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Kritische Beurteilung ausgewählter Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser

Kritische Beurteilung ausgewählter Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Liepert
  • Abgabedatum: August 2005
  • Umfang: 76 Seiten
  • Dateigröße: 528,8 KB
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9490-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9490-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9490-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Liepert, Florian August 2005: Kritische Beurteilung ausgewählter Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Private Equity, Kredit, Leasing, Krankenhaus, Mezzanine

Diplomarbeit von Florian Liepert

Problemstellung:

Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich seit einiger Zeit in einer Umstrukturierungsphase. Vor allem die leeren öffentlichen Kassen sowie die gestiegenen Kosten im Gesundheitssektor tragen zu einem Umdenken in der Gesundheitsfinanzierung bei. Die Ausgaben für das Gesundheitswesen belaufen sich derzeit auf ca. 220 Mrd. Euro im Jahr, was einen Anteil von 11,3 % am Bruttoinlandsprodukt ausmacht. 65 Mrd. Euro werden für Krankenhäuser ausgegeben.

In Deutschland werden mit öffentlichen, freigemeinnützigen, privaten und sonstigen Einrichtungen ca. 2.200 Krankenhäuser unterhalten. Die größte Gruppe ist dabei die der Freigemeinnützigen mit knapp 40 % aller Krankenhausbetten, gefolgt von den öffentlichen Kliniken mit ca. 30 % und den Privaten (ca. 20 %), die in jüngster Vergangenheit einen hohen Zuwachs zu Lasten der Öffentlichen zu verzeichnen hatten. Zu den sonstigen Krankenhäusern zählen beispielsweise Bundeswehr- oder Polizeikrankenhäuser, die jedoch gesondert behandelt werden und in der vorliegenden Arbeit keine Rolle spielen.

Auch Hochschulkliniken sind mit zwei Prozent ein vergleichsweise unbedeutender Teil. Obwohl der Anteil der Krankenhauskosten nur ca. 35 % der gesamten Gesundheitskosten ausmacht und damit im internationalen Vergleich der Industrieländer im unteren Drittel liegt, ist eine langfristige Krankenhausfinanzierung keineswegs gesichert.

Die rasant fortschreitende Entwicklung neuer Methoden und Gerätschaften im Bereich der medizinischen Versorgung erfordert kostspielige Investitionen. Nur wer nötige Investitionen tätigt, bleibt im nationalen und internationalen Vergleich auf dem Stand der Technik und kann den Anforderungen gerecht werden. Bleiben Investitionen aus, reichen die Folgen von schlechter medizinischer Versorgung bis hin zu einem verminderten Auslastungsgrad.

Dies führt neben einer mangelnden Rentabilität auch zu einer schlechten Liquiditätslage. Deshalb ist die Aufstellung eines entsprechenden Finanzierungsplans unumgänglich.

Gang der Untersuchung:

In vorliegender Arbeit soll beurteilt werden, welche Möglichkeiten sich für Krankenhäuser bieten, anhand verschiedener Finanzierungsinstrumente, den ordnungsgemäßen Betrieb langfristig zu sichern.

Dazu werden in Kapitel zwei die Rahmenbedingung abgesteckt, unter denen die bisherige Finanzierung an ihre Grenzen stößt.

Im dritten Kapitel werden im Überblick verschiedene Finanzierungsarten sowie die Kriterien, nach denen diese Finanzierungsarten beurteilt werden sollen, ausgewählt.

Das vierte Kapitel beinhaltet die eigentliche Beurteilung der ausgewählten Möglichkeiten für die Finanzierung von Krankenhausinvestitionen. Die ausgewählten Kriterien werden auf ihre Relevanz hin untersucht und für die einzelnen Instrumente überprüft. Anschließend werden in einem Resümee die wichtigsten Argumente noch einmal aufgegriffen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Gang der Arbeit 2
2. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Krankenhäusern 3
2.1 Finanzierung der Krankenhausbetriebe nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) 3
2.2 Auswirkungen des Fallpauschalengesetzes (FPG) auf die Investitionsfinanzierung 7
2.3 Erlösgenerierung nach der Krankenhausbuchführungsverordnung (KHBV) 12
2.4 Zwischenfazit 16
3. Ausgewählte Möglichkeiten der Finanzierung von Krankenhäusern 18
3.1 Auswahl und Darstellung der Finanzierungsmöglichkeiten 18
3.1.1 Kreditfinanzierung 19
3.1.2 Leasing 19
3.1.3 Mezzanine Kapital 20
3.1.4 Finanzierung durch Erhöhung der Eigenkapitalbasis 22
3.2 Auswahl der Kriterien zur Beurteilung der einzelnen Finanzierungsmöglichkeiten 24
3.2.1 Kosten der Finanzierung 24
3.2.2 Veränderung der Einflussmöglichkeiten des Krankenhausträgers 25
3.2.3 Erforderliche Sicherheiten für die Finanzierung 25
4. Beurteilung der Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser 26
4.1 Kreditfinanzierung 26
4.1.1 Kosten der Kreditfinanzierung 26
4.1.2 Sicherheiten 30
4.2 Leasing 32
4.2.1 Leasingkosten 32
4.2.2 Sicherheiten 36
4.3 Mezzanine Kapital 37
4.3.1 Kosten der Mezzanine Finanzierung 37
4.3.2 Veränderung der Einflussmöglichkeiten des Krankenhausträgers 41
4.4 Finanzierung durch Erhöhung der Eigenkapitalbasis 42
4.4.1 Kosten der Eigenkapitalerhöhung 42
4.4.2 Veränderung der Einflussmöglichkeiten des Krankenhausträgers 47
5. Fazit 49
Anhang 53
Literaturverzeichnis 56

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für freigemeinnützige und private Kliniken, deren Kredite nicht durch die öffentliche Hand verbürgt werden, fallen je nach Ratingeinstufung höhere Zinsen an.84 Bei einem angenommenen Kreditbetrag von 500.000 € mit zehnjähriger Bindungsfrist errechnet sich ein Zinssatz für öffentliche Krankenhäuser von 3,30 %. Für gewerbliche Kredite mit erstrangiger Absicherung werden dagegen 4,15 % berechnet.85 Teilweise wurden für private Kliniken auch schon externe Ratings durchgeführt. Ein externes Rating, also die Bewertung durch eine unabhängige Ratingagentur, die ihr Urteil veröffentlicht, kann sowohl durch das Krankenhaus selbst, als auch durch einen Außenstehenden veranlasst werden. Eine größere Unabhängigkeit von Banken und der mögliche Zugang zum Kapitalmarkt lässt diese Art der Bewertung sehr vorteilhaft erscheinen.86 Einige private Klinikketten erhielten bereits in jüngster Zeit von Moody’s und Standard & Poor’s ein Rating. So wurde die Rhön-Klinikum AG von Moody’s mit Baa2 und Helios mit Baa3 (bzw. BB+ von Standard & Poor’s) bewertet. 87 [...]

der Entwicklungsphase ist. Durch eine häufig nicht sehr stark entwickelte Rechnungslegung und die dünne Eigenkapitaldecke spielen neben quantitativen Elementen (z. B. das Zahlenmaterial aus der Rechnungslegung) und qualitativen Informationen (z. B. Managementqualitäten) vor allem weiche Faktoren eine große Rolle. Dazu zählen Faktoren wie das politische Umfeld, die Eigentümerstruktur und die in der jeweiligen Region vorherrschenden medizinischen Indikatoren. Grundsätzlich positiv wirkt sich die Beständigkeit der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen aus, was einen stabilen Cash Flow für das Krankenhaus bedeutet.79 Öffentliche Krankenhäuser haben bei der Kreditfinanzierung einen Bonitätsvorteil gegenüber anderen Einrichtungen. Dies resultiert aus der Tatsache, dass sie durch die Gewährträgerhaftung der Kommune normalerweise nicht in Konkurs gehen können.80 Die Bank muss durch das geringere Risiko den Kredit mit weniger Eigenkapital unterlegen, was zu einem günstigeren Zinssatz führt.81 Dadurch entsteht öffentlichen Krankenhäusern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.82 Bei öffentlichen Krankenhäusern wird wie bei allen öffentlichen Einrichtungen, die durch die Gewährträgerhaftung geschützt sind, eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,01 % bis 0,05 % angenommen. Würde jedoch ein Rating ohne Gewährträgerhaftung statt finden, so ergäbe sich eine wesentlich schlechtere Einstufung. Gründe dafür sind oft der schlechte Zustand der Gebäude, Einrichtungen und Gerätschaften, sowie ein hohes operationelles Risiko. „Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen [...]

Unternehmens durch eine spezielle Ratingagentur (externes Rating) oder eine Bank (internes Rating). Dabei wird die Fähigkeit eines Schuldners, seinen Zins- und Tilgungsverpflichtungen rechtzeitig und vollständig nachkommen zu können, beurteilt. Die Ratingeinstufung und die daraus resultierende Bonität spielen eine entscheidende Rolle für die Konditionengestaltung.78 Je besser dabei die Bonität des Kreditnehmers ist, desto günstigere Zinsen erhält dieser. Orientiert man sich an den erst 2007 in Kraft tretenden Bedingungen von Basel II, so erhält das Rating eine noch größere Bedeutung, da die risikoadäquate Unterlegung eines Kredits mit Eigenmitteln von der Bonität bzw. dem Rating abhängig gemacht wird. Eine schlechte Einstufung bedeutet für die Bank, dass sie für diesen Kredit mehr Eigenmittel unterlegen muss, was sich negativ auf den Kreditzins auswirkt. [...]

Arbeit zitieren:
Liepert, Florian August 2005: Kritische Beurteilung ausgewählter Finanzierungsmöglichkeiten für Krankenhäuser, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Private Equity, Kredit, Leasing, Krankenhaus, Mezzanine

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