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Kriterien der Akquisitionsstrategie von Unternehmen

Herausforderungen für das Beteiligungscontrolling

Kriterien der Akquisitionsstrategie von Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Madlen Küster
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 621,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9804-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9804-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9804-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Küster, Madlen Februar 2005: Kriterien der Akquisitionsstrategie von Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: M&A, Unternehmensbewertung, Due Diligence, Synergie, Beteiligung

Diplomarbeit von Madlen Küster

Problemstellung:

Die Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivitäten haben sich in den vergangenen Jahren gravierend verändert. Als wesentliche Entwicklungen können gesättigte Märkte, die hohe Dynamik des technologischen Fortschritts und der kontinuierliche Fixkostenanstieg betrachtet werden. Die Unternehmen sind vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs, der Deregulierung diverser Branchen sowie zahlreicher weiterer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen mit neuen Anforderungen konfrontiert. In diesem Umfeld können sich nur diejenigen Unternehmen dauerhaft behaupten, denen es gelingt, geeignete Problemlösungen schneller und besser als die Wettbewerber zu entwickeln und anzubieten. Die Umweltveränderungen stellen aber zugleich auch Wachstumschancen für die Unternehmen dar.

„»At the end it’s a game of two.« Daimler fusioniert mit Chrysler. DaimlerChrysler beteiligt sich an Hunday. Ford kauft Volvo und Jaguar ... .“ Diese Beispiele veranschaulichen den Konzentrationsprozess in der Automobilindustrie und spiegeln zugleich die globalen Entwicklungen wider. Die Unternehmen reagieren auf die aufgezeigten Herausforderungen mit wesentlichen Veränderungen ihres Beteiligungsportfolios. Neben anderen strategischen Optionen werden Unternehmensakquisitionen, Joint Ventures, eigene Tochtergesellschaften, aber auch die Ausgliederung von Geschäftsbereichen als geeignete Instrumente betrachtet, um die sich ergebenden Chancen zu nutzen und gleichzeitig mögliche Risiken zu minimieren. Der Markt für Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen (M&A Markt) wächst zunehmend – inzwischen verfügt jedes größere Unternehmen über diverse Beteiligungen. Unter Beteiligung wird eine „finanzielle Bindung an einem anderen Unternehmen mit dem Ziel, zumindest einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses Unternehmens ausüben zu können“ verstanden.

Viele Beteiligungen erweisen sich jedoch bei einer ex-post Betrachtung als wenig erfolgreich. Die meisten Akquisitionen führen nicht zur angestrebten Wertsteigerung. Trotz einer geringen Erfolgsquote von circa 50% aller durchgeführten Transaktionen wird das externe Wachstum von Unternehmen durch Akquisitionen auch künftig eine zunehmende Bedeutung erfahren. Im Rahmen dieser Entwicklung kommt dem Beteiligungscontrolling ein hoher Stellenwert zu. Das Beteiligungscontrolling trägt zur Zielerreichung des Gesamtunternehmens bei und ist für die Planung, Steuerung und Kontrolle der Beteiligungsaktivitäten verantwortlich. Um den Erfolg einer Beteiligung positiv zu beeinflussen, muss das Controlling auf spezifische Beteiligungsanforderungen ausgerichtet werden und geeignete Instrumente zur Verfügung stellen. Für erfolgreiche Akquisitionen sind insbesondere die Handlungen im Akquisitionsprozess entscheidend. Vor diesem Hintergrund besteht eine wesentliche Aufgabe des Beteiligungscontrolling in der Mitwirkung bei der Planung von Akquisitionsstrategien sowie der Bewertung der Akquisitionsobjekte.

Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, auf der Grundlage eines Literaturstudiums ausgewählte Kriterien der Akquisitionsstrategie von Unternehmen herauszustellen und die damit verbundenen Herausforderungen für das Beteiligungscontrolling kritisch zu analysieren. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Akquisitionsprozess einer Beteiligung. Dabei liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf den Ursachen für den Misserfolg von Unternehmensakquisitionen und der Identifikation relevanter Erfolgsdeterminanten. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, welche Instrumente das Beteiligungscontrolling zur Verfügung stellen muss, um diesen Herausforderungen zu begegnen und auf diese Weise zu einer effizienten Gestaltung des Akquisitionsprozesses beizutragen. Weiterhin soll versucht werden, die in diesem Zusammenhang bestehenden Grenzen des Beteiligungscontrolling zu identifizieren. Eine Generalisierung der Erkenntnisse erscheint jedoch schwierig, da jede Akquisition unterschiedlich ist.

Gang der Untersuchung:

Um ausgewählte Aspekte der Akquisitionsstrategie herauszustellen, ist es zunächst erforderlich, die für diese Arbeit maßgeblichen Begriffe im anschließenden Kapitel zu definieren und abzugrenzen. In Kapitel 3 werden die Grundlagen des Beteiligungscontrolling aufgezeigt. Dies beinhaltet die Darstellung des Inhaltes und der Aufgaben des Beteiligungscontrolling im Beteiligungslebenszyklus sowie die entsprechende Einordnung des Akquisitionsprozesses. Darauf aufbauend erfolgt in Kapitel 4 die Herausarbeitung der Kriterien der Akquisitionsstrategie. Ausgewählte Aspekte, die Gegenstand der weiteren Untersuchung sind, werden in Abschnitt 4.2 dargelegt.

Dabei richtet sich der Schwerpunkt auf den Erfolg von Akquisitionen, die Rolle der Banken im Akquisitionsprozess sowie die Art der Übernahme. Kapitel 5 beinhaltet die kritische Diskussion der Herausforderungen für das Beteiligungscontrolling, die aus den vorab dargestellten Kriterien resultieren. Die Ableitung der Herausforderungen orientiert sich dabei an den einzelnen Phasen des Akquisitionsprozesses. Geeignete Instrumente zur Bewältigung dieser Herausforderungen werden ebenfalls aufgezeigt. Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen. Weiterhin beinhaltet Kapitel 6 eine kritische Würdigung mit Herausstellung der Grenzen sowie einen Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 3
2. Definition und Abgrenzung der Begriffe 4
2.1 Zum Begriff der Beteiligung 4
2.2 Zum Begriff der Akquisition 5
2.3 Abgrenzung zu verwandten Begriffen 7
3. Grundlagen des Beteiligungscontrolling 9
3.1 Inhalt und Aufgaben des Controlling im Beteiligungslebenszyklus 9
3.2 Einordnung des Akquisitionsprozesses in den Beteiligungslebenszyklus 10
4. Kriterien der Akquisitionsstrategie 14
4.1 Übersicht 14
4.2 Ausgewählte Kriterien 14
4.2.1 Erfolg von Akquisitionen 14
4.2.2 Rolle der Banken bei Akquisitionen 18
4.2.3 Art der Übernahme 20
5. Herausforderungen für das Beteiligungscontrolling 22
5.1 Vermeidung postakquisitorischer Misserfolge 22
5.1.1 Übersicht 22
5.1.2 Umfassende Akquisitionsplanung 22
5.1.3 Realistische Einschätzung der Synergiepotenziale und -effekte 25
5.1.3.1 Grundstruktur des Ablaufs 25
5.1.3.2 Erfassung von Synergiepotenzialen 26
5.1.3.3 Untersuchung der Voraussetzungen für die Ausschöpfung des Synergiepotenzials 28
5.1.3.4 Prognose der quantitativen Auswirkungen und Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Realisierung der Synergien 29
5.1.4 Bestimmung eines angemessenen Kaufpreises 32
5.1.4.1 Prozess der Kaufpreisermittlung 32
5.1.4.2 Unternehmensbewertung 33
5.1.4.2.1 Eignung der Bewertungsmethoden für Akquisitionen 33
5.1.4.2.2 Ertragswertverfahren 35
5.1.4.2.3 Discounted Cash Flow-Verfahren 37
5.1.4.2.4 Probleme bei der Unternehmensbewertung 39
5.1.4.2.5 Zusammenfassende Darstellung des Ertragswert- und Discounted Cash Flow-Verfahrens 43
5.1.5 Integration des Akquisitionsobjektes 44
5.1.5.1 Bedeutung des Integrationsmanagements für den Akquisitionserfolg 44
5.1.5.2 Integrationsplanung 45
5.1.5.3 Berücksichtigung organisatorischer, kultureller und personeller Divergenzen 46
5.2 Mitwirkung der Banken bei Akquisitionen 50
5.2.1 Prüfung der Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit einer Akquisition 50
5.2.2 Beurteilung der Eignung der Kandidatenvorschläge 51
5.2.3 Überprüfung der Bewertung des Akquisitionsobjektes 52
5.3 Feindliche Übernahme 54
5.3.1 Problematik einer umfassenden Due Diligence 54
5.3.2 Integrationsschwierigkeiten 55
6. Schlussbetrachtung 57
6.1 Zusammenfassung 57
6.2 Grenzen des Beteiligungscontrolling und weiterer Forschungsbedarf 58
Literaturverzeichnis 60
Anhang 69

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Ermittlung eines angemessenen Kaufpreises und deren Berücksichtigung im Rahmen der Verhandlungen ist für den Akquisitionserfolg von entscheidender Bedeutung. Vielfach werden für Akquisitionsobjekte Kaufpreise gezahlt, die deutlich über dem Wert dieses Unternehmens liegen. Die gezahlten Akquisitionsprämien werden vornehmlich mit unrealistischen Synergiepotenzialen begründet.117 Neben der bereits diskutierten Problematik der realistischen Einschätzung der Synergien stellt in diesem Zusammenhang die Bewertung des Zielobjektes eine weitere Herausforderung für das Beteiligungscontrolling dar. Diese ist Basis für eine angemessene Preisfindung und deckt finanzielle Chancen und Risiken auf.118 Die Verfasserin definiert einen Kaufpreis dann als angemessen, wenn dieser unter dem ermittelten Grenzpreis liegt.119 Unter dem Grenzkaufpreis aus Käufersicht ist jener Preis zu verstehen, der gerade noch an den Verkäufer gezahlt werden kann, damit die Transaktion vorteilhaft ist. Die nachfolgende Übersicht veranschaulicht den Prozess der Kaufpreisermittlung. [...]

31 Neben den positiven sind auch negative Synergieeffekte zu beachten. Diese resultieren beispielsweise aus Reibungsverlusten von Unternehmen mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen, Kundenabwanderungen oder der Ausrichtung der Personalkosten am Unternehmen mit den besseren Sozialleistungen. Für diese Dissynergien sind ebenfalls quantitative Abschätzungen vorzunehmen. Eine Erfassung ist jedoch schwierig und mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Vor diesem Hintergrund ist es auch möglich, sich auf eine verbale Beschreibung der negativen Synergiewirkungen zu beschränken. Die daraus ggf. resultierenden Risiken können bei der Wahl des Kalkulationszinsfußes109 im Rahmen der Unternehmensbewertung berücksichtigt werden.110 Für einen Erfolg von Synergieeffekten ist der zeitliche Rahmen, d.h. der Zeitraum bis die erwarteten Synergien wirksam werden, entscheidend. Je später die Effekte realisiert werden, desto geringer ist der Barwert der Überschüsse111. Daher ist auch dieser Zeitraum abzuschätzen.112 Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass die Lebensdauer von Synergien nicht unendlich ist. Vielmehr ist generell davon auszugehen, dass Wettbewerbsvorteile aus Synergien dem Unternehmen nur begrenzt zur Verfügung stehen.113 Abschließend sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten der identifizierten und bewerteten Synergieeffekte zu beurteilen.114 Trotz der vorgenommenen Bestimmung und Bewertung der Synergien, besteht eine hohe Unsicherheit darüber, ob, in welcher Höhe und wann Synergieeffekte überhaupt anfallen. Um abschließend zu klären, ob sich eine Akquisition lohnt, ist der Einsatz von SzenarioTechniken115 empfehlenswert. Insbesondere die Erstellung eines Worst-Case-Szenarios unter Berücksichtigung der vorab aufgezeigten Einflussgrößen erscheint in diesem Zusammenhang sinnvoll.116 [...]

30 Kostenfunktion sinnvoll sein. Durch Zusammenführung der Kostenfunktionen der beteiligten Unternehmen zu einer einheitlichen Funktion lassen sich mögliche Kostendegressionen ableiten.105 Marktorientierte Synergiepotenziale sind auf die Ausdehnung der Geschäftsbasis und die Erschließung zusätzlicher Marktanteile gerichtet. Hier werden die Vorteile, die sich beispielsweise aus neuen Produkten oder aus der Verminderung der Wettbewerbsintensität ergeben, abgeschätzt. Eine quantitative Abschätzung ist für diese Synergien jedoch wesentlich schwieriger und ungenauer.106 Allgemein lässt sich feststellen, dass die Prognosegenauigkeit von Synergieeffekten mit zunehmender Marktnähe abnimmt. Das gilt somit insbesondere für die Wertkettenglieder Marketing & Vertrieb und Kundendienst. Hier basieren die Synergieeffekte auf den Reaktionen der Marktteilnehmer. So ist es vorab nicht exakt abschätzbar, in welchem Maße die Kunden eine Übertragung von Markennamen oder eine Ausweitung der Produktpalette annehmen. Ein weiteres Kernproblem bei der Quantifizierung von Synergieeffekten ist darin zu sehen, dass die Wertfindung für Synergien aus immateriellen Ressourcenkombinationen wie beispielsweise der Übertragung von Wissen sehr problematisch ist.107 Synergieeffekte entstehen nur dann, wenn die vorab geschätzten positiven Auswirkungen – wie Kostensenkungen oder Erlössteigerungen – die Kosten für die Umsetzung der Synergiepotenziale übersteigen. Daher sollte das Beteiligungscontrolling die anfallenden Kosten ebenfalls bestimmen, um zu einer höheren Erfolgswahrscheinlichkeit von Akquisitionen beizutragen. Als typische Kosten, die in diesem Zusammenhang entstehen, sind zu nennen: • • Im oberen und mittleren Management werden über einen längeren Zeitraum erhebliche Ressourcen gebunden. Hohe Kommunikationskosten sind für eine erfolgreiche Realisierung von Synergiepotenzialen notwendig. Dies beinhaltet sowohl externe als auch interne Informationen. • Insbesondere kostenorientierte Synergiepotenziale sind mit Vorlaufkosten in Form von Sozialplankosten bei Personaleinsparungen oder Kosten für den Ausstieg aus langfristigen Verträgen bei der Zusammenlegung von Produktionsstätten verbunden.108 [...]

Arbeit zitieren:
Küster, Madlen Februar 2005: Kriterien der Akquisitionsstrategie von Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
M&A, Unternehmensbewertung, Due Diligence, Synergie, Beteiligung

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