Kritische Analyse von GMP-Modellen
- Art: Studienarbeit
- Autor: Julia Katharina Voigtmann
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 134 Seiten
- Dateigröße: 818,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bauhaus-Universität Weimar Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6289-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6289-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6289-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Voigtmann, Julia Katharina November 2002: Kritische Analyse von GMP-Modellen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Garantierter Maximalpreis, Wettbewerbsmodell, Vertragsmodell, Bauwesen
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Studienarbeit von Julia Katharina Voigtmann
Einleitung:
Im Zusammenhang mit Auswegen aus der derzeitigen Krise der Bauwirtschaft wird in jüngster Zeit verstärkt von alternativen bzw. innovativen Wettbewerbs- und Vertragsmodellen gesprochen.
Diesen neuen Ansätzen ist auch die Wettbewerbs- und Vertragsform „Garantierter Maximalpreis“ zuzuordnen, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist.
Ziel dieser Arbeit ist ein strukturierter Überblick und eine kritische Diskussion der Wettbewerbs- und Vertragsform „Garantierter Maximalpreis“. Gleichzeitig wird die Anwendung in der Praxis untersucht.
Ausgehend von den Grundlagen des Partnering und einer Übersicht über die angloamerikanischen Wettbewerbs- und Vertragsformen, auf denen das „Garantierter Maximalpreis“ - Modell aufbaut, werden die einzelnen Bestandteile dieses Modells untersucht. Für die weitergehende Betrachtung erfolgt eine Abgrenzung zu traditionellen Wettbewerbs- und Vertragsformen.
In Verbindung des theoretischen Hintergrundes mit den Ergebnissen einer Befragung von Bauunternehmen wird der Anwendungsbereich dieser Modelle analysiert. Darüber hinaus werden die Chancen und Risiken „GMP“-Modelle dargestellt.
Abschließend wird die Wettbewerbs- und Vertragsform „Garantierter Maximalpreis“ vor dem Hintergrund der Befragung kritisch analysiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 7 | |
| Tabellenverzeichnis | 10 | |
| 0. | Einleitung | 12 |
| 1. | Situation der Bauwirtschaft in Deutschland | 13 |
| 1.1 | Ausgangssituation | 13 |
| 1.2 | Restrukturierung der Wettbewerbs- und Vertragsformen | 14 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen und Einordnung | 17 |
| 2.1 | Partnering | 17 |
| 2.2 | Angloamerikanische Wettbewerbs- und Vertragsmodelle | 18 |
| 2.2.1 | Wettbewerbsformen | 18 |
| 2.2.2 | Vertragsarten | 21 |
| 2.3 | Wettbewerbs- und Vertragsform „Guaranteed Maximum Price“ | 25 |
| 3. | Das GMP-Wettbewerbs- und Vertragsmodell | 28 |
| 3.1 | Systematisierte Darstellung der GMP-Modelle | 28 |
| 3.2 | Integriertes Construction Management | 29 |
| 3.3 | GMP-Bestimmungsmethode | 32 |
| 3.4 | GMP-Anreizmechanismen | 36 |
| 3.5 | GMP-Aufteilungsmechanismen | 38 |
| 3.6 | Änderungsmanagement | 41 |
| 3.7 | GMP-Vertragskomponenten | 42 |
| 4. | Abgrenzung zu traditionellen Wettbewerbs- und Vertragsformen | 44 |
| 4.1 | Traditionelle Wettbewerbsformen | 44 |
| 4.2 | Traditionelle Vertragsarten | 45 |
| 4.3 | Abgrenzung | 48 |
| 5. | Anwendung der Wettbewerbs- und Vertragsform GMP | 51 |
| 5.1 | Strategische Überlegungen und Motivationen | 51 |
| 5.2 | Anwendungsbereiche | 54 |
| 5.3 | Ergebnis der Befragung | 55 |
| 6. | Chancen und Risiken der Wettbewerbs- und Vertragsform GMP | 58 |
| 6.1 | Grundsätzliches | 58 |
| 6.2 | Chancen | 59 |
| 6.3 | Risiken | 63 |
| 7. | Kritische Analyse | 67 |
| 7.1 | Ausgangspunkt | 67 |
| 7.2 | Kostenreduzierung | 67 |
| 7.3 | Frühzeitige Kostensicherheit | 70 |
| 7.4 | Verkürzte Projektabwicklungszeit | 71 |
| 7.5 | Optimierungsmöglichkeiten | 72 |
| 7.6 | Partnerschaftliche Zusammenarbeit | 73 |
| 7.7 | Risikoverteilung | 75 |
| 7.8 | Wettbewerbseignung | 76 |
| 8. | Fazit | 78 |
| Quellenverzeichnis | 79 | |
| Anlagenverzeichnis | 83 | |
| Anlage A: Fragebogen | 85 | |
| Anlage B: Auswertung der Befragung | 92 | |
| Anlage C: Interview | 129 |
In der Praxis hat es sich als vorteilhaft erwiesen, den GMP-Vertrag in die folgenden Vertragskomponenten aufzuteilen:55 • Eigenleistung des AN Der AN erbringt neben den Leistungen innerhalb des integrierten construction management i. d. R. auch einen Teil der Bauleistungen selbst. Die Vergütung erfolgt ohne Berücksichtigung der Allgemeinen Geschäftskosten, der Anteile für Wagnis und Gewinn sowie der Bauleitungs- und Regieleistungen. • Nachunternehmerleistungen Für die, durch Nachunternehmer zu erbringenden Leistungen, wird ein GMP vereinbart. Die einzelnen Nachunternehmerleistungen werden i. d. R. in Teilgewerke aufgeschlüsselt. • AGK, WuG, Bauleitungs- und Regieleistungen Die Vergütung der hierfür entstehenden Kosten wird für das Gesamtbauvorhaben vereinbart. Sie kann pauschal, prozentual oder als GMPVergütung erfolgen. • Planungs- und Ingenieurleistungen Die Kosten für Planungs- und Ingenieurleistungen können entweder einem der vorgenannten Bestandteile zugeordnet werden oder als einzeln ausgewiesene Leistung vergütet werden. Die Vergütung kann pauschal, prozentual oder als GMP-Vergütung erfolgen. [...]
Bei der Vereinbarung eines flexiblen Aufteilungsverhältnisses richtet sich dieses nach der Höhe der erzielten Einsparungen. Die Verteilung kann nach beliebigen Prozentsätzen erfolgen. Um den GMP-Partner zur Angabe einer reellen GMPHöhe zu bewegen, werden in der Praxis Vereinbarungen getroffen, die eine geringere anteilige Beteiligung des GMP-Partners mit steigender Kosteneinsparung vorsehen. Dies führt auch zu einer erhöhten Kostensicherheit. Bei beiden Arten des Aufteilungsverhältnisses sollte auch die gewählte Deckungsbeitrags-Vereinbarung betrachtet werden. Der Verteilungsschlüssel sollte so gewählt werden, dass der GMP-Partner bei niedrigeren Deckungsbeiträgen durch sinkende Herstellungskosten diese durch das Aufteilungsverhältnis der Einsparungen ausgleichen kann. Eine noch größere Sicherheit bezüglich der reellen Höhe des GMP garantiert dem Bauherrn die Vereinbarung eines Zielkosten-Aufteilungsverhältnisses. Dabei wird nach ca. 40 – 70 % der Planungsleistungen ein Zielkostenbetrag unterhalb des vereinbarten GMP durch den GMP-Partner benannt. Unterschreitet er diesen, ändert sich das Aufteilungsverhältnis entscheidend zu seinen Gunsten.48 Bei einer GMP-Überschreitung muss der GMP-Partner diese Überschreitung des vertraglich vereinbarten GMP in voller Höhe selbst tragen. Teilweise wird von dieser Regelung abgewichen und die Aufteilung der Überschreitungen vereinbart. Eine solche Aufteilung signalisiert und fundamentiert faire Partnerschaften zwischen dem Bauherrn und dem GMP-Partner. Solche Regelungen kommen überwiegend bei Projekten mit unkalkulierbaren Risiken für den GMP-Partner zum Einsatz.49 [...]
Lediglich Kosteneinsparungen, die aus dem letzten Punkt resultieren, sind für die Gewinnaufteilungsmechanismen relevant. Der vertraglich vereinbarte GMP ist Ausgangspunkt für die Gewinnaufteilung. Er setzt sich aus den Herstellungskosten, den Deckungsbeiträgen46 und einer Risikomarge für Unvorhergesehenes z usammen. Der GMP-Partner kann seinen Gewinn über die Höhe und die Zusammensetzung der Summe der Deckungsbeiträge erhöhen. Die Deckungsbeitrags-Vereinbarung kann als Pauschale oder als Prozentsatz auf die tatsächlichen Herstellungskosten erfolgen. Bei Vereinbarung pauschalierter Deckungsbeiträge erhält der GMP-Partner diesen, unabhängig von den tatsächlichen Herstellungskosten, in voller Höhe. Die kalkulierten Deckungsbeiträge bleiben ihm in jedem Fall erhalten. Bei Erzielung reduzierter Herstellungskosten und Einhaltung der kalkulierten Deckungsbeiträge erhöht sich sein Gewinn. Diese Art der Vereinbarung der Deckungsbeiträge enthält somit einen zusätzlichen Anreiz für den GMP-Partner. Werden die Deckungsbeiträge als prozentualer Zuschlag auf die tatsächlichen Herstellungskosten vereinbart, verringert sich die Summe der Deckungsbeiträge durch die entstandenen Kosteneinsparungen. Durch den Belohnungszuschlag auf Grund der Aufteilung der Kostenersparnis kann der GMP-Partner in der Summe aber einen größeren Gewinn erzielen.47 Bei GMP-Unterschreitung werden die Kosteneinsparungen zwischen den beiden Vertragspartnern nach einem vertraglich vereinbarten Verteilungsschlüssel aufgeteilt. Es kann ein festes oder variables Aufteilungsverhältnis vereinbart werden. Bei einem festen Verteilungsschlüssel erfolgt die Aufteilung der Kostenersparnis unanhängig von deren Höhe. Eine Beteiligung des GMP-Partners von mehr als 50 % an den Einsparungen wird im Allgemeinen von den Bauherrn nicht vereinbart. Vor dem Hintergrund des strategischen Partnering-Ansatzes werden GMPPartner teilweise auch mit weniger als 10 % an den Einsparungen beteiligt. Eine langfristige und regelmäßige Zusammenarbeit soll dabei Anreiz genug sein, um Kostenoptimierung durch den GMP-Partner zu gewährleisten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832462895
Arbeit zitieren:
Voigtmann, Julia Katharina November 2002: Kritische Analyse von GMP-Modellen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Garantierter Maximalpreis, Wettbewerbsmodell, Vertragsmodell, Bauwesen



