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Krisenkommunikation: PR und Medienarbeit in Ausnahmesituationen

Am Beispiel der publizistischen Krisen im Anschluss an die Zugunglücke in Eschede 1998 und Brühl 2000

Krisenkommunikation: PR und Medienarbeit in Ausnahmesituationen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Hans Mühlberger
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 291 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3299-7
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3299-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mühlberger, Hans September 2000: Krisenkommunikation: PR und Medienarbeit in Ausnahmesituationen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zugkatastrophen, Inhaltsanalyse, Krisenmanagement, Deutsche Bahn AG, Public Relations

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Magisterarbeit von Hans Mühlberger

Zusammenfassung:

Die Arbeit ist interessant für Unternehmen, Organisationen und Studenten, die sich mit Möglichkeiten professioneller Public Relations in Krisensituationen beschäftigen. Zudem bietet sie Studenten, die in ihrer Abschlussarbeit die Methode der qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse anwenden, zahlreiche Anregungen und Hilfestellungen.

Der Autor analysiert in der Arbeit die Kommunikationsaktivitäten der Deutschen Bahn AG (DB AG) sowie die Berichterstattung ausgewählter Printmedien nach den Zugunglücken in Eschede 1998 und Brühl 2000. Im Mittelpunkt steht dabei die Medienarbeit der DB AG in diesen akut auftretenden Krisen. Wichtige Fragestellungen sind:

I. Inwieweit konnte die DB AG im Anschluss an die beiden Unglücke aktiv und erfolgreich an der Entstehung der veröffentlichten Meinung mitwirken?

II. Was und wer waren die wichtigsten Quellen der veröffentlichten Meinung? Wie wurde die DB AG von diesen bewertet?

Welche Themen standen im Rahmen der Krise im Vordergrund?

VI. Lassen sich Unterschiede im Krisenverlauf zwischen den Fällen Eschede und Brühl erkennen? Hat die Bahn im Fall Brühl „anders“ an der Berichterstattung mitgewirkt? Worauf sind eventuelle Veränderungen zurück zu führen?

Es werden Versäumnisse und Fehler, aber auch Beispiele für aktive, angemessene PR-Arbeit seitens der DB AG im Rahmen der Krise aufgezeigt. Die wichtigste Erkenntnis der Arbeit: Nur wenn die DB AG aktiv und schnell informierte, konnte sie die Diskussion der Unglücke in den Medien entscheidend mit gestalten.

Hintergrund bilden theoretische Erkenntnisse zur Kommunikation in Krisen, die Einbettung von Krisenkommunikation in PR-Strategien, das sich in der Krise wandelnde Verhältnis zwischen PR-Vertretern und Journalisten sowie Erfolgsfaktoren kommunikativen Handelns in akuten Krisensituationen (Konzeption der Krisenkommunikation). Zudem rückt das Unternehmen Deutsche Bahn AG in den Mittelpunkt: Welche Besonderheiten muss die DB AG als – bundesweit bekanntes und v.a. in den Jahren seit der Privatisierung von vielen Seiten kritisiertes – Unternehmen in ihrer allgemeinen PR-Arbeit beachten? Welche Auswirkungen hat diese „Sonderstellung” auf die Kommunikationsaktivitäten in Krisensituationen?

Kernstück der Arbeit bildet eine detaillierte Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung (FAZ, SZ, BILD, parallel dazu werden die Kommunikationsaktivitäten der Bahn rekonstruiert) jeweils einen kompletten Monat nach den Unglücken. Besonderes Augenmerk gilt der Dynamik einzelner Themen (z.B. allgemeine Sicherheitsmängel bei der DB AG) und den Personen(gruppen), die zu diesen Themen in den Medien Stellung nehmen und Tendenzen, wie die Deutsche Bahn und deren Vertreter in den Medien bewertet werden. Gleichzeitig interessiert durchgehend, inwieweit die Deutsche Bahn AG die Möglichkeit, die Medienberichterstattung aktiv mit zu gestalten, in den einzelnen Phasen und im Rahmen der einzelnen Themen genutzt hat. Die Daten wurden mit Hilfe eines umfangreichen Codebuchs und -plans erhoben. Sämtliche Ergebnisse sind graphisch aufbereitet und werden vor dem Hintergrund theoretischer Erkenntnisse zur Krisenkommunikation sowie der Handlungsmöglichkeiten der DB AG interpretiert. Anschließend schlägt der Autor Handlungsalternativen und Verbesserungsmöglichkeiten für die Medienarbeit der DB AG vor.

Die Magisterarbeit umfasst 185 Textseiten, inklusive des umfangreichen Literaturverzeichnisses, des Codebuchs und -plans sowie der wichtigsten Berechnungen im Datenanalyseprogramm SPSS ist sie 280 Seiten stark. 80 Seiten davon entfallen auf den „Theorieteil”, 30 Seiten auf die Analyse der Kommunikationsmöglichkeiten der DB AG sowie 75 Seiten auf die Inhaltsanalyse und die Interpretation der Ergebnisse (vgl. folgendes Inhaltsverzeichnis).

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
2. Theoretischer Hintergrund 15
2.1 Die Krise 15
2.1.1 Begrifflichkeiten: Krise und Unternehmenskrise 15
2.1.2 Begrifflichkeiten: Konflikte? Krisen? Katastrophen? 17
2.1.3 Krisentypen und Ausprägungen von Krisen 19
2.2 Merkmale 22
2.3 Ursachen 22
2.4 Auswirkungen 22
2.4.1.1 Krisenursachen 22
2.4.1.2 Krisenfolgen 23
2.4.2 Krisenverläufe 24
2.4.2.1 Reaktionsverlauf 25
2.4.2.2 Krisenverlauf aus Sicht des Unternehmens 25
2.4.2.3 Verlauf publizistischer Krisen 27
2.4.3 Begrifflichkeiten: Die publizistische Krise 28
2.4.4 Das Krisenverlaufsmodell von Klenk 31
2.4.5 Struktur und Dynamik publizistischer Krisen 34
3. Krise und Kommunikation: Handeln in Ausnahmesituationen 37
3.1 Krisenkommunikation als elementarer Bestandteil von PR 37
3.2 Abgrenzung zur Krisenprävention und Risikokommunikation 41
3.2.1 Risikokommunikation 41
3.2.2 Krisenprävention 42
3.3 Erfolgsfaktoren der Krisenkommunikation 43
4. Die Rolle der Medien 47
4.1 Öffentlichkeit als Hintergrund öffentlicher Meinung 47
4.2 Öffentliche Meinung 48
4.3 Massenmedien als Gestalter der öffentlichen Meinung 49
4.4 Medienrealität nach Mathes 55
4.5 Verhältnis Medien – PR: Wer beinflusst wen? 60
4.6 Folgerungen zum Medienverhalten in Krisen 64
5. Erfolgreiche Medienarbeit in Krisenzeiten 65
5.1 Konzept der Krisenkommunikation 65
5.1.1 Strategie 66
5.1.2 Instrumente 68
5.1.3 Infrastruktur 70
5.1.4 Taktik 71
5.1.5 Ziele 71
5.2 Eckpunkte der Medienarbeit in Krisenzeiten 72
5.3 Forschungsfragen 74
6. Die Deutsche Bahn AG 76
6.1 Das Unternehmen 76
6.2 Kontextvariablen der DB AG 78
6.2.1 Politik und Wettbewerb 78
6.2.2 Organisation und Behördentum 78
6.2.3 Öffentlichkeit 80
6.3 Rahmenbedingungen der Unternehmenskommunikation 84
6.4 Rahmenbedingungen der Krisenkommunikation 86
7. Die Unglücke in Eschede und Brühl 91
7.1 Chronologie der Ereignisse 91
7.1.1 Chronolgie Eschede 91
7.1.2 Chronologie Brühl 94
7.1.3 Gemeinsamkeiten der Unglücke 96
7.2 Phasen der publizistischen Krisen 97
7.2.1 Phasen der Berichterstattung (Eschede) 97
7.2.2 Phasen der Berichterstattung (Brühl) 102
8. Durchführung der Untersuchung 107
8.1 Anlage der Untersuchung 107
8.1.1 Untersuchungszeitraum und Medienauswahl 108
8.1.2 Operationalisierung des Kategoriensystems 109
8.1.3 Beschreibung der Kategorien 110
8.1.3.1 Beitragsebene 110
8.1.3.2 Aussageträger-Ebene 110
8.1.3.3 Ebene der Kommunikations- bzw. Bewertungsobjekte (KO/BO) 112
8.1.3.4 Bewertungsebene 114
8.2 Die Auswertung 117
8.2.1 Formale Merkmale des untersuchten Materials 118
8.2.2 Ergebnisse der inhaltlichen Untersuchung 126
8.2.2.1 Akteure der Berichterstattung allgemein 126
8.2.2.2 Aussageträger der DB AG 130
8.2.2.3 Themen und Kommunikationsobjekte der Aussageträger 132
8.2.2.4 Auswertung der Kommunikations- und Bewertungsobjekte 137
8.2.2.5 Bewertungen der DB AG in den Medien 147
8.3 Interpretation 158
8.3.1 Rückschlüsse auf die Forschungsfragen 158
8.3.1.1 Forschungsfrage I 158
8.3.1.2 Forschungsfrage II 160
8.3.1.3 Forschungsfrage III 161
8.3.1.4 Forschungsfrage IV 162
8.3.2 Zusammenfassung 165
8.3.2.1 Beurteilung der untersuchten Medien 165
8.3.2.2 Beurteilung Krisenkommunikation der DB AG 166
9. Schlussbemerkungen 170
10. Abkürzungsverzeichnis 172
11. Literaturverzeichnis 173
Eidesstattliche Erklärung 184
Anhänge

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Voraussetzungen für effektives Agieren in der akuten Krisensituation müssen vor dem Eintritt der Krise geschaffen werden: „Erfolgreiche Krisenkommunikation hat somit als eine Grundvoraussetzung, daß das Unternehmen vorbereitet ist, sowohl in konzeptionell-strategischer Hinsicht als auch in organisatorisch-personeller Hinsicht.“103 Dies ist nicht zu verwechseln mit Krisenprävention. Hier geht es nicht um Maßnahmen zur Verhinderung einer Krise, sondern um Maßnahmen, eine eingetretene Krise möglichst erfolgreich zu bewältigen. Scherler formuliert Erfolgsfaktoren der Krisenkommunikation, die Voraussetzungen für effiziente Krisenkommunikation bieten. Werden diese Faktoren berücksichtigt und der Arbeit in der Krise zugrunde gelegt, sind die entscheidenden Voraussetzungen für eine effiziente Krisenbewältigung gegeben. Kommunikationshaltung in der Krise104 • Personale Kommunikation: In Krisensituationen hilft der persönliche Kontakt zu den Medien und den anderen Bezugsgruppen. [...]

befindet sich das Unternehmen in der akuten Krisenphase. Weil in vielen Fällen die publizistische Krise „auf dem Fuße“ folgt, steigt die Bedeutung der Krisenkommunikation in dieser Situation immens. Roselieb geht davon aus, dass das Management zur Bewältigung einer Krise repulsiv angelegt ist, dass Unternehmen also eher auf Ereignisse reagieren, als selbst welche zu schaffen. Ziel ist die rasche Überwindung der Krisensituation.100 Maßnahmen zur akuten Krisenbewältigung sollten bereits in der potentiellen Krisenphase vorbereitet worden sein. Grundsatz sämtlicher Kommunikationsaktivitäten im Rahmen der Krisenbewältigung ist eine „offene Informationspolitik“.101 Die Nach-Krisenphase dient gemäß Roselieb der „Regeneration“102, de facto geht sie allerdings in die potentielle Krisenphase über und ist somit Aufgabenfeld überarbeiteter, verbesserter Risikokommunikation. [...]

Unternehmen stehen also in der Pflicht, Risiken kalkulierbar zu machen, es ist ihre Aufgabe, Gefahrenpotentiale, die sich für ein Unternehmen und dessen Bezugsgruppen zu Krisen ausweiten könnten, aufzudecken. Solche Gefahrenpotentiale sind tatsächliche Risiken unternehmensinterner Natur, wie z.B. neue Technologien, Schwächen in Sicherheitssystemen, Entsorgungsschwierigkeiten von umweltbelastendem Material oder bevorstehende Mitarbeiterentlassungen. Aber auch externe Risiken können für ein Unternehmen zur Bedrohung heranwachsen, z.B. durch die „risikosensibilisierten“ Teilöffentlichkeiten selbst, wenn diese z.B. Widerstand gegen die Firmenpolitik organisieren oder ein Firmenprodukt durch Proteste dieser Teilöffentlichkeiten seine Akzeptanz auf dem Markt verliert. Risikokommunikation muss 1, Instrumente entwickeln, diese Risiken zu erkennen97 und 2, die Existenz dieser Risiken den Teilöffentlichkeiten des Unternehmens kommunizieren und – im Idealfall – in Zusammenarbeit mit diesen und unter Einbeziehung derer Ansprüche Lösungen entwickeln. Im Bezug auf die Krise dient Risikokommunikation der Krisenerkennung. Potentielle Krisenbereiche werden in dieser Phase antizipiert, also in ihren möglichen Auswirkungen abgeschätzt und es werden Maßnahmen entwickelt diesen Bereichen das Krisenpotential zu nehmen.98 [...]

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Arbeit zitieren:
Mühlberger, Hans September 2000: Krisenkommunikation: PR und Medienarbeit in Ausnahmesituationen, Hamburg: Diplomica Verlag

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