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Kundenkarten als Kundenbindungsinstrument im mittelständischen Einzelhandel

Am Beispiel der Bekleidungsbranche

Kundenkarten als Kundenbindungsinstrument im mittelständischen Einzelhandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dorle Springer, Julia Treike
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 160 Seiten
  • Dateigröße: 8,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8188-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8188-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8188-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dorle Springer, Julia Treike Dezember 2003: Kundenkarten als Kundenbindungsinstrument im mittelständischen Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: CRM, Kundenwert, Rabatt, Kundenkartensysteme, Direktmarketing

Diplomarbeit von Dorle Springer, Julia Treike

Einleitung:

Sind Kundenkarten im mittelständischen Einzelhandel empfehlenswert? Die vorliegende Arbeit findet insbesondere unter Betrachtung der Ziele, Potentiale, Kosten und Gefahren von Kundenkarten eine Antwort. Dem schließt sich eine weitergehende Überlegung über die Optionen des Einzelhandels an, eine Kundenkarte erfolgreich ein und fortzuführen. Hierfür wird die Möglicht einer individuellen Kundenkarte, einer Kundenkarte, die über einen Verband emittiert wird, sowie Verbundkarten betrachtet.

Im Anhang befinden sich zudem viele Praxisbeispiele zur Gestaltung von Kundenkartensystemen, sowie Hilfestellungen für die praktische Umsetzung. Zur Erstellung der Arbeit wurden zahlreiche Experteninterviews und ein Fragebogen durchgeführt, sowie die relevante Literatur betrachtet.

Das Thema Kundenbindung hat in den letzen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Denn auf den Konsumgütermärkten ist die Tendenz einer zunehmenden Austauschbarkeit der Produkt- und Serviceleistungen der Anbieter feststellbar, die durch die Wahl zwischen vielen Anbietern und eine hohe Angebots- und Preistransparenz verstärkt wird. Dementsprechend wird das Angebot vom Kunden als homogen wahrgenommen.

Um der Austauschbarkeit zu entgehen, versuchen Unternehmen derzeit intensiv, ihre profitablen Kunden langfristig zu binden, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Ein echter, von den Kunden empfundener Mehrwert ist die Voraussetzung für Kundenbindung. Doch auch das Verhalten des Kunden hat sich im Laufe der Zeit verändert. Er sucht verstärkt unterschiedliche Einkaufsstätten auf.

Ein Instrument, das sich zur Kundenbindung eignet, ist die Kundenkarte. Sie ermöglicht dem Emittenten, als derzeit einziges Instrument neben dem persönlichen Kundenkontakt, umfassende Daten über den Kunden zu sammeln. Durch die gesammelten Kundendaten können profitable Kunden erkannt und analysiert werden. In der Folge beinhalten die Daten große Potentiale für ein individuelles Marketing, welches dem Kunden einen Mehrwert bieten kann. Diese Potentiale werden derzeit oftmals verkannt. Doch gerade für die Zukunft stellt sich die Frage, ob die Kundenkarte für Unternehmen aufgrund der Potentiale zur Datengenerierung nicht zur Selbstverständlichkeit und letztendlich Notwendigkeit im Wettbewerb um den Kunden wird. Denn nur wer seine Kunden kennt, kann sie binden.

Seit dem Fall des Rabattgesetzes im Jahr 2001 ist es möglich geworden, Rabatte über 3% zu vergeben. Zwar gab es Kundenkarten schon vor diesem Zeitpunkt, jedoch haben sie seitdem aufgrund der Möglichkeit einer integrierten Rabattfunktion, dem Potential für eine erhöhte Kundenbindung und der Gewinnung von Kundendaten eine verstärkte Nachfrage erfahren. Große Unternehmen haben sich in Verbünden zusammengeschlossen, doch wie reagieren kleine und mittlere Unternehmen auf die veränderte Situation?

Gang der Untersuchung:

Um die Potentiale der Kundenbindung herauszustellen wird nach einführenden Worten im Kapitel A in Kapitel B zunächst auf den Prozess und die Ziele einer Geschäftsbeziehung eingegangen. Bei dem Wunsch nach mehr Kundenbindung ist für Unternehmen zu berücksichtigen, dass nicht jeder Kunde profitabel ist, so dass ein Unternehmen zunächst den Kundenwert erfassen sollte, um über langfristige Kundenbetreuung im Rahmen des Customer Relationship Managements zu entscheiden. Abschließend werden diverse Kundenbindungsinstrumente vorgestellt, von denen die Kundenkarte in den folgenden Kapiteln betrachtet wird.

In Kapitel C erfolgen die Definition des mittelständischen Einzelhandels und eine Erläuterung der Akteure im Handel. Das Kapitel schließt mit der Darstellung der aktuellen Situation im Einzelhandel ab.

In Kapitel D wird speziell die Kundenkarte als ein Kundenbindungsinstrument betrachtet. Rechtliche Rahmenbedingungen und die derzeitige Akzeptanz und Verbreitung der Kundenkarte werden dafür ebenso berücksichtigt, wie die verschiedenen Systeme, Programme, Funktionen und Ausgestaltungsmöglichkeiten einer Kundenkarte.

In Kapitel E werden die Ziele einer Kundenkarte erfasst. Relevante Aspekte für die Einführung einer Kundenkarte, sowie Kostenbeispiele für verschiedene Kundenkartensysteme werden des Weiteren angeführt.

In Kapitel F werden die Kundenwünsche bezüglich der Ausgestaltung einer Kundenkarte und das Kundenverhalten dargestellt. Dafür werden Studien über Kundenkarten, sowie die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Befragung angeführt.

In Kapitel G erfolgen gemäß der untersuchungsleitenden Fragestellung, ob Kundenkarten empfehlenswert sind, Beispiele aus der Praxis. Dafür wird ein Unternehmen dargestellt, welches keine und zwei Unternehmen, die eine Kundenkarte in einem individuellen System eingeführt haben. Bezüglich weiteren Optionen zur Ein- und Fortführung einer Kundenkarte wird ein Unternehmen vorgestellt, welches die Kundenkarte über einen Verband in einem individuellen System eingeführt hat. In dem Zusammenhang werden der entsprechende Verband und ein Unternehmen angeführt, welches Kundenkartensysteme anbietet. Abschließend erfolgt die Vorstellung von drei regionalen Kundenkartensystemen.

In Kapitel H findet eine Schlussbetrachtung statt, in der die untersuchungsleitende Fragestellung basierend auf den vorangegangen Ausführungen beantwortet wird. Dem schließt sich ein Fazit an.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
A. Einleitende Worte 1
B. Von der Kundenorientierung bis zur Kundenloyalität - wie profitable Kunden an ein Unternehmen gebunden werden können 3
I. Der Kunde 3
II. Der Kundenwert von profitablen Stammkunden 4
III. Kundenorientierung in der Kundenbeziehung 10
IV. Kundenzufriedenheit 12
V. Kundenbindung 15
VI. Kundenloyalität 18
VII. Customer Relationship Management 20
VIII. Kundenbindungsmaßnahmen 23
C. Der mittelständische Einzelhandel 25
I. Definition des mittelständischen Einzelhandels 25
II. Akteure im Handel und ihre derzeitige Situation 26
III. Darstellung der Situation des Einzelhandels 29
D. Die Kundenkarte 31
I. Rechtliche Rahmenbedingungen 31
II. Die derzeitige Akzeptanz und Verbreitung von Kundenkarten 35
III. Kundenkartensysteme, Kundenkartenprogramme, deren Funktionen und Ausgestaltungsmöglichkeiten 36
III.1 Einzelsysteme und Verbundsysteme 36
III.1.1 Einzelsysteme 37
III.1.2 Verbundsysteme 38
II.2 Kundenkartenprogramme 39
III.2.1 Rabattprogramme 39
III.2.2 Bonusprogramme 40
III.2.3 Mehrwertprogramme 41
III.3 Funktionen einer Kundenkarte 42
III.4 Physische Ausgestaltungsmöglichkeiten einer Kundenkarte 44
E. Ziele, Einführung und Kosten einer Kundenkarte 45
I. Ziele einer Kundenkarte 45
I.1 Die Akquisition und Bindung von Kunden durch die Kundenkarte 47
I.2 Datenerhebung 49
I.3 Datenanalyse und Datenverwendung 50
I.4 Die Kundenkarte als Wettbewerbsvorteil 53
II. Die Einführung einer Kundenkarten 54
III. Die Kostenarten einer Kundenkarte 57
III.1 Beispiele exklusive Angabe der Kosten für Direktmarketingmaßnahmen und Beratung 60
III.2 Beispiele inklusive Angabe der Kosten für Direktmarketingmaßnahmen und Beratung 62
F. Der Kunde und die Kundenkarte 65
I. Anforderungen und Ziele der Kunden bezüglich Kundenkarten 65
II. Auswertung der durchgeführten Kundenbefragung 67
G. Fallbeispiele in Einzel- und Verbundsystemen 74
I. Ein kurzer Überblick über die Bekleidungsbranche 74
II. Darstellung von individuellen Kundenkarten 76
II.1 Constanca und Luisa C: Ein mittelständisches Unternehmen ohne Kundenkarte 77
II.2 Zur Blauen Hand: Ein mittelständisches Unternehmen mit Kundenkarte 79
II.3 Engelhorn: Ein Unternehmen mit Kundenkarte 82
III. Darstellung von individuellen Kundenkarten bei Bezug über einen Verband 86
III.1 Textileinkaufsverband KATAG 86
III.2 Die de facto Unternehmensgruppe 87
III.3 Modehaus Küster: Ein Unternehmen mit Kundenkarte im Zusammenhang mit dem Textilverband KATAG 90
IV. Darstellung von Citykarten 93
IV.1 Troisdorf: die TroCard 93
IV.2 Bocholt: Die bonuscard Bocholt 97
IV.3 Schweinfurt: Die Schweinfurt Card 100
H. Beantwortung der untersuchungsleitenden Fragestellung auf Basis vorangegangener Ausführungen und Fazit 103
Anhang 108
Literaturverzeichnis 139

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kundenkartensystem detailliert geplant werden. Der Grund für das Scheitern des Systems ist häufig nicht die mangelnde Kundenakzeptanz, sondern die inkonsequente Betreibung. Die mangelnde Kundenakzeptanz ergibt sich erst in der Folge. Der Kunde muss sich über die Karte mit dem Unternehmen identifizieren können und durch die gebotenen Leistungen einen echten Mehrwert verspüren. Dementsprechend muss die Hauptzielgruppe festgelegt und die spezifischen Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden. Das Leistungsangebot benötigt neben den monetären noch viele zusätzliche Leistungen, die den Kunden emotional binden. Gleichzeitig darf das System jedoch nicht zu komplex sein. Des Weiteren müssen die Ziele konkretisiert werden, welche das Unternehmen mit der Kundenkarte verfolgt. Eine mangelnde strategische Ausrichtung des Programms kann schnell zum Scheitern führen. Einen sehr wichtigen Faktor für die Akzeptanz des Systems stellen die Mitarbeiter dar, denn sie müssen den Kunden von der Vorteilhaftigkeit des Systems überzeugen können. Nur durch sie kann das System bestehen.253 Bei der Einführung einer Kundenkarte ist weiterhin zu beachten, dass ein einmal eingeführtes System nur schwer abänderbar ist. Bei einer Änderung ist mit [...]

Ein Kundenkartensystem wird generell eher für Unternehmen mit einer hohen Einkaufsfrequenz empfohlen.250 In der Lebensmittelbranche frequentieren Kunden mehrmals in der Woche das Geschäft, während dies in der Möbelbranche eher selten vorkommt. Dennoch gibt es Lösungen wie beispielsweise IKEA, die durch zusätzliche Warenangebote und Erlebniswerte versuchen, eine höhere Einkaufsfrequenz zu erreichen.251 Eine Analyse der Konkurrenz am Standort kann außerdem Aufschluss über die Notwendigkeit einer Kundenkarte geben. Hierbei stellt sich beispielsweise die Frage, ob die direkte Konkurrenz bereits eine Kundenkarte emittiert hat und dadurch Kunden abwirbt, bzw. ob durch die Einführung einer Kundenkarte ein Wettbewerbsvorsprung zu erzielen wäre. Abschließend bleibt zu konstatieren, dass ein Kundenkartensystem so unterschiedlich und abhängig von den zu erreichenden Zielen gestaltet wird, dass eine allgemeingültige Empfehlung für oder gegen ein solches System nicht gegeben werden kann. 252 Sollte sich ein Unternehmen zur Einführung entschließen, muss das [...]

die Frage gestellt werden, ob die Einführung einer Kundenkarte überhaupt empfehlenswert ist. So ist für die Einführung einer Kundenkarte entscheidend, ob sie auch zu dem Auftreten des Unternehmens und seinen entsprechenden Kunden passt, denn eine Kundenkarte ist ein Ausweis eines Unternehmens und mit einem gewissen Image und Status verbunden. Viele Kundenkarten werden nicht aktiv genutzt, weil sie nicht den Bedürfnissen und Einstellungen der Kunden entsprechen. Das liegt häufig daran, dass viele Unternehmen ihre Kunden vor der Einführung der Kundenkarte noch gar nicht kennen. Rabatte- und Sammelfunktionen binden beispielsweise eher preissensible Kunden, während service- und luxusorientierte Kunden vielmehr entsprechende Leistungen wünschen und auch bereit sind, für Mehrwerte zu zahlen.249 Des Weiteren ist die Entscheidung für eine Kundenkarte insbesondere abhängig von der Zielsetzung des Unternehmens, den Kosten, dem Sortiment, der Servicequalität, der Kundenanzahl, dem bisherigen technischen Stand, der Einkaufsfrequenz, der Branche, dem Standort etc.. Die Zielsetzung des Unternehmens kann beispielsweise lauten, dass eine Kundenkarte zur Gewinnung von Kundendaten und somit zum Kennen lernen des Kunden dient, welches letztlich für ein Bestehen im Wettbewerb von Bedeutung ist. Zudem ist der zukünftige Wert der Daten nicht vollständig einschätzbar, da die Potentiale der Datenverwendung noch längst nicht ausgeschöpft sind. Demzufolge würde das Unternehmen möglicherweise wesentlich mehr bereit sein zu investieren, als wenn es sich zunächst das Ziel eines Imagegewinns gesetzt hat. Die Kosten können sehr unterschiedlich ausfallen und werden im nächsten Kapitel genauer betrachtet. Das Sortiment, die Servicequalität und die Kundenanzahl können eine Kundenkarte überflüssig werden lassen. Dies gilt für kleine oder exklusive Einkaufstätten, in denen die Kunden persönlich bekannt sind. Außerdem kann eine Kundenkarte auch bei Anbietern, die primär über den Preis verkaufen unnötig sein. Aufgrund der dauerhaften Niedrigpreise wären weder ein zusätzlicher Preisrabatt noch zusätzliche Serviceangebote von großem Interesse. Der technische Stand des Unternehmens beeinflusst die Kosten eines Kundenkartensystems sehr stark. Ist schon ein Warenwirtschaftssystem vorhanden, welches nur noch mit den erhobenen Kundendaten verknüpft wird, so ist dies wesentlich kostengünstiger, als die Aufstellung von Terminals für Chipkarten etc.. [...]

Arbeit zitieren:
Dorle Springer, Julia Treike Dezember 2003: Kundenkarten als Kundenbindungsinstrument im mittelständischen Einzelhandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
CRM, Kundenwert, Rabatt, Kundenkartensysteme, Direktmarketing

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