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Krankenhaus-Consulting

Krankenhaus-Consulting
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Pusl
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 134 Seiten
  • Dateigröße: 916,3 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7951-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7951-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7951-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pusl, Holger Juni 2003: Krankenhaus-Consulting, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensberatung, Gesundheitswesen, DRG, Beratungsprojekt, Basel II

Diplomarbeit von Holger Pusl

Zusammenfassung:

Die Blütejahre der Informationstechnologie sind vorüber. Gesundheit ist die neue Wachstumslokomotive Anfang des 21. Jahrhunderts. Viele Anzeichen deuten auf den beginnenden sechsten Kondratieffzyklus hin.

Gleichzeitig befindet sich das deutsche Gesundheitswesen in einem Strukturwandel, getrieben von einer demographischen Hypothek. Der Krankenhausmarkt unterliegt dabei als größter Kostenverursacher besonderem Interesse bei der Suche nach Rationalisierungsmöglichkeiten. Durch eine gezielt herbeigeführte Öffnung des Wettbewerbs steigt der Veränderungsdruck auf die Krankenhäuser. Große Veränderungsprozesse induzieren meistens einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach externer Beratung, die in den letzten Jahren allgemein stark an Bedeutung gewonnen hat. Aus diesen Entwicklungen generiert sich die Problemstellung der Arbeit, die sich mit Unternehmensberatung im Krankenhausbereich auseinandersetzt.

Ziel der Arbeit ist es, eine allgemeine Standortbestimmung für diesen Bereich zu treffen, Besonderheiten aufzuzeigen und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen zu geben. Im Verlauf der Arbeit wird versucht die Krankenhaus- und die Beraterseite zu gleichen Teilen zu berücksichtigen. Den Ausgangspunkt bildet die aktuelle Situation der Krankenhäuser. Anschließend ist das Phänomen Unternehmensberatung unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine Befragung unter Klinikleitern und Krankenhausberatern, die Meinungen, Tendenzen, Übereinstimmungen und Divergenzen liefern soll. Es folgt die Betrachtung von Besonderheiten im Krankenhaus-Consulting, die in Implikationen für die Beratung mündet. Daran schließt aus Sicht der Klienten eine Prozessempfehlung zur Planung und Durchführung eines externen Beratungsprojektes an. Den Abschluss bilden innovative Aspekte in diesem speziellen Beratungsbereich. Die Begriffe Unternehmensberatung und Consulting werden synonym verwendet. Die Personen- und Berufsbezeichnungen gelten, auch wenn sie nur in einer Form auftreten, gleichwertig für beide Geschlechter.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung der Arbeit 1
1.2 Aktuelle Herausforderungen für Krankenhäuser 2
1.2.1 Änderung der Rahmenbedingungen 2
1.2.2 Handlungsfelder für das Krankenhausmanagement 4
1.2.3 Angestrebte Ziele 6
2. THEORETISCHE GRUNDZÜGE DER UNTERNEHMENSBERATUNG 8
2.1 Definitions- und Abgrenzungsversuch 8
2.1.1 Betrachtung der Beratungsleistungen und ihrer Träger 10
2.1.2 Funktionen von Beratung 12
2.1.3 Beratung als Interaktionsprozess mit rollentheoretischen Überlegungen anhand verschiedener Beratungsphilosophien 14
2.1.3.1 Gutachten-Beratung 14
2.1.3.2 Expertenberatung 15
2.1.3.3 Organisationsentwicklung 15
2.1.3.4 Systemische Beratung 16
2.2 Zum Berufsbild des Unternehmensberaters 18
3 MARKTÜBERSICHT 20
3.1 Der Unternehmensberatungsmarkt im Allgemeinen 20
3.1.1 Entwicklung des Marktes 20
3.1.2 Marktteilnehmer 22
3.1.3 Marktsegmente 23
3.1.4 Nachfrager von Beratungsleistungen 25
3.1.5 Ausblick und Trends 27
3.2 Der Markt im Speziellen für Gesundheitswesen und Krankenhaus 28
3.2.1 Entwicklungs- und Situationsbeschreibung 28
3.2.2 Anwendung des Modells zur Branchenstrukturanalyse von Porter auf Krankenhaus-Consulting 30
3.2.2.1 Bedrohung durch potentielle Konkurrenz 31
3.2.2.2 Marktmacht der Abnehmer 32
3.2.2.3 Bedrohung durch Substitute 32
3.2.2.4 Marktmacht der Lieferanten 33
3.2.2.5 Rivalität zwischen den bestehenden Wettbewerbern 33
4. EXPERTENBEFRAGUNG 35
4.1 Gründe für die Erhebung 35
4.2 Vorgehensweise 35
4.3 Auswertung der Interviews 37
4.3.1 Allgemeine Fragen zu Krankenhausmanagement und –Consulting 37
4.3.1.1 Leitbilder 38
4.3.1.2 Informations- und Kommunikationssysteme 39
4.3.1.3 Konflikt- und Beschwerdemanagement 40
4.3.1.4 Marketing 41
4.3.1.5 Management- und Organisationsdefizite 41
4.3.1.6 Bauliche und organisatorische Umstrukturierungsmaßnahmen 42
4.3.1.7 Wettbewerbsfähigkeit 43
4.3.1.8 Strategien 43
4.3.2 Fragen zu vollzogenen und laufenden Projekten 45
4.3.2.1 Bisherige Beratungserfahrungen und –bereiche 45
4.3.2.2 Ziele der Beratungsprojekte 46
4.3.2.3 Klienten und ihre Beratungspartner 46
4.3.2.4 Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Auswahlkriterien 46
4.3.2.5 Projektvorlaufszeit 48
4.3.2.6 Persönliche Eindrücke und Erfahrungen aus der Projektarbeit 49
4.3.2.7 Probleme in den Projekten 51
4.3.2.8 Stärken und Schwächen von Krankenhausberatern 52
4.3.2.9 Unterschiede der Beratung von Kliniken und Unternehmen 52
4.3.2.10 Unterschiede der Beratung von Kliniken unterschiedlicher Träger 53
4.3.3 Fragen zu geplanten Projekten 53
4.3.3.1 Kurzfristig anstehende Beratungsprojekte 53
4.3.3.2 Langfristig angestrebte Projekte 54
4.3.3.3 Marktentwicklung und Trends im Krankenhaus-Consulting 55
4.3.3.4 Innovative Methoden und Instrumente in der Krankenhausberatung 55
4.3.4 Befragung zu ausgewählten Themen der Arbeit 56
4.3.4.1 Beratung im Zusammenhang mit Basel II 56
4.3.4.2 Coaching 57
4.3.4.3 Systemische Beratung 57
5. SPEZIFIKA DES KRANKENHAUS-CONSULTINGS 59
5.1 Anomalie des Wettbewerbs 59
5.2 Komplexität in der Organisation Krankenhaus 60
5.3 Implikationen für die Beratung 63
6. PROZESSEMPFEHLUNG ZUR PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG EINES EXTERNEN BERATUNGSPROJEKTES 67
6.1 Präzisierung der Problematik 67
6.2 Entscheidung und Zielbildung 68
6.3 Beraterauswahl 70
6.3.1 Vorauswahl geeigneter Berater 70
6.3.2 Vor- bzw. Auswahlgespräche 72
6.3.3 Bewertung der Angebote und Auswahl 74
6.4 Vertragsabschluss 75
6.5 Projektrealisation 76
6.6 Checkliste 78
7. INNOVATIONEN UND TRENDS IM BERATUNGSBEREICH 79
7.1 Systemische Beratung im Krankenhaus 79
7.1.1 Entstehung und Definition 79
7.1.2 Anwendung der Systemtheorie auf das Krankenhaus 81
7.1.3 Funktionsweise einer systemischen Beratung 83
7.2 Coaching als zukunftsträchtige Beratungsmethode 86
7.2.1 Begriffsklärung des Coachings 86
7.2.2 Zum Berufsbild >Coach< 88
7.2.3 Anlässe und Ziele von Coaching 89
7.2.4 Verlauf eines Coaching-Prozesses 90
7.3 Basel II als neues Beratungsfeld 91
7.3.1 Erklärung von Basel II und Rating 91
7.3.2 Auswirkungen auf den Krankenhaussektor 93
7.3.3 Chancen für Unternehmensberater 95
8. FAZIT 97
LITERATURVERZEICHNIS VIII
9. ANHANG XXVIII
9.1 Interviewleitfaden für Krankenhausmanager XXVIII
9.2 Interviewleitfaden für Consultants XXXI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die restlichen Fragen in diesem Block beziehen sich auf die Erfahrungen der Interviewten, die sie direkt in den Projekten sammeln konnten. Auf die Frage, ob und welche Methoden und Instrumente sie im Zuge der Beratung kennen lernten, die ihnen bis dahin nicht geläufig waren, antworten rund ein Viertel der Krankenhausleiter, dass solche nicht zum Einsatz gekommen seien. Die Mehrheit kann hingegen sehr wohl Lerneffekte verbuchen. Die Berater kommen diesbezüglich zum gleichen Ergebnis. Sie räumen ein, dass „Beratung keine Zauberei ist“, aber in gewissen Bereichen Transfer von Wissen und Methodenkompetenz stattfindet. Beide Seiten nennen sowohl Moderations- und Präsentationstechniken als auch Führungs- und Steuerungsinstrumente, z.B. Balanced Score Card oder Benchmarking. Darüber hinaus scheint das Arbeiten in Projektgruppen noch nicht alltäglich in den Kliniken zu sein. Oftmals müssen zunächst die Grundlagen von Projektarbeit bzw. -management erarbeitet werden.122 Im weiteren Verlauf sollen die Interviewten einige Kriterien123 anhand ihrer Erfahrung kurz beurteilen. Insgesamt lässt sich ein positives Resümee über die Projekterfahrungen beider Seiten ziehen. Allerdings ist die Beurteilung stets skeptisch zu hinterfragen, da die Urteilenden selbst aktiv auf Projektverlauf einwirken können und sich mit schlechten Kritiken selbst kein gutes Zeugnis ausstellen würden. Die Zusammenarbeit mit Consultants, das Auftreten der Berater und deren Kompetenz bewerten die Manager erwartungsgemäß überwiegend positiv. Schließlich haben die Befragten weitestgehend selbst die Beraterauswahl getroffen. Jedoch fällt ihr Urteil nicht generell gut aus. Etwa ein Drittel musste auch schlechte Erfahrung sammeln, meistens eng verbunden mit der Person des Beraters. Die Bewertung der Consultants der Zusammenarbeit fiel ähnlich positiv aus. Selbstverständlich gibt es immer Reibungspunkte und Widerstände in Projekten, aber insgesamt stufen sie die Zusammenarbeit als gut ein. Insbesondere die Generalisten schätzen sie im Vergleich zu anderen Branchen als partnerschaftlich ein, trotz manchmal fehlender Projektkultur. Zur Kompetenz der Beteiligten in den Krankenhäusern wollen sich die Berater überwiegend kein Urteil erlauben. [...]

Auf die Frage nach der erfahrungsgemäßen Vorlaufzeit für Projekte, d.h. vom Beraterkontakt bis zum Start, kommen von beiden Seiten meistens zweigeteilte Antworten. Die Interviewten wollen hierzu keine pauschalen Zeitangaben geben. Die Vorlaufzeit differiert zwischen einzelnen Projekten. Dabei spielen Faktoren wie Größe, Investitionsvolumen, Personalaufwand, Dringlichkeit und öffentliche Fördermittel eine Rolle. In Kategorien zusammengefasst weisen die Antworten dennoch klare Tendenzen auf (siehe Abbildung 9). Insgesamt geben die Klienten wesentlich kürzere Anlaufzeiten als die Consultants an. Außerdem lässt sich in diesem Punkt wiederum ein klares Gefälle von öffentlichen über freigemeinnützigen zu privaten Einrichtungen erkennen, wobei letztere die kürzesten Zeitangaben machen. Vor allem die großen Generalisten begründen dies mit öffentlichen Ausschreibungen, die hauptsächlich kommunal getragene Häuser durchführen. [...]

47 sich dabei die Fach- und Methodenkompetenz der Berater und ihre Referenzen heraus. Daneben sind den Klienten Erfahrung - insbesondere im Gesundheitswesen - die Plausibilität bzw. die Umsetzbarkeit der Konzepte und der persönliche Eindruck bzw. der >Chemiefaktor< wichtig. Letztendlich spielt auch das wahrgenommene Preis-/Leistungsverhältnis eine bedeutende Rolle. Diese Kriterien sprechen gewissermaßen mehr für kleine Spezialisten, da sie meist niedrigere Honorare fordern und vom Typ Mensch besser mit den Krankenhausleitern harmonisieren.120 An erster Stelle der möglichen Wege, einen Berater zu finden, steht eindeutig die >Mund zu Mund Propaganda<, d.h. die Empfehlungen im Kollegenkreis. Den zweiten Rang belegen persönliche Kontakte zu Consultants, überwiegend aus vollzogenen Projekten. Seltener dagegen können Berater durch Eigeninitiative, z.B. durch Werbung, Internetauftritt oder Direktansprache, auf sich aufmerksam machen. Das Beratergeschäft im Krankenhaussektor scheint fast ausnahmslos auf persönlichen Kontakten und Empfehlungen zu beruhen. Dies sehen die Consultants grundsätzlich genauso. Gefragt auf welche Weise sie Projekte akquirieren, antworten die Meisten: „Durch Empfehlungen und persönliche Kontakte.“ Insbesondere die kleinen Spezialisten weisen ausdrücklich darauf hin, keine Werbung zu betreiben. „Einen Berater muss man rufen, man kann sich nicht einfach reinquetschen.“ Sie versuchen lediglich ihren Bekanntheitsgrad, z.B. durch Vorträge und Veröffentlichungen, zu steigern. Die Generalisten betreiben eindeutig offensivere Akquisitation. Neben ähnlichen Bemühungen wie die der Spezialisten, versuchen sie über >Mailing-Aktionen< und andere Marketingmaßnahmen neue Kunden zu gewinnen und nehmen viel häufiger an öffentlichen Ausschreibungen teil. Als weiterer Weg für die einzelnen Häuser, an Berater zu kommen, wird die Zuweisung von übergeordneter Stelle, z.B. vom Träger, angegeben. Dies hat sich durch die Frage nach den Entscheidungsträgern bzgl. Beratungsprojekten und Bewilligung der dafür notwendigen finanziellen Mittel bestätigt. Bei 50 Prozent der Befragten haben übergeordnete Instanzen, z.B. Träger, Landrat oder Konzernvorstand, zumindest bei größeren Projekten ein Mitspracherecht. Für kleinere Projekte hat bei fast allen Kliniken die Geschäftsführung die alleinige Entscheidungsbe- [...]

Arbeit zitieren:
Pusl, Holger Juni 2003: Krankenhaus-Consulting, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensberatung, Gesundheitswesen, DRG, Beratungsprojekt, Basel II

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