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Kreditkartengeschäft: Status Quo und Potenzial

Kreditkartengeschäft: Status Quo und Potenzial
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Susann Lehniger
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8906-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8906-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8906-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lehniger, Susann Dezember 2004: Kreditkartengeschäft: Status Quo und Potenzial, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreditkarte, MasterCard, Visa, Zahlungsverkehr

Diplomarbeit von Susann Lehniger

Einleitung:

Trotz der Tatsache, dass der Kreditkartenmarkt sein Wachstum stark verlangsamt hat, ist in der Gesamtbetrachtung festzuhalten, dass sich die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten von 1988 bis 2003 – also innerhalb von 15 Jahren – fast verzehnfacht hat und es weiterhin stabile Wachstumsraten im Kreditkartenmarkt gibt. Aus Sicht eines Produktlebenszyklus ist die Kreditkarte in Deutschland zwar in die Reifephase eingetreten, dennoch – wie die voran gegangenen Analysen zeigten – sind Wachstumspotenziale vorhanden.

Als eine wachsende Konjunktur stellt sich vor allem die Plattform „Internet“ als ein tägliches Kommunikations- und Handelsinstrument dar, dabei wird auch das Online-Shopping immer beliebter. Die Bezahlung mittels einer Kreditkarte im Internet ist hierzulande deutlich geringer als im weltweiten Vergleich. Die Gründe liegen, insbesondere beim Online-Shopping darin, dass es zu wenig oder gar kein Vertrauen in die elektronische Zahlungsabwicklung gibt. Sichere, bequeme und effiziente Zahlungssysteme sind deshalb eine Bedingung dafür, dass der Nutzer nicht auf herkömmliche Bezahlverfahren zurückgreift oder vom Kauf Abstand nimmt. Dazu ist es aus Sicht der Kreditkartenorganisationen und -herausgeber notwendig, sich den entsprechenden Bedürfnissen anzupassen und vorhandene Lösungen zu präsentieren, um das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen.

Mit dem technischen Fortschritt wird es möglich, diese Barriere zu überwinden und Internet-Zahlungssysteme zu etablieren. Damit können mehr Umsätze je Kreditkarte erzielt werden, aber auch Neukunden gewonnen werden. Das sichere Bezahlen im Internet, ohne dass Kartendaten in die falschen Hände gelangen, wird zukünftig eine große Rolle spielen, d. h. die Ausweitung von Standards wie Verified by Visa, MasterCard SecureCode oder EMV ist unerlässlich. Darüber hinaus bietet die Chiptechnologie weitere Möglichkeiten für verschiedene Anwendungsbereiche, z. B. die elektronische Unterschrift.

Im Handel sind es bereits fast ein Drittel aller Umsätze, die bargeldlos getätigt werden, obwohl der deutsche Konsument eher als „Barzahler“ bekannt ist. Studien haben bewiesen, dass konsumfreudige Kunden eher zur Karte neigen und somit macht es ökonomisch für die Kreditkartenorganisationen Sinn, entsprechende Kooperationen mit dem Handel einzugehen. Dadurch können nicht nur Umsätze gesteigert werden, sondern auch Akzeptanzstellen erhöht werden.

Der Vielfalt von Kreditkarten sind keine Grenzen gesetzt. Die klassischen Karten werden durch verschiedene Programme aufgewertet und der Marktsituation angepasst oder es werden neue bzw. zielgruppenspezifische Kreditkarten in den Markt eingeführt. Die Karte als Kundenbindungsinstrument zu gebrauchen ist nach wie vor lukrativ.

Gang der Untersuchung:

Der unbare Zahlungsverkehr ist aus der heutigen modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Auch wenn Bargeld in Deutschland nach wie vor das Zahlungsmittel Nummer eins ist, so sind Kartenzahlungen auf dem Vormarsch und etablieren sich. Im Durchschnitt besitzt jeder Einzelne mittlerweile eine Plastikkarte im Portemonnaie; sei es eine Bonuskarte mit verschiedenen Vorteilen, eine Debitkarte von der Hausbank oder aber auch eine Kreditkarte.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Status Quo des Kreditkartengeschäftes in Deutschland sowie deren Tendenzen und potenzielle Wachstumsbereiche vorzustellen. Die Analyse vollzieht sich in mehreren Schritten: In Kapitel 1 erfolgt neben einer Definition und Einordnung der Kreditkarte die Beleuchtung des geschichtlichen Hintergrundes.

In Kapitel 2 werden die unterschiedlichen Kreditkartenarten voneinander abgegrenzt. Das Schema für die Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes ist aus Kapitel 3 zu entnehmen.

Im anschließenden Kapitel 4 spiegeln sich die vertraglichen Rechtsbeziehungen zwischen den Akteuren wider.

Kapitel 5 beschäftigt sich mit den jeweiligen Kreditkartenorganisationen, deren Unternehmensaufbau und einem Überblick der im Portfolio vorhandenen Karten. Dazu sind für MasterCard und Visa Statistiken zu den jeweils ausgegebenen Karten, Akzeptanzstellen und Umsätzen abgebildet. Für diese beiden Organisationen werden darüber hinaus aktuelle und zukünftige Entwicklungen betrachtet.

Im Mittelpunkt von Kapitel 6 steht der Ausblick auf potenzielle Bereiche des Kreditkartengeschäftes und Kapitel 7 gibt ein abschließendes Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 5
1. Einleitung 7
1.1 Begriffserläuterung 7
1.2 Nutzen und Funktionen 8
1.3 Historie der Kreditkarte 9
2. Arten von Kreditkarten 12
2.1 Charge-Cards 12
2.2 Credit-Cards 12
2.3 Debit-Cards 13
2.4 Co-Branding-Karten 13
2.5 Affinity-Karte 14
3. Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes 15
4. Rechtsgrundlagen 17
4.1 Kartenherausgeber und Karteninhaber: Deckungsverhältnis 17
4.2 Kartenherausgeber und Vertragsunternehmen: Vollzugsverhältnis 18
4.3 Karteninhaber und Vertragsunternehmen: Valutaverhältnis 19
5. Kreditkartenorganisationen 20
5.1 American Express und Diners Club 21
5.1.1 American Express 21
5.1.2 Diners Club 22
5.2 MasterCard 23
5.2.1 Unternehmensaufbau 23
5.2.2 Produkte und Leistungen 24
5.2.2.1 MasterCard Standard 24
5.2.2.2 MasterCard Gold 25
5.2.2.3 MasterCard Platinum 25
5.2.2.4 MasterCard World Signia 27
5.2.3 Weitere Karten 28
5.2.3.1 Berlin MasterCard 28
5.2.3.2 MasterCard@on 29
5.2.3.3 KarstadtQuelle MasterCard 30
5.2.3.4 CorporateWorld MasterCard 31
5.2.4 Zielgruppen von MasterCard 31
5.2.5 Statistiken 32
5.2.5.1 Ausgegebene MasterCards 32
5.2.5.2 MasterCard Akzeptanzstellen 33
5.2.5.3 Umsatz 34
5.2.6 Aktuelle und Zukünftige Entwicklungen 35
5.2.6.1 MasterCard im Lebensmitteleinzelhandel 35
5.2.6.2 Wegfall der Barzahlungsklausel 35
5.2.6.3 PayPass 37
5.3 Visa 37
5.3.1 Unternehmensaufbau 38
5.3.2 Kartenelemente und Sicherheitsmerkmale bei Visa-Karten 38
5.3.3 Produkte und Leistungen 39
5.3.3.1 Visa Classic 40
5.3.3.2 Visa Gold 40
5.3.4 Weitere Karten 41
5.3.4.1 PAYBACK Visa 41
5.3.4.2 DaimlerChrysler Card 42
5.3.4.3 TUI Visa Card 42
5.3.4.4 Smart Card Visa 43
5.3.5 Statistiken 44
5.3.5.1 Ausgegebene Visa-Karten 44
5.3.5.2 Akzeptanzstellen 44
5.3.5.3 Umsatz 45
5.3.6 Aktuelle und zukünftige Entwicklungen 46
5.3.6.1 Visa-Karten im Handel 46
5.3.6.2 Einsatz von Visa-Karten im Internet 47
5.3.6.3 Neuer Sicherheitsstandard „Verified by Visa (VbV)“ 47
5.3.6.4 Frühwarnsystem „VISOR“ 47
5.3.6.5 Future Store 48
6. Ausblick und Potenziale 50
6.1 Einsatz von Kreditkarten im Internet 50
6.2 Einsatz von Kreditkarten im Handel 52
6.3 Einheitliche Notrufnummer für Kartensperren 53
6.4 Revolving Credit 54
6.5 EMV 55
7. Fazit 57
Literaturverzeichnis 59

Automatisiert erstellter Textauszug:

5.2.6.2. Wegfall der Barzahlungsklausel Ab Jahresbeginn 2005 schafft MasterCard in den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) die sog. Barzahlungsklausel (englisch „No-SurchargeRule“) ab, nach der es den Händlern bislang nicht gestattet war, Kosten für Kreditkartenzahlungen an die Kunden weiterzugeben. In der Vergangenheit konnte mit dieser Vorgabe gewährleistet werden, dass Kartenzahler nicht schlechter gestellt werden als Barzahler.84 Somit gibt MasterCard einen Teil der Kontrolle über die Gebühren aus der Hand und überlässt den Händlern die Entscheidung, ob sie einen Preisaufschlag erheben. Der Kunde muss dann allerdings vor dem Bezahlvorgang ausdrücklich darauf hingewiesen werden. Dr. Alexander Labak, CEO von MasterCard Europe, äußerte auf dem Bankkarten-Forum in Frankfurt am Main, dass die Kartenorganisationen so wenig wie möglich Zwänge ausüben soll- [...]

5.2.6.1. MasterCard im Lebensmitteleinzelhandel Die Voraussetzungen für das Bezahlen mit MasterCard im Lebensmitteleinzelhandel wurden Mitte des Jahres 2004 geschaffen. Solange bildete der Lebensmitteleinzelhandel die Ausnahme für den Einsatz einer MasterCard-Kreditkarte.80 Seit Juni 2004 ist die Akzeptanz bei den Metro-Vertriebslinien real (246), extra (500) sowie Wal Mart Supercenter (92) sichergestellt. Dafür hat MasterCard Europe einen speziellen Interchange-Satz81 eingeführt.82 Vorteile bestehen bei der Einführung der MasterCard im Lebensmitteleinzelhandel für den Handel, der sein Serviceangebot erweitert und dazu beiträgt, die Kreditkartenakzeptanz zu verbessern. Somit können die kartenausgebenden Kreditinstitute ihre Erträge steigern; MasterCard selbst weitet sein Akzeptanzstellennetz aus. Eine daraus resultierende Kundenzufriedenheit kann einen starken Beitrag zur Kundenbindung leisten, was ein wichtiger Schritt für die Kreditkarte als universelles Zahlungsmittel wäre.83 [...]

Für die Neukundengewinnung potenzieller Kreditkarteninhaber ist die genaue Betrachtung und Einteilung in verschiedene Zielgruppen sinnvoll. Einer Analyse zufolge sind ca. 60 Prozent der MasterCard-Karteninhaber männlich, 40 Prozent weiblich. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 46 Jahren, wobei 30- bis 59-Jährige die Umsatzstärksten sind.73 Nach Kriterien wie Bildung, Beruf und Nettoeinkommen weisen MasterCard-Karteninhaber ein gehobenes Bildungsniveau auf, sind beruflich gut situiert und verfügen dementsprechend über ein angehobenes Haushaltsnettoeinkommen. Wachstumspotenziale gibt es bei der Zielgruppe „Familie“; denn der Großteil der Bevölkerung gründet im Alter zwischen 30 und 39 Jahren eine Familie und verfügt i. d. R. über ein geregeltes Haushaltseinkommen. Diese Altersgruppe macht rund 20 Prozent aller Personen aus, die noch keine Kreditkarte besitzen. Kennzeichnend für diese Zielgruppe ist, dass sie weniger zu riskanten Jobwechseln oder zum Eingehen finanzieller Risiken neigt. Weiterhin tätigen Familien mehr Ausgaben als Singlehaushalte und können ihren finanziellen Spielraum somit erweitern. Die Auswertung ergab darüber hinaus, dass die Zielgruppe „Frauen“ eine hohe Affinität zu MasterCard aufweist; demnach hat keine andere Kreditkartenmarke einen so hohen Frauenanteil. Vor dem Hintergrund, dass Frauen beruflich erfolgreich sein wollen, steigt dieser Anteil permanent an. Mit steigendem Einkommen steigen die Bedürfnisse und der Konsum. Im Vordergrund bei der Zielgruppe „Junge Erwachsene“ steht, sie sind die Kunden von morgen. Dazu zählt, dass sie rechtzeitig an ein Kreditinstitut gebunden werden, beispielsweise durch die Ausgabe einer MasterCard X-TENSION, die insbesondere auf diese Klientel zugeschnitten ist.74 [...]

Arbeit zitieren:
Lehniger, Susann Dezember 2004: Kreditkartengeschäft: Status Quo und Potenzial, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreditkarte, MasterCard, Visa, Zahlungsverkehr

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