Kreditderivate und Kreditverbriefung im aktiven Kreditrisikomanagement
Vergleich und Kombinationsmöglichkeiten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Schmidt
- Abgabedatum: April 2001
- Umfang: 147 Seiten
- Dateigröße: 889,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4617-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4617-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4617-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt, Christian April 2001: Kreditderivate und Kreditverbriefung im aktiven Kreditrisikomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kreditderivate, Bankaufsicht, Asset Backed Securities, Verbriefung, basel
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Diplomarbeit von Christian Schmidt
Einleitung:
Bisher verfügten Kreditinstitute vornehmlich über passive Instrumente zum Kreditrisikomanagement. So bezwecken Maßnahmen wie die Besicherung, Kreditrationierung, Syndizierung, Versicherung und eine Diversifikation bei der Kreditvergabe, die von einer Bank einzugehenden Risiken von Anfang an zu beschränken. Sollten hingegen Risiken auch nach Kreditvergabe noch gesteuert werden, so konnten Banken lediglich versuchen, den betreffenden Kredit zu verkaufen. Diese Alternative könnte jedoch zu einer gravierenden Beeinträchtigung der Kundenbeziehung führen, da der Kreditnehmer hiervon in Kenntnis gesetzt werden muss. In jüngerer Zeit wurde dagegen vermehrt vorgeschlagen, mit der Kreditverbriefung und Kreditderivaten zwei für den deutschen Markt relativ neue Instrumente für Zwecke des Kreditrisikomanagements einzusetzen. So könnten Banken einerseits einen Teil ihrer vorhandenen Buchkredite in einem Portfolio zusammenstellen und dieses - mitsamt dem anhaftenden Kreditrisiko - im Wege der Verbriefung an den anonymen Kapitalmarkt weiterleiten. Andererseits ist es ihnen aber auch möglich, das Kreditrisiko durch den Einsatz von Kreditderivaten, d.h. außerbilanziellen, bedingten oder unbedingten Termingeschäften, deren Auszahlung von dem Kreditrisiko eines Referenzwerts abhängt, von dem betreffenden Kredit zu separieren und an einen Sicherungsgeber zu verkaufen.
In der Literatur wird beiden Instrumenten gleichermaßen Potential zum Kreditrisikomanagement zugebilligt. Es muss jedoch gefragt werden, ob eine solch pauschale Einschätzung den Anforderungen des bankbetrieblichen Kreditrisikomanagements gerecht wird oder ob eine differenziertere Betrachtung notwendig ist. Forschungsbedarf leitet sich daher aus dem Umstand ab, dass ein umfassender systematischer Vergleich der Vorteilhaftigkeit von Kreditverbriefungstechniken und dem Einsatz von Kreditderivaten bisher noch nicht zum Gegenstand wissenschaftlichen Diskurses geworden ist. Des weiteren offenbaren sich interessante Aspekte in der Kombination von Kreditverbriefung und Kreditderivaten, die eine tiefergehende kritische Würdigung verdienen.
Ziel dieser Arbeit ist zunächst, die wesentlichen Konstruktionsmerkmale beider Instrumente herauszuarbeiten, um darauf aufbauend zu analysieren, ob sich die Technik der Kreditverbriefung oder aber der Einsatz von Kreditderivaten zum Zwecke des Kreditrisikomanagements besser eignet. Außerdem ist zu analysieren, inwieweit aufsichtsrechtliche Bestimmungen bezüglich der Anerkennung im Rahmen der Eigenkapitalvorschriften von Kreditinstituten die Entscheidung für oder wider eines der Instrumente beeinflussen. Darüber hinaus ist zu fragen, ob nicht gerade durch den kombinierten Einsatz beider Instrumente besondere Vorteile zu erzielen sind, die durch die separate Anwendung nicht erreichbar scheinen.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel wird zunächst das theoretische Fundament für die weitergehende Analyse geschaffen. Anhand des allgemeinen Phasenprozesses des Risikomanagements wird hierzu eine Einteilung in die Phasen der Identifikation, Bewertung und Steuerung von Kreditrisiken vorgenommen.
Im dritten Kapitel werden die Grundstrukturen der Kreditverbriefung und Kreditderivate vorgestellt. Zudem ist auf die betreffenden Märkte für die jeweiligen Instrumente einzugehen und es sind spezifische Anforderungen an die Dokumentation von Kreditderivaten zu untersuchen.
Im Anschluss daran erfolgt ein Vergleich zwischen der Kreditverbriefung und Kreditderivaten bezüglich ihrer Eignung zum Einsatz im Kreditrisikomanagement. Außerdem wird auf die Besonderheiten der aufsichtsrechtlichen Anerkennung der Besicherungswirkung und auf den Umfang der erzielbaren Eigenkapitalentlastung eingegangen.
Das fünfte Kapitel analysiert Möglichkeiten einer Kombination beider Instrumente in der synthetischen Verbriefung. Hierzu wird untersucht, inwiefern die Verwendung synthetischer Verbriefungen eine vorteilhafte Maßnahme des Kreditrisikomanagements darstellen kann. Daneben ist die aufsichtsrechtliche Stellung solcher Strukturen darzulegen.
Das abschließende sechste Kapitel fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunftsperspektiven des bankbetrieblichen Kreditrisikomanagements.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | Grundlagen des Kreditrisikomanagements | 4 |
| 2.1 | Identifikation des Kreditrisikos | 4 |
| 2.1.1 | Definition des Kreditrisikos | 5 |
| 2.1.2 | Abgrenzung des Kreditrisikos | 6 |
| 2.1.3 | Stellenwert des Kreditrisikos und Implikationen für das Kreditrisikomanagement | 8 |
| 2.2 | Bewertungsansätze für das Kreditrisiko | 10 |
| 2.2.1 | Firmenwertmodelle | 11 |
| 2.2.2 | Intensitätsmodelle | 14 |
| 2.2.3 | Kritische Würdigung der Modelle | 17 |
| 2.3 | Kreditrisikosteuerung | 19 |
| 2.3.1 | Passive Ansätze der Kreditrisikosteuerung | 20 |
| 2.3.2 | Aktive Ansätze der Kreditrisikosteuerung | 22 |
| 2.4 | Zusammenfassung | 24 |
| 3. | Kreditverbriefung und Kreditderivate | 25 |
| 3.1 | Kreditverbriefung | 25 |
| 3.1.1 | Transaktionsstruktur | 26 |
| 3.1.1.1 | Bildung des Kreditpools | 27 |
| 3.1.1.2 | Veräußerung der Kredite an die Zweckgesellschaft | 28 |
| 3.1.1.3 | Maßnahmen der Bonitätsverbesserung | 29 |
| 3.1.1.4 | Plazierung der Collateralized Loan Obligations | 32 |
| 3.1.2 | Markt für verbriefte Kredite | 33 |
| 3.2 | Kreditderivate | 34 |
| 3.2.1 | Instrumente | 36 |
| 3.2.1.1 | Credit Default Swap | 36 |
| 3.2.1.2 | Credit Spread Option | 38 |
| 3.2.1.3 | Total Return Swap | 39 |
| 3.2.2 | Vertragsdokumentation | 40 |
| 3.2.2.1 | Kreditereignis | 41 |
| 3.2.2.2 | Abwicklungsmethoden | 42 |
| 3.2.3 | Markt für Kreditderivate | 44 |
| 3.2.3.1 | Marktvolumen und Marktanteile der Instrumente | 44 |
| 3.2.3.2 | Marktteilnehmer | 46 |
| 3.2.3.3 | Referenzinstrumente | 47 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 49 |
| 4. | Vergleich von Kreditverbriefung und Kreditderivaten | 50 |
| 4.1 | Vergleich der Eignung zur Kreditrisikosteuerung | 50 |
| 4.1.1 | Kosten des Risikotransfers | 51 |
| 4.1.1.1 | Risikoprämien | 51 |
| 4.1.1.2 | Kosten aus adverser Selektion und Moral Hazard | 53 |
| 4.1.1.3 | Steuerbelastung | 56 |
| 4.1.2 | Flexibilität des Risikotransfers | 58 |
| 4.1.2.1 | Gestaltungsflexibilität | 59 |
| 4.1.2.2 | Anpassungsflexibilität | 61 |
| 4.1.3 | Gefahren des Risikotransfers | 63 |
| 4.2 | Vergleich der aufsichtsrechtlichen Behandlung | 67 |
| 4.2.1 | Anerkennungsvoraussetzungen der Besicherungswirkung | 67 |
| 4.2.2 | Anrechnungsvorschriften für Kreditinstitute | 70 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 74 |
| 5. | Kombination von Kreditderivaten und Kreditverbriefung in der synthetischen Verbriefung | 76 |
| 5.1 | Varianten der synthetischen Verbriefung | 76 |
| 5.1.1 | Einsatz einer Zweckgesellschaft | 76 |
| 5.1.2 | Direkte Emission von Credit Linked Notes | 78 |
| 5.1.3 | Mischformen | 80 |
| 5.2 | Markt für synthetische Verbriefungen | 81 |
| 5.3 | Vorteilhaftigkeitsanalyse | 82 |
| 5.3.1 | Kosten des Risikotransfers | 83 |
| 5.3.2 | Flexibilität des Risikotransfers | 85 |
| 5.3.3 | Gefahren des Risikotransfers | 87 |
| 5.4 | Aufsichtsrechtliche Behandlung | 89 |
| 5.4.1 | Anerkennungsvoraussetzungen der Besicherungswirkung | 89 |
| 5.4.2 | Anrechnungsvorschriften für Kreditinstitute | 92 |
| 5.5 | Zusammenfassung | 94 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 96 |
während 30% der Kontrakte auf Bankrisiken ausgestellt waren.255 Zwischenzeitlich haben sich diese Relationen jedoch verändert. So wurde für das Jahr 1999 ermittelt, daß Unternehmensschulden nunmehr mit einem Anteil von 55% die dominierende Klasse von Referenzaktiva darstellten, während die Anteile staatlicher Schuldner und Banken auf 20% bzw. 24% fielen.256 Zurückgeführt wird dies vor allem auf Fortschritte bei der Modellierung von Kreditrisiken sowie auf den verstärkten Drang von Unternehmen an den Anleihemarkt, der zu einer verbreiterten Datenbasis und damit zu einer besseren Prognostizierbarkeit von Risiken führt.257 Eine ähnliche - wenn auch weniger ausgeprägte - Rangordnung ergibt sich bei der Betrachtung des deutschen Marktes. Wie in Abbildung 11 dargestellt, gaben die von BURGHOF/HENKE/SCHIRM befragten Banken an, vor allem Anleihen von Großunternehmen, staatlichen Schuldnern sowie Kreditinstituten als Referenzwerte zu verwenden.258 [...]
Die letztgenannte Eigenschaft weisen auch Investmentbanken auf, die zumindest unter den Risikoverkäufern an zweiter Stelle rangieren. Es zeichnet sich allerdings ab, daß zukünftig vermehrt Nichtbanken in den Markt eintreten werden. Auf der Seite der Risikoverkäufer sind dies vor allem Industrie- und Handelsunternehmen, denen der Einsatz von Kreditderivaten die Absicherung von Forderungen an besonders wichtige Kunden erlaubt.253 Dagegen treten auf der Seite der Risikokäufer in erster Linie Versicherungsgesellschaften auf, deren Kernkompetenz traditionell in der Einschätzung und Übernahme von Risiken liegt und denen der Einsatz von Kreditderivaten ermöglicht, die angestrebte Diversifikation auf einem relativ kostengünstigen Wege zu erreichen.254 Einen detaillierten Überblick über die Marktteilnehmer vermittelt Tabelle 2. [...]
von Krediten abgeschlossen werden sowie Instrumente, die erst durch die Kombination von Kreditderivaten mit Anleihen entstehen.247 Solche Konstruktionen basieren jedoch letztlich stets auf den drei generischen Typen von Kreditderivaten, so daß die vorgenommene Differenzierung nicht nur überflüssig erscheint, sondern auch verzerrte Ergebnisse hervorbringen dürfte.248 Dies trifft ebenfalls auf die Studie von BURGHOF/HENKE/SCHIRM zu. Mit dieser wurde versucht, Marktanteile in Deutschland zu ermitteln, um einen Vergleich mit den Ergebnissen der BRITISH BANKERS’ ASSOCIATION zu ermöglichen.249 Hierbei zeigte sich eine noch deutlichere Dominanz der Credit Default Swaps. So ergab sich für das Jahr 1999 ein Anteil der Credit Default Swaps von 73% des Nominalvolumens aller Kreditderivate, während sich die Anteile von Total Return Swaps und Credit Spread Options lediglich auf 13% bzw. 5% beliefen.250 Auf die oben dargestellten sonstigen Kategorien entfielen insgesamt 9% des deutschen Marktes.251 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446178
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Schmidt, Christian April 2001: Kreditderivate und Kreditverbriefung im aktiven Kreditrisikomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
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