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Kritischer Vergleich der zukunftsweisenden Produktionskonzepte Agile Manufacturing, Biological Manufacturing und Fraktale Fabrik

Kritischer Vergleich der zukunftsweisenden Produktionskonzepte Agile Manufacturing, Biological Manufacturing und Fraktale Fabrik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anngret Ballweg
  • Abgabedatum: Januar 1997
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3309-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3309-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3309-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ballweg, Anngret Januar 1997: Kritischer Vergleich der zukunftsweisenden Produktionskonzepte Agile Manufacturing, Biological Manufacturing und Fraktale Fabrik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Anngret Ballweg

Einleitung:

Tiefgreifende Veränderungen der gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen stellen die Unternehmen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert vor neue Herausforderungen. Zukünftige Erfolge sind in hohem Maße von der Fähigkeit der Unternehmen abhängig, Wege zu finden, mit denen den neuen Anforderungen begegnet werden kann.

Die sich immer schneller wandelnden Marktanforderungen und der ständig steigende internationale Wettbewerbsdruck erfordern es, sämtliche Leistungspotentiale eines Unternehmens zu nutzen. Dies führt dazu, daß in der Vergangenheit weniger beachtete Potentiale, wie die der Produktion, in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Werden die heute eingesetzten Fertigungskonzepte allerdings mit den Erwartungen, die an ein leistungsstarkes, zukunftsorientiertes Produktionssystem gestellt werden, verglichen, so führt dies zu der ernüchternden Erkenntnis, daß sie in wesentlichen Punkten wie Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Integration des Menschen und der Berücksichtigung von ökologischen Aspekten nicht mehr den Anforderungen entsprechen. Top-Down-Orientierung, zentralisierte Kontrolle und Steuerung, die Sichtweise des Unternehmens als statisches, geschlossenes System oder die Überbetonung der Informationstechnik sind charakteristisch für bestehende Fertigungssysteme. Mit diesen Prinzipien wurde in der Vergangenheit versucht den Erfolg zu sichern, sie sind heute aber dafür verantwortlich, daß die bisherigen Fertigungssysteme die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben, denn sie funktionieren nur dann zufriedenstellend, wenn die Rahmenbedingungen, für die sie konzipiert wurden, sich nicht wesentlich verändern.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor zukünftiger Produktionssysteme ist deshalb die Umsetzung des Paradigmawechsels weg von einer deterministischen, zentralisierten Top-Down-Orientierung in Unternehmen hin zu einer dynamischen, dezentralen Bottom-Up-Sichtweise, die es den Unternehmen ermöglicht "wirklich" flexible Systeme aufzubauen, die nicht nur "so tun als ob".

Die wachsende Bedeutung der Produktion und die fortschreitende Unfähigkeit der bestehenden Fertigungssysteme den gewandelten Anforderungen gerecht zu werden, führten weltweit in den letzten Jahren zur Suche nach neuen Lösungsansätzen für zukunftsweisende Fertigungskonzepte. Ein zentrales Projekt ist das internationale Intelligent Manufacturing Systems Programms (IMS), das nach einer mehrjährigen erfolgreich abgeschlossenen Machbarkeitsstudie 1995 begonnen wurde. Ziel dieses Programmes ist es durch eine koordinierte, internationale Zusammenarbeit ein neues Produktionsparadigma zu entwickeln und umzusetzen, das sich an den wesentlichen Wettbewerbsanforderungen der zukünftigen industriellen Produktion orientiert . Teilgebiete dieses weltweiten Forschungsprojektes sind die Produktionskonzepte „Agile Manufacturing“, (USA), „Biological Manufacturing" (Japan) und die „Fraktale Fabrik" (Deutschland). Jeder dieser drei neuartigen Ansätze ist in den letzten Jahren in einer der drei führenden Wirtschaftsregionen als Reaktion auf die Probleme entstanden, mit denen sich Unternehmen heute in zunehmenden Maße auseinandersetzen müssen, wenn sie versuchen den gewandelten Produktionsanforderungen mit traditionellen industriellen Produktionsstrukturen zu begegnen.

Neben dem IMS-Programm gibt es noch weitere Aktivitäten, die sich mit der Produktionsgestaltung befassen, Beispiele hierfür sind die Modulare Fabrik, Business Reengineering oder Lean Produktion. Ein Unternehmen, das ein zukunftsträchtiges Fertigungskonzept einführen möchte, steht vor dem Problem sich das „richtige Konzept" aus der Vielzahl der angebotenen Lösungsvorschläge heraussuchen zu müssen, denn das Angebot an Konzepten zum Thema Produktionsgestaltung ist breit gefächert. Die sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren abzeichnende „Inflation der absoluten Wahrheiten" führte dazu, daß viele Unternehmen neuen Ideen skeptisch gegenüberstehen, denn sie wurden in der Vergangenheit häufig mit der für sie bitteren Erkenntnis konfrontiert, daß die angestrebten Verbesserungen nicht bei ihnen, sondern lediglich in den Bilanzen diverser Unternehmensberater eingetreten sind. Ein kritischer Vergleich der vielfältigen Aktivitäten auf dem Gebiet der Produktionsgestaltung erscheint notwendig um, verläßliche Aussagen über die Erfolgsaussichten der verschiedenen Ansätze machen zu können. Ziel dieser Diplomarbeit ist es anhand von Vergleichskriterien Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Stärken und Schwächen der Konzepte Agile Manufacturing, Biological Manufacturing und Fraktale Fabrik zu erarbeiten.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil dieser Diplomarbeit werden die wissenschaftlichen Grundlagen bzw. Leitideen der drei ausgewählten flexiblen Fertigungskonzepte und deren Umsetzung in den jeweiligen Ansätzen vorgestellt.

Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt ein Vergleich der drei Produktionskonzepte anhand von zu erarbeitenden Kriterien bei dem Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden sollen.

In einem abschließenden Resümee sollen Stärken und Schwächen der jeweiligen Ansätze aufgezeigt werden. Als Grundlage zur Darstellung der Konzepte dienen beim Agile Manufacturing die Arbeiten von Kidd und Goldman, Nagel, Preiss, beim Biological Manufacturing die Ansätze von Ueda und Okino und bei der Fraktalen Fabrik die Arbeiten von Warnecke und Kollegen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Die industrielle Produktion auf der Suche nach einem neuen Paradigma
2. Biological Manufacturing Systems
2.1 Der Weg von der NC-Maschine zum Biological Manufacturing System
2.2 Das Biological Manufacturing System von Okino
2.2.1 Nutzbare Merkmale biologischer Systeme
2.2.2 Modellvorstellungen des BMS und ihre wissenschaftlichen Grundlagen
2.2.2.1 Methaphermodell
2.2.2.2 Modelon-Modell
2.2.3 Ansätze zur Umsetzung eines BMS als Bio-Modelon-Modell
2.3 Das Biological Manufacturing System von Ueda
2.3.1 Ansatzpunkte des Modells
2.3.2 Wissenschaftliche Grundlagen
2.3.2.1 Biologische Informationstypen
2.3.2.2 Vergleich der Lebenszyklen biologischer Organismen und künstlich erzeugter Objekte
2.3.2.3 Speicherung und Übertragung genetischer Informationen
2.3.2.4 Grundgedanken des Artificial Life-Konzepts
2.3.3 Ansätze zur Umsetzung eines DNA-basierten BMS
2.3.3.1 Das Modellkonzept
2.3.3.2 Beispiel eines DNA-basierten BMS
3. Die Fraktale Fabrik
3.1 Ansatzpunkte der Fraktalen Fabrik
3.2 Wissenschaftliche Grundlagen
3.2.1 Chaostheorie
3.2.2 Fraktale Geometrie
3.3 Grundzüge der Fraktalen Fabrik
3.4 Gestaltungsmerkmale der Fraktalen Fabrik
3.5 Beispiel für die Realisierung einer Fraktalen Fabrik
4. Agile Manufacturing
4.1 Ansatzpunkte des Agile Manufacturing
4.2 Abgrenzung und Definition von Agile Manufacturing
4.2.1 Abgrenzung des Konzeptes
4.2.2 Definition von Agilität und Agile Manufacturing
4.3 Gestaltungsmerkmale des Agile Manufacturing
4.4 Das virtuelle Unternehmen als Unternehmenskonzept des Agile Manufacturings
5. Kritischer Vergleich der drei Konzepte
5.1 Vorgehensweise des Vergleichs und Vorstellung der Kriterien
5.2 Allgemeiner Vergleich
5.2.1 Annahmen
5.2.2 Zielsetzungen
5.2.3 Bezugsrahmen
5.2.4 Anwendungsreife
5.3 Vergleich der Umsetzung angestrebter Eigenschaften
5.3.1 Flexibilität und schnelle Anpassungsfähigkeit
5.3.2 Mitarbeiterorientierung
5.3.3 Kundenorientierung
5.3.4 Berücksichtigung von Ökologie und sozialen Aspekten
6. Resümee
Literaturverzeichnis
Erklärung

Arbeit zitieren:
Ballweg, Anngret Januar 1997: Kritischer Vergleich der zukunftsweisenden Produktionskonzepte Agile Manufacturing, Biological Manufacturing und Fraktale Fabrik, Hamburg: Diplomica Verlag

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