Kriminalpädagogik im Jugendalter
Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jana Buhrmester
- Abgabedatum: Oktober 2006
- Umfang: 123 Seiten
- Dateigröße: 506,0 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bielefeld - University of Applied Sciences Deutschland
- Originaltitel: Die kriminalpädagogischen Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit. Die Jugendgerichtshilfe, die Bewährungshilfe, soziale Arbeit in der Jugendstrafanstalt
- Bibliografie: ca. 41
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0435-2
- ISBN (CD) :978-3-8366-0435-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Buhrmester, Jana Oktober 2006: Kriminalpädagogik im Jugendalter, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Jugendkriminalität, Jugendarbeit, Kriminalpädagogik, Jugend, Erziehung
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Diplomarbeit von Jana Buhrmester
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn der Arbeit beschäftige ich mich mit verschiedenen kriminologischen Theorien und Ansätzen. Da ich mich in meiner Diplomarbeit auf die kriminalpädagogischen Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit spezialisieren werde, möchte ich nur einen ausgewählten Einblick über die möglichen Hintergründe abweichenden Verhaltens in Form von kriminellen Handlungen geben. Mir ist jodoch bewusst, dass über die im III. Kapitel unter Punkt 1 – 4 dargestellten biologischen, psychologischen, sozialstrukturellen und multifaktoriellen Kriminalitätstheorien und Ansätze heraus weitere interessante wissenschaftliche Erkenntnisse existieren.
Nach der theoretischen Einführung, widme ich mich im IV. Kapitel den Thema Jugendalter und Kriminalität. Mir ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, unter Punkt 1 einen zwar knappen aber wesentlichen Einblick in die Persönlichkeitsentwicklung des Jugendlichen zu liefern. Darüber hinaus werde ich anhand der ´Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes NRW aus dem Jahr 2oo5` und der ´Statistik über Jugendkriminalität und Jugendgefährdung in NRW aus dem Jahr 2oo4` das Hell- und Dunkelfeld der Jugendkriminalität über die letzten Jahre und verschiedene Deliktschwerpunkte, namentlich ´Bagatelldelikte`, Eigentumsdelikte, Gewaltdelikte sowie Drogen und Kriminalität darstellen.
Bevor ich auf die Aufgabenfeldern der kriminalpädagogischen Jugendsozialarbeit eingehen werde, werde ich im V. Kapitel zunächst die Angebote und Aufgaben des Jugendamtes beschreiben. Die unterschiedlichen Bereiche der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit und damit die verschiedenen Hilfen zur Erziehung, die im Achten Sozialgesetzbuch (Kinder- und Jugendhilfegesetz) normiert sind, stellen wesentliche sozialpädagogische Handlungsmöglichkeiten dar, das Kindeswohl und die Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person zu gewährleisten.
Das VI. Kapitel befasst sich mit dem ersten von drei Aufgabenfeldern der kriminalpädagogischen Jugendsozialarbeit, der Jugendgerichtshilfe. Unter Punkt 1 und 2 werden die nötige berufliche Qualifizierung und relevante rechtliche Grundlagen erläutert. Unter Punkt 3 und 4 werde ich die öffentlichen und freien Träger sowie die „Auftraggeber“ in Form von Jugendstaatsanwaltschaft und Jugendgericht darstellen, um einen organisatorischen Einblick zu vermitteln. Durch die Beschreibung des Erstgesprächs mit dem jugendlichen oder heranwachsenden Straftäter möchte ich in die praktische Arbeit der Jugendgerichtshilfe einführen. Ab Punkt 6 werde ich die ´Hauptaufgaben` darstellen. Sie umfassen die Durchführung von Diversionsverfahren, die Erstellung von Jugendgerichtshilfeberichten, die Anwesenheit in der Hauptverhandlung und die Aufsicht von Weisungen und Auflagen, die der Richter im Falle einer Verurteilung anordnet. Auf den Jugendgerichtshilfebericht werde ich näher eingehen, indem ich die Persönlichkeitserforschung aufgrund der erzieherischen, sozialen und sozialpädagogischen Gesichtspunkte, die unterschiedlichen Informationsquellen und den anschließenden Maßnahmenvorschlag erläutere.
In Kapitel VII werde ich mich mit dem Aufgabenfeld der Bewährungshilfe beschäftigen und zunächst die benötigte berufliche Qualifikation sowie wesentliche rechtliche und organisatorische Grundlagen darstellen. Anschließend werde ich die möglichen Voraussetzungen eines Bewährungsbeschlusses erläutern, um den fachlichen Einstieg in die Bewährungshilfe zu erleichtern. Unter Punkt 4 werde ich den hauptamtlichen vom ehrenamtlichen Bewährungshelfer unterscheiden. Durch die Beschreibung des (Erst-) Kontaktes und die unterschiedlichen möglichen Informationsquellen möchte ich in die ´Hauptarbeit` der Bewährungshilfe einsteigen - die Zusammenarbeit mit dem jugendlichen Straftäter. Sie umfasst Aufgaben der Hilfe und Betreuung als auch der Kontrolle und Überwachung, die ich unter Punkt 7 darstellen werde. Die Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Stelle, die durch die Berichterstellung gewährleistet wird und jeweilige Erkenntnisse aus den beiden Bereichen der Hilfe und Kontrolle beinhaltet, werde ich unter Punkt 8 erläutern. Nachdem die Bewährungszeit abgelaufen ist, gibt es die Möglichkeit der Nachbetreuung für den jugendlichen oder heranwachsenden Straftäter, bei der er sich bei Problemen an den Bewährungshelfer wenden kann. Die Nachbetreuung wird unter Punkt 9 dargestellt.
Die Sozialen Arbeit in der Jugendstrafanstalt ist Bestandteil des VIII. Kapitels. Ich werde unter Punkt 1 und 2 zunächst auf Aspekte der Qualifikation und der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen, wie die Dienst- und Fachaufsicht und die gesetzliche Aufgabenstellung nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) eingehen. Unter Punkt 3 stelle ich den ausübenden Vollzugshelfer dar, der sich in hauptamtliche und ehrenamtliche Vollzugshelfer aufteilt. Die ´Hauptaufgaben` werden ab Punkt 4 aufgegriffen. Sie umfassen die Hilfe bei der Aufnahme, während des Vollzugs und zur Entlassung. Die unterschiedlichen Hilfen werden durch Methoden der Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe gestaltet. Beispielhaft werden unter Punkt 5 das Soziale Training, die Schuldnerberatung, Suchtberatung und Familienberatung dargestellt.
Abschließen werde ich diese arbeit mit einem Vergleich der drei kriminalpädagogischen Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit. Dazu habe ich Gespräche mit Vertretern aller drei Berufsgruppen geführt, bei denen ich die Methode des ero – epischen Gesprächs angewandt habe.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Vorwort | 1 |
| II. | Einleitung | 2 |
| III. | Kriminologische Theorien und Ansätze | 5 |
| 1. | Biologische Kriminalitätstheorien | 5 |
| 1.1 | Zwillingsforschung | 5 |
| 1.2 | Adoptionsforschung | 6 |
| 2. | Psychologische Kriminalitätstheorien | 6 |
| 2.1 | Lerntheorien | 6 |
| 2.2 | Tiefenpsychologisch fundierte Theorien | 7 |
| 3. | Sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien | 9 |
| 3.1 | Anomietheorie | 9 |
| 3.2 | Labeling Approach | 10 |
| 4. | Multifaktorielle Ansätze | 11 |
| IV. | Jugendalter und Kriminalität | 13 |
| 1. | Entdeckung und Verständnis von Jugend | 13 |
| 2. | Jugendkriminalität im Dunkelfeld | 15 |
| 3. | Registrierte Jugendkriminalität | 16 |
| 3.1 | Vorkommen und Entwicklung von Jugendkriminalität | 16 |
| 3.2 | Deliktschwerpunkte der Jugendkriminalität | 18 |
| 3.2.1 | ’Bagatelldelikte’ | 18 |
| 3.2.2 | Eigentumsdelikte | 19 |
| 3.2.3 | Gewaltdelikte | 21 |
| 3.2.4 | Drogen und Kriminalität | 22 |
| V. | Angebote und Aufgaben des Jugendamtes | 24 |
| 1. | Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) | 24 |
| 2. | Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) | 25 |
| 3. | Hilfen zur Erziehung (§§ 28 – 35 SGB VIII) | 26 |
| VI. | Die Jugendgerichtshilfe | 33 |
| 1. | Die Qualifikation | 33 |
| 2. | Die rechtlichen Grundlagen | 33 |
| 2.1 | Die Mitwirkung in Verfahren nach dem JGG gemäß § 2 Abs. 3 Nr. 8 SGB VIII | 34 |
| 2.2 | Die Jugendgerichtshilfe gemäß § 38 JGG | 34 |
| 3. | Die Träger der Jugendgerichtshilfe gemäß § 3 Abs. 3 SGB VIII | 35 |
| 3.1 | Das Jugendamt | 35 |
| 3.2 | Die freien Träger der Jugendgerichtshilfe | 37 |
| 4. | Der „Auftraggeber“ | 38 |
| 4.1 | Die Jugendstaatsanwaltschaft | 38 |
| 4.2 | Das Jugendgericht | 39 |
| 5. | Der Erstkontakt mit dem jugendlichen Straftatverdächtigen | 40 |
| 6. | Die Diversion gemäß §§ 45, 47 JGG | 43 |
| 7. | Der Jugendgerichtshilfebericht (§ 38 Abs. 2 Satz 1,2 JGG) | 45 |
| 7.1 | Die Persönlichkeitserforschung | 46 |
| 7.1.1 | Erzieherische Gesichtspunkte | 46 |
| 7.1.2 | Soziale Gesichtspunkte | 47 |
| 7.1.3 | Sozialpädagogische Gesichtspunkte | 47 |
| 7.2. | Die Informationsquellen der Jugendgerichtshilfe | 48 |
| 7.3 | Der Maßnahmenvorschlag | 49 |
| 7.3.1 | Die Erziehungsmaßregeln gemäß § 9 JGG | 49 |
| Weisungen (§ 10 JGG) | 50 | |
| Hilfe zur Erziehung als Erziehungsbeistandschaft (§ 12 Nr. 1 JGG) | 53 | |
| Hilfe zur Erziehung in einer betreuten Wohnform (§ 12 Nr. 2 JGG) | 54 | |
| 7.3.2 | Die Zuchtmittel gemäß § 13 JGG | 54 |
| Verwarnung (§ 14 JGG) | 55 | |
| Auflagen (§ 15 JGG) | 55 | |
| Jugendarrest (§ 16 JGG) | 57 | |
| 7.3.3 | Die Jugendstrafe gemäß §§ 17, 18 JGG | 58 |
| 8. | Die Anwesenheit in der Hauptverhandlung (§50 Abs. 3 JGG) | 60 |
| 9. | Die Aufsicht gemäß § 38 Abs. 2 Satz 5 ff. JGG | 61 |
| VII. | Die Bewährungshilfe | 63 |
| 1. | Die Qualifikation | 63 |
| 2. | Die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen | 64 |
| 2.1 | Die Bewährungshilfe gemäß § 24 JGG | 64 |
| 2.2 | Die Dienst- und Fachaufsicht | 65 |
| 3. | Der Bewährungsbeschluss | 65 |
| 3.1 | Primäre Strafaussetzung zur Bewährung gemäß §§ 21, 57 JGG | 66 |
| 3.2 | Strafaussetzung der Restjugendstrafe gemäß § 88 Abs. 1 – 3 JGG | 68 |
| 4. | Der ausübende Bewährungshelfer | 69 |
| 4.1 | Der hauptamtliche Bewährungshelfer | 69 |
| 4.2 | Der ehrenamtliche Bewährungshelfer | 69 |
| 5. | Der (Erst-) Kontakt mit dem jugendlichen Straftäter | 70 |
| 6. | Die Zusammenarbeit mit dem jugendlichen Straftäter | 74 |
| 6.1 | Hilfe und Betreuung gemäß § 24 Abs. 3 Satz 1, 3 JGG | 74 |
| 6.2 | Kontrolle und Überwachung gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 JGG | 77 |
| 7. | Die Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Stelle | 78 |
| 7.1 | Die Berichtspflicht | 78 |
| 7.1.1 | Der Berichtsinhalt | 78 |
| 7.1.2 | Die Berichtsart | 80 |
| 8. | Die Informationsquellen des Bewährungshelfers | 81 |
| 9. | Nachbetreuung | 82 |
| VIII. | Die Soziale Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 83 |
| 1. | Die Qualifikation | 83 |
| 2. | Die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen | 84 |
| 2.1 | Die Dienst- und Fachaufsicht | 84 |
| 2.2 | Die Aufgabe des Jugendstrafvollzugs gemäß § 91 JGG | 84 |
| 3. | Der ausübende Vollzugshelfer | 85 |
| 3.1 | Der Sozialpädagoge | 85 |
| 3.2 | Der ehrenamtliche Vollzugshelfer | 86 |
| 4. | Die Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 87 |
| 4.1 | Die Mitwirkung bei der Behandlungsuntersuchung gemäß Nr. 2 VVJug | 88 |
| Der Vollzugsplan gemäß Nr. 3 VVJug | 88 | |
| 4.2 | Die Hilfe bei der Aufnahme gemäß Nr. 63 VVJug | 89 |
| 4.3 | Die Hilfe während des Vollzugs gemäß Nr. 64 VVJug | 90 |
| 4.4 | Die Hilfe zur Entlassung gemäß Nr. 65 VVJug | 92 |
| 5. | Die Angebote der Sozialen Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 93 |
| 5.1 | Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe | 93 |
| 5.1.1 | Soziales Training | 94 |
| 5.1.2 | Schuldnerberatung | 95 |
| 5.1.3 | Suchtberatung | 96 |
| 5.1.4 | Familienberatung | 97 |
| IX. | Vergleich der kriminalpädagogischen Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit | 98 |
| 1. | Gemeinsamkeiten | 99 |
| Die Klientel | 99 | |
| Das doppelte Mandat | 100 | |
| 2. | Unterschiede | 101 |
| Die Betreuungsintensität | 101 | |
| 3. | Individuelle Problematiken | 102 |
| X. | Schlusswort | 104 |
| Anhang | ||
| 1. | Jugendgerichtshilfebericht | 105 |
| 2. | Erhebungsbogen | 108 |
| 3. | Vollzugsplan gem. §§ 6 und 7 StVollzG bzw. Nr. 2 und 3 VVJug (Behandlungsuntersuchung/ Persönlichkeitserforschung und Vollzugsplan) | 110 |
| Literaturverzeichnis | 113 | |
| Erklärung | 119 |
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Vorwort | 1 |
| II. | Einleitung | 2 |
| III. | Kriminologische Theorien und Ansätze | 5 |
| 1. | Biologische Kriminalitätstheorien | 5 |
| 1.1 | Zwillingsforschung | 5 |
| 1.2 | Adoptionsforschung | 6 |
| 2. | Psychologische Kriminalitätstheorien | 6 |
| 2.1 | Lerntheorien | 6 |
| 2.2 | Tiefenpsychologisch fundierte Theorien | 7 |
| 3. | Sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien | 9 |
| 3.1 | Anomietheorie | 9 |
| 3.2 | Labeling Approach | 10 |
| 4. | Multifaktorielle Ansätze | 11 |
| IV. | Jugendalter und Kriminalität | 13 |
| 1. | Entdeckung und Verständnis von Jugend | 13 |
| 2. | Jugendkriminalität im Dunkelfeld | 15 |
| 3. | Registrierte Jugendkriminalität | 16 |
| 3.1 | Vorkommen und Entwicklung von Jugendkriminalität | 16 |
| 3.2 | Deliktschwerpunkte der Jugendkriminalität | 18 |
| 3.2.1 | ’Bagatelldelikte’ | 18 |
| 3.2.2 | Eigentumsdelikte | 19 |
| 3.2.3 | Gewaltdelikte | 21 |
| 3.2.4 | Drogen und Kriminalität | 22 |
| V. | Angebote und Aufgaben des Jugendamtes | 24 |
| 1. | Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) | 24 |
| 2. | Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) | 25 |
| 3. | Hilfen zur Erziehung (§§ 28 – 35 SGB VIII) | 26 |
| VI. | Die Jugendgerichtshilfe | 33 |
| 1. | Die Qualifikation | 33 |
| 2. | Die rechtlichen Grundlagen | 33 |
| 2.1 | Die Mitwirkung in Verfahren nach dem JGG gemäß § 2 Abs. 3 Nr. 8 SGB VIII | 34 |
| 2.2 | Die Jugendgerichtshilfe gemäß § 38 JGG | 34 |
| 3. | Die Träger der Jugendgerichtshilfe gemäß § 3 Abs. 3 SGB VIII | 35 |
| 3.1 | Das Jugendamt | 35 |
| 3.2 | Die freien Träger der Jugendgerichtshilfe | 37 |
| 4. | Der „Auftraggeber“ | 38 |
| 4.1 | Die Jugendstaatsanwaltschaft | 38 |
| 4.2 | Das Jugendgericht | 39 |
| 5. | Der Erstkontakt mit dem jugendlichen Straftatverdächtigen | 40 |
| 6. | Die Diversion gemäß §§ 45, 47 JGG | 43 |
| 7. | Der Jugendgerichtshilfebericht (§ 38 Abs. 2 Satz 1,2 JGG) | 45 |
| 7.1 | Die Persönlichkeitserforschung | 46 |
| 7.1.1 | Erzieherische Gesichtspunkte | 46 |
| 7.1.2 | Soziale Gesichtspunkte | 47 |
| 7.1.3 | Sozialpädagogische Gesichtspunkte | 47 |
| 7.2. | Die Informationsquellen der Jugendgerichtshilfe | 48 |
| 7.3 | Der Maßnahmenvorschlag | 49 |
| 7.3.1 | Die Erziehungsmaßregeln gemäß § 9 JGG | 49 |
| Weisungen (§ 10 JGG) | 50 | |
| Hilfe zur Erziehung als Erziehungsbeistandschaft (§ 12 Nr. 1 JGG) | 53 | |
| Hilfe zur Erziehung in einer betreuten Wohnform (§ 12 Nr. 2 JGG) | 54 | |
| 7.3.2 | Die Zuchtmittel gemäß § 13 JGG | 54 |
| Verwarnung (§ 14 JGG) | 55 | |
| Auflagen (§ 15 JGG) | 55 | |
| Jugendarrest (§ 16 JGG) | 57 | |
| 7.3.3 | Die Jugendstrafe gemäß §§ 17, 18 JGG | 58 |
| 8. | Die Anwesenheit in der Hauptverhandlung (§50 Abs. 3 JGG) | 60 |
| 9. | Die Aufsicht gemäß § 38 Abs. 2 Satz 5 ff. JGG | 61 |
| VII. | Die Bewährungshilfe | 63 |
| 1. | Die Qualifikation | 63 |
| 2. | Die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen | 64 |
| 2.1 | Die Bewährungshilfe gemäß § 24 JGG | 64 |
| 2.2 | Die Dienst- und Fachaufsicht | 65 |
| 3. | Der Bewährungsbeschluss | 65 |
| 3.1 | Primäre Strafaussetzung zur Bewährung gemäß §§ 21, 57 JGG | 66 |
| 3.2 | Strafaussetzung der Restjugendstrafe gemäß § 88 Abs. 1 – 3 JGG | 68 |
| 4. | Der ausübende Bewährungshelfer | 69 |
| 4.1 | Der hauptamtliche Bewährungshelfer | 69 |
| 4.2 | Der ehrenamtliche Bewährungshelfer | 69 |
| 5. | Der (Erst-) Kontakt mit dem jugendlichen Straftäter | 70 |
| 6. | Die Zusammenarbeit mit dem jugendlichen Straftäter | 74 |
| 6.1 | Hilfe und Betreuung gemäß § 24 Abs. 3 Satz 1, 3 JGG | 74 |
| 6.2 | Kontrolle und Überwachung gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 JGG | 77 |
| 7. | Die Zusammenarbeit mit der auftraggebenden Stelle | 78 |
| 7.1 | Die Berichtspflicht | 78 |
| 7.1.1 | Der Berichtsinhalt | 78 |
| 7.1.2 | Die Berichtsart | 80 |
| 8. | Die Informationsquellen des Bewährungshelfers | 81 |
| 9. | Nachbetreuung | 82 |
| VIII. | Die Soziale Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 83 |
| 1. | Die Qualifikation | 83 |
| 2. | Die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen | 84 |
| 2.1 | Die Dienst- und Fachaufsicht | 84 |
| 2.2 | Die Aufgabe des Jugendstrafvollzugs gemäß § 91 JGG | 84 |
| 3. | Der ausübende Vollzugshelfer | 85 |
| 3.1 | Der Sozialpädagoge | 85 |
| 3.2 | Der ehrenamtliche Vollzugshelfer | 86 |
| 4. | Die Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 87 |
| 4.1 | Die Mitwirkung bei der Behandlungsuntersuchung gemäß Nr. 2 VVJug | 88 |
| Der Vollzugsplan gemäß Nr. 3 VVJug | 88 | |
| 4.2 | Die Hilfe bei der Aufnahme gemäß Nr. 63 VVJug | 89 |
| 4.3 | Die Hilfe während des Vollzugs gemäß Nr. 64 VVJug | 90 |
| 4.4 | Die Hilfe zur Entlassung gemäß Nr. 65 VVJug | 92 |
| 5. | Die Angebote der Sozialen Arbeit in der Jugendstrafanstalt | 93 |
| 5.1 | Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe | 93 |
| 5.1.1 | Soziales Training | 94 |
| 5.1.2 | Schuldnerberatung | 95 |
| 5.1.3 | Suchtberatung | 96 |
| 5.1.4 | Familienberatung | 97 |
| IX. | Vergleich der kriminalpädagogischen Aufgabenfelder der Jugendsozialarbeit | 98 |
| 1. | Gemeinsamkeiten | 99 |
| Die Klientel | 99 | |
| Das doppelte Mandat | 100 | |
| 2. | Unterschiede | 101 |
| Die Betreuungsintensität | 101 | |
| 3. | Individuelle Problematiken | 102 |
| X. | Schlusswort | 104 |
| Anhang | ||
| 1. | Jugendgerichtshilfebericht | 105 |
| 2. | Erhebungsbogen | 108 |
| 3. | Vollzugsplan gem. §§ 6 und 7 StVollzG bzw. Nr. 2 und 3 VVJug (Behandlungsuntersuchung/ Persönlichkeitserforschung und Vollzugsplan) | 110 |
| Literaturverzeichnis | 113 | |
| Erklärung | 119 |
Textprobe:
Kapitel 7.1, Die Informationsquellen der Jugendgerichtshilfe:
Um der ermittelnden und berichtenden Aufgabe bzgl. der Persönlichkeitserforschung des Straftatverdächtigten und der Stellungnahme hinsichtlich der Maßnahmenvorschläge gerecht zu werden, muss sich die JGH verschiedener Informationsquellen bedienen. Dabei sind ausschließlich Daten über erzieherische, soziale und sozialpädagogische Gesichtspunkte relevant. Informationen über den Tathergang und die Beweggründe des jungen Menschen werden vor und während der gerichtlichen Verhandlung durch die Polizei, den Jugendrichter, den Staatsanwalt und den Anwalt des Straftatverdächtigen ermittelt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Informationsbeschaffung: Die primäre, bei der die Jugendlichen selbst die Informationsquelle darstellen, und die sekundäre, bei der Informationen z.B. durch die Familie, Freunde und andere Bezugspersonen an die JGH gelangt. Außerdem besteht die Möglichkeit, an Informationen durch Dritte oder durch Akteneinsicht innerhalb des Jugendamtes oder anderer Behörden zu gelangen.
Die primäre Informationsquelle:
Das Gespräch mit dem Jugendlichen oder dem Heranwachsenden, welches zumeist im Büro der JGH stattfindet, ist die wichtigste Erkenntnisquelle und dient der Grundlage des Jugendgerichtshilfeberichtes. Der Jugendliche sollte immer der Hauptgesprächspartner bleiben, da seine Aussagen über die eigene soziale und familiäre Sozialisation und seine Selbsteinschätzung die Grundlage für den Jugendgerichtshilfebericht darstellen.
Ein Unterlassen des Gesprächs mit dem Straftatverdächtigen widerspricht der in den §§ 38 (Jugendgerichtshilfe), 43 (Umfang der Ermittlungen) JGG normierten Persönlichkeitserforschung.
Die sekundäre Informationsquelle / Befragung Dritter:
Die sekundäre Informationsbeschaffung durch die Familie und andere Bezugspersonen soll zu zusätzlichen Erkenntnissen über den Straftatverdächtigen führen. § 43 Abs. 1 Satz 2 JGG benennt in diesem Zusammenhang den Erziehungsberechtigten oder den gesetzlichen Vertreter, die Schule und den Ausbilder als sekundäre Informationsquelle. In der Regel sieht die JGH jedoch von einer Befragung der Schulen, Freunde oder Arbeitgeber ab, um evtl. Nachteile für den Tatverdächtigen, wie Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzverlust aufgrund von Stigmata zu vermeiden. Dieser Grundsatz findet sich auch im § 43 Abs. 1 Satz 3 JGG.
Die JGH bedient sich in der Praxis der sekundären Informationsbeschaffung durch wichtige Bezugspersonen zumeist dann, wenn der Straftatbestand die Durchführung massiver justizieller Reaktionen fordert oder der Beschuldigte ein Gespräch verweigert bzw. es ihm aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht möglich ist. Ausgenommen sind in diesen Fällen Eltern bzw. Personensorgeberechtigter von jugendlichen Tatverdächtigen, denn bei den unter 18-jährigen werden sie grundsätzlich von der JGH mit eingeladen.
Die Eltern oder Personensorgeberechtigten stellen die wichtigste sekundäre Auskunftsquelle dar und können getroffene Aussagen ergänzen oder relativieren. Ihnen sollte jedoch verdeutlicht werden, dass das Gespräch zwischen dem jugendlichen Tatverdächtigen und der JGH Vorrang hat und sie „nur“ ergänzende oder relativierende Anmerkungen machen sollten.
In der Praxis habe ich jedoch erfahren, dass es auch für die Eltern unwahrscheinlich wichtig ist, ihre Sicht der Dinge darzustellen, ihre Sorgen zu verdeutlichen und sich gleichzeitig auch als Anwalt für ihre Kinder einzusetzen. Meiner Meinung nach sollte die JGH den Eltern das Wort lassen, sie jedoch bei Bedarf in ihre Schranken verweisen und freundlich aber bestimmt auf den Grund des Gespräches hinweisen, wenn sie die Aufmerksamkeit zu sehr auf sich ziehen (wollen) oder das „Gewährenlassen“ ausnutzen.
Wenn sich jedoch im Vorfeld abzeichnet, dass ein Elternteil bei der Straftat beteiligt war, oder sich durch die Anhörung der Eltern unerwünschte Nachteile z.B. in Form von unverhältnismäßigen Sanktionen für den Jugendlichen oder den Heranwachsenden ergeben würden, ist von einem Gespräch mit ihnen abzusehen.
Behördliche Akten:
Die Informationsquelle „Akte“ ist für die Persönlichkeitserforschung eines Jugendlichen oder Heranwachsenden neben den beschriebenen Methoden ebenfalls möglich und wird in der Praxis häufig genutzt. In der Regel sollte die Akteneinsicht aber nur der Ergänzung oder Relativierung getroffener Aussagen dienen und nicht allein Mittel der Erkenntnisgewinnung sein. Es gibt z.B. die Möglichkeit, einen vorherigen Jugendgerichtshilfebericht durch Erkenntnisse und Informationen aus einem aktuellen Gespräch zu ergänzen. Dieser Bericht kann von einer anderen JGH oder von einem selber erstellt worden sein.
Die JGH kann sich auch Akten anderer Abteilungen des Jugendamtes bedienen in denen personenbezogene Daten im Rahmen von Jugendhilfeaufgaben oder –leistungen erfasst wurden. Darüber hinaus hat sie Akteneinsicht über personenbezogene Daten bei Dienststellen außerhalb der Sozialverwaltung.
Sollte der Beschuldigten der JGH nicht bereits persönlich bekannt sein, ist es unumgänglich, ein direktes Gespräch zu führen und die dabei gewonnen Informationen lediglich durch Erkenntnisse aus den Akten zu ergänzen oder zu relativieren, denn auch Aktenvermerke sind subjektiv und liefern keine objektive Auskunft.
Bei der Methode der Informationssammlung durch Akteneinsicht müssen die geltenden Grundsätze des Sozialdatenschutzes beachtet werden. Allgemein finden sich entsprechende Regelungen im SGB I (vgl. §§ 35 SGB I i.V.m. 67 ff SGB X). Konkrete Bestimmungen für den Bereich der Jugendhilfe sind im vierten Kapitel des SGB VIII, §§ 61 bis 68, festgehalten.
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Arbeit zitieren:
Buhrmester, Jana Oktober 2006: Kriminalpädagogik im Jugendalter, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Jugendkriminalität, Jugendarbeit, Kriminalpädagogik, Jugend, Erziehung




