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Die Krise des japanischen Bankensystems und Möglichkeiten seiner Sicherung

Die Krise des japanischen Bankensystems und Möglichkeiten seiner Sicherung
Über dieses Buch
  • Art: Seminararbeit
  • Autor: Steffi Kulessa
  • Abgabedatum: Mai 1999
  • Umfang: 43 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1678-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1678-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1678-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kulessa, Steffi Mai 1999: Die Krise des japanischen Bankensystems und Möglichkeiten seiner Sicherung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bankensystem, Ostasien, Krise, Reform, Einlagensicherung

Seminararbeit von Steffi Kulessa

Einleitung:

Die Bankenkrise in Japan beschäftigt die Finanzmärkte nunmehr seit einigen Jahren. Erstmalig in der japanischen Nachkriegszeit brachen eine Reihe von Finanzinstituten zusammen, zahlreiche weitere Institute gelten als insolvent und auch die großen Banken weisen Verluste aus. Auch im Ausland wird seit Zuspitzung der Krise befürchtet, daß japanische Finanzinstitute ihre umfangreichen internationalen Kapitalanlagen abziehen, um ihre Liquidität aufrechtzuerhalten, was unter Umständen globale Auswirkungen annehmen könnte.

Nachdem lange Zeit das Ausmaß der Krise lediglich geschätzt werden konnte, beläuft sich gemäß den neuesten Angaben des Finanzministeriums der Umfang der gefährdeten Kredite auf fast 40 Billionen Yen (1,1 Bio DM). Diese Zahl ist jedoch umstritten, da die Zuordnung zu den verschiedenen Gefährdungskategorien international nicht vergleichbar ist.

Vor dem Hintergrund der bisher größten Krise des japanischen Finanzsystems seit 1950 beschäftigt sich seit einiger Zeit auch die japanische Regierung mit diesem Problem. Unter ihrer Leitung finden derzeit zahlreiche Reformen statt, die zu einer vollständigen Liberalisierung und Umgestaltung führen sollen. Das nach dem Vorbild der britischen Regierung von 1986 zusammengestellte Maßnahmenpaket zum "Financial Big Bang" soll die Wettbewerbsfähigkeit und das Vertrauen in die japanischen Finanzmärkte wiederherstellen. Neben diesen umfangreichen Maßnahmen wurden Reformen der Kontrollorgane der Bankenaufsicht, des Einlagensicherungssystems sowie wirtschaftspolitischen Maßnahmen eingeleitet, die zum einen eine Ausdehnung der Krise verhindern, aber auch langfristig das System stabilisieren sollen.

Die Frage ist nun, inwieweit diese Maßnahmen geeignet sind, diese Ziele zu erreichen. Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig zu wissen wo die Ursachen der Krise liegen, ob es sich um eine systemimmanente oder eine extern importierte Krise handelt.

Gang der Untersuchung:

Diese Problematik soll in der folgenden Arbeit erörtert werden. Um die Hintergründe zu verstehen werde ich deshalb zunächst die Grundstrukturen des japanischen Bankenwesens darstellen. Anschließend werde ich den wesentlichen Hergang der Bankenkrise und dessen Hintergründe vorstellen. Um schließlich geeignete Maßnahmen zur Lösung der Krise zu finden, ist es notwendig zu untersuchen, welche Ereignisse als eigentliche Ursachen der Krise oder nur als Auslöser, Symptome oder Wirkungen zu betrachten sind.

Darauf aufbauend werde ich die bisherigen Maßnahmen zur Stabilisierung des japanischen Finanzsystems anprechen und die wichtigsten Reformansätze diskutieren. Dabei sollen sowohl wirtschaftspolitische Maßnahmen zur unmittelbaren Stabilisierung des Finanzsystems als auch die langfristig orientierten Maßnahmen sowie Reformen des Bankenaufsichts- und Sicherungssytems betrachtet werden. Im Mittelpunkt der letzteren stehen dabei die Einlagensicherung sowie die Bankenregulierung. Dabei wird gezeigt, daß ein Sicherungssystem zu Instabilität führen kann, wenn es keine Anreizmechanismen enthält, die einem risikoreichen Verhalten entgegenwirken. Anhand dieses Mechanismus soll untersucht werden, welche Ansprüche an ein effizientes Sicherungssystem gestellt werden müssen und ob die japanische Reformmaßnahmen diesen Anforderungen genügen.

Abschließend werde ich nach einer kurzen Zusammenfassung einen Einblick in die gegenwärtige Lage des Bankensystems sowie eine Einschätzung weiterer Entwicklungen geben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Das japanische Bankensystem in der Krise - Hintergründe und Entwicklungen 5
2.1 Struktur des japanischen Bankensektors 5
2.2 Veränderungen im Bankensektor 7
2.2.1 Liberalisierungen der Finanzmärkte 7
2.2.2 Wirkungen der Bubble Economy 9
2.3 Ursachen der Bankenkrise 10
3. Die Sicherung des japanischen Finanzsystems 13
3.1 Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Behebung der Bankenkrise 13
3.1.1 Monetäre Instrumente 13
3.1.2 Maßnahmen zur Stabilisierung der Aktien- und Immobilienwerte 14
3.1.3 Steuerliche Maßnahmen 16
3.1.4 Konjunkturpolitische Maßnahmen 17
3.1.5 Gesetze zur finanziellen Wiederbelebung 17
3.2 Reformbedarf des Finanzsektors 19
3.2.1 Reformen bezüglich Transparenz und staatlicher Bankenaufsicht 19
3.2.2 Die Reformen der Einlagensicherung 21
4. Ausblick 24
5. Literaturverzeichnis 27
6. Anhang 31

Automatisiert erstellter Textauszug:

Da eine rege Wirtschaftstätigkeit auch den Umsatz der Banken erhöht und die Börse belebt, hat die japanische Regierung seit 1992 acht Konjunkturprogramme aufgelegt, das letzte ist im April 1998 verabschiedet worden. Diese Programme umfassen ein Gesamtvolumen von etwa 1.2006 Mrd. DM. Das letzte Konjukturprogramm umfaßte ca. 220 Mrd. DM. Dabei sollten etwa 55 Mrd. DM zur Steuer- und Abgabensenkungen verwendet werden und damit direkt die Binnennachfrage stü tzen. Diese war zuletzt aufgrund von der derzeitigen Rekordarbeitslosigkeit sowie auch Gehaltskürzungen und dem Schwund sonstiger Einnahmen aus Termingeschäften deutlich zurückgegangen. 52 Das hohe Wirtschaftswachstum Ende der 80er Jahre wird mit der heutigen Deflation bezahlt. Ein geringeres BIP wirkt seinerseits wieder dämpfend auf die Vermögenswerte. Die hieraus entstehen- [...]

gierten zunächst noch zögerlich. Obwohl eine zügige Abschreibung ihre Finanzkraft für die Zukunft gesteigert hätte, galt es als Tabu, Verluste auszuweisen. Die ses wurde als erstes von der Sumitomo Bank durchbrochen, die Anfang 1995 800 Mrd. Yen abgeschrieben hat.47 Mittlerweile sind andere Banken gefolgt.48 Unter der Begründung, daß der Markt die bisherige Bilanzverschlei e rung nicht länger annimmt fordert inzwischen auch die Komission für Rehabilitation und Bankensanierung (FRC) ausdrücklich eine Erhöhung der Kreditwertberichtigungen. 49 Ein viel diskutiertes Thema zur Belebung des Immobillenmarktes ist die Senkung der Grundsteuern, die sich in Japan in Grundbesitz, -verkauf und erwerbsteuern unterteilen lassen. Die LDP spricht sich dabei für eine Senkung bzw. Aussetzung der Grundbesitzsteuer aus, um den Kauf von Grundstücken langfristig attraktiver zu machen. Gleiches wird für die Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Grundvermögen diskutiert. Beide Steuern waren erst 1991 und 1992 mit Verspätung eingeführt bzw. erhöht worden, um die Immobilienspekulation einzudämmen. Auch wenn diesem Thema große Bedeutung beigemessen wird und die den Ministerpräsidenten beratende Steue rkommission den Vorschlag unterstützt, kann von dieser Maßnahme wohl nur eine Signalwirkung ausgehen. Der Effekt dürfte aber gering sein, denn nur ein kleiner Teil der Grundbesitzer ist wegen der hohen Freibeträge steuerpflichtig. 50 Entscheidend für die Nachfrage sind letztendlich die Zukunftserwartungen der Wirtschaftssubjekte. Solange diese pessimistisch sind, dürften auch Steueränderungen keine Belebung herbeiführen. Wegen der Verzögerungen, die mit steuerpolitischen Maßnahmen einhergehen, würde eine derartige Lenkungsfunktion der Steuern, bei deren Wirksamkeit, ohnehin prozyklisch wirken und damit die Instabilitäten noch verstärken.51 [...]

mit einem neuerlichen Kredit, den jeweils die Bank gewährte, die ihre notleidenden Kredite verkaufen wollte. Durch diesen Vorgang der teilweisen Abschreibung verschwanden auch die Problemkredite aus den Bilanzen. Theoretisch hat die Auffanggesellschaft zwar die Möglichkeit, die zugehörigen Immobilien zu verkaufen, was aber wegen der geringen Nachfrage kaum der Fall war.43 Die Wahrscheinlichkeit, daß die Kredite getilgt werden, ist jedoch gering. Bis Ende 1994 waren nur 3,4% des Übernahmewertes erwirtschaftet worden. Das liegt jedoch auch daran, daß der Verkaufswert durch den ständigen Wertverlust im Immobilienbereich so weit gesunken ist, daß die potentiellen Verkäufer nicht bereit oder nicht in der Lage sind, die sich ergebenden Verluste zu tragen. Deshalb entschloß sich die Regierung, durch eigene Immobilienkäufe die Preise zu stabilisieren. Im März 1994 wurde zu diesem Zweck eine staatliche Institution zum Ankauf von Grundstükken gegründet. Die Organization for Promoting Urban Development (OPUD) konnte mit einem Etat von 500 Mrd. Yen ca. 1% der ihr eingegangenen Verkaufsangebote annehmen. Der A nkaufspreis durch die OPUD richtete sich nach dem veröffentlichten Preis, einem dem Marktpreis relativ nahen Preis. Aber auch hier haben viele potentielle Verkäufer ihre Angebote wieder zurückgezogen, weil die Verluste zu groß ausgefallen wären.44 Zwar sind die angeführten Maßnahmen marktkonform, weil sie den Preismechanismus intakt la ssen. Sie spielen jedoch auf Zeit und vertrauen darauf, daß sich das Problem lösen wird, sobald sich die Vermögenswerte erholen werden. Die fünf Jahre, die die Regierung zur Lösung des Problems einkalkuliert hatte, sind nun bereits vergangen und es bleibt fraglich, ob sich die Immobilienwerte überhaupt in naher Zukunft erholen werden. Noch sind die Landpreise in Japan im Vergleich zu anderen Industrieländern relativ hoch. Da es sowohl in wirtschaftlicher als auch sozialer Hinsicht langfristig durchaus wünschenswert sein kann, Immobilienpreise auf einem niedrigeren Niveau zu halten, stellt sich die Frage der Legitimität der Verwendung öffentlicher Gelder zur Stützung von Immobilienpreisen. 45 3.1.3 Steuerliche Maßnahmen [...]

Arbeit zitieren:
Kulessa, Steffi Mai 1999: Die Krise des japanischen Bankensystems und Möglichkeiten seiner Sicherung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bankensystem, Ostasien, Krise, Reform, Einlagensicherung

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