Kulturelle Werte und ihre Bedeutung für die unternehmerische Kapitalstruktur
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Natascha Ayupov
- Abgabedatum: Juni 2010
- Umfang: 66 Seiten
- Dateigröße: 376,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
- Bibliografie: ca. 17
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1112-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ayupov, Natascha Juni 2010: Kulturelle Werte und ihre Bedeutung für die unternehmerische Kapitalstruktur, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kulturforschung, Kulturdimension, Empirische Untersuchung, Kapitalstruktur, Unternehmungsfinanzierung
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Diplomarbeit von Natascha Ayupov
Einleitung:
Es gibt wahrscheinlich kein anderes Thema im Bereich der Finanzierung, das mehr Aufmerksamkeit erweckt hat als die Kapitalstruktur eines Unternehmens. Verständlich, wenn eine optimale Kapitalstruktur existiert, braucht das Management lediglich gemäß diesen optimalen Quoten zu finanzieren und das Ziel der Maximierung des Unternehmenswertes ist gesichert. In der Tat, alle Bestrebungen in Richtung dieser optimalen Kapitalstruktur reduzieren die Kosten von Kapital und erhöhen den Wert eines Unternehmens.
Seit der Veröffentlichung des Artikels von Modigliani und Miller im Jahre 1958 gab es eine lange Debatte, ob nicht eine optimale Kapitalstruktur existiert. Während einige Finanzierungstheorien argumentieren, dass Entscheidungen über Kapitalstruktur für den Wert des Unternehmens irrelevant sind, sind die Kapitalgesellschaften in der realen Welt beharrlich in ihrer Bestrebung nach einer sicheren Kapitalstruktur, wenn das Kapital sich erhöht. Nach dem Erscheinen des Irrelevanztheorems wurden zahlreiche Theorien entwickelt mit der Absicht, die Kluft zwischen dem akademischen Bereich und der tatsächlichen Praxis zu überbrücken. Eines dieser neuen Konzepte entstammt der Arbeit von Jensen und Meckling aus dem Jahre 1976. Mit ihrem Ansatz, in dem Agency-Probleme und insbesondere ‘hidden information’ behandelt werden, haben sie einen Beitrag zur weiteren Erklärung der Kapitalstruktur eines Unternehmens geleistet.
Das Thema der Kapitalstruktur zieht auch die Aufmerksamkeit der internationalen Finanzexperten auf sich. In den letzten Jahren wurden viele Studien erfasst, die die Unterschiede in der Kapitalstruktur in verschiedenen Ländern analysieren. In der Tat, diese Studien belegen, dass nicht nur die unternehmensspezifischen Faktoren die Kapitalstruktur eines Unternehmens beeinflussen, sondern auch die länderspezifischen Faktoren. Auch Chi, Lloyd und Kwok stellen in ihrem Aufsatz die Vermutung auf, dass länderspezifische Faktoren in Beziehung zu der Kultur des jeweiligen Landes stehen. Und sie führen in ihrer Argumentation für die Bedeutung von Kultur an, dass sie die Wahrnehmung eines Managers in Bezug auf Kosten und Risiko von Kapital und auch Agency-Problemen in jedem Land beeinflusst.
Hofstede, ein niederländische Experte für Kulturwissenschaft, der sich umfassend mit dem Konzept Kultur beschäftigte, definierte Kultur als die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet. Hofstede war einer der ersten Autoren, der das Konzept von kulturellen Dimensionen entwickelte. Kulturelle Dimensionen lassen sich als Wertestruktur definieren, anhand derer kulturelle Unterschiede analysiert und beschrieben werden können. Dieses Konzept ist gut geeignet zur systematischen Analyse verschiedener interkultureller Situationen, sowie als eine abstrakte und theoretische Grundlage für weitere Forschung.
Nach Hofstede wurden kulturelle Dimensionen auch von anderen Autoren erforscht und weiterentwickelt, unter anderem von Trompenaars und Schwartz. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird mit dem Kulturmodell von Schwartz gearbeitet, weil es besser theoretisch fundiert und an moderne Realität angepasst ist.
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Zusammenhang zwischen kulturellen Werten und Kapitalstruktur zu untersuchen und dazu Hypothesen herzuleiten. Die Ergebnisse der Analyse werden anhand von Daten empirisch getestet und es wird geprüft, ob die theoretischen Überlegungen durch die Praxis bestätigt werden.
Vorgehensweise:
Im theoretischen Teil dieser Diplomarbeit werden die Grundlagen der Kulturforschung aufgeführt. Zunächst wird der Begriff ‘Kultur’ definiert, als zweiter Schritt schließt sich eine Präsentation der jeweiligen Auffassungen der ‘Kulturdimensionen’ gemäß Hofstede und Schwartz an, die danach, in einem dritten Schritt, einem kritischen Vergleich unterzogen werden.
Als nächstes werden die Grundlagen der Unternehmungsforschung dargestellt. Es soll zunächst erklärt werden, wie die Kapitalstruktur in Unternehmen verfasst ist, welche Arten von Finanzierungstiteln existieren und wie sich der Verschuldungsgrad berechnen lässt. Danach wird auf das Irrelevanztheorem von Modigliani-Miller und Ansatzpunkte für die Relevanz unternehmerischer Finanzierungsmaßnahmen eingegangen. Schließlich werden die Fehlanreize der Unternehmensfinanzierung bei externer Eigen- und Fremdfinanzierung vorgestellt und miteinander verglichen.
Im weiteren Kapitel werden die Hypothesen zum möglichen Zusammenhang zwischen Kapitalstruktur und Kulturdimensionen hergeleitet.
Im empirischen Teil dieser Arbeit werden die entwickelten Hypothesen mittels linearer Regression getestet. Für alle Hypothesen wird zunächst ein mathematisches Modell angefertigt. Danach werden Daten für alle Variablen erklärt. Für die Hypothesen werden die linearen Regressionen mit der Software MATLAB durchgeführt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden vorgestellt und erklärt.
Das Fazit, in dem die wichtigsten Erkenntnisse aus dem empirischen Teil zusammengefasst werden, schließt die Diplomarbeit ab
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 6 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 7 |
| 2. | Theoretischer Teil | 8 |
| 2.1 | Grundlagen der Kulturforschung | 8 |
| 2.1.1 | Definition des Begriffes ‘Kultur’ | 8 |
| 2.1.2 | Kulturdimensionen | 9 |
| 2.1.2.1 | Kulturdimensionen gemäß Hofstede | 9 |
| 2.1.2.2 | Kulturdimensionen gemäß Schwartz | 10 |
| 2.1.2.3 | Kritischer Vergleich der Kulturdimensionen von Hofstede und Schwartz | 12 |
| 2.2 | Grundlagen der Unternehmungsforschung | 13 |
| 2.2.1 | Der Begriff ‘Finanzierung’ | 13 |
| 2.2.2 | Finanzierungsformen | 13 |
| 2.2.3 | Kapitalstruktur | 18 |
| 2.2.4 | Die Transformationsfunktion der Unternehmungsfinanzierung und das Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller | 19 |
| 2.2.4.1 | Transformationsfunktion der Unternehmungsfinanzierung | 19 |
| 2.2.4.2 | Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller und Ansatzpunkte für die Relevanz unternehmerischer Finanzierungsmaßnahmen | 20 |
| 2.2.5 | Fehlanreize der Unternehmensfinanzierung | 25 |
| 2.2.5.1 | Prinzipal-Agent-Theorie | 26 |
| 2.2.5.2 | Externe Effekte | 27 |
| 2.2.5.3 | Anreizprobleme im Falle externer Eigenfinanzierung | 28 |
| 2.2.5.4 | Anreizprobleme im Falle der externen Fremdfinanzierung | 33 |
| 2.2.5.5 | Vergleich der Ausprägung der Fehlanreize bei externen Eigen- und Fremdfinanzierung | 34 |
| 2.3 | Ein psychologischer Ansatz zum Herleiten von Hypothesen | 35 |
| 2.4 | Zusammenhang zwischen Kapitalstruktur und Kulturdimensionen: Herleiten vonHypothesen | 36 |
| 2.4.1 | Autonomie vs. Konservatismus | 37 |
| 2.4.2 | Hierarchie vs. Egalitarismus | 40 |
| 2.4.3 | Herrschaft vs. Harmonie | 42 |
| 3. | Empirische Untersuchung und Prüfung der Hypothesen | 45 |
| 3.1 | Grundlagen der Regressionsanalyse | 45 |
| 3.2 | Das mathematische Modell | 47 |
| 3.3 | Daten | 48 |
| 3.3.1 | Daten für Wertetypen | 48 |
| 3.3.2 | Daten für Verschuldungsgrad | 48 |
| 3.3.3 | Daten für Kontrollvariablen | 48 |
| 3.4 | Empirische Analysen mit MATLAB | 49 |
| 3.5 | Ergebnisse | 49 |
| 3.6 | Diskussion der Ergebnisse | 51 |
| 4. | Fazit | 53 |
| Literaturverzeichnis | 5 |
Textprobe:
Kapitel 2.2.4, Die Transformationsfunktion der Unternehmungsfinanzierung und das Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller:
2.2.4.1, Transformationsfunktion der Unternehmungsfinanzierung:
Bei der Beschäftigung mit verschiedenen Finanzierungsformen stellt sich am häufigsten die Fragen, welche der möglichen Finanzierungsformen die beste ist. Um diese Frage zu beantworten, sollen zuerst Kriterien festgelegt werden, nach denen die ‘Güte’ verschiedener Finanzierungsmaßnahmen beurteilt werden kann. Ein traditioneller Ansatz besagt, dass eine solche Finanzierungsform zu wählen ist, die mit den Präferenzen aller Beteiligten am besten übereinstimmt. Dabei wird der gesamte Einzahlungsüberschuss einer Unternehmung in verschiedene Teile aufgespalten. Diese Teile unterscheiden sich in ihrem Risiko, in zeitlicher Struktur und Größe voneinander.
In diesem Fall spricht man von der Transformationsfunktion der Finanzierung. Die Transformationsfunktion betrifft ‘die Höhe der Zahlungen auf Finanzierungstitel (Losgrößentransformation), deren zeitlichen Anfall (Fristentransformation) und deren Risiko (Risikotransformation)’. Die Aufteilung des Einzahlungsüberschusses in Parten soll in der Weise erfolgen, dass eine pareto-effiziente Konsumallokation erreicht wird. Pareto-Effizienz bedeutet, dass es nicht möglich ist, ein Wirtschaftssubjekt besserzustellen, ohne mindestens ein anderes schlechterzustellen.
Bei diesem traditionellen Ansatz wird unter dem Aspekt der verschiedenen Transformationsfunktionen von unternehmerischen Finanzierungsmaßnahmen nach einer optimalen Finanzierungsform gesucht. Dabei geht es um die Bestimmung des optimalen Verschuldungsgrades und der optimalen externen Beteiligungsquote,das sollte unter Beachtung der Präferenzen der Beteiligten erfolgen. Unter bestimmten Annahmen lässt sich zeigen, dass für die Erreichung eines Präferenzmaximums des Unternehmens die Realisation eines marktwertmaximierenden Investitions- und Finanzierungsprogramms unerlässlich ist. Die notwendige Bedingung dafür ist, dass die Finanzierungstitel nach ihrer Emission auf dem Primärkapitalmarkt auf einem Sekundärkapitalmarkt gehandelt werden können. Dabei wird vorausgesetzt, dass mehr Geld ceteris paribus weniger Geld vorgezogen wird. Der vollkommene Kapitalmarkt wird durch drei Merkmale charakterisiert:
Rationalverhalten: Von mehreren Handlungsalternativen wird diejenige mit dem höchsten Zielerreichungsgrad gewählt, außerdem wird mehr Geld weniger Geld vorgezogen.
Mengenanpasserverhalten: Es wird vorausgesetzt, dass alle Marktteilnehmer durch ihre Transaktionen die Preise für Finanzierungstitel nicht beeinflussen können.
Abwesenheit von Kosten der Informationsbeschaffung und -verarbeitung inklusive Steuern.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842811126
Arbeit zitieren:
Ayupov, Natascha Juni 2010: Kulturelle Werte und ihre Bedeutung für die unternehmerische Kapitalstruktur, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kulturforschung, Kulturdimension, Empirische Untersuchung, Kapitalstruktur, Unternehmungsfinanzierung



