Kundenorientiertes Bestandsmanagement und Informationssysteme
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Junge
- Abgabedatum: Februar 2001
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 672,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4344-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4344-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4344-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Junge, Oliver Februar 2001: Kundenorientiertes Bestandsmanagement und Informationssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bestandsmanagement, Informationssysteme, Internet, Kundenorientierung, Logistik
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Diplomarbeit von Oliver Junge
Einleitung:
Privat- und Firmennachfragern von Produkten, Waren oder Zulieferteilen steht ein sich qualitativ und preislich immer mehr homogenisierendes und dadurch substituierbares Produktangebot verschiedener Anbieter zur Auswahl. Preissenkungen oder Werbekampagnen sind i. d. R. nur von kurzfristiger Dauer und konkurrierende Unternehmen können darauf reagieren. Die Kundenorientierung der Unternehmen im Hinblick auf den Lieferservice und die Kundeninformation ist dazu geeignet, sich von anderen Anbietern nachhaltig zu differenzieren. Lieferzeiten, Lieferzuverlässigkeit, Lieferbeschaffenheit, Lieferflexibilität und eine umfassende Information für die Kunden gewinnen an Bedeutung, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und die Position auf dem Markt zu sichern. Sicherstellung einer räumlichen und zeitlichen Verfügbarkeit der Produkte, Waren oder Teile für die Kunden mit einem Übertreffen der Distributionsleistung vergleichbarer Anbieter führt zu neuen Akquisitionen und Umsatzsteigerungen.
Um diese Kundenorientierung realisieren zu können, müssen sich die Funktionsbereiche des Unternehmens und seine Lieferanten bzw. der Handel an den spezifischen Erwartungen der Privat- bzw. Firmenkunden ausrichten. Aktuelle, u.U. variable Anforderungen der Kunden an den Service eines Anbieters müssen festgestellt werden. Zeitlicher und räumlicher Lieferservice sind in erster Linie abhängig von den vorhandenen Beständen der Produkte, Waren und Materialien in der logistischen Kette einer herstellenden Unternehmung und seiner verbundenen Teilelieferanten, die Informationsfähigkeit dagegen von einem Informationssystem.
Ausgehend von dem Ziel des Bestandsmanagements, die Bestände so niedrig wie möglich zu halten, um wenig Kapital in Waren, Produkten, Teilen und Immobilien zu binden, für Produktveränderungen oder -erneuerungen vorbereitet zu sein und Verwaltungs- wie Versicherungsaufwand zu vermeiden, ergeben sich jedoch Konfliktfelder mit dem kundenorientierten Lieferservice. Dessen Ausgangspunkt muss es sein, Versorgungssicherheit und Erfüllung der Kundenwünsche sicherzustellen, auch bei unerwarteten Nachfragesteigerungen oder speziellen Anforderungen.
Die Planung, Steuerung und Koordination der Materialfluss- und Informationsströme sind zentrale Aufgaben der Logistik. Sie verlaufen im Unternehmen über die Produktionsstufen beschaffungsseitig bis hin zu Lieferanten, distributionsseitig bis hin zu Kunden [Tha99]. Es können sich Bestände ergeben bei den verschiedenen Beteiligten am Materialfluss, vom Lieferantenlager über verschiedene Lager des herstellenden Unternehmens (Beschaffungslager, Zwischenlager, Fertigwarenlager) zum Außenlager, vom Handelslager zum Kundenlager.
Da ein Bestandsmanagement auf eine erhöhte Durchlaufgeschwindigkeit der Materialien, Teile und Produkte im Betrieb abzielt, muss es mit der Unternehmenslogistik zusammenarbeiten. Es muss in den Informationsfluss der Logistikkette eingebunden sein, um diese mit dem Ziel der Bestandsminimierung zu beeinflussen. Die Schnittstellen zwischen Logistik und Materialwirtschaft dienen der Steuerung der Materialflüsse. Der Logistik unterliegt die Aufgabe, den Informationsfluss vom Lieferanten über den Hersteller bis zum Kunden und auch in umgekehrter Richtung durchgängig zu gestalten und der Materialwirtschaft so zur Verfügung zu stellen, dass ein effizientes Optimieren der Bestände möglich ist.
Heutige Informationssysteme auf Grundlage von Hard- und Softwaresystemen in Verbindung mit der neuen Informations- und Kommunikationstechnologie können die bisher schwer zu vereinenden Anforderungen Bestandsminimierung und kundenorientierter Lieferservice durch verbesserten, durchgängigen Informationsfluss in der Logistikkette deutlich annähern. Sie ermöglichen die Verarbeitung einer Vielzahl von relevanten Daten zu Informationen und eine Kommunikation mit internen und externen Beteiligten am Materialfluss sowie den Nachfragern der Produkte, Waren oder Teile. Intranet, Extranet und Internet bieten eine Grundlage für einen zeitnahen Informationsfluss. Bestellungen, Auskünfte über Liefermöglichkeiten, Zugang zu Datenbanken oder Informationssystemen, Produktinformationen, Sendungsverfolgungen, Lagerausgangs- und eingangsdaten, Rechnungen oder Bestellbestätigungen können ohne Berücksichtigung geographischer Entfernungen und zeitlichen Aufwandes für Autorisierte ersichtlich sein.
Eine Zielvorstellung ist, dass von einer Aktivität eines Kunden wie Bestellung oder Anfrage ein Informationsfluss angestoßen wird, der zum einen die für den Wertschöpfungsprozess notwendigen Informationen an alle Beteiligten dieses Prozesses liefert und zum anderen die relevanten Informationen an den Kunden bezüglich des Lieferservice oder des Produktes unter Einbeziehung der Prozessbeteiligten geben kann. Dieser vom Kunden angestoßene Informationsfluss bis zum Lieferanten hat in umgekehrter Richtung einen Material- und / oder Informationsfluss zur Folge.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Logistik | 6 |
| 2.1 | Die logistische Kette | 6 |
| 2.2 | Einordnung der Logistik im Unternehmen / Der Logistikaufbau | 7 |
| 2.3 | Informationsfluß in der logistischen Kette | 10 |
| 2.4 | Der Kunde als Endpunkt | 11 |
| 3. | Kundenorientierung | 14 |
| 3.1 | Begriff der Kundenorientierung | 14 |
| 3.2 | Lieferservice | 15 |
| 3.3 | Informationsfähigkeit | 16 |
| 3.4 | Ausrichtung der Unternehmensbereiche an den Erwartungen der Nachfrager | 18 |
| 3.4.1 | Firmenkundenorientierung | 19 |
| 3.4.2 | Privatkundenorientierung | 20 |
| 3.4.3 | Unterschiede der Firmen- und Privatkundenerwartungen | 21 |
| 3.5 | Kommunikation zwischen Kunden und Anbietern | 22 |
| 3.5.1 | Vertriebsstellen | 23 |
| 3.5.2 | Fernsprechnetz: Telefon | 23 |
| 3.5.3 | Fernsprechnetz: Telefax | 23 |
| 3.5.4 | Internet / E-Mail | 24 |
| 3.5.5 | Andere Datenübermittlungssysteme | 24 |
| 3.6 | Informationsgewinnung aus den Märkten für das Unternehmen | 26 |
| 4. | Bestandsmanagement | 28 |
| 4.1 | Begriff des Bestandsmanagements | 28 |
| 4.2 | Bestände in der logistischen Kette | 28 |
| 4.3 | Bestandsminimierung als Ziel des Bestandsmanagements | 29 |
| 4.3.1 | Konventionelle Verfahren zur Bestandsoptimierung | 30 |
| 4.3.2 | Konfliktfelder des Bestandsmanagements | 33 |
| 4.4 | Lager- und Bestandskosten / Potentiale | 34 |
| 4.5 | Kundenorientiertes Bestandsmanagement | 36 |
| 4.6 | Efficient Consumer Response-Ansatz als logistisches Konzept | 37 |
| 5. | Informationssysteme | 40 |
| 5.1 | Funktionen und Position des Informationssystems | 40 |
| 5.2 | Konzeptioneller Aufbau des unternehmensinternen Systems | 44 |
| 5.3 | Informations- und Kommunikationstechnologie | 46 |
| 5.4 | Wirtschaftlichkeitsbeurteilung | 47 |
| 5.5 | Informationssysteme in der logistischen Kette | 50 |
| 5.5.1 | Informationsfluß zwischen Kunde und Anbieter | 51 |
| 5.5.2 | Informationsfluß innerhalb des Unternehmens und mit seinen Lieferanten | 51 |
| 5.5.3 | Grenzen der Transparenz des herstellenden Unternehmens | 52 |
| 6. | Bestandsmanagement und Informationssystem | 55 |
| 6.1 | Informationsflüsse der Bestandsoptimierung | 55 |
| 6.2 | Absatzfunktionen im Informationssystem | 56 |
| 6.3 | Funktionen der Disposition, Beschaffung, Teilefertigung und Montage | 56 |
| 6.4 | Prozeß Auslieferung / Empfangsbestätigung | 56 |
| 6.5 | Lieferzeitkategorien | 57 |
| 6.6 | Beispiel Automobilbranche ohne Auffanglager | 60 |
| 7. | Zielvorstellung der Prozesse | 62 |
| 7.1 | Kunden- / Marktaktivitätenverarbeitung | 62 |
| 7.2 | Die Disposition | 64 |
| 7.2.1 | Zeitliche Abstimmung der Prozesse | 64 |
| 7.2.2 | Entscheidende Kriterien / Flexibilität | 65 |
| 7.2.3 | Die Prozesse im Zusammenhang | 66 |
| 7.3 | Auslieferung | 67 |
| 7.4 | Kundeninformation | 69 |
| 7.5 | Kritische Betrachtung der Zielvorstellung | 71 |
| 7.6 | Beispiel optimierter Prozesse | 72 |
| 8. | Zusammenfassung / Ausblick | 73 |
| 9. | Literaturverzeichnis / Abbildungsverzeichnis | 75 |
| 10. | Anhang | 78 |
| 10.1 | Datenübermittlungssysteme und Vergleich der Medien | 78 |
| 10.2 | Bestellmengen-Kosten Diagramm | 79 |
| 10.3 | Bestellverfahren | 79 |
| 10.4 | Zielkonflikte der Unternehmensbereiche | 80 |
| 10.5 | Efficient Consumer Response (ECR) | 81 |
| 10.6 | Computer Integrated Manufacturing (CIM) | 82 |
| 10.7 | Planung Produktionsprogramm | 83 |
| 10.8 | Kurier-, Express- und Paketdienste | 84 |
| 10.9 | Value Web / Internetnutzer | 85 |
Ein Hauptserver stellt hier die elektronische Kommunikation innerhalb der Organisation sicher, stellt die Anbindung der Organisationsmitglieder an das Intra- und / oder Internet her und leistet den E-Mail-Postdienst zum einfachen und schnellen Versenden oder Empfangen von Dateien, unternehmensintern- wie extern. Der Server beinhaltet bei dem Modell neben anderen Applikationen auch die Kernprogrammierung des Informationssystems, Funktionen zum Erwerb, zur Verteilung und zur Bearbeitung von Informationen. Die Netz- und Kommunikationsdienste dieses Servers können dann auch für Informations- und Datentransport vom Informationssystem benutzt werden. Auf diesen Server greifen die einzelnen Bereiche mit ihrem Abteilungshauptrechner zu. Von diesem aus kann der Bereich dann technisch nach speziellen Bereichsanforderungen gestaltet werden. Einzelne Clients als Mitarbeiter in den Unterabteilungen sind an den Abteilungsserver angebunden. Damit ist ihnen die abteilungs- wie unternehmensweite Integration gegeben. So kann einem einzelnen Mitarbeiter praktisch die Möglichkeit gegeben werden, auf die detailliertesten Basisdaten der Unternehmensdatenbank zuzugreifen, seine [...]
In dem offenen Systemverbund können Komponenten verschiedener Art und verschiedener Hersteller eingebunden sein, so daß die Schnittstellen sowie die Protokolle (nach [HLR94] Vereinbarungen und Regeln, die zur Abwicklung der Kommunikation zwischen Partnern beachtet werden müssen) der Datenübermittlung im lokalen Netz standardisiert sein müssen. Dieser offene Verbund ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Informationsversorgung in einer Organisation, was für ein Informationssystem wesentlich ist. Weiterhin ist auch die Gestaltung der Hardwarearchitektur flexibel möglich, so daß die IT-Architektur innerhalb einer Organisation dem schnellen technischen Fortschritt in diesem Bereich anpassungsfähig ist. Folgende Abbildung 17 zeigt eine Modellvorstellung der Informationssystem-Architektur innerhalb der herstellenden Organisation zur Realisierung eines Informationssystems mit Eignung auch für das Bestandsmanagement. [...]
Informationssystem arbeitet auf Grundlage eines Datenpools, üblicherweise in Form eines Datenbanksystems oder durch Einschluß von bereits vorhandenen Datenverarbeitungs- oder Informationssystemen, u.U. auch von anderen Datenbanken wie denen des CIM (Computer Integrated Manufacturing) mit ihren Systemen CAE (Computer Aided Engineering), CAD (Computer Aided Design), CAP (Computer Aided Planning), CAM (Computer Aided Manufacturing) oder CAQ (Computer Aided Quality). Zur weiteren Darstellung des CIM siehe Abbildung 38 im Anhang. Zum Datenpool können auch Speicherbereiche mit bzw. Zugänge zu bestimmten Dokumenten oder Dateien gehören (Dokumentenmanagement, Computer Supported Cooperative Work CSCW). Ein- und ausgehende Informationen bzw. Daten beim Hersteller werden, u.U. nach Einflußnahme oder Kontrolle durch den entsprechenden Bereich, über das Informationssystem verarbeitet und in den Datenpool geleitet bzw. entnommen. Auch der Lieferant kann auf Grundlage eines Datenpools und auch mit einem eigenen Informationssystem arbeiten. Bei zwei eigenständigen Unternehmen Lieferant und Hersteller wird es ein komplett gemeinsames Informationssystem für alle Bereiche aufgrund von z.T. sensiblen Geschäftsdaten nicht geben. Lieferant, Hersteller und Kunde können in dieser Abbildung als Nutzerebene der Systeme angesehen werden, die Datengrundlage liegt bei dem Informationssystem. Funktionen erstellen aus den Basisdaten Informationen. Der Datenpool stellt die Ebene der physischen Datenspeicherung dar. Durch Trennung der Ebenen Funktionen (ausgeführt von den Bereichen oder dem Informationssystem) und physische Datenspeicherung bleibt die Nutzung der Daten flexibel. Aus der Datenbasis können je nach veränderter Anforderung andere Informationen gewonnen werden. Die Datenbasis muß erweiter- und veränderbar sein, um neue Basisdaten für neu geforderte Funktionen aufnehmen zu können. Jedoch sollten die Daten im Sinne einer redundanzfreien Speicherung nicht mehrfach erfaßt werden. Auch die Aktualität und Wahrheit der Daten müssen auf höchstmöglichem Stand gehalten werden, um nur aktuellste und korrekte Ergebnisse aus den Funktionen zu bekommen. Wesentlich für den erfolgreichen Einsatz eines Informationssystems in einer Unternehmung ist der benutzerfreundliche Zugang. Integration auf der Benutzeroberfläche beinhaltet nach [JBK91] eine einheitliche Schnittstellengestaltung für den Endbenutzer hinsichtlich der Softwareergonomie. Diese umfaßt u.a. einen einheitlichen Aufbau von Ein- und Ausgaben, einheitliche Kommandos, Fehler- wie Rückmeldungen und Dialogformen. Gründe für diese Notwendigkeit sind geringe Lernaufwände bei neuen Anwendungen, einfaches Wechseln der Anwendung für den Benutzer und weitgehende Fähigkeit zum Bedienen des Systems durch die Mitarbeiter. Der Endbenutzer kann in die Lage versetzt werden, eigene Applikationen zu entwickeln. Dadurch kann er den bisherigen Funktionsumfang an seine Bedürfnisse anpassen und ggf. erweitern. So erfährt das Informationssystem mehr Akzeptanz und die Anwendungsentwicklungsbereiche werden entlastet. Ebenfalls kann z.T. der Prozeß der Pflichtenhefterstellung entfallen sowie eine u.U. zeitraubende Abstimmung zwischen den einzelnen Abteilungen. Lediglich größere Projekte werden weiterhin im funktionsbereichübergreifenden Rahmen bearbeitet. [Rig00] Die Integration von Informationssystemen beinhaltet aber auch offene Punkte bzw. Fragen wie: [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832443443
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Junge, Oliver Februar 2001: Kundenorientiertes Bestandsmanagement und Informationssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag
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Bestandsmanagement, Informationssysteme, Internet, Kundenorientierung, Logistik



