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Kulturmarketing als Instrument zur Attraktivitätssteigerung von Städten

Status Quo und Entwicklungsperspektiven für Non-Profit-Kulturbetriebe am Beispiel der Stadt Friedberg unter besonderer Berücksichtgung des Wetterau-Museums

Kulturmarketing als Instrument zur Attraktivitätssteigerung von Städten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nathalie Jöckel, geb. Hoeveler
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 161 Seiten
  • Dateigröße: 10,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8746-1
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8746-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jöckel, geb. Hoeveler, Nathalie Februar 2005: Kulturmarketing als Instrument zur Attraktivitätssteigerung von Städten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Stadtmarketing, Kultur, Städtemarketing, Marketing

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Diplomarbeit von Nathalie Jöckel, geb. Hoeveler

Einleitung:

Städte und mit ihnen ihr kulturelles Angebot konkurrieren heutzutage mit einer Vielzahl von Freizeitangeboten, oft Hightech-Angeboten virtuellen Ursprungs, die mit Ihrer Modernität und Komplexität ihre Kunden begeistern und schon lange bestehende, aber dennoch zeitgemäße Einrichtungen und Angebote einer Stadt in den Schatten stellen.

Einerseits gehören kulturelle Bildung und der Genuss von kulturellen Veranstaltungen zum guten Ton, andererseits wird in diesem Bereich bei Kürzungen der öffentlichen Gelder zuerst angesetzt und den entsprechenden Einrichtungen landesweit das Überleben erschwert. Wenn der finanzielle Aufwand für den Konsum von Kultur und kultureller Bildung immer weiter ansteigt, sinkt parallel die Zahl derer, die diesen Aufwand bewältigen können. Somit verliert der kulturelle Sektor potentielle und auch bestehende Kunden - zusätzlich zu den stützenden öffentlichen Geldern. Darüber hinaus trägt der in unserer Gesellschaft stattfindende Wertewandel dazu bei, dass Kultur- und Bildungsangebote sich gegen den immer größer werdenden Erlebniskonsum behaupten müssen. Hinzu kommt die Auslagerung von Grundversorgungsbetrieben aus den Kernstädten und dem wachsenden virtuellen Freizeitangebot, was zu einer Verödung der Innenstädte führt. Als Hauptgrund für die Krise wird der Markt genannt, „der sich nur sträubend dem neuen Konsumverhalten anpasst“ und dass, obwohl „die Menschen (… ) nach wie vor die lokale Identität“ suchen.

Aufgrund sinkender Besucherzahlen kultureller Einrichtungen wird immer öfter gefordert, den veränderten Umweltgegebenheiten durch eine Orientierung am Marketingansatz Rechnung zu tragen. Vor dem Hintergrund sinkender Besucherresonanz auf kulturelle Angebote der Stadt Friedberg in Hessen verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, unter gegebenen Bedingungen eine eventuell bestehende Marketingorientierung öffentlicher Non-Profit-Kulturbetriebe in Friedberg zu prüfen und im zweiten Schritt ein effizientes Kulturmarketingkonzept zu implementieren. Im Fokus der Arbeit stehen dabei ausschließlich kulturelle Einrichtungen in Friedberg, insbesondere das Wetterau-Museum. Auf kulturelle Veranstaltungen wird nicht näher eingegangen, da bei diesen für eine Steigerung der Besucherzahlen in Friedberg weniger Handlungsbedarf besteht.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit beruht sowohl auf theoretischen Ansätzen, in denen eine abstrakte Auseinandersetzung zur Erörterung des behandelten Sachverhalts erfolgt, als auch auf einem großen Teil empirischer Arbeit, um neue Erkenntnisse und aktuelle Lösungsmöglichkeiten für die gegenwärtige Problemstellung in kulturellen Einrichtungen Friedbergs zu gewinnen. Für eine sachgemäße und kompetente Bearbeitung des Themas sind grundlegende Kenntnisse über öffentliche Non-Profit-Kulturbetriebe nötig. Diese stehen im Mittelpunkt des zweiten Kapitels. Neben den nötigen Rahmenbedingungen und Intentionen eines Kulturbetriebes wird unter anderem auch erläutert, warum ein strategisches Leitbild für jede Kultureinrichtung unabdingbar ist.

Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Begriff des Kulturmarketing und stellt die generelle Vereinbarkeit von Kultur und Marketing in Frage. Darüber hinaus erfolgt eine Erläuterung der einzelnen Bestandteile des Kulturmarketing sowie eine knappe Beschreibung des Weges von der kulturellen Einrichtung zum kulturellen Angebot.

Vor dem Hintergrund niedriger Besucherzahlen des Wetterau-Museums stehen im Fokus des nächsten Kapitels deutsche Museen. Dabei wird im ersten Teil auf die finanzielle Förderung, Kulturausgaben und -einnahmen von Museen in Deutschland eingegangen, im zweiten Teil werden die Besucher von Museen eingehender betrachtet und die Notwendigkeit einer Marktsegmentierung diskutiert. Im dritten Teil des vierten Kapitels wird der einfache und gegenüber den Wettbewerbern dominante Nutzen für den Kunden, der im Folgenden dem Besucher gleichzusetzen ist, diskutiert und die Bedeutsamkeit einer Positionierung und Unique Selling Proposition (USP) herausgestellt. Die Erwartungen an Museen aufgrund von aktuellen Trends, Struktur- und Wertewandel sind Gegenstand des letzten Gliederungspunktes dieses Kapitels. Als zwei mögliche Instrumente zur Verbesserung der maladen Besuchersituation werden die Intentionen und Funktionsweisen der Museumspädagogik und des Eventmarketings erläutert.

Das fünfte Kapitel stellt die Situationsanalyse bezüglich der Akzeptanz kultureller Einrichtungen in Friedberg dar. Dabei werden nach der Erläuterung der methodischen Vorgehensweise die Ergebnisse der beiden empirischen Analysen, bestehend aus einer qualitativen und einer quantitativen Studie, ausführlich beschrieben und interpretiert.

Auf dieser Grundlage baut das sechste Kapitel auf, in dem ausschließlich Handlungsempfehlungen zu den zuvor herausgestellten Problemen erarbeitet werden. Die einzelnen Vorschläge und Maßnahmen beziehen sich auf die Produkt- und Servicegestaltung des Wetterau-Museums, auf die Relevanz einer Positionierung durch bestimmte Themen und deren Umsetzung, auf Distributionspolitik sowie auf umfassende Marketingmaßnahmen zur Steigerung der Besucherzahlen und zur Besucherbindung. Als über das Museum hinausgehende Maßnahmen wird die Implementierung einer Kundenkarte diskutiert. Auch hierbei steht die Kundenbindung im Vordergrund.

Das siebte und letzte Kapitel enthält ein Fazit dieser Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 1
1.2 Methodische Vorgehensweise 2
2. Die Rahmenbedingungen für öffentliche Non-Profit-Kulturbetriebe 5
2.1 Die Intention und das Mission-Statement einer Kultureinrichtung 5
2.2 Das strategische Leitbild (CI) 7
3. Die Bedeutung von Kulturmarketing für kulturelle Institutionen 9
3.1 Vereinbarkeit von Kultur und Marketing 9
3.2 Komponenten des Kulturmarketings 12
3.3 Vom kulturellen Potential zum kulturtouristischen Angebot 16
4. Museen in Deutschland – eine bedrohte Art? 18
4.1 Entwicklung und Förderung 18
4.2 Die Besucher deutscher Museen – Eine Segmentierung des Marktes 20
4.3 esuchsgründe und Nutzenaspekte – eine Positionierungsanalyse 24
4.4 Erwartungen an das Museum heute 26
4.4.1 Eventmarketing 30
4.4.2 Museumspädagogik 33
5. Empirische Studie zur Akzeptanz kultureller Einrichtungen in Friedberg 35
5.1 Methodische Vorgehensweise 35
5.1.1 Sekundärforschung 35
5.1.2 Primärforschung 36
5.2 Durchführung und Auswertung der qualitativen Vorstudie 37
5.3 Aufbau und Durchführung der Hauptstudie 49
5.4 Auswertung und Ergebnisse der Hauptstudie 54
5.5 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse 80
6. Konzeptionelle Handlungsempfehlungen 82
6.1 Strategische Umsetzung 82
6.2 Operative Umsetzung 85
6.2.1 Der Besucher im Mittelpunkt des Interesses 85
6.2.2 Distributionspolitische Bemühungen 90
6.2.3 Kommunikation und Werbung 93
7. Fazit 95
Anhang 97
Literaturverzeichnis 154
Eidesstattliche Versicherung 161

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Befragung beabsichtigte, Auskünfte über Einstellungen und Meinungen, Wissen und Erfahrungen der Befragten zu erhalten, und ihre Verhaltensweisen sowie Motive für diese Verhaltensweisen zu erforschen.130 Ziel des Fragebogens war, in einer breiter angelegten Studie die Mängel und Probleme kultureller Einrichtungen in Friedberg aufzudecken und daraus Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten und zu entwickeln. Die Befragung erfolgte schriftlich auf postalischem Weg an Bürger der Stadt Friedberg und umliegenden Stadtteilen sowie an einige wenige Nicht-Friedberger. Im Gegensatz zu einem mündlichen Interview (telefonisch oder persönlich) benötigt man bei einer schriftlichen Befragung keinen Interviewer. Die Kommunikation zwischen den Befragten und dem Befragenden erfolgt ausschließlich über den Fragebogen und somit anonym.131 Die Entscheidung für eine schriftliche Befragung gegenüber einer face-to-face Befragung lässt sich folgendermaßen begründen: Einerseits lässt sich auf dem postalischen Weg hinsichtlich des begrenzten Zeitrahmens einer Diplomarbeit eine umfangreichere Stichprobe realisieren, die sich auf ein größeres räumliches Gebiet bezieht als bei einer mündlichen Befragung. Darüber hinaus ist bei einer schriftlichen Befragung vorteilhaft, dass Beeinflussungsmöglichkeiten durch den Interviewer und daraus resultierende Ergebnisverzerrungen entfallen. Die Person des Interviewers sowie Zeit und Ort der Befragung haben bei schriftlichen Befragungen keine Auswirkungen auf den Interaktionsprozess.132 Eine schriftliche Befragung bot sich auch aufgrund einer recht problemlosen Ermittlung der postalischen Adressen der ausgewählten Stichprobe anhand der Einwohnerdatei der Stadt an. Da bei schriftlichen Befragungen die Rücklaufquote nur zwischen fünf und 30% liegt, und damit erheblich geringer ist als bei mündlichen Befragungen, wurden 1000 Bürger der Stadt Friedberg und den angrenzenden Stadtteilen angeschrieben, um schließlich mit einer quasirepräsentativen Stichprobe von n = 206 arbeiten zu können. Dabei wurde nach Alter und eventueller [...]

In privatwirtschaftlichen und kommerziellen Unternehmen spielt die Preisbildung eine wichtige Rolle, denn die Höhe des Preises ist maßgeblich für die Höhe des Gewinns. Öffentliche Non-Profit-Kulturbetriebe dagegen haben keine absatzorientierten, sondern inhaltliche Zielsetzungen.127 Da der Staat die Nachfrage nach kulturellen Gütern aus Bildungsgründen wünscht („Bildung für alle“128), finanziert er diese in gewissem Maße. Als Folge daraus sind die Eintrittspreise in deutschen kulturellen Einrichtungen oftmals recht niedrig, um eine umfassende Bildung für die Gesamtbevölkerung zu gewährleisten. Da auch die Eintrittspreise aller Kulturbetriebe in Friedberg jeweils nur wenige Euro betragen, wurden in der qualitativen Vorstudie und auch in der Hauptstudie keine Fragen zur subjektiven Einschätzung der Eintrittspreise gestellt. Zu erwähnen sei jedoch, dass oftmals die Einstellung besteht, dass kostenlose Kulturangebote auch nichts wert sein können. Das Institut für Museumskunde in Berlin stellte fest, dass gerade bei Sonderausstellungen hohe Eintrittspreise mehr Besucher ins Museum locken als niedrige Preise, da der Besucher erst dann auch von der Qualität der Leistung überzeugt ist.129 [...]

Als Gründe für das wenig ansprechende Erscheinungsbild des Museums wurden von den Befragten weiterhin die vergitterten Fenster und der düstere Eingangsbereich genannt, so dass man als Besucher das Gefühl hat, dass sich die Einrichtung nach außen hin verschließt und somit wenig einladend wirkt. Fehlende Atmosphäre, ungenügende Beschilderung von den drei sichtbaren Hausseiten des Gebäudes und mangelnde visuelle Blickpunkte in Form von Skulpturen oder Dekorationen wirken sich laut der Experten negativ auf das Image des Wetterau-Museums aus.121 Zur Frage nach einer Vernetzung oder Kooperation der kulturellen Einrichtungen untereinander gaben die Experten an, dass es keine Vernetzung gebe, eine Überlegung in diese Richtung jedoch durchaus sinnvoll wäre. Die Idee eines visuell gestalteten, historischen Rundgangs, beispielsweise von der Burg über das Judenbad und das Bibliothekszentrum Klosterbau zur Stadtkirche und von dort zum Wetterau-Museum, fänden sechs der zehn Befragten gut, wenn er den Besucher mithilfe visueller Hinweise ausreichend leiten, ihm aber auch die Möglichkeit zur Abkürzung geben würde. Als alleinige Maßnahme verspräche ein solcher Rundgang laut Meinung der Experten jedoch keinen Erfolg, sondern nur in Verbindung mit einem vollständigen Marketingkonzept und einer weiteren Vernetzung, zum Beispiel durch gekoppelte Eintrittsgelder verschiedener Einrichtungen.122 Das Wetterau-Museum sollte sich in Zukunft vermehrt distributionspolitischen Entscheidungen widmen, da aufgrund der als negativ eingeschätzten Lage und des äußeren Erscheinungsbildes die subjektive Erreichbarkeit123 für den Kunden sehr gering beziehungsweise gar nicht gegeben ist und die Ansprache des WetterauMuseums aufgrund dieser äußerlichen Merkmale nur wenig besucherfreundlich ist. Laut den Ergebnissen der Expertenexploration wird mehrfach dazu geraten, alles Erdenkliche zu tun, um das Museum äußerlich attraktiver zu gestalten. Dies könnte zum einen durch auffälligere Beschilderung als des jetzigen historischen Auf121 122 [...]

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Arbeit zitieren:
Jöckel, geb. Hoeveler, Nathalie Februar 2005: Kulturmarketing als Instrument zur Attraktivitätssteigerung von Städten, Hamburg: Diplomica Verlag

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