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Kundenbindung in der Gastronomie

Bedeutung und Beeinflussungsmöglichkeiten

Kundenbindung in der Gastronomie
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Jan Dauge
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 67 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7136-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7136-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7136-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dauge, Jan Juli 2003: Kundenbindung in der Gastronomie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenkarten, Marketing, Bindungsmöglichkeiten, Catering, Gastronomiebereiche

Staatsexamensarbeit von Jan Dauge

Zusammenfassung:

Jeder Verbraucher kennt mittlerweile einige der vielzähligen Bonusprogramme wie Miles&More, Bahn.comfort Card, Swap-Punkte an Tankstellen, payback, Kaffee-Stempelkarten, die Budni- oder Ikea Karte. Dies alles sind gängige, funktionierende Kundenbindungsprogramme im Einzelhandel, die bis jetzt nur wenig im Gastronomiebereich angewendet werden. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass im Rahmen der Literaturrecherche nur ein spezielles, deutschsprachiges Buch von Ploss (2002) ausfindig gemacht werden konnte, das sich ausschließlich mit dem Thema Hotellerie und Kundenbindung auseinandersetzt. Unter anderem deswegen soll in dieser Arbeit die Bedeutsamkeit der Kundenbindung in der Gastronomie aufgezeigt werden, um darzustellen welche aktuelle Nutzung einer Kundenbindung schon im Gastgewerbe vorhanden ist, wie man sie einführen kann und wie sie sich auszahlt bzw. bezahlt macht. Kundenbindung an sich teilt sich in aktive Kundenbindung, d.h. Neugewinnung von Kunden und passive Kundenbindung, also Erhalt der Kunden u.a. durch Vermeidung der Abwanderung zur Konkurrenz auf. Um eine gewisse Tiefe des Themas im Umfang dieser Arbeit zu gewährleisten, wird der Fokus, mit internationalen Ausblicken, auf die Umsetzung in Deutschland gesetzt. Bei dieser hier dargestellten Bindung geht es um Wirt und Gast und nicht um die Bindung eines gastgewerblichen Betriebes als Kunde gegenüber des Einzelhandels. Ähnlich wie bei der Händlertreue kann auch ein Restaurant oder Hotel sich beim Verbraucher / Gast einprägen und die daraus resultierenden Vorteile einer Kundenbindung sich zu nutze machen. Dies mag anfangs, beispielweise mit einem Coupon oder einer Kundenkarte, einfach sein, für die andauernde effektive Nutzung gilt auch hier: „Sich verlieben ist einfach, verliebt zu bleiben dagegen schwer“ (dt. Sprichwort).

Diese Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf den Wortsinn von „Gastronomie“ (griech. „Gastronomia“ nach Archestratos „Lehre von der Pflege des Bauches“, vgl. Kluge 2002, S.332), also Restaurants. Allerdings findet hier auch die Hotellerie auf zweierlei Art Erwähnung, da das Thema erstens ganzheitlich eingebunden sein soll und zum anderen die Hotel-Restaurants einbezogen werden bei denen die Kundenbindungsprogramme durch die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bereits ausgeprägter sind.

Ein Gast möchte sowohl in Hotels als auch in Restaurants personalisiert werden. Er möchte nicht mehr nur der zahlende Kunde sein, sondern eher ein willkommener Gast oder gar ein Bekannter oder Freund. Auch der Ausspruch „sich wie zu Hause fühlen“ steht mehr und mehr im Vordergrund und kann durch Bindungsprogramme gefördert werden. Daher gewinnt die subjektiv-emotionale Leistungsdifferenzierung in jeder Gastronomie, wie in anderen Branchen, laufend an Bedeutung, weil die gastronomischen Kernprodukte „Essen & Trinken“ zunehmend austauschbarer werden. Durch gezieltes Marketing, Schaffung differenzierter Zusatznutzen, emotionale Aufladung und Profilierung bzw. Positionierung schafft die Gastronomie Erlebnisse, verkauft Träume, Werte und ein bestimmtes Image, sodass sich die Gäste mit ihrer gewählten Gastronomie identifizieren und sich darin wohlfühlen (vgl. Flad, 2001, S.28).

Diese Arbeit ist in die zwei Teile Beurteilung und Beeinflussungsmöglichkeiten gegliedert und wird folgenden Untersuchungsgang haben: In den ersten Kapiteln werden anhand eines selbst erarbeiteten Modells die Stufen aufgezeigt und erklärt, die ein Gast vom Erstkauf bis zum loyalen Kunden durchläuft. Diese schrittweise verlaufende Annäherung wurde gewählt, um die komplexe Struktur in ihre Einzelteilen logisch aufzuschlüsseln. Eines der Ziele dieser Arbeit ist es, die Anwendungsmöglichkeiten einer gastronomischen Kundenbindung in allen Varianten aufzuzeigen, um eine gewisse Themenbreite zu gewährleisten. Diese Breite wird zum zweiten Teil hin in eine Thementiefe übergehen, wenn die einzelnen Möglichkeiten vorgestellt werden. Als Überleitung und zum Anfang dieser Darstellungen wird die Gastbindung exemplarisch am Gastronomiebereich des Catering verdeutlicht. Im zweiten Teil werden zudem die Instrumente einer Kundenbindung und die daraus resultierenden Vorteile in das Auge des Betrachters gerückt. Hier werden die verschiedenen Arten der Bindungsmöglichkeiten erkenntlich gemacht, welche abschließend in einer kritischen Bewertung der gastronomischen Kundenbindung abgewägt werden. Die Schlussbetrachtung bietet eine thematische Zusammenfassung, welche durch Ausblicke ergänzt wird.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Bedeutung der Kundenbindung 6
2.1 Die Entstehung der Kundenbindung 8
2.2 Stufe eins: Bedarfsweckung 8
2.2.1 Kaufentscheidung des Gastes 9
2.3 Stufe zwei: Kundenbeziehung 11
2.3.1 Umsatzzahlen in der Gastronomie 12
2.3.2 Opinion Leader 15
2.4 Stufe drei: Kundenzufriedenheit 16
2.4.1 Wiederkaufverhalten 17
2.4.2 Wichtigkeit der Kundenbindung 19
2.5 Stufe vier: Kundenbindung 21
2.5.1 Kundenwert 23
2.5.2 Wechselbarrieren 25
2.6 Stufe fünf: Loyalität 27
2.6.1 Beschwerdemanagement 28
2.6.2 Kundenloyalität 31
2.7 Kundenbindung am Beispiel von Catering 32
3. Beeinflussungsmöglichkeiten / Instrumente der Kundenbindung 34
3.1 Vier Instrumente zur Umsatzsteigerung 34
3.2 Gewinnen von Gästedaten 36
3.3 Instrumente der Kundenbindung 40
3.3.1 Bonusprogramme 41
3.3.2 Kundenkarten 43
3.3.3 Kundenclubs 46
3.3.4 E-Commerce 48
3.3.5 Sonstiges 50
4. Bewertung 53
5. Schlusswort 58
Quellennachweis 60

Automatisiert erstellter Textauszug:

Handvoll gastronomischer Betriebe geben, die diese Anforderungen erfüllen könnten. Der USP eines Cateringunternehmens ist, dass es diese Bedingungen sehr variabel erfüllen kann und es nutzt zusätzlich unterschwellig den Kundenbindungspunkt des Involvments, da der Gastgeber in den gastronomischen Ablauf mit integriert wird. Er kann seine eigene Gestaltung über das Was, Wo und Wie an der Veranstaltung einfließen lassen. So entspricht das Ambiente genau seinen Wünschen, wenn man eine entsprechende Räumlichkeiten, wie beispielsweise eine Fischerkate oder alten Leuchtturm findet oder man ein Zelt am Strand aufbaut. Dies wird dann um eine entsprechende Bühne für die Band und Tanzfläche erweitert. Nach individuellen Wünschen wird nun die Sitzordnung und die damit verbundene Tischgröße (4er, 6er, 8er etc. oder lange Tafel) erstellt. Das Menü wird nach eigenen Vorstellung, wie z.B. Besonderes oder Lieblingsessen dem Anlass angepasst. Der Gastronom kann nun mit dem Wareneinkauf, Miete, Transport und additionalen Personal kalkulieren. Der letzte Punkt ist sehr wichtig, da die Serviceintensität und Güte dadurch so bestimmt wird, wie der Gast sie haben möchte. Der Kunde / Gastgeber ist also sprichwörtlich König und befindet sich somit mit einem hohen Maß an Wahrscheinlichkeit auf einer mit Stufe 5 des in dieser Arbeit verwendeten Modells, vergleichbaren Ebene, nur mit dem Unterschied, dass noch kein Kauf abgeschlossen wurde. Er ist involviert, hat die Veranstaltung mitgestaltet und wird mit großer Wahrscheinlichkeit mit Zufriedenheit und Begeisterung das Cateringunternehmen weiterempfehlen. Wenn von den Gästen nur drei Personen dabei sind, die in absehbarer Zeit auch einen Anlass feiern wollen, so werden sie für sich Referenzen einholen und den Gastgeber in Bezug auf Zufriedenheit und Umsetzung fragen und zudem eine eigene Bewertung durchführen. Sie würden sich damit schon auf Stufe 3 des Modells befinden, wo sie schon Vertrauen und Zufriedenheit gewonnen haben und der demnächst zu feiernde Anlass den neuen Anreiz ergibt und zu einem Kauf führt. Auch die Wechselbarrieren sind in diesem Bereich der Gastronomie sehr hoch, da durch das einzigartige Angebot nicht sehr viele Wechselmöglichkeiten vorhanden sind, außer andere Cateringfirmen, d.h. hier sind Flexibilität und Preis die einzigen Wechselkriterien. [...]

Abwanderungshindernis, das entweder vom Gast selbst (emotionale Gründe, Gastronom Kundenbindung werden unterschiedlichste Arten von Wechselbarrieren versucht aufzubauen. Die bekannteste Wechselbarriere ist der USP – Unique selling point – also etwas Einzigartiges. Ein Gast kann noch so sehr Wechselabsichten haben, wenn er nichts entsprechendes findet, kann er nicht wechseln. Die wirksamsten sind die emotionalen, also die, bei denen ein Gast erst gar nicht weitersucht, da er sich mit dem Laden verbunden fühlt. Der Gast hat also eine Beziehung die er für sich gesehen für einzigartig hält und bleibt deswegen treu bis loyal. Er ist innerlich überzeugt, sodass keine weiteren Hindernisse aufgebaut werden müssen. Wechselbarrieren können allerdings auch Kosten verursachen. Vergleicht man beispielsweise die Bonuskarte der Eisdiele „Eiszeit“ in Hamburg (siehe Kapitel 3.3.1), leistest der Gast Vorkasse und würde einen monetären Schaden durch einen Wechsel haben. Diese sogenannten Wechselkosten können aber auch entstehen, wenn durch den Wechsel anderweitig mehr Geld aufgewendet werden muss. Beispielsweise wenn man den mittäglichen Bringdienst aufgibt und zum Essen selber in die Stadt fährt (Fahrtkosten). Zusätzlich könnte der vielleicht vorhandene Treueoder Freundschaftsrabatt, der sich auch materiell ausdrücken kann, entfallen. So bekommt man vielleicht jetzt keine Flasche Wasser mehr gratis zum Essen dazu, oder bei einem neuen griechischen Restaurant nur noch einen Begrüßungs-Uozo anstatt der fünf beim bisherigen Stammgriechen. Stammkunden des „Mexcal“ in Bremen bekommen [...]

Interaktionsverhalten nochmals aufgeteilt sind. Das Interaktionsverhalten beinhaltet Offenheit gegenüber Anregungen, Kontakte zu nicht im Verkauf tätigen Personal, also beispielweise dem Küchenchef und die Offenheit im Informationsverhalten. Letzteres überschneidet sich mit dem Leistungsangebot, in dem sich die Qualität der kundenbezogenen Prozesse wiederfindet, unter Anderem auch die Qualität der Beratung und natürlich die Flexibilität im Umgang mit den Kunden, Kundengruppen und ihren Wünschen / Anforderungen. In der folgenden Abbildung wird ersichtlich, dass Kundennähe die Zufriedenheit bestimmt und diese wiederum die Kundenbindung. Die letzten beiden Komponenten bestimmen dann wiederum den Loyalitätsgrad. Untersuchungen belegen, dass der Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung keineswegs linearer Natur ist, wie häufig angenommen wird. Ausschlaggebend ist die Zufriedenheitsintensität. „Nur vollkommen zufriedene Gäste, die wahren Begeisterten, werden zu Stammkunden“ (Meyer / Blümelhuber, 1997 S. 65). Abb. 9: Kundennähe, -zufriedenheit und –bindung [...]

Arbeit zitieren:
Dauge, Jan Juli 2003: Kundenbindung in der Gastronomie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenkarten, Marketing, Bindungsmöglichkeiten, Catering, Gastronomiebereiche

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