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Die Kundenkarte als Kundenbindungsinstrument im Stadtmarketing

Die Kundenkarte als Kundenbindungsinstrument im Stadtmarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Verena Held
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 72 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, Standort Emden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6532-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6532-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6532-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Held, Verena Januar 2003: Die Kundenkarte als Kundenbindungsinstrument im Stadtmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bonus Card, Einzelhandel, Kundenbindung, City Card, Citymanagement

Diplomarbeit von Verena Held

Problemstellung:

„Die abnehmerorientierte Zielvorstellung vieler Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Stand noch vor einiger Zeit die Gewinnung von Kunden eindeutig im Vordergrund der Marketingstrategien, so rückt seit geraumer Zeit die langfristige Bindung der vorhandenen Kunden in das Zentrum der Marketingstrategien. In zahlreichen Branchen zeigen sich diese Veränderungen durch Realisation von Kundenclubs, Kundenzeitschriften, Kundenkarten oder attraktiven Bonussystemen.“ Auch im Stadtmarketing ist diese Entwicklung erkennbar. Der Einzelhandel ist einem steigenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Vor allem durch die wachsende Anzahl außerstädtischer Einkaufszentren und Fachmärkte kommt es zu Kaufkraftverlusten in der Innenstadt. Die bessere Informationsbasis der Konsumenten - insbesondere durch die neuen Medien - führt zu steigender Markt- und Preistransparenz, was oftmals in einen Preiskrieg mündet. Das aktuelle Marketing ist daher durch eine neue Form der Kundenorientierung geprägt. Ziel ist nicht mehr nur der schlichte Verkauf und die kurzfristige Erzielung von Umsatz, sondern der langfristige Aufbau von Vertrauen und Kundenzufriedenheit durch differenzierte, individuell zugeschnittene Leistungsbündel, die dem Kunden einen signifikanten Mehrwert bescheren. Seit dem Wegfall des Rabattgesetzes haben bereits viele Einzelhändler Maßnahmen ergriffen, indem sie Kundenbindungsinstrumente entwickelt und implementiert haben. Oft wurde dabei auf die Kundenkarte mit Rabattfunktion als ein besonders effizientes Instrument gesetzt. Deshalb planen viele Stadtmarketingvereine gemeinsam mit ihren Kaufmannschaften die Einführung einer Städte-Bonus Card, mit denen die Kunden in möglichst vielen Geschäften der Stadt Rabatte sammeln können. Es ist jedoch wichtig zu sagen, dass solch ein Konzept als Insellösung nicht den gewünschten Erfolg bringen wird. Vielmehr ist ein umfangreiches Kundenbindungssystem erforderlich. Der entscheidende Vorteil von Bonus Card Programmen ist die zu erwartende Kaufkraftbindung des innerstädtischen Einzelhandels gegenüber großen außerstädtischen Einkaufszentren. Zudem erhält man eine Stärkung der Wirtschaftskraft der gesamten Stadt und die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt.

Doch die Umsetzung wird oftmals gehemmt oder gehindert durch:

- hohe Startinvestitionen - ungenügend auf die Bedürfnisse des Stadtmarketing zugeschnittene Programme - hohe Betriebskosten - mangelnde Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln der Kaufmannschaft/ fehlendes Gemeinschaftsdenken Ziel dieser Arbeit ist es, in einem neu entwickelten Modell die Probleme, die viele Städte an der Implementierung eines Bonus Card Systems hindern, zu minimieren. Basis hierfür ist neben der theoretischen und exemplarischen Betrachtung von Kundenbindung und Kundenkarten die kritische Bestandsaufnahme und Analyse von existierenden Systemen sowie eine Datenerhebung in Form einer Befragung zu diesem Themenbereich.

Inhaltsverzeichnis:

I. Allgemeiner Teil 1
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau und Methodik 3
2. Trends im Marketing 4
2.1 Vom Transaktions- zum Relationshipmarketing 4
2.2 Erfolgreiche Beziehungen durch Dialog-Marketing 6
3. Modernes Marketing setzt auf Kundenbindung 7
3.1 Historie und Grundlagen 7
3.2 Entstehungsweise der Kundenbindung 9
3.3 Nutzen der Kundenbindung 10
3.4 Die Wirkungskette der Kundenbindung 11
3.5 Instrumente des Kundenbindungsmanagements 12
4. Die Kundenkarte als effizientes Marketinginstrument 13
4.1 Definition der Kundenkarte 13
4.2 Abgrenzung Kundenkarte und Bonus Card 13
4.3 Ziele einer Kundenkarte 14
4.4 Funktionen einer Kundenkarte 15
4.5 Verbreitung der Kundenkarte 16
4.6 Beispiel eines erfolgreichen Kundenbindungssystems: Douglas Card 18
5. Kundenbindung im Stadtmarketing 21
5.1 Definition und Ziele des Stadtmarketings 21
5.2 Gründe für Kundenbindungssysteme im Stadtmarketing 21
II. Kritische Bestandsaufnahme und Analyse von Bonus Cards 24
6. Bonus Cards in Deutschland 24
6.1 Das Konzept Duderstadt 24
6.1.1 Beschreibung des Projektes 24
6.1.2 Organisationsform 25
6.1.3 Technische Aspekte 27
6.1.4 Kommunikationskonzept 28
6.1.5 Datenauswertungen 28
6.1.6 Ergebnisübersicht 29
6.2 Empirische Untersuchung zum Status Quo von Kundenkarten 30
6.2.1 Beschreibung der Untersuchung 30
6.2.2 Ergebnisse der Untersuchung 30
6.2.3 Interpretation der Ergebnisse 33
III. Entwicklung eines innovativen Modells 35
7. Modell der Bonus Card „Visionell“ 35
7.1 Ausgangslage 35
7.2 Produkteigenschaften „Visionell“ 35
7.3 Die Vorteile des Systems 38
7.3.1 Vorteile für den Stadtmarketingverein/ Werbekreis 39
7.3.2 Vorteile für den Handel 40
7.3.3 Vorteile für die Kunden 41
7.4 Kosten der Bonus Card 43
7.4.1 Vorgabe der Rahmenbedingungen des Beispiels 43
7.4.2 Kostenvergleichsmatrix 45
Fixe Kosten 45
Variable Kosten 45
Folgekosten 45
Erläuterungen zur Kostenvergleichsmatrix 46
7.4.3 Gegenüberstellung der drei Varianten 48
7.5 Kriterien einer erfolgreichen Einführung von „Visionell“ 49
7.5.1 Distribution 51
7.5.2 Kommunikation 51
8. Zusammenfassung und Ausblick 53
9. Literaturverzeichnis 54
10. Ehrenwörtliche Erklärung 61

Automatisiert erstellter Textauszug:

6.1.1 Beschreibung des Projektes Duderstadt liegt östlich von Göttingen und im Einzugsgebiet der Großstädte Hildesheim und Hannover. Auf rund 25.000 Einwohner bzw. 9.800 Haushalte kommen 68 Einzelhändler, davon beteiligen sich bislang 41 am Bonuskartensystem. Die Duderstadt Card ist ein Pilotprojekt in Sachen StädteBonus-Cards und die erfolgreiche Umsetzung ist signifikant für dieses Projekt. Die Initiative ist vor rund zwei Jahren vom Handel ausgegangen, um primär dem Kaufkraftabfluss in die naheliegende Großstadt Göttingen entgegenzuwirken. Das Engagement und die Eigeninitiative des Handels sind nach wie vor sehr groß. Daraus resultieren auch die geringen Kosten des Projektes für den Handel (siehe Kapitel 7.4.2), denn viele Arbeiten werden auf ehrenamtlicher Basis erledigt. Bei den Kunden ist die Akzeptanz der Bonuskarte sehr groß: Zur Zeit sind ca. 5.800 Karten auf dem Markt, monatlich kommen zwischen 100 und 150 Karten dazu. Die Höhe des Rabattes bestimmt der Händler, die meisten gewähren einen Nachlass von drei Prozent. Zu Beginn beteiligten sich 37 Händler an der Duderstadt Card, doch die Anzahl konnte auf 41 Händler ausgeweitet werden. Die Investitionen haben sich gelohnt: Der bonifizierte Umsatz42 mit der Duderstadt Card ist stetig gewachsen: Am Starttag, dem 30. Juni 2001, waren es rund 13.000 €, im Juli 2001 rund 140.000 € und bis Jahresende insgesamt [...]

Die Gründe dafür, dass die Anziehungskraft der Innenstädte so stark nachlässt, sind vielfältig: • • • • Abwanderung des produzierenden Gewerbes und der Wohnbevölkerung unzureichende Parksituation Defizite bei der Sicherheit und Sauberkeit und – ganz entscheidend – der Verlust von Marktanteilen an Konkurrenten auf der „grünen Wiese“ Denn immer mehr Einkaufszentren und sogenannte Factory Outlet Center (Fabrikverkaufsstätten) siedeln sich an der Peripherie der Ballungszentren an und machen dem innerstädtischen Einzelhandel zunehmend das Leben schwer. Vor allem in den neuen Bundesländern zeigt sich, wohin die Reise für den Einzelhandel in Zukunft gehen könnte: Dort kommt auf jeden Einwohner rund 2,5 mal soviel Verkaufsfläche in Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ wie in den alten Bundesländern. Natürlich ist der deutsche Einzelhandel in den Innenstädten durch die aufgezeigten Tendenzen noch nicht in seiner Existenz gefährdet. Dennoch sollten Stadtmarketing-Verantwortliche und City-Werbegemeinschaften rechtzeitig gegensteuern, um die Attraktivität der Innenstadt und ihrer Geschäfte für Einwohner und Besucher nachhaltig zu steigern. Ein gezieltes Bonus Card-Konzept kann hier entscheidend dazu beitragen, den innerstädtischen Handel lebendig, vielfältig und interessant zu gestalten.41 Beispielhaft für ein erfolgreiches Bonus Card-Konzept ist die Stadt Duderstadt. Es macht greifbar, warum vor allem die Bonus Card ein geeignetes Kundenbindungsinstrument im Stadtmarketing ist. Neben dem organisatorischen und technischen Hintergrund wird aufgezeigt, wie die zwei Hauptvorteile des Systems - Kaufkraftsteigerung und Informationsgewinn über den Kunden - in der Realität aussehen. [...]

"Stadtmarketing als Ansatz der zielgerichteten Gestaltung und Vermarktung einer Stadt basiert auf der Philosophie der Kundenorientierung. Es dient der nachhaltigen Sicherung und Steigerung der Lebensqualität der Bürger und der Attraktivität der Stadt im Standortwettbewerb. Dies geschieht im Rahmen eines systematischen Planungsprozesses und durch die Anwendung der Instrumente des Marketing-Mix.“38 „Oberste Zielsetzung eines Stadtmarketing-Projektes wie auch kommunaler Entwicklungspolitik ist die Steigerung der Lebensqualität und Wirtschaftskraft für den Bürger in der Stadt. Um diese Ziele möglichst effizient zu verfolgen, bedarf es einer langfristig angelegten, systematischen Vorgehensweise. In Form einer Partnerschaft zwischen Kommune, Wirtschaft, Bürgern und anderen Interessengruppen einer Stadt sollen Reibungsverluste vermieden und Synergieeffekte erzielt werden. Stadtmarketing versteht sich dabei zentral als ein Instrument zur Kommunikation, Kooperation und Koordination in der Stadt.“39 [...]

Arbeit zitieren:
Held, Verena Januar 2003: Die Kundenkarte als Kundenbindungsinstrument im Stadtmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bonus Card, Einzelhandel, Kundenbindung, City Card, Citymanagement

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