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Kreativität und moderne Kommunikationsmedien

Kreativität und moderne Kommunikationsmedien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Yvonne Weber
  • Abgabedatum: April 2007
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 463,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • Originaltitel: Kreativität und moderne Kommunikationsmedien
  • Bibliografie: ca. 74
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0624-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weber, Yvonne April 2007: Kreativität und moderne Kommunikationsmedien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreativität, Guilford, Internet, Kreativitätspsychologie, Medien

Diplomarbeit von Yvonne Weber

Einleitung:

Kreativität und moderne Kommunikationsmedien – Zwei Begriffe die sich zunächst gegensätzlich anhören und unvereinbar. Vielleicht könnte man denken moderne Kommunikationsmedien machen Kreativität überflüssig oder lassen sie gar ersterben. Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass moderne Kommunikationsmedien den Spielraum der Kreativität erweitern und dass moderne Kommunikationsmedien kreative Eigenschaften beim Menschen voraussetzen.

Wenn in dieser Arbeit von modernen Kommunikationsmedien gesprochen wird, dann sind damit zumeist der PC und das damit verbundene Internet gemeint. Das Internet als neues Medium, welches alle modernen Kommunikationsmedien in sich vereinigt- wie Fernsehen, Telefon, Spielautomaten, Telefax und vieles mehr.

Das Thema soll sich mit modernen Kommunikationsmedien beschäftigen, weil sich das gesellschaftliche Leben inklusive der Kultur zu einem nicht unbedeutenden Teil auf den virtuellen Raum verlagert hat. Der virtuelle Raum ist der Bestandteil einer neuen gesellschaftlichen Strömung, welche sich im Anschluss an die Moderne herausgebildet hat, und bei der sich das Leben als Abfolge flüchtiger und aufregender Momentaufnahmen versteht. In dieser Strömung spielen moderne Kommunikationsmedien eine tragende Rolle.

Der PC und das damit verbundene Internet, bieten sich zum Erleben von solchen Augenblicken geradezu an. Dies geschieht zum einen durch seine Form als praktische Vereinigung sämtlicher Kommunikationsmedien und zum anderen als ebenso praktische Vereinigung sämtlicher Kunstmedien wie Theater, Musik, Werbung, Malerei, Grafikdesign und vielen mehr. Noch nicht mal ein Wechsel des Ortes ist für diese Art des Erlebens und Handelns erforderlich.

Moderne Kommunikationsmedien als Bestandteil einer Strömung, die vom einzelnen Menschen immer mehr Kreativität abverlangt. Einem Menschen, der sich zwischen den unterschiedlichsten Inszenierungen des kulturellen Marktes bewegen - und sich ständig wandelnden Umwelten und Erwartungen Anpassen muss.

Gang der Untersuchung:

Ein theoretischer Abriss soll im weiteren Verlauf der Arbeit den Kreativitätsbegriff näher untersuchen. Dabei werden zunächst die Ursprünge, die Hindernisse und die Notwendigkeit der Kreativitätsforschung betrachtet. Es soll ferner dargestellt werden, warum es nach einem anfänglichen Boom schnell zur Ernüchterung kam. Dazu ist es nötig, die verschiedenen psychologischen Konzepte der Kreativitätsforschung anzusprechen, und den Kreativitätsprozess in einzelne Phasen zu unterteilen.

Worin unterscheidet sich Kreativität von Intelligenz? – eine Frage, welche die Forscher über viele Studien hinweg beschäftigte.

Einer der Begründer der Kreativitätsforschung ist J. P. Guilford. Er analysierte kreatives Denken und erstellte ein eigens dafür konstruiertes Modell: das Intelligenz-Struktur-Modell.

Aus diesem Modell leitete er kreative Fähigkeiten und kreative Persönlichkeitsmerkmale ab.

Ob Kreativität trainiert werden kann und ob es dafür spezielle Techniken gibt, soll in einem weiteren Abschnitt geklärt werden, ebenso die Bedingungen, welche gegeben sein sollten, um ein kreatives Klima herstellen zu können.

Die nächsten beiden Abschnitte widmen sich zwei verschiedenen Arten von Kreativität: Der wissenschaftlichen Kreativität und der künstlerischen Kreativität.

Daran schließt sich eine Onlineumfrage zur künstlerischen Kreativität unter Studenten, die einerseits als Unterpunkt zum Abschnitt über künstlerische Kreativität gesehen werden kann, aber andererseits als neues Kapitel in die Arbeit einfließt.

Mit Hilfe dieser Umfrage soll herausgefunden werden, in wieweit Studenten moderne Kommunikationsmedien nutzen um künstlerisch kreativ tätig zu sein. All dem liegt die Annahme zu Grunde, dass jeder Mensch kreative Fähigkeiten in sich vereinigt und nur die Ausprägungen dieser Eigenschaften unterschiedlich sind. Durch das breite Spektrum, welches Kunst aufweist, hat sich die Umfrage auf klassische Bereiche beschränken müssen. Dazu zählen Malerei, Musik und Literatur. Diese Bereiche werden durch zwei künstlerische Bereiche ergänzt, die verstärkt mit Hilfe moderner Kommunikationsmedien ausgeübt werden: Fotografie und Film.

In die Befragung fließen drei verschiedene Studienbereiche ein: Kunst, Technik und Sozialwissenschaften. An Hand einzelner Fragekomplexe werden verschiedene Kreativitätsvariablen konstruiert, die Auskunft über das Ausmaß der Kreativität bei den Studenten geben. Mit Hilfe einfacher Methoden werden die drei Studienbereiche miteinander verglichen. Dies geschieht zunächst im Hinblick auf die Kreativität im Ganzen und dann separat für die einzelnen Bereiche der Kunst. Verschiedene Grafiken können die Ausprägungen veranschaulichen.

Für diese Arbeit ist es nicht nur interessant zu wissen, ob und in welchem Ausmaß moderne Kommunikationsmedien genutzt werden um kreativ tätig zu sein.

Mit einem weiteren Teil der Erhebung sollte herausgefunden werden, ob die Studenten das Kommunikationsmedium auch tatsächlich zur Kommunikation nutzen. Dabei wird jedoch nur die Kommunikation betrachtet, welche die in der Umfrage erhobenen künstlerischen Teilbereiche betrifft. Wird das Internet als Portal genutzt, um künstlerische Arbeiten hineinzustellen - was einer passiven Kommunikation gleichkommt, oder wird es dazu noch zum Austausch mit anderen Nutzern verwendet?

Die zu den entsprechenden Fragekomplexen gebildeten Variablen sollen wieder das Ausmaß des Austausches verdeutlichen.

Die Ergebnisse der Umfrage werden am Ende der Arbeit mit Tendenzen der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft abgeglichen.

Wie schon eingangs erwähnt soll sich der folgende Abschnitt mit einer neueren gesellschaftlichen Strömung beschäftigen, in welcher moderne Kommunikationsmedien zu einem festen Bestandteil geworden sind, und den Anforderungen welche dabei an den Menschen gestellt werden.

Danach wird darzustellen versucht, wie sich diese Strömung in verschiedenen Bereichen der Kunst widerspiegelt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Eine neue Strömung 7
2.1 Kunst und Postmoderne 9
2.1.1 Postmoderne in der Architektur 9
2.1.2 Postmoderne in Malerei und Skulptur 10
2.2 Kreativität und moderne Kommunikationsmedien 12
2.2.1 Moderne Kommunikationsmedien 12
3. Kreativitätsforschung 14
3.1 Was ist Kreativität? 14
3.2 Ursprünge der Kreativitätsforschung 15
3.2.1 Gründe für die zunehmende Beachtung der Kreativitätsforschung 16
3.2.2 Hindernisse für die Kreativitätsforschung 17
3.2.3 Gründe für die Ernüchterung in der Kreativitätsforschung 19
3.3 Kreativität aus der Sicht verschiedener psychologischer Schulen 20
3.3.1 Assoziationstheoretische Konzepte 20
3.3.2 Gestaltpsychologische Erklärungen 20
3.3.3 Andere psychologische Strömungen 22
3.3.4 Die Rolle des Unbewussten für Kreativität 22
3.4 Der kreative Prozess24
3.5 Kreativität und Intelligenz 25
3.6 Guilfords Analyse des kreativen Denkens28
3.6.1 Das Intelligenz - Struktur- Modell von Guilford 29
3.6.2 Kreative Fähigkeiten 31
3.6.3 Kreative Persönlichkeitsmerkmale 32
3.7 Das kreative Produkt 33
3.8 Die Umweltbedingungen 34
3.8.1 Kreativitätstraining 35
3.8.1.1 Kreativitätstechniken 36
3.8.1.1.1 Brainstorming 36
3.8.1.1.2 Weitere Techniken 37
3.8.2 Aktivierung von Kreativität 37
3.8.2.1 Lösung von hemmenden Blockaden 38
3.9 Wissenschaftliche Kreativität 39
3.10 Künstlerische Kreativität 40
3.10.1 Die Entstehung einer Collage 41
3.10.2 Die Entwicklung eines Romans 41
3.10.3 Die Entwicklung eines Gemäldes42
4. Eine Umfrage zur künstlerischen Kreativität an modernen Kommunikationsmedien 42
4.1 Allgemeine Nutzungsformen des Internets 43
4.2 Ziel der Umfrage 45
4.3 Die Zielgruppe 45
4.4 Der Fragebogen 46
4.5 Künstlerische Teilbereiche des Fragebogens 47
4.5.1 Film 48
4.5.2 Fotografie 49
4.5.3 Literatur 49
4.5.4 Zeichnen/Malen 50
4.5.5 Musik 50
4.6 Auswertung der Umfrage 51
4.6.1 Auswertung einzelner Fragen 53
4.7 Variablen 55
4.7.1 Kreativitätsvariablen 56
4.7.1.1 Vk1 (1.Kreativitätsvariable) 56
4.7.1.2 Vk2 (2.Kreativitätsvariable) 60
4.7.1.3 Vk3 (3.Kreativitätsvariable) 67
4.7.2 Kreativitätsvariablen im Geschlechtervergleich 71
4.8 Nutzung des Internet als Portal 74
4.9 Verwendung des PC als Kommunikationsmittel79
4.9.1 Vbew (Bewertungsvariable) 79
4.9.2 Vaus(Austauschvariable) 79
4.9.3 Vko (Kommunikationsvariable) 85
4.10 Kreativität und Job 88
4.11 Zusammenfassung der Ergebnisse der Umfrage 91
4.11.1 Trends 96
5. Ursprüngliche Ziele des Internets 99
5.1 Cyberkultur in den neunzigerJahren 100
5.2 Ausblicke auf die Privatisierung von Kultur 102

Textprobe:

Kapitel 3.5, Kreativität und Intelligenz:

Was unterscheidet Kreativität von Intelligenz? Nach einer Definition ist Intelligenz ein logisches schlussfolgerndes und bewertendes Denken, dass eine richtige Aufgaben- und Problemlösung sucht. Es wird auch konvergentes Denken genannt. Kreativität dagegen ist flüssiges, flexibles, originelles Denken, dass nach alternativen Aufgaben- und Problemlösungen sucht. Dies ist eine Art des divergenten Denkens, bei dem Leistung nicht nur neu, sondern auch nützlich, dem Problem angemessen und ästhetisch sein sollte.

Kreative Leistungen können auch als Zusammenspiel zwischen divergenten und konvergenten Denken aufgefasst werden, denn die Wissensbasis kann als Voraussetzung für das intuitive Erfassen der Lösungsidee gelten. Was damit gemeint ist, wurde im Abschnitt über die verschiedenen psychologischen Strömungen des kreativen Denkens genauer besprochen.

Generell sind kreative Leistungen gekennzeichnet durch Sensitivität gegenüber Problemen, Flüssigkeit des Denkens, Ideenflexibilität und Originalität.

Verschiedene Untersuchungen wollten den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität herausfinden. In einer Untersuchung wurden 499 Schüler getestet, die einen IQ nicht unter 132 hatten. Die Kreativitätstests korrelierten untereinander in ungefähr derselben Höhe wie mit dem IQ (r = .27 oder .30). Im deutschsprachigen Bereich ergaben sich Intelligenz/ Kreativitäts- Korrelationen von r = .48 und r = .44 in den Untersuchungen. Andere untersuchten den Aspekt der Vorgabebedingung „ohne Zeitbegrenzung“ und kamen zu Ergebnissen, die in folgender Tabelle dargestellt sind (siehe Tabelle).

Guilford kommt in seinen Untersuchungen zu folgendem Fazit: Hohe Intelligenz ist zwar nicht gleichbedeutend mit Kreativität, hohe Kreativität setzt aber eine überdurchschnittliche Intelligenz unbedingt voraus.

In anderen Untersuchungen zeigte sich ein ähnliches Ergebnis, allerdings nahm bei wachsendem IQ die Korrelation mit Kreativität ab.

Ein Forscher verglich 63 Kreativitätstests. Er kam dadurch zu vier hochgradig generellen, durch ihre operative Eigenart gekennzeichnete Leistungsklassen. Da wäre zum einen die Bearbeitungsgeschwindigkeit (B), das Gedächtnis (G), Einfallsreichtum/Kreativität(E) und Verarbeitungskapazität(K). Neben den Operationsklassen B, G, und K von denen insbesondere K in der Tradition der psychometrischen Intelligenzforschung als Prototyp eines Intelligenzfaktors gilt, findet sich ein ebenso genereller Kreativitätsfaktor (E). Damit stellt sich Kreativität als eine Grunddimension intellektuellen Verhaltens dar. 1981 zeigten Forscher, dass sich „derselbe Satz von Leistungsvariablen sowohl durch vier Grunddimensionen der Intelligenz (G, E, B, K) als auch durch „g“ (die Allgemeine Intelligenz) beschreiben lässt. Die Korrelation zwischen Kreativität und Schulleistung liegt bei 0.33, wobei Lehrerinnen und Lehrer im Allgemeinen lieber hochintelligente als hochkreative Schülerinnen und Schüler unterrichteten, da letztere eher unruhiges Verhalten zeigen und häufiger solche Fragen stellen, die Lehrerinnen und Lehrer behindern, im Stoff fort zufahren. Hochintelligente unterscheiden sich von Hochkreativen hinsichtlich ihrer Persönlichkeit darin, dass sie viel Wert auf Erfolg legen, während Kreative eher Humor schätzen und es ihnen wichtig ist, mit anderen Menschen gut auszukommen.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Resultate aller Forschungen noch einmal zusammengefasst werden:

Die Korrelationskoeffizienten zwischen üblicher Intelligenz- und Kreativitätstestergebnissen liegen im Allgemeinen zwischen 0, 00 und 0, 70. Vergleiche zwischen verschiedenen Kreativitätstests ergeben Korrelationskoeffizienten zwischen 0, 00 und 0, 40. Verschiedene Kreativitätsmessverfahren haben also untereinander geringere Ähnlichkeit als Intelligenztests, was auf die unterschiedlichen Testmethoden und Möglichkeiten zurückzuführen ist. Intelligenztests sind einfacher zu vollziehen, als Kreativitätstests.

Wenn Kreativität ein von Intelligenz unabhängiges Merkmal ist, lassen sich Personen mit allen Merkmalskombinationen finden wie zum Beispiel hochintelligent - hochkreativ oder weniger intelligent – weniger kreativ.

Der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität ist abhängig vom intellektuellen Niveau der untersuchten Person. Bei einem IQ ab 120 Punkten besteht keine nennenswerte Beziehung mehr zwischen Intelligenz und Kreativität. Es ist also ein Minimum an Intelligenz nötig, was zum Erbringen kreativer Leistungen erforderlich ist.

Sachkenntnisse sind zwar erforderlich, doch diese sind abhängig von Ideengeläufigkeit und Flexibilität.

Die Korrelation zwischen Intelligenztests und Kreativitätstests ist erhöht, wenn die Tests in einer Leistungsatmosphäre abgenommen werden und niedriger, wenn die Tests in einer spielerischen Umgebung und Atmosphäre erfolgen.

In Schülergruppen mit überdurchschnittlicher Intelligenz können überragende Schulleistungen durch überragende Intelligenz und überragende Kreativität begünstigt werden. Bei durchschnittlichen Schülern hat die Kreativität keinen Einfluss auf die Schulleistungen.

Es besteht also kein Wechselwirkungseffekt zwischen Intelligenz und Kreativität auf die Schulleistung.

Wie schon erwähnt zieht bei gleichen Schulleistungen der Lehrer das hochintelligente Kind dem hochkreativen Kind vor, weil sich das hochintelligente Kind leichter disziplinieren lässt.

Ausleseverfahren und Leistungsprognosen, die sich nur nach Intelligenz richten vernachlässigen den hohen Prozentsatz kreativer Schüler.

Die Höhe der Korrelation zwischen Intelligenz und Kreativität ist abhängig von der Auswahl der Tests und der konkreten Operationalisierung. So ist die Korrelation bei ähnlichen Faktoren erhöht.

Um dem Zusammenhang zwischen Kreativität und Intelligenz noch klarer ausdrücken zu können soll im nächsten Teil der bekannteste Vertreter der Kreativitätsforschung vorgestellt werden mit seinen Gedanken und Vorstellungen und dem von ihm entwickelten Modell, was auch heute noch gültig ist.

Arbeit zitieren:
Weber, Yvonne April 2007: Kreativität und moderne Kommunikationsmedien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreativität, Guilford, Internet, Kreativitätspsychologie, Medien

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