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Kulturförderung und kommunale Wirtschaftsförderung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Deutschland

Kulturförderung und kommunale Wirtschaftsförderung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Kilian Trant
  • Abgabedatum: Juli 2000
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 7,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3096-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3096-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3096-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Trant, Kilian Juli 2000: Kulturförderung und kommunale Wirtschaftsförderung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Globalisierungstendenzen, Kultursponsoring, Kultur, Standortförderung

Magisterarbeit von Kilian Trant

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit befaßt sich im ersten Teil mit aktuellen Problemen des Kultur- und Kunstsponsorings, sowie der privaten und staatlichen Kulturförderung in den USA und Deutschland. Anhand aktueller Studien wird die wachsende Bedeutung der Kultur als Wirtschaftszweig in den beiden Ländern aufgearbeitet und deren Relevanz für kommunale Wirtschaftsförderungsstrategien bewiesen.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Wirtschaftsförderungsstrategien US – amerikanischer sowie deutscher Städte in Zeiten der globalisierten Wirtschaft. Die wachsende Bedeutung von regionalen Ansätzen wird durch aktuelle deutsche und amerikanische Studien belegt und durch eigene Forschungen vertieft. Anhand von Fallbeispielen der Städte Köln und Cleveland, Ohio wird vom Autor der Strukturwandel und die sich ändernde wirtschaftliche Ausrichtung hin zu High-Tech, Medien und Biotechnologie nachgezeichnet. In diesem Zusammenhang wird die Relevanz der verschiedenen harten und weichen Standortfaktoren wissenschaftlich überprüft. Besonderes Augenmerk wird dabei auf institionelle Strukturen in den Kommunen gelegt.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 6
A. Definition der zentralen Untersuchungsbegriffe 9
1. Zum Begriff der Kultur 9
2. Zum Begriff der Wirtschaft 10
II. Kunst- und Kulturbetriebe, Wirtschaftsunternehmen und der Staat - Eine Beziehung zum gegenseitigen Vorteil ? 10
A. Relevante Forschungen zum Thema unternehmerische Kulturförderung 15
1. Amerikanische Forschungen 15
2. Deutsche Forschungen 16
B. Formen und Strukturen der nichtöffentlichen Kunst- und Kulturförderung in den USA und Deutschland 17
1. Formen und Strukturen der nichtöffentlichen Kunst- und Kulturförderung in den USA 17
2. Formen und Strukturen der nichtöffentlichen Kunst- und Kulturförderung in Deutschland 18
C. Zur Kulturgeschichte des Corporate Collecting in den USA 18
1. Die Gründerjahre 19
2. Die mäzenatischen Sammlungen 19
3. Die Ablösung der Philantropoids 20
4. Die Rationalisierung des Corporate Collecting 20
5. Professionalisierung und Institutionalisierung 21
6. Die Hinwendung zur Kreativität 21
D. Ästhetische Implikationen in der Kunst durch Sponsoren und Mäzene 22
1. Der künstlerische Entstehungsprozess des Neuschwanstein Gemäldes von Andy Warhol 23
E. Die Kultur als Wirtschaftszweig 26
F. Kultur- und Kunstförderung durch Großkonzerne in den USA 31
G. Die gesamtwirtschaftliche Lage als Schlüsselfaktor in der Kunst- und Kulturförderung in den USA 33
H. Motive der Unternehmen in der amerikanischen Kunst- und Kulturförderung 35
I. Die Entwicklung der Kulturförderung im vereinigten Deutschland am Beispiel Potsdam 39
1. Sozio-ökonomische Hintergründe 39
2. Fallstudie Potsdam 40
3. Hindernisse und Probleme im Osten Deutschlands 42
4. Strategien zur Verbesserung der unternehmerischen Kunstförderung in Ostdeutschland 43
J. Die Kultur als Standortfaktor für Unternehmen 45
K. Die Kultur als Imagefaktor der Kommunen 48
III. Wirtschaftsförderungsstrategien US - amerikanischer Städte in Zeiten der globalisierten Wirtschaft - Chancen, Herausforderungen, Risiken 49
A. Risiken der US Kommunen im Zuge der Globalisierung 51
B. Chancen der US Kommunen im Zuge der Globalisierung 54
C. Herausforderungen der US Kommunen im Zuge der Globalisierung 55
D. Relevante Forschungen zum Thema kommunale Wirtschaftsförderung USA 56
E. Die Unterstützung der kommunalen Wirtschaftsentwicklung in den USA durch Programme der Bundespolitik 58
1. Die Stärkung institioneller lokaler Infrastruktur und der regionalen Kooperation unter der Clinton Administration 62
2. Die Stärkung der unternehmerischen Aktivitäten der US Kommunen durch die amerikanische Bundespolitik 63
3. Ausbildungsinitiativen als Instrument kommunaler Wirtschaftsförderung unter der Clinton Administration 64
F. Die Ära der unternehmerischen Stadt in den USA und Deutschland 64
1. Wirtschaftsförderungsstrategien in den USA von 1980 bis 1996 64
2. Phasen kommunaler Wirtschaftsförderungsstrategien in den USA 66
3. Klassifizierung der Strategien 70
4. Effektivität amerikanischer Wirtschaftsförderungsstrategien 72
G. Fallstudie: Wirtschaftsförderung in Cleveland/Ohio 74
1. Theoretische Vorüberlegungen 74
2. Wirtschaftliche Geschichte der Stadt Cleveland 75
3. Die institutionellen Strukturen der kommunalen Wirtschaftsförderung in Cleveland 77
H. Großstädtische Wirtschaftsförderungspolitik in Deutschland am Beispiel der Stadt Köln 82
1. Flächenstrukturpolitik im Kölner Raum 82
2. Infrastrukturpolitik im Kölner Raum 84
3. Innovations- und Technologieförderung im Kölner Raum 85
4. Innenstadtproblematik 88
5. Unternehmerische Aktivitäten deutscher Kommunen 89
6. Kritische Bewertung 90
IV. Zusammenfassung & Ausblick 92
V. Anhang 96
VI. Literaturverzeichnis 110

Automatisiert erstellter Textauszug:

47 Mit den Begriffen harten und weichen Standortfaktoren kann der Status von Standortfaktoren nur jeweils branchenspezifisch festgemacht werden. Dies zeigen die Ergebnisse der POLIS Studie. Ein Katalog verschiedener weicher Standortfaktoren wurde mit der Aussage verbunden : Ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr wichtig/wichtig. Das Gastgewerbe (A) schätzte die betriebswirtschaftliche Wichtigkeit dabei im Gegensatz zum Verarbeitenden Gewerbe (B) völlig anders ein. ( Kulturangebot wichtig: A =69%, B = 25%; Sportliche Großereignisse in der Region wichtig: A = 69 %, B= 18 %; Theater/Oper/ Museen vor Ort wichtig : A = 62 %, B = 22 %; Gute Freizeitangebote wichtig: A = 48 %, B = 29 %.94 Die Kultur ist also für das Hotel und Gaststättengewerbe, einem nicht unbedeutenden urbanen Wirtschaftszweig, der stark von Messebesuchern und Tourismus abhängig ist, ein harter Standortfaktor. Darüber hinaus stellt sich in der Studie heraus, dass 84 % der Führungskräfte ein ausreichendes Angebot an qualifiziertem Personal für einen betriebswirtschaftlichen Erfolgsfaktor halten. Für deren Gewinn oder Halten sind laut Befragungsergebnis neben den weichen Standortfaktoren besonders die Verkehrsinfrastruktur und das lokale Lohngefüge entscheidend.95 Eine resümierende Betrachtung dieser Ergebnisse kommt zu dem Schluß, dass die aktuelle, allein auf harten Standortfaktoren basierende Standortdiskussion um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu einseitig auf quantifizierbare, ökonomisch eindeutig messbare Faktoren fixiert ist. Weiche Standortfaktoren spielen in der Tat, außer in ländlichen Gebieten, eine größere Rolle als bislang zur Kenntnis genommen und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Fakt ist aber auch, dass die steuerpolitischen und abgabentechnischen Rahmenbedingungen (außer der Gewerbesteuer) in erster Linie auf bundespolitischer Ebene festgelegt werden. Nach einhelliger Meinung der deutschen Wirtschaftswissenschaftler werden jedoch zu hohe Steuern für Unternehmer und Arbeitnehmer in Deutschland erhoben, was Investitionen sowohl deutscher wie ausländischer Firmen am Standort Deutschland teilweise unattraktiv macht. Die Großstadtkommunen haben jedoch hier wenig Gestaltungsspielraum und sollten sich auf die Optimierung der weichen Standortfaktoren konzentrieren und versuchen, ein positives Standortimage erzeugen. [...]

46 zweitletzter Stelle und muß so bei den Ansiedlungsentscheidungen der Unternehmer eine äußerst geringfügige Rolle gespielt haben. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu vielen Studien zur unternehmerischen Standortwahl in Großstädten, welche die Kultur als Standortfaktor als durchaus wichtig sehen. Wie wichtig Unternehmer diesen Standortfaktor einschätzen, scheint also auch davon abzuhängen, ob das Unternehmen in einer Großstadt oder im ländlichen Bereich angesiedelt werden soll. In Frage 21. wurde nach dem ausschlagebenden Grund für die Standortentscheidung gefragt. Die Nähe zu Kultur und Freizeiteinrichtungen wurde als Antwort nicht einmal genannt. Interessant ist jedoch, dass, obwohl die Kultur als Standortfaktor bei Ansiedlungen in Rheinbach /Meckenheim keine Rolle spielt, ist sie als Faktor der Standortzufriedenheit durchaus relevant. Auffällig ist, dass bei der Frage 33., wo es um die Erhöhung des Standortattraktivität geht ( Haben Sie konkrete Vorschläge zur Erhöhung der Standortattraktivität? ) der Vorschlag mehr / besseres Kultur und Freizeitangebot nach dem Vorschlag Verbesserung des Verkehrsnetzes am häufigsten von den Befragten genannt wurde. So scheint das Kultur- und Freizeitangebot zwar als Ansiedlungskriterium im ländlichen Wirtschaftsraum keine Rolle zu spielen wohl aber als Faktor der Standortzufriedenheit nach der eigentlichen Ansiedlung. Sind die Unternehmen einmal angesiedelt, werden weiche Standortfaktoren also auch in ländlichen Regionen immer wichtiger für die Unternehmen. Die POLIS Studie der Gesellschaft für Politik- und Sozialforschung befragte im Jahr 1998 400 repräsentativ ausgewählte Führungskräfte in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Stadtentwicklung, Kultur und Sport (NRW), um die Bedeutung der weichen Standortfaktoren zu untersuchen und festzustellen, ob die Verknüpfung von Stadtentwicklung, Sozial- und Kulturpolitik sowie der Wirtschaftspolitik ein zukunftsorientierte und erfolgversprechende Strategie ist. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie lassen sich folgende Aussagen treffen und die anfangs formulierten Thesen bestätigen. • Werden an einem Standort Maximalstandards hinsichtlich weicher Standortfaktoren geboten, dann verdichtet sich die Fülle des Angebots zu einem bestimmten Image und schlägt um in einen harten Standortfaktor. Als Beispiel hierfür kann Köln gelten. 92 Weiche Standortfaktoren sind generell wichtiger für den Dienstleistungssektor und für innovative Branchen als für das verarbeitende Gewerbe, für mittelständische Unternehmen als für große multinationale, für Unternehmen im lokalen und regionalen als im überregionalen und internationalen Wettbewerb. [...]

45 leichter hochqualifizierte Mitarbeiter anwerben und gerade dieses Human - Kapital ist wie beispielsweise in der IT Branche Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Überleben und Erfolg. Auch ein harter Standortfaktor wie die Verfügbarkeit von Arbeitskräften wird also durch das Kulturangebot beeinflußt. 88 Schon in den sechziger Jahren wurden urban amenities (Annehmlichkeiten) wie Kultur und Freizeiteinrichtungen als betriebliche Standortfaktoren in amerikanischen Studien genannt.89 Dazu kommt, dass die neuen Betriebe des tertiären Sektors nicht mehr standortgebunden sind, weil Faktoren wie Nähe zu Resourcen und Kunden immer unwichtiger werden. Die Betriebe siedeln sich also dort an, wo die Lebensqualität (Umwelt, Freizeit- und Kulturangebot) hoch ist. Interessant ist das Ergebnis einer empirischen Studie der Amerikaner Galbraith und DeNoble aus dem Jahr 1988. So fanden sie heraus, dass Hochtechnologie Firmen (als typische mobile, standortungebundene Firmen) die Nähe zu Kultur und Freizeiteinrichtungen an 12. Stelle von 34 berücksichtigten Standortfaktoren einordneten. Bei den für diese Branche typischen Betrieben mit weniger als 25 Mitarbeitern wurde die Nähe zu Kultur und Freizeiteinrichtungen sogar an 6. Stelle genannt ( 1. Persönliche Gründe, 2. das Klima, 3. der allgemeine Arbeitsmarkt, 4. technische Qualifikation der Arbeitnehmer, 5. Produktivität der Region ).90 Die Relevanz des Faktors Kultur und Freizeitangebot muß also auch branchenspezifisch analysiert und bewertet werden. Während klassische, standortgebundene Industriebetriebe bei Ansiedlungsentscheidungen nicht so sehr auf die Nähe zu Kultur und Freizeiteinrichtungen achten, tun es kleine High - Tech Betriebe in den USA sehr wohl. In einer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW),1992 für die Stadt Berlin durchgeführten Studie zu Unternehmensansiedlungen kam die Nähe zu Kultur und Freizeiteinrichtungen bei der Frage, welche Faktoren das örtliche Arbeitskräfteangebot positiv beeinflussen, hinter den Verdienstmöglichkeiten und der Situation auf dem Wohnungsmarkt auf Rang drei der wichtigsten Standortfaktoren. 91 Zweitens kann das Image einer Stadt, das wesentlich von der Kultur mitgeprägt wird, auf das Image des Unternehmens abfärben, welches in dieser Stadt angesiedelt ist. Viele Unternehmen erhoffen sich dabei einen positiven Imagetransfer von der Stadt auf das Unternehmen. Der Imagefaktor Kultur kann darüber hinaus in der Unternehmenspolitik eines bereits am Standort vertretenen Unternehmens eine Rolle spielen. Durch die Firmen geförderte Kulturprojekte werden in Marketingstrategien integriert, in denen mit dem eigenen Kulturengagement intensiv geworben wird, um die Beziehungen zu den Kunden und der Öffentlichkeit zu verbessern. In der repräsentativen Studie von Prof. Buse zur unternehmerischen Standortwahl im ländlichen Wirtschaftsraum (Rheinbach und Meckenheim bei Bonn; Fragebogen siehe Anhang) wird in drei Befragungspunkten auf das Kultur und Freizeitangebot als Standortfaktor Bezug genommen. Frage 18 lautet, Welches der folgenden Kriterien war für ihre Standortentscheidung eher wichtig bzw. eher unwichtig ? Ein umfassender Kriterienkatalog sollte seiner Wichtigkeit nach bewertet werden. Der Standortfaktor attraktives Kultur und Freizeitangebot rangierte im Ergebnis an [...]

Arbeit zitieren:
Trant, Kilian Juli 2000: Kulturförderung und kommunale Wirtschaftsförderung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Globalisierungstendenzen, Kultursponsoring, Kultur, Standortförderung

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