Krisenmanagement im Mittelstand
Herausforderung für KMU und Banken
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Döllner
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 652,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Gelsenkirchen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7285-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7285-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7285-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Döllner, Michael August 2003: Krisenmanagement im Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bank, Krise, Sanierung, Unternehmenskrise, Sanierung
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Diplomarbeit von Michael Döllner
Zusammenfassung:
Das Jahr 2003 ist für die Unternehmen in Deutschland gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Problemen. Speziell die deutschen Unternehmen sind von einer stetig steigenden Anzahl von Unternehmenspleiten bzw. Insolvenzen besonders betroffen. Eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen stecken in einer ökonomischen Krise und suchen nach einer Lösung, um Krisensituationen zu bewältigen und um einen möglichen Exitus zu verhindern.
Neben vielen spektakulären Firmenzusammenbrüchen größerer Unternehmen sind es vor allen die kleinen und mittleren Unternehmen des Mittelstandes, die von der ständig ansteigenden Anzahl von Unternehmensinsolvenzen besondert hart betroffen sind.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen daher vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die durch kritische Situationen im Unternehmensalltag schnell in eine handfeste Unternehmenskrise geraten können, die im schlimmsten Fall im Insolvenzverfahren und der kompletten Zerschlagung des Unternehmens enden kann. Um diese „tödliche Spirale“ für KMU zu verhindern, gilt es frühzeitig kritische Situationen im Unternehmensalltag zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen in Krisensituationen einzuleiten.
Die vorliegenden Arbeit behandelt daher in erster Linie die Möglichkeit, im Rahmen einer außergerichtlichen Sanierung ein Unternehmen vor der Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu bewahren und somit dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, aus eigener Kraft mit der Unterstützung externer Partner, eine erfolgreiche Rettung des Unternehmens einzuleiten.
Neben dem Kernstück der Arbeit, der außergerichtlichen Sanierung als Lösungsansatz zur Verhinderung eines Insolvenzverfahrens, werden im wesentlichen die Grundbegriffe Krise, Unternehmenskrise, Insolvenz, Sanierung und Mittelstand näher dargestellt und erläutert. Darüber hinaus wird der Verlauf von Unternehmenskrisen als mehrstufiger Prozess dargestellt und die Entstehung, Entwicklung und Auswirkungen von Unternehmenskrisen, sowohl im internen als auch im externen Unternehmensbereich dargestellt. Grundsätzlich werden dabei die verschiedenen Sichtweisen berücksichtigt: zum einen die Sichtweise der Unternehmen, aber auch mögliche Verhaltenweisen von Banken bei Unternehmenskrisen werden näher betrachtet.
Abgerundet wird die Arbeit durch ein konkretes Fallbeispiel über die erfolgreiche und nachhaltige Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Definition Krise | 4 |
| 2.2 | Der Begriff Krisenmanagement | 6 |
| 2.3 | Abgrenzung der Begriffe Sanierung und Insolvenz | 11 |
| 2.4 | Definition Mittelstand | 14 |
| 3. | Entwicklung und Auswirkungen von Unternehmenskrisen | 17 |
| 3.1 | Allgemeine Eigenschaften von Krisen | 17 |
| 3.2 | Der Krisenverlauf als mehrstufiger Prozess | 18 |
| 3.3 | Krisenursachen | 24 |
| 3.4 | Krisenfrüherkennung | 26 |
| 3.5 | Auswirkungen von Unternehmenskrisen | 28 |
| 4. | Krisenmanagement bei Unternehmenskrisen | 29 |
| 4.1 | Das Krisenmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen | 29 |
| 4.1.1 | Die Verbindung von Risikomanagement und Krisenmanagement | 32 |
| 4.1.2 | Das funktionale Krisenmanagement | 35 |
| 4.1.3 | Das institutionelle Krisenmanagement | 36 |
| 4.2 | Der Prozess des Krisenmanagements im Unternehmen | 39 |
| 4.2.1 | Die Konzeptphase | 41 |
| 4.2.1.1 | Die Einleitung von kurzfristigen Sofortmaßnahmen | 42 |
| 4.2.1.2 | Bestandsaufnahme und Ursachenanalyse | 44 |
| 4.2.1.3 | Die Erstellung eines Konsolidierungskonzeptes | 47 |
| 4.2.1.4 | Die Beurteilung der Erfolgsaussichten des Konzeptes | 50 |
| 4.2.2 | Die Umsetzungsphase | 52 |
| 4.2.2.1 | Die Durchführung des Konsolidierungskonzeptes | 52 |
| 4.2.2.2 | Das Umsetzungscontrolling | 53 |
| 4.3 | Das Scheitern der Konsolidierung | 55 |
| 5. | Die Rolle der Banken bei Unternehmenskrisen | 56 |
| 5.1 | Das Hausbankprinzip der kleinen und mittleren Unternehmen | 56 |
| 5.2 | Das Verhalten der Banken im Prozess des Krisenmanagements | 57 |
| 5.2.1 | Der Interessenkonflikt zwischen Unternehmen und Banken | 60 |
| 5.2.2 | Maßnahmen der Banken zur Konsolidierung von Unternehmen | 61 |
| 5.2.2.1 | Kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen | 63 |
| 5.2.2.2 | Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Konsolidierung | 64 |
| 5.3 | Zusammenfassung der Handlungsoptionen von Banken und Unternehmen | 68 |
| 6. | Fallbeispiel: Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes | 69 |
| 7. | Schlussbemerkung | 73 |
| Anhang | 74 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 80 |
Die Wirksamkeit von Risikomanagementsystemen hängt auch von der Unternehmenskultur ab. Wenn die Kommunikation zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern stimmt und alle Mitarbeiter des Unternehmens sich über die Notwendigkeit und Bedeutung präventiven Handelns bewusst und dazu bereit sind, die Anforderungen daran in ihrer täglichen Arbeit umzusetzen, dann zeigen diese, durch die Rechtssprechung, implementierten Systeme einen dauerhaften Erfolg. Der enge Zusammenhang zwischen dem Risikomanagement und dem Krisenmanagement wird durch das KonTraG deutlich. Durch die vom Gesetzgeber geforderten Risikoüberwachungssysteme werden Unternehmensrisiken, die eine Schädigung oder Existenzbedrohung des Unternehmens bedeuten können, frühzeitig erkannt. An dieser Stelle wird das Krisenmanagement aktiv, indem Maßnahmen zur Krisenbewältigung (Krisenmanagement i.e.S.) ergriffen werden, um latente Krisen abzuwenden und um im Rahmen der Krisenvorsorge (Krisenmanagement i.w.S.) entsprechende Maßnahmen zu treffen, um Krisen zukünftig vorzubeugen. Es gibt daher zwischen dem Krisenmanagement und dem Risikomanagement entsprechende Wechselwirkungen.87 [...]
die Unternehmensführungen dieser Gesellschaften aber häufig tief in dem operativen “Tagesgeschäft“ innerhalb des Unternehmens verstrickt sind, entsteht oft das Gefühl, sämtliche Risiken des Unternehmens zu kennen und jederzeit im Blick zu haben. Daher wird häufig gerade in mittelständischen Unternehmen die Notwendigkeit eines formalisierten und organisatorisch eingebundenen Risikomanagement-Prozesses unterschätzt, was dazu führt, dass die Weiterentwicklung von sachgerechten Steuerungs-, Kontroll- und Dokumentationssystemen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird und im Regelfall eher mangelhaft bleibt. Diese Tatsache ist sehr erstaunlich, da gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen, auch in der Rechtsform einer GmbH, beispielsweise über Kreditsicherheiten eine klare und eindeutige Abgrenzung zur finanziellen Privatsphäre der Gesellschafter oft gar nicht möglich ist. Vor diesem Hintergrund müsste das Risikomanagement mit seiner gleichzeitigen Schutzfunktion eigentlich für die Gesellschafter von hoher Bedeutung sein. In diesem Fall obliegt es häufig externen Prüfern und Beratern eine schnellstmögliche Aufklärungsarbeit zu leisten.84 Eine analoge Anwendung des § 91 Abs. 2 AktG auf die Rechtsform einer GmbH ist daher nur für die Gesellschaften zu befürworten, die entweder über Schuldverschreibungen oder Genussscheine den Kapitalmarkt direkt in Anspruch nehmen (aber der direkte Kapitalmarktzugang ist nicht der Regelfall) oder nach dem Mitbestimmungsgesetz zur Einrichtung eines paritätisch besetzten Aufsichtsrats verpflichtet sind.85 Auch wenn kleine Unternehmen, in der Form von Einzelunternehmen oder Personengesellschaften (z.B. als OHG oder KG), nicht unmittelbar von den Regelungen nach dem KonTraG betroffen sind, so ist es doch ersichtlich, dass sich Risikomanagementsysteme dauerhaft nicht nur bei börsennotierten Aktiengesellschaften durchsetzen werden, sondern dass vielmehr auch KMU in die Verpflichtung zur Risikovorbeugung stärker mit einbezogen werden. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Risikomanagementsysteme zukünftig zum Regelfall in der Wirtschaft werden.86 [...]
nehmen. Die Hauptziele des KonTraG liegen verstärkt in einer ♦ Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats, ♦ in einer Erhöhung der Transparenz im Unternehmen und ♦ in einer höheren Qualität der Abschlussprüfung.80 Die Kernaussage liegt dabei in dem § 91 Abs. 2 AktG, der den Vorstand eines Unternehmens dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu treffen bzw. dazu auffordert, ein Überwachungssystem einzurichten, damit die den Fortbestand einer Gesellschaft gefährdenden Entwicklungen frühzeitig erkannt werden.81 Das KonTraG verpflichtet daher Unternehmen, Risikofelder und kritische Abläufe im Geschäftsprozess genau zu analysieren und Risiken und Gefahren durch Vorbeugung zu begegnen. Nach den Bestimmungen des KonTraG haben die Wirtschaftprüfer auch die Risikoanalyse und die zukünftigen Geschäftsstrategien der Unternehmen zu testieren.82 Der Gesetzgeber hat in seiner Festlegung keine dem § 91 Abs. 2 AktG entsprechende Regelung für das GmbH-Gesetz vorgesehen und aufgenommen. Im Wortlaut des Gesetzes heißt es aber dazu: „Es ist davon auszugehen, dass für Gesellschaften mit beschränkter Haftung je nach Ihrer Größe, Komplexität und Struktur usw. nichts anderes gilt und die Neuregelung Ausstrahlungswirkung auf den Pflichtenrahmen auch anderer Gesellschaftsformen hat.“83 Damit betrifft das Gesetz in seiner unmittelbaren Wirkungsweise auch viele mittelständische Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH oder GmbH & Co. KG. Die Intensität der Ausstrahlungswirkung, besonders für Unternehmen des Mittelstandes, ist jedoch umstritten und ist nicht eindeutig feststellbar. Bei einer Vielzahl von Unternehmen des Mittelstandes, die nicht in der Rechtsform einer AG geführt werden, wird das Risikomanagement selbst durch die Gesellschafter formlos ausgeübt. Da [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472856
Arbeit zitieren:
Döllner, Michael August 2003: Krisenmanagement im Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bank, Krise, Sanierung, Unternehmenskrise, Sanierung



