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Kundenbindungsmanagement in der Spitzenhotellerie

Empfehlungen zur Etablierung eines Kundenbindungsprogramms unter Anwendung der Benchmarking-Methode am Beispiel Hyatt Hotels & Resorts

Kundenbindungsmanagement in der Spitzenhotellerie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Waskönig
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 136 Seiten
  • Dateigröße: 674,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7175-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7175-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7175-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Waskönig, Andrea April 2002: Kundenbindungsmanagement in der Spitzenhotellerie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenbindung, Benchmarking, Hotellerie, Kundenkarten, Customer Relationship Marketing

Diplomarbeit von Andrea Waskönig

Einleitung:

In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld agieren Unternehmen zahlreicher Branchen auf immer enger werdenden Märkten. Begrenzte Ressourcenverfügbarkeit, Sättigungstendenzen auf Konsumentenseite, Überkapazitäten und eine zunehmende Homogenität vieler Produkte führen zu einem stetig stärker werdenden Verdrängungswettbewerb, bei dem ein Anbieter seinen Marktanteil nur noch zu Lasten anderer Anbieter erweitern kann.

Aufgrund der Erkenntnis, dass die Neukundengewinnung mehr Kosten verursacht als der Erhalt bestehender Kundenbeziehungen, gewinnen interaktionsbezogene und langfristige Marketingstrategien in der Sicherung langfristiger Geschäftsbeziehungen gegenüber einer kurzfristigen und aktionsbezogenen Orientierung zunehmend an Bedeutung. Vielfältige Begriffe wie Beziehungs- bzw. Relationshipmarketing und Kundenbindungsmanagement bezeichnen das strategische Vorgehen zum Erhalt einer Kundenbeziehung.

Die inhaltliche Gestaltung von nutzenorientierten Kundenbindungsprogrammen war bis Mitte des Jahres 2001 durch die restriktive Rabattgesetzgebung eingeschränkt. Nach dem Wegfall des Rabattgesetzes (RabattG) und der Zugabeverordnung (ZugabeVO) ist ein positiver Impuls für die Gestaltung von Kundenbindungsinstrumenten anzunehmen.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, Gestaltungsmöglichkeiten sowie Empfehlungen für das Kundenbindungsprogramm Private Line der internationalen Hotelkette Hyatt Hotels & Resorts, einem Unternehmen der Spitzenhotellerie, aufzuzeigen. Das Programm soll mit einer stärkeren Abgrenzung zur Konkurrenz positioniert werden, um seine Attraktivität - insbesondere nach der Liberalisierung der Rabattgesetzgebung - zu steigern. Zudem soll die Rolle eines unternehmensübergreifenden Kundenbindungsmanagements bestimmt werden, indem eine Klärung des angenommenen Zusammenhangs zwischen einer erfolgreichen Kundenbindung und der produktbezogenen Kundenzufriedenheit erfolgt.

Gang der Untersuchung:

Zur Erreichung der genannten Zielsetzung wird in vier Schritten vorgegangen. Als erstes wird die Literatur zu Kundenbindung und kundenbindungsnahen Themen im allgemeinen und speziellen analysiert und kritisch betrachtet (Abschnitt 2.). Die Auswahl der aktuellen Quellen mit wissenschaftlichem Hintergrund wird durch praxisnahe Studien renommierter Unternehmensberatungen ergänzt. Nach einer Begriffsabgrenzung werden Voraussetzungen, Faktoren und Maßnahmen zur erfolgreichen Kundenbindung beschrieben und bewertet. Anschließend werden die grundlegenden Erkenntnisse branchenspezifisch auf die Hotellerie übertragen (Abschnitt 3).

Nach einer ausführlichen Darstellung der juristischen Situation nach Wegfall des RabattG und der ZugabeVO wird im zweiten Schritt beschrieben, welche Auswirkungen die Gesetze in der Vergangenheit auf kundenbindende Maßnahmen hatten. Dazu werden ausführlich sowohl die Potenziale, als auch die Grenzen dieses neuen juristischen Rahmens für Maßnahmen zur Kundenbindung verdeutlicht (Abschnitt 4.) In der Unternehmenspraxis gibt es branchenübergreifend zahlreiche Beispiele und erfolgreiche Ansätze zu etablierten Kundenbindungsprogrammen. Um von anderen „zu lernen“, wird als dritter Schritt im Rahmen dieser Ausarbeitung ein branchenübergreifendes Benchmarking als eigene empirische Analyse durchgeführt. Dazu werden branchenintern und -übergreifend Spitzenleistungen als Erfolgsfaktoren anderer Kundenbindungsprogramme herausgestellt, um diese auf das Kundenbindungsprogramm Private Line zu übertragen. Die beiden zeitlich vorgelagerten Schritte der Literaturanalyse und Erörterung der rechtlichen Rahmenbedingungen dienen u.a. als Basis zur inhaltlichen Ausgestaltung des Benchmarking (Abschnitt 5.). Abschließend werden die Informationen und Erkenntnisse aus den drei vorangegangenen Schritten als konkrete Empfehlungen für das Kundenbindungsprogramm Private Line im Rahmen des Kundenbindungsmanagement von Hyatt Hotels & Resorts abgegeben (Abschnitt 6.).

Inhaltsverzeichnis:

I INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Die Notwendigkeit zur Kundenbindung 1
1.2 Kundenbindung in der Hotellerie 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3
2. Kundenbindung als unternehmensübergreifende Aufgabe 4
2.1 Begriffliche Abgrenzung 4
2.2 Chancen und Risiken der Kundenbindung 6
2.3 Der Prozess zur Erreichung von Kundenbindung 7
2.3.1 Kundenzufriedenheit als Voraussetzung zur Kundenbindung 11
2.3.2 Die Wirkung von Wechselbarrieren auf die Kundenbindung 14
2.3.3 Loyalität bzw. Commitment als belastbare Form der Kundenbindung 16
2.4 Kundenbindung im Zielsystem des Unternehmens 17
2.4.1 Die Leistungsbezogene Kundenzufriedenheit 19
2.4.2 Die Erreichung von Mitarbeiterzufriedenheit durch Motivation 20
2.4.3 Aktives Beschwerdemanagement 21
2.5 Instrumente und Maßnahmen der Kundenbindung 24
2.5.1 Kundensegmentierung und Databasemanagement 25
2.5.2 Customer Relationship Management 27
2.5.3 Isolierte Maßnahmen zur Kundenbindung 28
2.5.4 Integrierte Maßnahmen zur Kundenbindung am Beispiel des Kundenclubs 30
2.5.5 Erfolgskontrolle bei Kundenbindungsprogrammen 37
3. Kundenbindung in der Hotellerie 39
3.1 Begriffliche Abgrenzung 39
3.2 Die aktuelle Lage auf dem deutschen Hotelmarkt 41
3.3 Dimensionen der Kundenbindung in der Hotellerie 43
3.3.1 Dienstleistungen als Bezugsobjekt der Kundenbindung 43
3.3.2 Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation in der Hotellerie 45
3.3.3 Gestaltung des aktiven Beschwerdemanagements in der Hotellerie 46
3.3.4 Isolierte und integrierte Maßnahmen zur Kundenbindung in der Hotellerie 48
4. Chancen für die Kundenbindung nach Wegfall von RabattG und ZugabeVO 51
4.1 Die Abschaffung des RabattG und der ZugabeVO 51
4.2 Chancen und Risiken nach Wegfall von RabattG und ZugabeVO 52
4.3 Potenzial für Kundenbindungsinstrumente ohne RabattG und ZugabeVO 53
5. Branchenübergreifendes Benchmarking zu Kundenbindungsprogrammen 56
5.1 Benchmarking in der Theorie 56
5.1.1 Formen des Benchmarking 57
5.1.2 Benchmarking in fünf Phasen 58
5.2 Durchführung des Benchmarking 62
5.2.1 Zielsetzung 62
5.2.2 Interne Analyse bei Hyatt Hotels & Resorts 63
5.2.3 Informationssammlung und Vergleich 67
5.2.3.1 Award Programm (Steigenberger Hotels AG) 68
5.2.3.2 Compliment Card (ACCOR Hotellerie Deutschland GmbH) … 70
5.2.3.3 Hotel Louis C. Jacob 73
5.2.3.4 World of TUI Card (TUI Deutschland GmbH) 74
5.2.3.5 Bahr Card (Max Bahr Holzhandlung GmbH & Co. KG 76
5.2.3.6 Budni-Karte (Budnikowsky GmbH & Co. KG) 78
5.2.3.7 e.Collect AG 79
5.2.3.8 Online Akademie (Philips GmbH UB Consumer Electronics) 80
5.2.3.9 PAYBACK (Loyalty Partner GmbH) 82
5.2.4 Informationsanalyse des Benchmarkings 84
6. Maßnahmen zur Etablierung des Kundenbindungsprogramms Private Line im Rahmen des Kundenbindungsmanagements bei Hyatt Hotels & Resorts 86
6.1 Unternehmensübergreifende Voraussetzungen der Kundenbindung 86
6.2 Empfehlungen zur Etablierung des Kundenbindungsprogramms Private Line 87
7. Fazit und Ausblick 94
Anhang 98
Anhang 1: Gesetz über Preisnachlässe (Rabattgesetz) 98
Anhang 2: Zugabeverordnung 101
Anhang 3: Kapazitätsauslastung im 3. Quartal 2001 102
Anhang 4: Datenblatt Private Line (Hyatt Hotels & Resorts) 103
Anhang 5: Fragebogen zur Teilnahme am Benchmarking 104
Anhang 6: Datenblatt Award Programm (Steigenberger Hotels AG) 110
Anhang 7: Datenblatt Compliment Card (ACCOR Hotellerie Deutschland GmbH) 111
Anhang 8: Datenblatt World of TUI Card (TUI Deutschland GmbH) 112
Anhang 9: Datenblatt Bahr Card (Max Bahr Holzhandlung GmbH) 113
Anhang 10: Datenblatt Budni-Karte (Budnikowsky GmbH & Co. KG) 114
Anhang 11: Datenblatt eCollect.de 115
Anhang 12: Datenblatt Online Akademie (Philips GmbH – Consumer Electronics) 116
Anhang 13: Datenblatt PAYBACK (Loyalty Partner GmbH) 117
Literaturverzeichnis V

Automatisiert erstellter Textauszug:

erfolgversprechend erscheint, darf der Kostenfaktor nicht vernachlässigt werden. Die Erweiterung von Kundenbindungsprogrammen um Rabattelemente und attraktivere Zugaben ist kostenintensiv; daher sollte im gleichen Zuge die Effizienz des Programms optimiert werden. Neben der Gewinnung zusätzlicher Mitglieder aufgrund der gestiegenen Attraktivität des Programms gilt es, die individuelle Bedürfnisstruktur des zunächst anonymen Kunden eingehend durch freiwillig zur Verfügung gestellte Daten zu untersuchen und das Programm entsprechend anzupassen.266 Technisch instrumentalisiert wird dazu beispielsweise eine Kundenkarte, die alle Daten über das Konsumverhalten des Kunden zur Verfügung stellt.267 Jedoch bei der heute bereits vorhandenen „Kartenflut“ und dem begrenzten Platz im Portmonee des Kunden erscheint es zunächst als wesentlich, den Verbraucher von der Qualität des Programms in Verbindung mit einem attraktiven Zusatznutzen im Vergleich zu anderen Programmen zu überzeugen.268 [...]

54 Relevanz für diese Ausarbeitung ist eine weitere Alternative, die den Auf- bzw. Ausbau von Kundenbindungsprogrammen vorschlägt. Durch den Gesetzesrahmen von RabattG und ZugabeVO waren nutzenorientierte Kundenbindungsprogramme, wie z.B. der Kundenclub, in der Vergangenheit bei der Ausgestaltung ihres Leistungsportfolios stark eingeschränkt, da Sonderangebote nicht nur einer bestimmten Kundengruppe zugänglich gemacht werden durften. Nach Wegfall der Gesetze besteht nun eine Vielfalt an Möglichkeiten, die Erfolgskombination eines Kundenbindungsprogramms von finanziellen und emotionalen Anreizen, unter Vermittlung eines hohen wahrnehmbaren Mehrwertes zu gestalten. Neben höheren Rabatten und attraktiveren Prämien bieten sich auch besondere Formen von Rabatten, wie z.B. Staffelrabatte an, die nach Höhe des auflaufenden Gesamtumsatzes des Kunden steigende Rabattsätze gewähren. Dazu können für eine ausgewählte Anzahl von Kunden (z.B. den Mitgliedern eines Kundenclubs) Sonderaktionen veranstaltet werden.263 Ein pauschales Erfolgsrezept zur Gestaltung von nutzenorientierten Kundenbindungsinstrumenten nach Wegfall der Gesetze gibt es jedoch nicht, da die Ausrichtung auf das Bezugsobjekt der Kundenbindung vordergründig gesehen werden muss. Beispielsweise passen vielfältige Rabattelemente in ein preissensibles Umfeld von Unternehmen, die Produkte mit einem hohen Anteil am Haushaltsbudget der Konsumenten (Share of Wallet) vertreiben. Im Rahmen eines Bonussystems können so die angesammelten Punkte in einem überschaubarem Zeitraum in attraktive Prämien umgewandelt werden.264 Bei prestigeträchtigen Produkten hingegen, beispielsweise in einem Stammkundenvorteilsclub oder Bestkundenaktivierungsclub265, steht die Exklusivität der Begeisterungsfaktoren mit emotionalem Charakter im Vordergrund. Während das Potenzial für Kundenbindungsinstrumente offensichtlich attraktiv und [...]

Anwaltskanzleien hierzulande Einigkeit. Vielfach ist von einem größeren Handlungsspielraum für die Rabatt- und Prämiengewährung unter Zuschneidung auf spezielle Kundengruppen die Rede.260 4.3 Potenzial für Kundenbindungsinstrumente ohne RabattG und ZugabeVO Gegen den langfristigem Erfolg einer reinen, aggressiven Rabattstrategie sprechen nicht nur die Expertenmeinungen, sondern auch das unter den Gesichtspunkten der Kundenbindung bereits herausgestellte, niedrige Potenzial isolierter, preispolitischer Instrumente.261 Daher gilt es, alternative Strategien zu nutzen, die von OC & C Strategy Consultants als die folgenden dargestellt werden.262 Als eine Alternative kann das Marketing Potenzial operativ, ähnlich der isolierten Instrumente zur Kundenbindung, mit verschiedenen Rabattstrategien und gepaart mit kommunikativen Maßnahmen wie Verkaufsförderungsaktionen genutzt werden. Von größerer [...]

Arbeit zitieren:
Waskönig, Andrea April 2002: Kundenbindungsmanagement in der Spitzenhotellerie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenbindung, Benchmarking, Hotellerie, Kundenkarten, Customer Relationship Marketing

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