Kreditderivate zum Risikomanagement in Kreditinstituten
Insbesondere Sparkassen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ingo Klenner
- Abgabedatum: Januar 2001
- Umfang: 108 Seiten
- Dateigröße: 584,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4122-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4122-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4122-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klenner, Ingo Januar 2001: Kreditderivate zum Risikomanagement in Kreditinstituten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Derivate, Kredit, Risikomanagement, Kreditinstitute, Sparkassen
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Diplomarbeit von Ingo Klenner
Einleitung:
Nach den katastrophalen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 – 1931 waren die Regierungen der am stärksten betroffenen Länder der Ansicht, die Finanzmärkte umfangreich regulieren zu müssen. Insbesondere seit Anfang der siebziger Jahre wurden jedoch verstärkt Versuche unternommen durch innovative Finanzprodukte diese Regulierungen legal zu umgehen. Seitdem durchlaufen die internationalen Finanzmärkte eine drastische Strukturveränderung. Faktoren wie „Deregulierung“, „Globalisierung“, „Disintermediation“ und „Securitization“ tragen maßgebend zu einer dramatischen Veränderung der Finanzwelt bei. Durch diese neuen, insbesondere von den angelsächsischen Ländern ausgehenden Ent-wicklungen an den Finanzmärkten werden die Akteure laufend gefordert, unter neuen, sich ständig verändernden Rahmenbedingungen zu agieren.
Insbesondere der Zusammenbruch des Abkommens über feste Wechselkurse von Bretton Woods Ende 1973 und das darauf folgende Zusammenwachsen der inter-nationalen Finanzmärkte durch die Aufhebung wesentlicher Regulierungen führte zu einer ständig zunehmenden Volatiliät und Dynamik der Finanzmärkte. Dies hatte jedoch erhebliche Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken zur Folge und erforderte somit ein erhöhtes Risikobewußtsein der Marktteilnehmer. Das daraus resultierende Bedürfnis nach Instrumenten zur Risikosteuerung hat die Entwicklung von innovativen Finanzprodukten sehr unterstützt.
Es kam daher regelrecht zu einem Boom von derivativen Produkten, die aus dem heutigen Risikomanagement nicht mehr wegzudenken sind. Diese Produkte dienen jedoch im wesentlichen der Absicherung von Zins-, Währungs- und Kursrisiken. Verstärkt durch die Schuldenkrisen in Südamerika, Asien und auch Osteuropa, die zu einer ernsten Zunahme von Insolvenzen in aller Welt führten, gewann die Bewertung und Beurteilung von Kreditrisiken erheblich an Bedeutung. Es gab jedoch lange Zeit keine Möglichkeiten, sich gegen Kreditrisiken effizient und kostengünstig abzusichern. Dies änderte sich erst in den neunziger Jahren, als Bankers Trust in den USA erstmalig Kreditderivate entwickelte und einsetzte. Das Ziel von Kreditderivaten ist es, das Kreditrisiko von der zugrunde liegenden Kreditposition zu trennen und separat handelbar zu machen. Somit muß der Gläubiger einer Kreditbeziehung nicht zwangsläufig auch der Risikoträger sein.
Gang der Untersuchung:
In dieser Diplomarbeit wird der Einsatz von Kreditderivaten im Risikomanagement von Kreditinstituten untersucht. Insbesondere soll dabei die Anwendung dieser neuen Finanzprodukte im Sparkassengeschäft erörtert werden. Es gilt letztendlich zu klären, ob und unter welchen Bedingungen Kreditderivate gerade für Sparkassen von besonderem Nutzen sein können.
Dazu werden im Teil II dieser Arbeit Kreditderivate als eine der neuesten Finanz-innovationen unserer Zeit dargestellt. Zunächst wird die Funktionsweise der unterschiedlichen Arten von Kreditderivaten erläutert. Nach der Darstellung von Kreditderivaten, die nur der Absicherung von Ausfallrisiken dienen, werden an-schließend weitere Kreditderivate vorgestellt, die sich zusätzlich für den Umgang mit anderen Risiken eignen. Abschließend wird der heutige Markt für Kreditderivate und seine Bedeutung beschrieben.
Im Hauptteil dieser Diplomarbeit (Kapitel III) wird untersucht, ob Kreditderivate das Risikomanagement von Sparkassen reformieren können. Dazu werden zu-nächst die Besonderheiten des Sparkassensektors beschrieben. Anschließend wird der Prozeß des Kreditrisikomanagements in Kreditinstituten vorgestellt. Eine wesentliche Voraussetzung für die Risikosteuerung ist dabei die Risikomessung im Rahmen einer Risikoanalyse. Bei der Risikosteuerung werden zunächst die traditionellen Maßnahmen zur Risikosteuerung aufgezeigt und anschließend die neuen Möglichkeiten durch Kreditderivate erörtert. Es wird insbesondere untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen der Einsatz von Kreditderivaten in Sparkassen vorteilhaft ist und welchen Nutzen diese Finanzprodukte bringen können. Dabei wird auch auf mögliche Problemfelder und deren Lösungsmöglichkeiten eingegangen. Der Risikomanagementprozeß wird abschließend durch die Kreditkontrolle vervollständigt. Dabei gilt zu klären, ob und welche Maßnahmen beim Einsatz von Kreditderivaten zur Kontrolle des Risikos getroffen werden müssen.
Die Diplomarbeit endet mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse. Abschließend wird ein Ausblick über die Entwicklungsmöglichkeiten und die zu erwartende Bedeutung des Marktes für Kreditderivate in den nächsten Jahren gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis (Anhang) | VI | |
| I. | Reformieren Kreditderivate das Risikomanagement von Sparkassen ? | 1 |
| II. | Grundlagen zu Kreditderivaten | 4 |
| 1. | Kreditderivate - eine der neuesten Finanzinnovationen | 4 |
| 1.1 | Finanzinnovationen | 4 |
| 1.2 | Derivate | 5 |
| 2. | Kreditrisiken als Basis für Kreditderivate | 6 |
| 3. | Die Grundformen von Kreditderivaten | 9 |
| 3.1 | Grundlegende Vertragsbestandteile | 10 |
| 3.1.1 | Vertragspartner | 10 |
| 3.1.2 | Basisinstrument (Underlying) | 11 |
| 3.1.3 | Kreditereignis (Credit Event) | 12 |
| 3.1.4 | Ausübungsmöglichkeiten | 12 |
| 3.1.5 | Laufzeit | 13 |
| 3.2 | Kreditderivate für den Umgang mit Adressenausfallrisiken | 14 |
| 3.2.1 | Credit Default Swap | 14 |
| 3.2.2 | Credit Default Linked Note | 16 |
| 3.3 | Kreditderivate für den Umgang mit Risiken einer Spreadveränderung | 18 |
| 3.3.1 | Credit Spread Option | 18 |
| 3.3.2 | Total Return Swap | 20 |
| 3.3.3 | Credit Sensitive Notes | 21 |
| 3.4 | Exotische und hybride Kreditderivate | 22 |
| 4. | Der Markt für Kreditderivate | 22 |
| 4.1 | Marktgröße | 22 |
| 4.2 | Marktteilnehmer | 23 |
| 4.3 | Geographische Besonderheiten | 24 |
| III. | Der Einsatz von Kreditderivaten im Risikomanagement von Sparkassen | 25 |
| 1. | Der Sparkassensektor | 25 |
| 1.1 | Besonderheiten des Sparkassensektors | 25 |
| 1.2 | Auswirkungen auf das Kreditgeschäft von Sparkassen | 27 |
| 2. | Risikomanagement in Sparkassen mit Hilfe von Kreditderivaten | 28 |
| 2.1 | Risikomanagement versus Risk-Management | 28 |
| 2.2 | Einordnung von Kreditderivaten in den Kreditrisikomanagementprozeß | 29 |
| 2.3 | Kreditrisikoanalyse als Grundlage für den Einsatz von Kreditderivaten | 31 |
| 2.3.1 | Unzulänglichkeit traditioneller Methoden der Kreditrisikomessung | 31 |
| 2.3.2 | Credit Value at Risk-Ansatz | 33 |
| 2.3.2.1 | Credit Value at Risk-Ansatz in der Theorie | 33 |
| 2.3.2.2 | Umsetzung des Credit Value at Risk-Ansatzes in Praxismodellen | 37 |
| 2.3.2.3 | Eignung der Modelle für Sparkassen | 41 |
| 2.4 | Kreditrisikosteuerung in Sparkassen | 43 |
| 2.4.1 | Systematisierung der Maßnahmen zur Kreditrisikosteuerung | 44 |
| 2.4.2 | Traditionelle Maßnahmen zur Kreditrisikosteuerung in Sparkassen | 45 |
| 2.4.2.1 | Risikovermeidende Maßnahmen | 45 |
| 2.4.2.2 | Risikoreduzierende Maßnahmen | 46 |
| 2.4.2.2.1 | Risikobegrenzung | 46 |
| 2.4.2.2.2 | Risikoabwälzung | 46 |
| 2.4.2.2.3 | Risikostreuung | 47 |
| 2.4.2.2.3.1 | Risikoteilung | 47 |
| 2.4.2.2.3.2 | Risikodiversifikation | 47 |
| 2.4.2.3 | Risikosteigernde Maßnahmen | 50 |
| 2.4.2.4 | Eignung traditioneller Maßnahmen zur Risikosteuerung in Sparkassen | 50 |
| 2.4.3 | Kreditrisikosteuerung in Sparkassen mit Kreditderivaten | 51 |
| 2.4.3.1 | Generelle Einsatzmöglichkeiten von Derivaten zur Risikosteuerung | 51 |
| 2.4.3.2 | Einsatzmöglichkeiten von Kreditderivaten in Sparkassen | 52 |
| 2.4.3.2.1 | Risikoteilung | 53 |
| 2.4.3.2.2 | Portfoliooptimierung | 54 |
| 2.4.3.2.2.1 | Risikodiversifikation | 55 |
| 2.4.3.2.2.2 | Eigenkapital- und Bilanz-Strukturmanagement | 59 |
| 2.4.3.2.3 | Absicherung einzelner Kredite | 62 |
| 2.4.3.2.4 | Kreditlinienmanagement | 63 |
| 2.4.3.2.5 | Absicherung zukünftiger Finanzierungskosten | 64 |
| 2.4.3.2.6 | Zwischenergebnis der Untersuchungen | 65 |
| 2.4.3.3 | Problemfelder und Lösungsansätze beim Einsatz von Kreditderivaten in Sparkassen | 66 |
| 2.4.3.3.1 | Anfangsprobleme durch den Einsatz von Kreditderivaten | 67 |
| 2.4.3.3.1.1 | Unentwickelter Markt | 67 |
| 2.4.3.3.1.2 | Rechtsunsicherheit | 68 |
| 2.4.3.3.1.2.1 | Allgemeine Rechtsunsicherheit | 68 |
| 2.4.3.3.1.2.2 | Aufsichtsrecht | 68 |
| 2.4.3.3.2 | Inhärente Probleme von Kreditderivaten | 73 |
| 2.4.3.3.3 | Lösungsansätze | 74 |
| 2.4.3.3.4 | Zwischenergebnis der Untersuchungen | 76 |
| 2.5 | Kreditrisikokontrolle beim Einsatz von Kreditderivaten | 76 |
| IV. | Endergebnis der Untersuchungen und Zukunft des Marktes für Kreditderivate | 79 |
| Anhang | VII-XII | |
| Gesprächsverzeichnis | XIII-XIV | |
| Literaturverzeichnis | XV-XIX | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | XX |
2.4.2.2.3.1. Risikoteilung Bei der Risikoteilung handelt es sich um einen rein volumenorientierten Ansatz der Risikostreuung. Bei Großkrediten, deren Vergabe durch eine Bank alleine aus gesetzlichen oder geschäftspolitischen Gründen nicht zulässig ist, schließen sich Banken zu Kreditkonsortien zusammen, um das Kreditengagement und somit das Kreditrisiko untereinander aufzuteilen. Die Risikoteilung spielt jedoch für die meisten Sparkassen eine weniger bedeutende Rolle, da es sich bei ihren Kunden zumeist um Privatpersonen und mittelständische Geschäftskunden mit verhältnismäßig geringen Kreditansprüchen handelt.154,155,156 Allerdings vergeben große Sparkassen, wie etwa die Sparkassen Köln und München, gelegentlich Kredite mit hohen Volumina in Konsortien. Meist sind dabei die Landesbanken als Konsortialpartner beteiligt.157 [...]
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß CreditPortfolioView von den drei vorgestellten Modellen für den Einsatz in Sparkassen am besten geeignet ist. Gespräche mit leitenden Mitarbeitern von Sparkassen haben gezeigt, daß in Sparkassen das Problem der Risikomessung von Kreditrisiken erkannt wurde. Ein Projektteam auf DSGV-Ebene beschäftigt sich zur Zeit intensiv mit der Kreditrisikomessung bei Sparkassenkrediten. Zusammen mit McKinsey wurde dabei ein modifiziertes CreditPortfolioView-Modell entwickelt, welches bereits seit kurzer Zeit in einigen großen Sparkassen wie z.B. in München, Köln und Hamburg eingesetzt wird. In der ersten Phase werden jedoch nur große, am Kapitalmarkt notierte Unternehmen damit bewertet.139.140.141,142 Ziel der Sparkassen ist es, in den nächsten Jahren CreditPortfolioView zur Risikomessung sämtlicher Sparkassenkredite zu verwenden. Eine Risikomessung mit Hilfe des CVaR-Ansatzes ist eine grundlegende Voraussetzung für die nun folgende aktive Steuerung von Kreditrisiken. [...]
Im Gegensatz zu den bereits untersuchten Modellen ist CreditPortfolioView für den Gebrauch in Sparkassen besonders geeignet. Durch die Konzentration auf makroökonomische Daten ist eine Datenbeschaffung in entwickelten Ländern wie Deutschland einfach und kostengünstig möglich. Zudem sind für CreditPortfolioView externe Ratings der Unternehmen sowie eine Handelbarkeit der Kredite nicht zwingend notwendig. „Somit können handelbare und illiquide Kredite in diversifizierten oder nicht diversifizierten Teilportfolios miteinander kombiniert werden und jeweils eine aggregierte Verlustverteilung berechnet werden.“138 Dank dieses Modells ist eine Kreditrisikomessung mit dem CVaR-Ansatz trotz der Besonderheiten des Sparkassengeschäfts möglich. Damit wird eine Basis geschaffen, die auch in Sparkassen eine systematische Kreditrisikosteuerung mit Hilfe von Kreditderivaten ermöglicht. Zudem ist nach Aussage von Herrn Hall138 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832441227
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Derivate, Kredit, Risikomanagement, Kreditinstitute, Sparkassen



