Kundenbindungsqualität von Handelsmarken im Discounter-Markt
Am Beispiel ALDI
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philipp Zühlke
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 88 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Flensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8249-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8249-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8249-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zühlke, Philipp Juli 2004: Kundenbindungsqualität von Handelsmarken im Discounter-Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Umfrage, Untersuchung, Marktforschung, Marke, Internet
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Diplomarbeit von Philipp Zühlke
Zusammenfassung:
Betrachtet man den deutschen Lebensmitteleinzelhandel, so sind dort zurzeit zwei wesentliche Wachstumsphänomene zu beobachten: dies sind zum einen die preisaggressiven Discounter und die Entwicklung der Handelsmarken.
Entscheidender Treiber dieser Entwicklung ist Aldi. Das Unternehmen mit Sitz in Mülheim und Essen wächst seit Jahrzehnten stetig und gilt dank seiner enormen Bekanntheit gemeinhin als Verkörperung des Discount-Prinzips und als Synonym für billiges Einkaufen. Das konstante Wachstum, die weite Verbreitung und der hohe Eigenmarkenanteil, der bei Aldi mit 90% deutlich über denen der Konkurrenz liegt, führt dazu, dass die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zusammenfassend zu dem Schluss kommt: „Aldi bestimmt das Wachstum der Handelsmarken“.
Der Erfolg von Aldi beruht auf konsequente Umsetzung des Discount-Prinzips: Ware von guter Qualität in großen Mengen einkaufen, um Skaleneffekte zu erzielen und sich beim Absatz auf das Notwendigste an Werbung, Geschäftsausstattung und Service beschränken. So ergibt sich das Preis- Leistungsverhältnis, für das Aldi berühmt ist.
Mittlerweile ist jedoch auch die Konkurrenz in der Lage, dieses auf den niedrigsten Preis ausgelegte Geschäftsprinzip anzuwenden und zwar so gut, dass laut ACNielsen im Discount-Segment kein eindeutiger Preisführer zu ermitteln ist. Die Preise sind einfach zu volatil.
Hält diese Entwicklung an, so bedeutet dies, dass der Preis für die Discounter und damit für Aldi langfristig nicht mehr als alleiniges Profilierungsmerkmal ausreichen wird.
Grundüberlegung dieser Arbeit ist deswegen die Frage, ob die von Aldi angebotenen Eigenmarken geeignet sind, im Wettbewerb mit anderen Discountern und Anbietern im LEH eine Profilierungsfunktion zu übernehmen und so Kunden an das Unternehmen zu binden.
Konkret geht es dabei um zwei Fragekomplexe:
1. Besteht eine Bindung der Aldi-Kunden an Aldi-Marken, haben diese ein eigenes Profil, oder sind die Kunden tendenziell eher an die übergeordnete Marke Aldi gebunden?
2. Wie werden die von Aldi angebotenen Eigenmarken im Vergleich zu Markenartikeln wahrgenommen? Werden sie als gleichwertig angesehen, oder sehen die Kunden Defizite im Vergleich zu Markenartikeln?
Diese Fragen auf Basis einer empirischen Untersuchung zu beantworten, ist Ziel dieser Arbeit.
Insgesamt nahmen an der 20-tägigen Online-Befragung vom 26.05.2004 bis zum 14.06.2004, 1723 Aldi-Kunden teil. Von diesen 1723 beendeten 1334 Kunden den Fragebogen, was einer Abbruchquote von 22,6% entspricht. Aus formalen Gründen mussten weitere 54 Fragebögen ausgesondert werden, so dass schlussendlich 1280 verwertbare Fragebögen für diese Untersuchung vorliegen.
Im Fokus der Arbeit steht die Beantwortung der beiden skizzierten zentralen Fragestellungen. Um dieses zu erreichen und um ein darüber hinaus gehendes Verständnis der zu Grunde liegenden Thematiken zu gewährleisten, ist diese Arbeit in fünf Blöcke unterteilt:
- Theoretische Grundlagen zu den Themen Marke/Handelsmarke und Kundenbindung.
- Detaillierte Beschreibung der von Aldi betriebenen Handelsmarkenpolitik.
- Konzeption und Zielsetzung des Fragebogens.
- Durchführung der Befragung und Auswertung der mit Hilfe des Fragebogens gewonnenen Daten.
- Fazit in Bezug auf die Ausgangsfragestellungen.
Der erste Block dient dazu, dem Leser an Hand unterschiedlicher Literaturauffassungen einen grundlegenden Einblick in den theoretischen Überbau dieser Arbeit zu geben und für den weiteren Verlauf der Arbeit verbindliche Definitionen festzulegen. Außerdem werden im Theorieteil zur Kundenbindung bereits einige Operationalisierungsmöglichkeiten in Bezug auf den zu entwickelnden Fragebogen vorgestellt.
Im Mittelpunkt des zweiten Blocks steht die Beschreibung der von Aldi betriebenen Handelsmarkenpolitik. Dabei wird auf alle Elemente des klassischen Marketing-Mix eingegangen. Dies dient vor allem dazu, dem Leser ein Gefühl dafür zu geben, wie die Handelsmarken von Aldi geführt werden. Die Ergebnisse der Befragung werden so besser interpretierbar.
Im dritten Block der Arbeit wird der der Befragung zu Grunde liegende Fragebogen entwickelt und die mit den einzelnen Fragen verfolgten Ziele erläutert. Außerdem werden einige Analysemöglichkeiten vorgestellt.
Der vierte Block ist ganz der Auswertung der gewonnen Daten gewidmet. Hierbei wird so vorgegangen, dass zuerst ein Einblick in die Stichprobenstruktur gegeben wird, um sich dann an die konkreten Fragestellungen heran zu arbeiten. Darüber hinaus werden einige Zwischenergebnisse der Untersuchung präsentiert.
Im fünften Block werden die gesamten Untersuchungsergebnisse und die theoretischen Erkenntnisse in Bezug auf die Ausgangsfragestellungen zusammengefasst und Antworten darauf formuliert.
Inhaltsverzeichnis:
| 1 | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 3 |
| 2 | Theoretische Grundlagen | 5 |
| 2.1 | Die Marke | 5 |
| 2.2 | Die Handelsmarke | 7 |
| 2.3 | Handelsmarkentypen und ihre Klassifizierung | 9 |
| 2.3.1 | Inhaltlicher Bezug der Marke | 9 |
| 2.3.2 | Positionierungsmöglichkeiten von Handelsmarken | 10 |
| 2.3.2.1 | Gattungsmarken | 10 |
| 2.3.2.2 | Klassische Handelsmarken | 11 |
| 2.3.2.3 | Premium-Handelsmarken | 11 |
| 2.3.3 | Abgrenzung an Hand der Sortimentsbreite | 13 |
| 2.4 | Kundenbindung | 14 |
| 2.4.1 | Unterschiedliche Perspektiven der Kundenbindung | 14 |
| 2.4.2 | Typologisierung von Kundenbindung | 15 |
| 2.4.3 | Wirkungskette der Kundenbindung | 16 |
| 2.4.3.1 | Phase 1: Erstkontakt | 17 |
| 2.4.3.2 | Phase 2: Kundenzufriedenheit | 17 |
| 2.4.3.3 | Phase 3: Kundenloyalität | 19 |
| 3 | Handelsmarkenpolitik der Aldi OHG | 23 |
| 3.1 | Eckdaten der Aldi OHG | 23 |
| 3.2 | Allgemeine Informationen zur Handelsmarkenpolitik der Aldi OHG | 25 |
| 3.3 | Produktpolitik der Handelsmarken | 26 |
| 3.4 | Kommunikationspolitik der Handelsmarken | 29 |
| 3.5 | Preispolitik der Handelsmarken | 32 |
| 3.6 | Distributionspolitik der Handelsmarken | 35 |
| 4 | Konzeption und Zielsetzung des Fragebogens | 37 |
| 4.1 | Thematischer Aufbau des Fragebogens | 37 |
| 4.1.1 | Fragen zur Verwendung | 38 |
| 4.1.2 | Fragen zur Markenbindung und Wahrnemung der Marken | 40 |
| 4.1.3 | Fragen zu demografischen Merkmalen | 47 |
| 5 | Durchführung der Befragung und Auswertung der gewonnenen Daten | 48 |
| 5.1 | Durchführung der Befragung | 48 |
| 5.2 | Auswertung der durch die Umfrage gewonnenen Daten | 50 |
| 5.2.1 | Vorbemerkung zur statistischen Auswertung | 50 |
| 5.2.2 | Eckdaten der Stichprobe | 51 |
| 5.2.2.1 | Geschlecht und Alter | 51 |
| 5.2.2.2 | Beruf | 52 |
| 5.2.2.3 | Verfügbares Einkommen | 52 |
| 5.2.2.4 | Zusammenfassende Betrachtung der Stichprobenstruktur | 53 |
| 5.2.3 | Bekanntheit der Marken | 54 |
| 5.2.3.1 | Ungestützte Bekanntheit der Aldi-Marken | 54 |
| 5.2.3.2 | Top Ten der ungestützt abgefragten Marken | 55 |
| 5.2.3.3 | Gestützte Bekanntheit der Aldi-Marken | 57 |
| 5.2.3.4 | Top Ten der gestützt bekannten Marken | 58 |
| 5.2.4 | Determinanten der Kundenbindung | 60 |
| 5.2.4.1 | Zufriedenheit mit Aldi-Produkten | 60 |
| 5.2.4.2 | Einstellung gegenüber Aldi-Marken | 61 |
| 5.2.4.3 | Weiterempfehlung der Aldi-Produkte | 63 |
| 5.2.4.4 | Weitere Verwendung der Aldi-Produkte | 63 |
| 5.2.5 | Wahrnehmung der Aldi-Marken im Vergleich zu Markenartikeln | 65 |
| 5.2.5.1 | Einschätzung der Qualität der Aldi-Marken im Vergleich zu Markenartikeln | 65 |
| 5.2.5.2 | Vergleich der Charakteristika von Aldi-Marken und Markenartikeln | 68 |
| 5.2.6 | Wahrnehmung der Aldi-Marken im Vergleich zur Marke Aldi | 72 |
| 6 | Schlussbetrachtung und Ausblick | 74 |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 78 | |
| Selbständigkeitserklärung und Sperrvermerk | 80 |
Frage 6 Aldi bietet hauptsächlich eigene Marken an. Welche dieser Marken fallen Ihnen spontan ein? (eine Marke pro Feld) (1) (2) (3) (4) (5) (6) (0) Mir fällt spontan keine Marke ein Frage 7 Zu bestimmten Marken hat man ja eine besondere Beziehung und kauft sie deshalb gerne ein. Wie würden Sie Ihre persönliche Einstellung zu den von Ihnen gekauften Aldi-Marken beschreiben? (1) Ich finde sie sehr sympathisch (2) Ich finde sie eher sympathisch (3) Ich bin ihnen gegenüber neutral eingestellt (4) Ich finde sie eher unsympathisch (5) Ich finde sie sehr unsympathisch Frage 8 Wie zufrieden sind Sie mit den Produkten, die Sie bei Aldi kaufen? (1) Sehr zufrieden (2) Eher zufrieden (3) Unentschieden (4) Eher unzufrieden (5) Sehr unzufrieden Frage 9 Haben Sie schon einmal ein bestimmtes Aldi-Produkt an Freunde, Bekannte oder Verwandte weiterempfohlen? (1) Ja (2) Nein [...]
3.6 Distributionspolitik der Handelsmarken Die von Aldi angebotenen Handelsmarken sind exklusiv und ausschließlich in Aldi-Märkten erhältlich. Insgesamt betreibt Aldi ca. 3800 dieser Märkte in Deutschland, so dass eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. Nach einer Studie der GfK können 85% der Haushalte einen Aldi-Markt innerhalb von 15 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto erreichen.51 Damit unterhält Aldi eines der dichtesten Vertriebsnetze Deutschlands. Unter dem Namen Aldi verbirgt sich kein einzelnes Unternehmen mit dem Namen Aldi, sondern genau genommen zwei voneinander unabhängige Handelsgesellschaften, nämlich Aldi-Nord und Aldi-Süd. Diese Gesellschaften haben den deutschen Markt unter sich aufgeteilt. Die folgende Grafik zeigt diese regionale Aufteilung: [...]
Dieses Prinzip macht jedoch auch einen weiteren Punkt deutlich, der die einzigartige Positionierung von Aldi ausmacht, nämlich, dass Aldi nicht nur zu einem günstigen Preis, sondern dazu auch eine hohe, mit Markenherstellern vergleichbare Qualität anbietet. Üblicherweise lassen sich diese beiden Positionierungsmöglichkeiten kaum miteinander verbinden.49 Im Zuge des verschärften Wettbewerbs, den sich Aldi, Lidl, Penny und Co. liefern, muss realistischerweise angemerkt werden, dass aufgrund der starken Volatilität der Preise kein eindeutiger Preisführer zu ermitteln ist.50 Aldi und die übrigen Discounter haben ihre Preisstrategien darauf verlegt, in einigen Produktkategorien Preisführer zu sein und die übrigen Kategorien - zumindest langfristig - nicht zu höheren Preisen als die Konkurrenz anzubieten. Vergleicht man Aldi jedoch mit Supermärkten, wie Spar, Edeka und Rewe, so ergeben sich Preisvorteile, die in vielen Produktkategorien bei 30-40%, oft sogar darüber, liegen. Als Beispiel hierfür kann ein Warenkorb, bestehend aus 17 Drogerieartikeln, dienen: [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482497
Arbeit zitieren:
Zühlke, Philipp Juli 2004: Kundenbindungsqualität von Handelsmarken im Discounter-Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Umfrage, Untersuchung, Marktforschung, Marke, Internet



