Kritische Erfolgsfaktoren für das Management von Venture-Capital-Fonds
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Daniel Lindner
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 70 Seiten
- Dateigröße: 709,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Witten/Herdecke GmbH Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8517-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8517-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8517-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lindner, Daniel Mai 2004: Kritische Erfolgsfaktoren für das Management von Venture-Capital-Fonds, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wagniskapital, Risikokapital, Investorenkapital, Portfoliotheorie, Key Man Clause
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Diplomarbeit von Daniel Lindner
Problemstellung:
Venture-Capital-Fonds stellen jungen innovativen Unternehmen, denen der Zugang zum Fremdkapitalmarkt versperrt ist, Eigenkapital zum Zweck der Wachstumsfinanzierung zur Verfügung. Während typischerweise die meisten dieser Unternehmen in ihrer Entwicklung stagnieren oder gar scheitern, gewinnen einige von ihnen enorm an Wert, sodass ihre Anteile nach einigen Jahren mit Gewinn veräußert werden können. Einige Fonds erzielen dabei eine höhere Rendite – gemessen als interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR) – als andere.
Die vorliegende Arbeit untersucht, welches die kritischen Erfolgsfaktoren für das Management von VCF sind (mit „Management“ ist hierbei eine Tätigkeit, nicht eine Gruppe von Führungspersonen gemeint). Als Erfolg wird hierbei eine möglichst hohe Rendite, gemessen als interner Zinsfuß, verstanden. Gegenstand der Analyse sind nicht die für die Anlageklasse Venture-Capital insgesamt relevanten ökonomischen Rahmenbedingungen – in Deutschland zur Zeit gekennzeichnet durch geringes Wachstum, Änderungen in der Kreditvergabepraxis von Banken durch „Basel II“ und das Fehlen eines funktionierenden Börsensegments für junge Unternehmen –, die zwar die Rendite beeinflussen, aber für alle VCF gleichermaßen gelten, sondern nur die Faktoren, die das Management eines VCF selbst beeinflussen kann und die den Fonds von anderen Fonds unterscheiden. Betrachtet werden nur Fonds deutscher Gesellschaften, da eine Ausdehnung auf ausländische Fonds wegen der damit verbundenen Notwendigkeit, die unterschiedliche Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern mit einzubeziehen, sehr aufwändig wäre. Anders als dem Verfasser bekannte bisherige Untersuchungen versucht die Arbeit nicht, den tatsächlich erzielten Erfolg von VCF oder deren PU ex post als Funktion von Managemententscheidungen und äußeren Umständen zu erklären, sondern befragt Investoren, welche Faktoren von ihnen ex ante als erfolgsentscheidend wahrgenommen werden. Die Ergebnisse der Arbeit sind damit von besonderem Interesse für VCG, die zum ersten oder wiederholten Male einen Fonds auflegen und beim Fundraising möglichst viele Investoren von dessen Renditepotenzial überzeugen wollen.
Den ersten Schritt in diese Forschungsrichtung unternahm WEBER 2003, der auch Investoren zu den von ihnen wahrgenommenen kritischen Erfolgsfaktoren befragte, allerdings ausschließlich in den USA, da er die Gruppe der deutschen Investoren für zu klein erachtete. Gegenüber jener Studie ist die vorliegende Arbeit in dreierlei Hinsicht eine Fortentwicklung: Erstens ist sie nicht beschränkt auf die strategische Ausrichtung (Spezialisierung vs. Diversifizierung), sondern stellt die Bedeutung einer ganzen Reihe möglicher Erfolgsfaktoren zur Diskussion; zweitens lassen sich ihre Ergebnisse besser auf den deutschen VC-Markt übertragen, da nur Investoren befragt werden, die in deutsche VCF investieren bzw. investiert haben; und drittens besitzt sie dadurch, dass sich 26 Investoren an der Befragung beteiligen (gegenüber 14 bei WEBER), einen höheren Grad an Repräsentativität, auch wenn sie die für die Durchführung von statistischen Signifikanztests erforderliche Zahl von 30 Teilnehmern nicht erreicht.
In Teil A, der hiermit abschließt, wurde dargelegt, was unter Venture-Capital zu verstehen ist und wie sich Venture-Capital-Gesellschaften an jungen Unternehmen beteiligen. Ferner wurden Organisation und Struktur des deutschen VC-Marktes und der Stand der Literatur zum Thema Venture Capital skizziert. Teil B geht auf einige ausgewählte finanzwirtschaftliche Grundlagen ein, die für die spätere Analyse der Ergebnisse benötigt werden, insbesondere darauf, wie bei geschlossenen VCF, bei denen Kapitalrückflüsse erst nach mehreren Jahren zu erwarten sind, der Erfolg gemessen wird. In Teil C, dem originären Kernstück der Arbeit, werden der Aufbau der Befragung vorgestellt und die Antworten der Investoren kommentiert. Teil D fasst die Ergebnisse der empirischen Untersuchung zusammen, leitet Schlussfolgerungen für den deutschen VC-Markt ab und zeigt Ansatzpunkte für die weitere Forschung auf.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Symbolverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| A. | Einleitung | 1 |
| I. | Entwicklung, Funktion und begriffliche Abgrenzung von Venture-Capital | 1 |
| II. | Struktur und Institutionen des Venture-Capital-Marktes in Deutschland | 5 |
| III. | Stand der Literatur zum Thema Venture-Capital | 8 |
| IV. | Einordnung der Arbeit und Abgrenzung zu bisherigen Untersuchungen | 11 |
| B. | Theoretische Grundlagen | 13 |
| I. | Messung des Erfolges von Venture-Capital-Fonds | 13 |
| II. | Finanzierungstheoretische Aspekte | 15 |
| C. | Befragung von Venture-Capital-Fonds-Investoren | 18 |
| I. | Aufbau der Befragung | 18 |
| 1. | Identifizierung der Zielgruppe | 18 |
| 2. | Gestaltung des Fragebogens | 20 |
| II. | Ergebnisse der Befragung nach Themengebiet | 23 |
| 1. | Strategie des Venture-Capital-Fonds | 24 |
| 2. | Charakteristika der Venture-Capital-Gesellschaft | 31 |
| 3. | Management des Venture-Capital-Fonds | 34 |
| 4. | Struktur des Venture-Capital-Fonds | 37 |
| 5. | Offene Fragen | 41 |
| D. | Wertung und Ausblick | 44 |
| I. | Kritische Erfolgsfaktoren aus Sicht der befragten Investoren | 44 |
| II. | Ansatzpunkte für weitere Forschung | 50 |
| Literaturverzeichnis | 53 | |
| Quellenverzeichnis | 56 |
Die Art der Betreuung (Nr. 9) ist für die Investoren erwartungsgemäß von hoher Relevanz: Sie bewerten den Faktor durchschnittlich mit 3,63 (Rang 5), er ist damit einer von acht als sehr wichtig einzustufenden Faktoren im 1. Quartil. In Teil A wurde darauf hingewiesen, dass die Unterstützung des operativen Geschäfts der PU ein Teil der Wertschöpfung eines VCF darstellt.77 Eine Rolle als reiner Finanzinvestor, d. h. mit Blick nur auf die Rendite und ohne Eingreifen ins Management, mag bei PE-Fonds funktionieren, die sich an etablierten Unternehmen des Mittelstandes beteiligen; für VCF scheint sie unangebracht. Folgerichtig stimmen 25 von 26 Befürwortern der Aussage zu, dass eine aktive Management-Unterstützung wichtig sei; nur ein Befürworter meint, dass beide Formen erfolgreich möglich sind, merkt aber dazu an, die zur Wahl stehenden Antworten seien zu polarisierend formuliert – die Art der Betreuung bewege sich bei den meisten VCF zwischen dem aktiven und dem passiven Pol. [...]
Beim Faktor Betreuungsintensität (Nr. 8) geht es um die Relation zwischen der Zahl der Manager eines VCF und der Zahl seiner PU. Nach dem Dafürhalten der Investoren ist diese Relation relativ wichtig – der Faktor erreicht mit einem Mittelwert von 3,23 (Rang 14) das 2. Quartil. Die Minderheitsbeteiligungen, die VCF an ihren PU erwerben, gehen oft mit Sitzen in deren Aufsichtsräten oder Beiräten einher. Vier oder fünf solcher Mandate sind Fondsmanagern zuzumuten und dem Erfolg eines VCF zuträglich, meint die Mehrheit der Befürworter (64 %), schließlich ergeben sich dadurch auch weitere Geschäftskontakte zu anderen Mandatsträgern. 32 % präferieren ein Verhältnis von zwei bis drei PU pro Fondsmanager, ein 1:1-Verhältnis wird dagegen gar nicht und ein Verhältnis von sechs oder mehr PU pro Fondsmanager 1-mal (4 %) genannt. Auch hier zeigen die BVK-Statistiken ein ähnliches Bild: Während 1993 auf einen Fondsmanager 8,3 PU kamen, waren es in den Jahren 2000-2003 durchschnittlich nur 4,9 PU76 – die BVK-Mitglieder haben stärker beim Personal als bei den PU expandiert und damit die Betreuungsintensität erhöht. [...]
unattraktiv. Die Höhe des Investments pro PU ist zudem wichtig, weil junge Unternehmen einen bestimmten Grundstock an Kapital brauchen, um Personal anzuwerben, Funktionen wie Einkauf und Vertrieb aufzubauen und eine kritische Größe zu erreichen. Möglichen Größenvorteilen bei hohen Investitionssummen pro PU stehen allerdings auch erhöhte Risiken gegenüber. Die Investoren beurteilen den Faktor mit einem Mittelwert von 2,52 (Rang 32) und damit neutral: Aus ihrer Sicht sollte ein VCF so viel in ein PU investieren, wie es im Einzelfall angemessen ist. Als absolute Untergrenze gilt für sie 1 Mio. €, wobei größere Summen bevorzugt werden: Bei den Befürwortern finden „>1 bis 2,5 Mio. €“ zwei (15,4 %), „>2,5 bis 5 Mio. €“ fünf (38,5 %) und „>5 Mio. €“ acht (61,5 %) Nennungen. Der Trend zu größeren Investitionssummen lässt sich in den BVK-Jahresberichten der letzten zehn Jahre nachvollziehen: Lag bei den BVK-Mitgliedern – Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds – das durchschnittliche Investment pro PU 1993 noch bei 0,98 Mio. €, überschritt es 2003 mit 3,25 Mio. € erstmals die Drei-Millionen-Euro-Grenze.75 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832485177
Arbeit zitieren:
Lindner, Daniel Mai 2004: Kritische Erfolgsfaktoren für das Management von Venture-Capital-Fonds, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wagniskapital, Risikokapital, Investorenkapital, Portfoliotheorie, Key Man Clause



