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Kritische Analyse der neueren Literatur zum Income Smoothing

Kritische Analyse der neueren Literatur zum Income Smoothing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dana Scholz
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 755,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6073-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6073-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6073-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scholz, Dana April 2002: Kritische Analyse der neueren Literatur zum Income Smoothing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gewinnglättung, Bilanzpolitik, Earnings Management, Wahlrechte, Ermessensspielräume

Diplomarbeit von Dana Scholz

Einleitung:

Die externe Rechnungslegung stellt ein wesentliches Medium für ein Unternehmen dar, um sich einem interessierten Personenkreis zu präsentieren. Ein wichtiges Kommunikationsmittel der externen Rechnungslegung ist dabei der gesetzliche Jahresabschluss/Konzernabschluss. In diesem sind zahlreiche Wahlrechte und Ermessensspielräume enthalten, die vom Gesetzgeber gewährt werden, um den unterschiedlichen unternehmensspezifischen Situationen gerecht zu werden und es den Unternehmen so zu ermöglichen, ihre externe Kommunikation an ein sich änderndes Tätigkeitsumfeld und an die spezifische Unternehmenssituation anzupassen. Die im Rahmen der Generally Accepted Accounting Standards (GAAP) gewährten Wahlrechte und Ermessensspielräume lassen sich jedoch durch das Unternehmen - ebenso wie realwirtschaftliche Transaktionen - auch für die Erfüllung subjektiver Zwecke nutzen. So können dem Kapitalmarkt beispielsweise positive Signale über die potentielle zukünftige Entwicklung des Unternehmens übermittelt werden. Dem Bilanzersteller bietet sich aber auch die – der Intention ihrer Gewährung durch den Gesetzgeber entgegenstehende – Möglichkeit der Ausübung von Wahlrechten und Ermessensspielräumen aus opportunistischen Motiven. Hierunter fällt beispielsweise die Optimierung erfolgsabhängiger Managementvergütungspläne.

Diese unterschiedlichen Möglichkeiten der Gestaltung des Jahresabschlusses/Konzernabschlusses sind Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Ein Teil dieser Untersuchungen beschäftigt sich speziell mit den Ausübungsmöglichkeiten, die vom Management vor dem Hintergrund vorgenommen werden das Periodenergebnis dahingehend zu beeinflussen, einen konstanten oder gleichmäßig wachsenden Gewinn zu zeigen. In der Literatur wird dabei eingehend diskutiert, welche Gründe für dieses, als Gewinnglättung bezeichnete Verhalten vorliegen können und welches Instrumentarium den Unternehmen zur Beeinflussung des Gewinnausweises zur Verfügung steht.

Dieser Themenkomplex der Gewinnglättung, auf Englisch Income Smoothing, ist Gegenstand der vorliegenden Diplomarbeit. Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick über die zahlreichen theoretischen und empirischen Forschungsarbeiten, die das Gewinnausweisverhalten von Unternehmen untersuchen, zu geben.

Gang der Untersuchung:

Der Gliederung dieser Arbeit in einen theoretischen und einen empirischen Teil folgend wird in Abschnitt zwei zunächst eine Einordnung des Begriffs Gewinnglättung in die umfassendere Thematik der Bilanzpolitik vorgenommen. Nach einer kurzen Erläuterung des Begriffs Bilanzpolitik folgt eine Darstellung der Ziele und Instrumente, die Bilanzpolitik verfolgt, respektive derer sie sich bedient. Abgeschlossen wird der zweite Abschnitt durch das Aufzeigen der Grenzen, innerhalb derer sich Bilanzpolitik legalerweise bewegen muss.

Anschließend werden in Abschnitt drei die theoretischen Grundlagen zum Gewinnglättungsverhalten dargestellt und der Begriff der Gewinnglättung definiert. Im Rahmen der folgenden Darstellung von Erklärungsansätzen für Gewinnglättungsverhalten werden insbesondere die efficient market Perspektive, die contracting Perspektive und die informational Perspektive betrachtet. Da die efficient market und die informational Perspektive die kapitalmarktorientierte Sichtweise für Gewinnglättungsverhalten betonen, wird unter anderem untersucht, wie Gewinnglättung als eine Art von Bilanzpolitik in den Kontext der Kapitalmarkttheorie eingeordnet werden kann. Im Weiteren werden in diesem Abschnitt die Arten der Gewinnglättung erläutert sowie die bilanzpolitischen Mittel zur Realisierung eines glatten Gewinnausweises aufgezeigt. Im Rahmen dieser Darstellung wird im Besonderen auf mögliche Glättungsobjekte, Glättungsinstrumente und Glättungsdimensionen eingegangen.

Im vierten Abschnitt werden verschiedene empirische Studien zur Gewinnglättung vorgestellt. Der erste Teil dieses Abschnitts beschäftigt sich dabei mit vier häufig angewendeten Methoden zum Nachweis von Gewinnglättung. Die generellen Vorgehensweisen der einzelnen Methoden werden jeweils kurz erläutert und im Anschluss kritisch beurteilt, mögliche Schwächen werden identifiziert. Daran anschließend werden die wesentlichen Ergebnisse der zahlreichen Forschungsarbeiten zum Gewinnglättungsverhalten systematisiert nach Forschungsinhalten dargestellt. Es werden dabei unter anderem Untersuchungsergebnisse von Studien, die die Auswirkungen von Gewinnglättungverhalten auf den Marktwert von Unternehmen untersuchen und Ergebnisse von Studien, die die Gewinnglättungsaktivitäten des Managements im internationalen Vergleich betrachten, vorgestellt. Abschließend wird eine zusammenfassende kritische Beurteilung der empirischen Studien zu diesem Thema vorgenommen.

Am Ende des vierten Abschnitts erfolgt eine zusammenfassende kritische Beurteilung der empirischen Gewinnglättungsstudien.

Im fünften Abschnitt wird das Thema resümiert und gewürdigt.

Da die Literatur zum Thema sehr umfassend und fragmentiert ist und die Erforschung von Gewinnglättungsverhalten keineswegs abgeschlossen ist, erhebt die vorliegende Arbeit keinen Vollständigkeitsanspruch. Vordergründiges Ziel der vorliegenden Arbeit ist es vielmehr, einen Überblick über theoretische Konzepte und empirische Studien zum Income Smoothing zu geben und den derzeitigen Erkenntisstand aufzuzeigen. Da die Untersuchungsergebnisse älterer und neuerer Studien grundsätzlich nicht in einem Widerspruch zueinander stehen und die Erkenntnisse älterer Studien für ein Verständnis der neueren Literatur unabdingbar sind, wird darauf verzichtet, eine explizite Unterscheidung zwischen neuerer und älterer Literatur zu machen.

In der vorliegenden Arbeit wird hierbei nicht zwischen Bilanzpolitik im Einzel- und Konzernabschluss unterschieden, da beide gleichermaßen Ziel von Bilanzpolitik sind bzw. sein können. Da die empirischen Erkenntnisse zum Gewinnglättungsverhalten insbesondere bei börsennotierten Gesellschaften gewonnen wurden, wird diese Rechtsform als Basis der folgenden Überlegungen angesehen. Aus Übersichtlichkeitsgründen und aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit wird im Folgenden darauf verzichtet, auf länderspezifische Rechnungslegungsvorschriften einzugehen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Bilanzpolitik und Gewinnglättung 4
2.1 Begriff der Bilanzpolitik 4
2.2 Bilanzpolitische Ziele 7
2.3 Instrumente der Bilanzpolitik 8
2.4 Grenzen der Bilanzpolitik 10
3. Das Konzept der Gewinnglättung 11
3.1 Begriff der Gewinnglättung (Income Smoothing) 11
3.2 Erklärungsansätze für Gewinnglättung 12
3.2.1 Die Efficient Market Perspektive 13
3.2.2 Die Contracting Perspektive 15
3.2.3 Die Informational Perspektive 18
3.3 Möglichkeiten eines glatten Gewinnausweises 20
3.4 Gewinnglättungstechniken 23
3.4.1 Glättungsobjekte 23
3.4.2 Glättungsinstrumente 24
3.4.3 Glättungsdimensionen 26
4. Empirische Studien zur Gewinnglättung 29
4.1 Kritische Darstellung der Methoden zum Nachweis von Gewinnglättung 30
4.1.1 Betrachtung konkreter Glättungsinstrumente 33
4.1.2 Discretionary Accruals als Glättungsinstrument 36
4.1.3 Korrelation von Cash Flows und Accruals 43
4.1.4 Vergleich der Varianz von Umsatzerlösen und Gewinnen (Eckel-Index) 45
4.2 Ergebnisse der Studien zur Gewinnglättung 49
4.2.1 Untersuchungen zum Allgemeinen Nachweis von Gewinnglättungsverhalten 50
4.2.2 Untersuchungen zu Gewinnglättungsinstrumenten 51
4.2.3 Untersuchungen zu Motiven der Gewinnglättung 52
4.2.4 Untersuchungen zur Auswirkung von Gewinnglättung auf den Marktwert des Unternehmens 55
4.2.5 Internationale Studien zum Gewinnglättungsverhalten 57
4.3 Kritische Würdigung der empirischen Studien 59
5. Schlussbetrachtung 64
Literaturverzeichnis L1
Anhang A1
Anlage 1: Studien zum Allgemeinen Nachweis von Gewinnglättung A1
Anlage 2: Studien zur Untersuchung von Glättungsinstrumenten A3
Anlage 3: Untersuchungen zu den Motiven der Gewinnglättung A10
Anlage 4: Untersuchungen zur Auswirkung von Gewinnglättung auf den Marktwert von Unternehmen A17
Anlage 5: Internationale Studien zum Gewinnglättungsverhalten A21
Ehrenwörtliche Erklärung A25

Automatisiert erstellter Textauszug:

Nach Bestimmung der total accruals wird versucht, mit Hilfe von Modellen die total accruals in eine discretionary und eine non-discretionary Komponente zu zerlegen, sodass der discretionary Anteil an den total accruals als die Differenz der tatsächlichen accruals und der Schätzung des normalen Niveaus der accruals dargestellt werden kann:160 TAt = estimated nondiscretionary accrualst + discretionary accrualst (6) Zur Bestimmung der non-discretionary bzw. discretionary accruals gibt es mehr als 20 Modellvarianten.161 Da die accrual Modelle meist das Jones Modell162 – eines der ersten accrual Modelle - als Basis nehmen, wird im Folgenden die darauf basierende Methode dargestellt. Zur Schätzung des normalen Niveaus der accruals werden die total accruals in Abhängigkeit von Variablen, welche Proxies für nondiscretionary accruals sind, regressiert.163 Das Jones Modell verwendet als Proxies für nondiscretionary accruals Umsatzerlöse (sales), um den „normalen“ Umfang des working capital (z. B. Forderungen, Vorräte, Handelskredite) zu schätzen, und gross fixed assets zur Schätzung des „normalen“ Abschreibungsaufwands. Außerdem wird ein size deflator integriert. Die Regressionsgleichung zur Schätzung der normal accruals nach Jones [1991] hat die folgende Form:164 [...]

andere bilanzpolitische Aktionen ihrem ergebnisglättenden Effekt entgegenwirken oder ihn verstärken können.148 Ein weiteres Problem ist die Bestimmung eines geeigneten Zielgewinns. Da es keine allgemeingültige Definition für einen glatten Gewinnstrom gibt, ist die Bestimmung des Zielgewinns absolut subjektiv und von der Intention des Forscher abhängig.149 Aufgrund dieser Schwierigkeiten ist die Aussagefähigkeit und die Vergleichbarkeit derartiger Untersuchungen eingeschränkt.150 Eine Art Weiterentwicklung des klassischen Vorgehens ist die Betrachtung des Nettoeffekts aller ausgeübten Wahlrechte und Ermessensspielräume auf die accruals eines Unternehmens für eine bestimmte Periode.151 1.11.2 DISCRETIONARY ACCRUALS ALS GLÄTTUNGSINSTRUMENT Im Gegensatz zum eben erläuterten Verfahren wird bei diesem Ansatz versucht, die kumulierte Auswirkung aller ausgenutzten Wahlrechte und Ermessenspielräume auf den Gewinnausweis zu untersuchen. Untersuchungsgegenstand sind dabei die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen nichtzahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen, die aufgrund des Auseinanderfallens von Einzahlungen und Erträgen sowie von Auszahlungen und Aufwendungen durch den Grundsatz der periodengerechten Gewinnermittlung bestimmt werden.152 Da sich in den accruals alle zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge widerspiegeln, ist bei dieser Methode allerdings lediglich der Nachweis von artificial smoothing Aktivitäten möglich.153 [...]

Im Rahmen der Überprüfung der Gewinnglättungshypothese mit einer Korrelationsrechnung wird untersucht, inwieweit durch die Ausübung eines bestimmten Wahlrechts, Ermessenspielraums oder durch Vornahme einer realen Transaktion die Abweichungen des angenommenen Glättungsinstrumentes von einem bestimmten Trend mit den Abweichungen des Glättungsobjekts vom Zielgewinn korreliert sind. Beispielsweise deutet eine positive Korrelation der Abweichungen des operating income mit den Abweichungen der operating expenses darauf hin, dass das operating income mithilfe einer Veränderung der operating expenses geglättet wurde.146 Wie aus Abbildung sieben ersichtlich ist, ist die Untersuchung konkreter Glättungsinstrumente, die am häufigsten gewählte Methode zum Nachweis von Gewinnglättung. Durch die Verwendung dieses Verfahrens ist es möglich, den Einfluss eines bestimmten Glättungsinstrumentes auf das Glättungsobjekt ziemlich genau zu bestimmen.147 Problematisch dabei ist allerdings, dass dem Management eine Vielzahl von Variablen zur Beeinflussung des Periodenergebnisses zur Verfügung steht und demzufolge [...]

Arbeit zitieren:
Scholz, Dana April 2002: Kritische Analyse der neueren Literatur zum Income Smoothing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gewinnglättung, Bilanzpolitik, Earnings Management, Wahlrechte, Ermessensspielräume

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