse für den Fernsehmarkt 68
4.4.1 Bedeutung des Fernsehens für Fußballberichterstattung 68
4.4.2 Preisbereitschaft der TV-Zuschauer für Pay-TV 69
4.4.3 Konkurrenzverhältnis zum Internet 70
4.4.4 Motive der TV-Zuschauer 71
4.4.5 Variety Seeking Behavior bei TV-Zuschauern 72
4.5 Moderierende Variablen auf dem Fernsehmarkt 73
4.5.1 Beziehung Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit 73
4.5.1.1 Spezifische Investitionen in den Markenaufbau der TV-Sender 73
4.5.1.2 Spezifische Investitionen in die Preisbereitschaft der TV-Zuschauer 74
4.5.1.3 Marktbezogene Komplexität 74
4.5.1.4 Technologische Dynamik 76
4.5.1.5 Erwartungen der TV-Zuschauer 77
4.5.2 Beziehung Kundenzufriedenheit und Kundenbindung 77
4.5.2.1 Wettbewerb und Unsicherheit bezüglich der Vergabe der TV-Rechte 77
4.5.2.2 Wechselbarrieren 78
4.5.2.3 Anzahl an gegenwärtigen und potenziellen Alternativen 79
4.5.2.4 Variety Seeking Behavior 80
4.5.3 Beziehung Dienstleistungsqualität und dauerhaft höhere Umsätze 81
4.5.4 Zusammenfassung und Interdependenzen verschiedener moderierender Variablen 81
5. Fazit 82
Anhang VI
Literaturverzeichnis VIII
Ehrenwörtliche Erklärung XXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

trums einer relevanten Produktgruppe. 183 Ein Markt ist somit umso komplexer, je größer die Anzahl, Heterogenität und Interdependenzen der an der Leistungserstellung beteiligten Marktelemente sind. 184 Auch der Stadionmarkt für professionelle Teamsportleistungen muss als komplex betrachtet werden, was ein erneuter Blick auf seine ausdifferenzierten Stakeholder, Leistungs- und Geldströme in Abb. 10 (Kap. 3.1) belegt. Der Stadionmarkt ist nicht nur durch eine hohe Anzahl an Marktelementen, sondern v.a. durch den Beziehungsreichtum dieser Systemelemente untereinander gekennzeichnet, was aus der allgemeinen Systemtheorie bereits als wichtiges Komplexitätsmerkmal bekannt ist185 und durch das Zusammenwirken der verschiedenen Geschäftsmodelle deutlich wird (s. Kap. 2.3.4). Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich wiederum der Aspekt der Kuppelproduktion. Der Begriff Kuppelproduktion bezeichnet das Phänomen, dass bei der Produktion eines Gutes zwangsläufig ein oder mehrere weitere Güter anfallen. 186 Der Teamsportwettbewerb zwischen zwei Vereinen stellt einerseits eine Unterhaltungsdienstleistung für die Stadionbesucher dar, andererseits ist er z.B. die Voraussetzung für die Kontaktanbahnung mit den Besuchern im Auftrag der Anbietergruppe A1 . Auch das Fanartikel- und Spielertransfer-Geschäft aus Kap. 3.1 fallen bei der Produktion des Gutes „Teamsportwettbewerb“ an bzw. bilden die Grundvoraussetzung zur Austragung desselben und sind daher Teil eines etwas weiter gefassten Begriffes der Kuppelproduktion. Schließlich stellt auch der Aspekt der sog. „Kooperenz“ in Teamsportligen einen ve rkomplizierenden Tatbestand dar. Schon ein einzelnes Spiel entsteht als Gemeinschaftsproduktion von Clubs. Umso mehr gilt dies für die Meisterschaften und deren Geschichte oder den Markenwert der Liga. Ein Fußballclub ist somit von anderen Vereinen abhängig, sobald er überhaupt etwas zu produzieren beginnt. Er muss daher seine ökonomischen Wettbewerbshandlungen durch kooperatives Verhalten ergänzen. 187 Die Komplexität auf dem Stadionmarkt ist somit evident. Es ist daher davon auszugehen, dass sie denselben positiven Einfluss auf die Beziehung Dienstleistungsqualität und hervorgerufene Emotionalität ausübt wie branchenübergreifend auf die Beziehung Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit. [...]

ten meist außergewöhnliches Ereignis bzw. Erlebnis verstanden werden, das in begrenztem zeitlichen Umfang stattfindet und von einem Unternehmen (hier: Verein) inszeniert wird. 177 Abgesehen von den Pflichtspielen des Clubs, deren Event-Charakter in der Literatur angezweifelt wird 178 , handelt es sich hierbei um Veranstaltungen wie z.B. Tage der offenen Tür, Saisoneröffnungsfeiern, Sommerfeste und Meisterschafts- bzw. Aufstiegsfeiern, die neben ihrem wirtschaftlichen Potenzial v.a. als Initialzündung und Antriebsfeder zur Markenimplementierung genutzt werden können. 179 Der Besucher soll den Verein hierbei in einem von ihm als positiv empfundenen Umfeld kennen lernen und dessen Leistungen mit den positiven Eindrücken in Verbindung bringen. Als Erfolgsfaktoren für wirkungsvolle Events gelten neben einer gewissen Einzigartigkeit, Dramaturgie und einem Gemeinschaftserlebnis für die Teilnehmer 180 v.a. die aktive Beteiligung der Besucher. Die hohe Bedeutung der Beteiligung liegt darin begründet, dass die während der Aktivität erlebten Markenerfahrungen einen besonders starken Eindruck im Sinne der Markensympathie hinterlassen. 181 Events sind somit nicht mehr nur als „Spielzeug“ sondern als „Werkzeug“ der Markenführung anzusehen, da es in ihrem Rahmen möglich ist, im potenziellen Stadionbesucher ein Erlebnis zu aktivieren, durch das er emotional eng an den Verein gebunden werden kann. 182 Zusammenfassend lässt sich zum Bereich „spezifische Investitionen in den Markenaufbau des Vereins“ im Kontext der Service Profit Chain folgern, dass ein konseque nter Markenimplementierungsprozess und ein Ausnutzen der hierbei gegebenen Möglichkeiten aus Fanartikel-Geschäft und Event-Organisation einen großen Beitrag dazu leisten können, den Zusammenhang zwischen Dienstleistungsqualität und hervorgerufener Emotionalität auf dem Stadionmarkt für professionelle Teamsportleistungen zu stärken. [...]

3.4.1.1.2 Bedeutung des Fanartikel-Geschäfts Die zunehmende Professionalisierung im Vereinsmanagement bringt es mit sich, dass mittlerweile nicht mehr nur das Kernprodukt - die Leistung der Mannschaft - sondern auch Zusatzaktivitäten des Vereins zum Markenaufbau verwendet werden. Das Geschäft mit Fanartikeln (Merchandising und Licensing, s. Kap. 2.3.1 bzw. 2.3.4) spielt hierbei eine gewichtige Rolle, da von ihm ein Mehrfachnutzen ausgeht. 171 Zunächst erhält der Verein im Regelfall des Licensing für die Überlassung des Vereinsnamens und -logos eine umsatzabhängige Gebühr. 172 In Deutschland besitzen z.B. rund 42% aller Fußballinteressierten derartige Devotionalien173 , was die wirtschaftliche Bedeutung des Fanartikel-Geschäfts beeindruckend veranscha ulicht. Darüber hinaus werden die Käufer von lizenzierten Produkten zu kostenlosen Werbeträgern für den Verein und fördern die Markenbekanntheit. Das Fanartikel-Geschäft ist somit nicht nur als Fina nzierungsinstrument, sondern auch als kommunikationspolitisches Instrument und Marketingtool anzusehen, das eigene Aufmerksamkeitswerte generiert174 Da der Besuch einer Sportveranstaltung ein immaterielles Leistungsangebot darstellt und ihre Markierung insofern Probleme bereitet, können Fanartikel die Leistung greifbarer machen und somit höhere Erinnerungswerte beim Stadionbesucher erzeugen. Die Fanartikel fungieren folglich als Ersatzindikatoren für das Veranstaltungsimage, welches so bewusst und aktiv vom Verein gesteuert werden kann. 175 Zusammenfassend lässt sich somit für das Fanartikel-Geschäft im Rahmen des Markenaufbaus schließen: Je höher die Markenbekanntheit eines Vereins durch den Absatz von lizenzierten Produkten steigt, desto größer wird die emotionale Bindung der Fans bzw. ihre Markensympathie und desto eher wird der potenzielle Stadionbesucher dazu ne igen, eine überdauernde Verbindung mit dem Verein einzugehen und seine Leistungen in Anspruch zu nehmen bzw. die Marke zu verwenden. 176 3.4.1.1.3 Bedeutung der Organisation von „Events“ Eine weitere Zusatzaktivität, die vom Verein zum Markenaufbau verwendet werden kann, ist die Organisation von Events. Unter einem Event soll hier ein für den Rezipien171 172 173 174 175 176 [...]

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Arbeit zitieren:
Zyder, Heiko Oktober 2003: Kundenorientierung im Sportverein, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dienstleistung, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung, moderierende Variablen, Teamsport

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