Kritische Analyse der Kontenplanmodelle zur Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Wolfgang Ziemer
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 559,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9845-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9845-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9845-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ziemer, Wolfgang Januar 2006: Kritische Analyse der Kontenplanmodelle zur Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: parallele Rechnungslegung, Rechnungslegung, Kontenplanmodell, parallele Konten, parallele Buchung
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Diplomarbeit von Wolfgang Ziemer
Einleitung:
Nachdem die IFRS mit der IAS-Anwendungs-Verordnung für kapitalmarktorientierte Unternehmen verbindlich vorgeschrieben worden sind, wird zunehmend auch die Frage einer Verwendung internationaler Rechnungslegungsstandards für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen diskutiert. Einerseits wird dabei die Frage aufgeworfen, ob die IFRS ein für den Mittelstand adäquates Bilanzierungsinstrument sind, andererseits schlicht hinterfragt, ob neue Bilanzierungsregeln für den Mittelstand überhaupt empfehlenswert wären.
Bei einer immer weiter vorwärts schreitenden Internationalisierung der Rechnungslegung zeigen nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen bisher im Allgemeinen nur wenig Interesse an einem Übergang. Spätestens aber seit dem Urteil des FG Hamburg vom 28.11.2003 hat die internationale Rechnungslegung auch in die deutsche Bilanzierung Einzug gehalten, da demnach die in der 4. Richtlinie aufgestellten Grundsätze uneingeschränkt als GoB zu beachten sind.
Weil zukünftig von einer Trennung der steuerlichen Gewinnermittlung von einer sich weiter internationalisierenden handelsrechtlichen Berichterstattung ausgegangen werden muss, ist der Mittelstand gut beraten, sich frühzeitig mit den daraus entstehenden Anforderungen auseinanderzusetzen. Neben der Notwendigkeit sich mit Ansatz- und Bewertungsvorschriften zu befassen, ist es von Bedeutung, welche Veränderungen die Internationalisierung der Rechnungslegung im Rechnungswesen verursacht. Dabei stehen für mittelständische Unternehmen die Kosten in einem besonderen Focus. Die Einführung einer parallelen Rechnungslegung könnte verhältnismäßig wirtschaftlich erfolgen, wenn für vorhandene Buchführungssysteme eine einfache Erweiterung des Kontenrahmens möglich wäre.
Deshalb sind in Theorie und Praxis Kontenplanmodelle entwickelt worden, mit denen es möglich ist, die parallele Rechnungslegung in einem einheitlichen Kontenrahmen auf Hauptbuchebene darzustellen.
Mit der vorliegenden Arbeit sollen diese Kontenplanmodelle einer kritischen Analyse mit dem Ziel unterzogen werden, deren theoretische Funktionsfähigkeit sowie ihre Tauglichkeit zur Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften in der Praxis zu prüfen. Dabei ist unter Funktionsfähigkeit zu verstehen, ob notwendige Buchungen in den Modellen unter Anwendung der zugrunde liegenden Methoden und der Einhaltung gegebenenfalls vorliegender Beschränkungen der Modelle erfolgen können.
Die Praxistauglichkeit wird danach beurteilt, ob die für eine Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften erforderlichen Buchungssätze überhaupt in den Kontenplanmodellen gebildet werden können, diese in der Lage sind benötigte Informationen zu liefern und in wie weit sonstige Anforderungen aus der betrieblichen Praxis erfüllt bzw. von den Modellen an die Nutzer gestellt werden.
Aus dieser Zielsetzung leitet sich die Struktur der Arbeit ab. Im ersten Teil werden die Grundlagen der Analyse dargestellt, indem zunächst die Kontenplanmodelle und die hierfür entwickelten Buchungsmethoden vorgestellt, Fragestellungen und Anforderungen aus der Praxis für eine Bewertung der Funktionsfähigkeit und Praxistauglichkeit der Kontenplanmodelle dargelegt, und durch einen Vergleich der unterschiedlichen Konzeptionen von HGB und IFRS praxisrelevante Fallgruppen zu Rückstellungen und zeitlich in der Nutzung begrenztem Anlagevermögen ermittelt werden.
Die zu betrachtenden Fälle haben somit einen hohen Schwierigkeitsgrad und lassen eine nachhaltige Indikation für die Nutzbarkeit der Kontenplanmodelle zur Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften erwarten.
Im zweiten Teil wird die Analyse in der Weise durchgeführt, dass jeweils nacheinander in den einzelnen Modelltypen für die ermittelten praxisrelevanten Fälle systematisch Buchungssätze nach modellgerechten Buchungsregeln gebildet, daraus Summen-saldenlisten, Bilanz- und GuV-Darstellungen gefertigt, sowie ergänzende Informationen aus der Literatur in die Betrachtung einbezogen werden. Dabei erfolgt für jedes untersuchte Modell eine Würdigung. Abschließend wird noch auf sich aus der Analyse heraus ergebende Möglichkeiten und wichtige Punke für eine Implementierung in der Praxis hingewiesen.
Die Einbindung in betriebliche Prozesse oder die Fähigkeiten von gegebenenfalls einzusetzenden Softwareprodukten oder Buchungsautomaten zur Unterstützung paralleler Rechnungslegung mittels Kontenplanmodellen sind nicht Gegenstand dieser Arbeit und finden nur soweit Beachtung, wie dies für die Beurteilung der Praxistauglichkeit der Modelle erforderlich ist.
Weiter zählt ihre grundsätzliche Fähigkeit die Bilanzierung zu unterstützen zur Aufgabenstellung, nicht jedoch der eigentliche Vorgang der Bilanzierung oder die vollumfängliche Abbildung aller denkbaren Gestaltungen der betrieblichen Realität. Daher geht es bei der Darstellung der Regelungen des HGB und der IFRS auch nicht um einen detaillierten synoptischen Vergleich der Rechnungslegungsvorschriften, sondern lediglich um die Bestimmung von praktisch möglichen und somit relevanten Fallgruppen.
Diese Arbeit beschränkt sich auf Geschäftsvorfälle in der Buchführungswährung und die mit Stand vom 1. März 2005 von den Gremien der Europäischen Union akzeptierten IFRS.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Methoden und Kontenplanmodelle | 4 |
| 3. | Fragestellungen und Praxisanforderungen | 8 |
| 4. | HGB und IFRS im Vergleich | 9 |
| 4.1 | Konzeptionelle Unterschiede | 9 |
| 4.2 | Rückstellungen | 13 |
| 4.3 | Anlagevermögen | 17 |
| 4.4 | Ausweisvorschriften | 21 |
| 4.5 | Zwischenergebnis | 24 |
| 5. | Kritische Analyse | 25 |
| 5.1 | Festlegungen | 25 |
| 5.2 | 2-Konten-Modell | 27 |
| 5.2.1 | Rückstellungen | 27 |
| 5.2.2 | Anlagevermögen | 34 |
| 5.2.3 | Würdigung | 37 |
| 5.3 | 3-Konten-Modell | 38 |
| 5.3.1 | Rückstellungen | 40 |
| 5.3.2 | Anlagevermögen | 44 |
| 5.3.3 | Würdigung | 50 |
| 5.4 | Faktisches 4-Konten-Modell | 52 |
| 5.4.1 | Überlegungen zur Erweiterung des 3-Konten-Modells | 52 |
| 5.4.2 | Rückstellungen | 55 |
| 5.4.3 | Anlagevermögen | 57 |
| 5.4.4 | Würdigung | 59 |
| 6. | Implementierung | 61 |
| 7. | Zusammenfassung | 63 |
| Literaturverzeichnis | 67 | |
| Anlagenverzeichnis | 69 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 86 |
Die Einbuchung ist analog zur Fallgruppe A3 vorzunehmen, da sich die Fallgruppe A4 nur durch den Werteverzehr von ihr unterscheidet. Für diesen ist über eine DeltaBuchung die ersten fünf Jahre lang die gebuchte HGB-Abschreibung zu korrigieren und dann im sechsten Jahr diese Korrektur zurückzunehmen, um den Vermögensgegenstand jeweils über die spezifische Nutzungsdauer vollständig abzuschreiben. Auch hier stellt sich die Frage, ob eine eingesetzte Anlagenbuchhaltung dies leisten kann. A5: Anlagevermögen HGB < IFRS (HGB 40, AfA 8 GE; IFRS 50, AfA 10 GE) per per per per Bestand AV5 Delta Bestand AV5 AfA AV5 Delta AfA AV5 40 an 10 an 8 an 2 an Kreditor Delta Betriebsaufwand AfA Bestand AV5 Delta AfA Bestand AV5 40 10 8 2 [...]
Weil hier der Wertansatz für HGB und IFRS gleich ist, muss die Anschaffung lediglich im führenden HGB-Konten-Bereich gebucht werden. Auch die AfA ist für beide Ansätze gleich und muss deshalb nur einmal erfasst werden. Bei einer weitestgehenden Ausnutzung aller Harmonisierungsmöglichkeiten für das Anlagevermögen bietet diese Fallgruppe erhebliche Vereinfachungsmöglichkeiten, auch wenn eine mögliche spätere Abweichung hinsichtlich ihrer Verarbeitung im Auge behalten werden sollte. A4: Anlagevermögen mit gleichem Wertansatz und ungleichem Werteverzehr (HGB 30, AfA 6 GE; IFRS 30, AfA 5 GE) per per per Bestand AV4 AfA AV4 Delta AfA Bestand AV4 30 an 6 an 1 an Kreditor AfA Bestand AV4 Delta AfA AV4 30 6 1 [...]
Im führenden HGB-Kontenbereich wird die Aktivierung des angeschafften Vermögensgegenstandes in gewöhnlicher Weise direkt zu Gunsten eines Kreditoren gebucht. Der Abgang an Zahlungsmitteln hat auch für IFRS Wirkung, so dass eine Delta-Buchung statt eines Vermögensgegenstandes einen Aufwand generieren muss. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass eine eventuell eingesetzte Anlagenbuchhaltungssoftware grundsätzlich in der Lage sein müsste, negative Bestandswerte zu führen um den bestehenden HGB-Wert über ein Delta zu eliminieren. Diese Fähigkeit werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht viele Anlagenbuchhaltungsprogramme besitzen. Aus dem reinen HGB-Ansatz folgt, dass es auch nur im HGB-Bereich Abschreibungen für Abnutzung geben darf. Folglich muss diese im IFRS-Bereich vollständig zurückgenommen werden. Auch dies bedeutet, dass ein gegebenenfalls eingesetzter Buchungsgenerator in der Lage sein müsste negative Abschreibungen zu liefern, was gleichermaßen zweifelhaft sein dürfte. A2: Anlagevermögen mit Wertansatz HGB (15, AfA 3 GE) > IFRS (10, AfA 2 GE) per per per per Bestand AV2 Delta Betriebsaufwand AfA AV2 Delta AfA Bestand AV2 15 an 5 an 3 an 1 an Kreditor Delta Bestand AV2 AfA Bestand AV2 Delta AfA AV2 15 5 3 1 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498450
Arbeit zitieren:
Ziemer, Wolfgang Januar 2006: Kritische Analyse der Kontenplanmodelle zur Umsetzung internationaler Rechnungslegungsvorschriften, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
parallele Rechnungslegung, Rechnungslegung, Kontenplanmodell, parallele Konten, parallele Buchung




