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Kultureller Verlust: Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten

Kultureller Verlust: Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Arnold Groh
  • Abgabedatum: September 1997
  • Umfang: 411 Seiten
  • Dateigröße: 22,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4916-2
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4916-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Groh, Arnold September 1997: Kultureller Verlust: Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kulturbegriff, Kulturwandel, Interferenz, Identität

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Dissertation / Doktorarbeit von Arnold Groh

In der vorliegenden Arbeit wird dem Phänomen des kulturellen Verlustes nachgegangen, wie es im Schwinden traditioneller Kultur - sowohl in der Dritten Welt als auch in den Industrienationen - zu beobachten ist. Menschenrechtsverletzungen, die in der Pragmatik der Kulturvernichtung häufig auftreten, legen die Planung intensiver Strategien nahe. Voraussetzung für erfolgreiche Intervention ist die Kenntnis der dem kulturellen Verlust zugrundeliegenden Mechanismen. Es wird ein Funktionsmodell vorgestellt, das den Zuwachs an Dominanz, den eine Kultur gegenüber anderen erfährt, mit der Zunahme an Effektivität erklärt, die das Resultat vorangegangener Syntheseprozesse ist und somit in der Akkumulation erfolgreicher Strategien besteht. Die Dominanz eines Gesellschaftssystems führt dazu, dass andere Kulturgruppen, die mit ihr konfrontiert werden, zunächst als Subsystem angekoppelt werden, bevor sie ihre Auflösung erfahren. Bei der Analyse der Prozesse auf feldtheoretischer sowie auf individueller Ebene kommt der kulturellen Semiotik ein hoher Erklärungswert hinsichtlich Transport und Zerstörung kultureller Information zu. Aus kognitionspsychologischer Perspektive impliziert dies gleichzeitig Prozesse der symbolischen Selbstergänzung, mit denen seitens der Dominierten versucht wird, die Distanz zur Dominanzkultur zu überbrücken, wobei jedoch bisher benutzte Kulturelemente gelöscht werden. Die Interventionsplanung geschieht in der Orientierung am ursprünglichen kulturellen Speicher, sofern dieser noch besteht oder rekonstruierbar ist, um eine Stabilisierung durch gegenläufige Maßnahmen zu erreichen. Aspekte der ethisch-moralischen Legitimität von Interventionsmaßnahmen werden ebenso diskutiert wie Probleme hinsichtlich der Durchführung, die sich aus Tabus der Dominanzkultur ergeben. Es wird auf Gefahren hingewiesen, die in der infrastrukturellen Einbindung liegen, sofern Dominanzeffekte nicht ausgeschaltet sind. Lösungsvorschläge erfolgen unter Berücksichtigung bereits bestehender Ansatzpunkte, wobei auf spezielle Problemfelder der Praxis eingegangen wird.

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG 1
1.1 Problembeschreibung 4
1.2 Die Rolle der Psychologie 9
1.3 Kultur als psychologisches Phänomen - Überlegungen zur Herangehensweise 11
1.3.1 Zur Methodik 14
1.4 Zwischenbetrachtung 18
2 ZUM KULTURBEGRIFF 21
2.1 Annäherung an eine Beschreibung von „Kultur“ 23
2.1.1 Information 24
2.1.2 Zeichen 27
2.2 Theoretische Basis 31
2.3 Struktur 34
2.3.1 Klassifizierungen kultureller Zugehörigkeiten 37
2.3.2 Kultur: fraktal 40
2.3.2.1 Was sind Fraktale? 40
2.3.2.2 Fraktale Ansätze 42
2.3.2.3 Fraktale Gesellschaft 43
2.3.3 Sprache 45
2.4 Probleme der Konzeptbildung 48
2.4.1 Modell der additiven Interferenz 48
2.4.1.1 Schematische Darstellung 54
2.4.2 Ethnologische Forschung 57
2.4.3 Auswirkungen auf die Theoriebildung 59
2.4.3.1 Sigmund Freud: die Wilden als Kranke 61
2.4.3.2 Norbert Elias: zügellose Naturvölker 65
2.4.3.3 Margaret Mead: freie Liebe ohne Tiefgang 73
2.4.4 Projektion und Mythenbildung 79
2.4.4.1 Inszenierung als virtuelle Realität 84
2.4.4.2 Medien, Mythen und transkulturelle Konzeptbildung 87
2.5 Resümierende Zwischenbetrachtung 94
3 KULTURWANDEL 99
3.1 Ausgangszustand 100
3.1.1 Vorbedingungen für den Wandel 103
3.2 Sprachveränderungen 105
3.3 Vorüberlegungen für ein Interferenzmodell 108
3.4 Ansatz zur Modellierung kultureller Synthese 109
3.4.1 Die Rolle der Kulturelemente 110
3.4.2 Effektivität 113
3.4.3 Äquivalenzklassen 115
3.4.3.1 Präzisierung des Bewertungsprozesses 118
3.5 Kultureller Verlust 123
3.5.1 Qualitative Anreicherung 126
3.5.2 Dominanzeffekte 127
3.5.3 Fließrichtung von Information 136
3.5.4 Zur Darstellbarkeit der Mechanismen 140
3.5.5 Verlaufsstrukturen 143
3.5.6 Entropie 147
3.6 Die Idee der Entwicklung 150
3.7 Resümierende Zwischenbetrachtung 155
3.7.1 Elias, neu gesehen 160
4 INTERFERENZERSCHEINUNGEN 163
4.1 Zur Praxis destruktiver Einflussnahme 166
4.1.1 Induktion 167
4.1.2 „Long Distance Destruction“ 171
4.2 Die Rolle des Körpers 177
4.2.1 Kultur und Körpergestaltung 184
4.2.1.1 Dominanzeffekte in der Körpergestaltung 186
4.2.1.1.1 Manifestierung von Tabuzonen 189
4.2.1.1.2 Symbolische Nutzung der Freiräume 191
4.2.1.1.3 Orientierung an primären Körpermerkmalen der Dominanzkultur 194
4.2.2 Religion und körperrelevante Normen 196
4.2.3 Die Rolle der Frau 199
4.2.3.1 Das Brusttabu 204
4.2.4 Funktionalisierung von Körper und Geschlecht 218
4.3 Umwelt 225
4.4 Die Funktionsgesellschaft 233
4.4.1 Der Zivilisationsprozess, neu betrachtet 236
4.4.2 Das Individuum im Spannungsfeld 241
4.4.3 Sprachliche Erscheinungen 248
4.4.4 Medien und kulturelle Interferenz 256
4.5 Zwischenbetrachtung 266
5 INTERVENTION 269
5.1 Planungsaspekte 275
5.1.1 Marker 276
5.1.2 Beziehungsrelativität 278
5.1.3 Kompatibilitätsgefälle 279
5.1.3.1 Implikationen 282
5.1.3.2 Artikulationsmöglichkeiten 284
5.1.4 Verhaltenskonsequenzen 287
5.1.5 Nutzung des induktiven Effekts 291
5.1.6 Menschenrechtsaspekte 297
5.2 Kognitive Aspekte 302
5.2.1 Argumentationsmuster 305
5.3 Kulturverträglichkeit 309
5.4 Identität 312
5.4.1 Sprache 318
5.5 Umwelt 323
5.6 Problemfelder 326
5.6.1 „Entwicklungs“-Hilfe 330
5.6.2 Mission 337
5.6.3 Tourismus 345
5.6.3.1 Effekte der Begegnung 347
5.6.3.2 Lösungsversuche 352
5.7 Chancen der Umsetzung 363
5.7.1 Medien und kulturelles Bewusstsein 366
5.7.1.1 Nutzung elektronischer Infrastruktur 369
5.8 Schlussbetrachtungen 375
ZUSAMMENFASSUNG 376
ANHANG 377
Liste der Auslandsaufenthalte 377
Fallbeispiele 377
Punan 377
Bambuti 381
Barossatal 383
Patagonien 385
LITERATUR 386

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Arbeit zitieren:
Groh, Arnold September 1997: Kultureller Verlust: Mechanismen und Interventionsmöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kulturbegriff, Kulturwandel, Interferenz, Identität

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