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Kostenträgerrechnung auf der Basis von Klinischen Behandlungspfaden

Prozessorientierte Steuerungs- und Analysemöglichkeiten von pauschal vergüteten Leistungen im Gesundheitswesen: Kalkulation am Beispiel des ambulanten Behandlungspfades der Leistenhernie

Kostenträgerrechnung auf der Basis von Klinischen Behandlungspfaden
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Sven Schäfer
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Karlsruhe Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8891-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8891-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8891-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schäfer, Sven Februar 2004: Kostenträgerrechnung auf der Basis von Klinischen Behandlungspfaden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klinischer Behandlungspfad, Operationszentrum, Gesundheitswesen, Kostenträgerrechnung, Prozesskostenrechnung

Bachelorarbeit von Sven Schäfer

Zusammenfassung:

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor großen Umbrüchen und die Rahmenbedingungen werden sich grundlegend ändern, so dass es für jedes Krankenhaus besonders wichtig ist, seinen betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben oberste Priorität einzuräumen.

Denn das Überleben vieler deutscher Krankenhäuser wird von einem ausgefeilten Controllingsystem abhängen, welches der Klinikleitung wichtige Entscheidungsgrundlagen u.a. bezüglich des kurz- und langfristigen Erfolges einzelner Leistungen liefert.

Insbesondere wegen der pauschalisierten Finanzierung von stationären und künftig auch ambulanten Krankenhausleistungen wird die Prozessorientierung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vor dieser Tatsache darf sich heutzutage kein modernes Krankenhaus-Controlling verschließen. Darum soll als Ziel dieser Arbeit aufgezeigt werden, wie anhand eines Klinischen Behandlungspfades als Kostenträger eine prozessorientierte Kostenträgerkalkulation stattfinden kann.

Behandlungspfade stellen einen möglichen Weg dar, wie stationäre und ambulante Gesundheitsleistungen im Krankenhaus, die standardisiert erbracht werden können, sowohl für alle am Leistungsprozess teilhabenden Personen als auch für das Controlling transparenter werden.

Darum gliedert sich diese Arbeit in folgende Bereiche:

Zuerst wird dem Leser die Ausgangssituation und die Rahmenbedingungen deutscher Krankenhäuser vorgestellt. Da Klinische Behandlungspfade sinnvolle Instrumente innerhalb eines Krankenhaus-Controlling- Systems darstellen, wird anschließend versucht, den Leser in die Theorie des „Klinischen Behandlungspfades“ einzuführen, die damit verbundenen Ziele zu beschreiben sowie seine Vor- und Nachteile zu erwähnen.

Danach werden die Kostenrechnung im Krankenhaus in der Abfolge Kostenarten, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung und der Bezug zur DRG-Kalkulation vorgestellt. Dabei wird Kritik an der Kostenträgerrechnung auf der Basis des DRG-Kalkulationshandbuches geübt und als mögliche Lösung bzw. Ergänzung die Prozesskostenrechnung vorgeschlagen.

Insbesondere die Kostenträgerrechnung auf der Basis Klinischer Behandlungspfade, welche eine besondere Art der Prozesskostenrechnung darstellt, bildet den theoretischen Schwerpunkt dieser Arbeit. Dabei wird das Modell der Pfadkostenrechnung, welches von einem Schweizer Spital entwickelt wurde, in seinen wesentlichen Zügen vorgestellt und seine Anwendungsgebiete skizziert.

Da sich der praktische Teil dieser Arbeit mit der Kostenträgerkalkulation auf der Basis eines Klinischen Behandlungspfades aus dem ambulanten Sektor – nämlich der Leistenhernie – beschäftigt, werden zuvor noch die Behandlung der Leistenhernie und das ambulanten Operieren vorgestellt.

Im praktischen Teil wird schließlich der Behandlungspfad der ambulanten Operation eines Leistenbruches und seine drei Pfadvarianten dargestellt, kostenmäßig bewertet und letztendlich evaluiert. Aus didaktischen Gründen wird zuerst die Berechnung des Standarderlöses beschrieben, bevor man zur eigentlichen Kostenträgerrechnung auf Teil- und Vollkostenbasis gelangt, da man diesen Erlös sowohl für die Deckungsbeitragsrechnung als auch für die Erfolgsrechnung benötigt. Bei der eigentlichen Kostenträgerrechnung wird zuerst die detaillierte Abfolge der einzelnen Aktivitäten des Behandlungsprozesses visualisiert. Danach folgt die standardisierte zeitliche und kostenmäßige Bewertung der einzelnen Aktivitäten und Materialien pro Behandlungspfadvariante. Diesen durchschnittlichen (Teil- bzw. Voll-) Kosten eines Behandlungspfades wird am Schluss der zuvor ermittelte Standard-Erlös, der einer künftigen pauschalierten Vergütung im ambulanten Sektor entsprechen soll, gegenübergestellt und anhand einer Deckungsbeitrags- bzw. Erfolgsrechnung analysiert und evaluiert.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS I
TABELLENVERZEICHNIS II
FORMELVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
1.1 AUSGANGSSITUATION 1
1.1.1 Einführung 1
1.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 2
1.1.3 Beschreibung des Modellkrankenhauses 7
1.1.4 Vorgehensweise 8
1.2 PROBLEMSTELLUNG 9
1.2.1 Krankenhaus- Controlling 10
1.2.2 Ziel der Arbeit 13
2. KLINISCHE BEHANDLUNGSPFADE 16
2.1 BEGRIFFSABGRENZUNG UND ERLÄUTERUNG 16
2.2 ZIELE 18
2.3 VORGEHENSWEISE BEI DER EINFÜHRUNG VON KLINISCHEN BEHANDLUNGSPFADEN 21
2.3.1 Vorbereitungsphase 24
2.3.2 Hauptphase 25
2.3.3 Einführung (Pfadimplementierung) 25
2.3.4 Erhaltung (Pfad-Controlling, Pfad-Revision) 25
2.4 KRITIK 26
2.5 ZWISCHENFAZIT 26
3. KOSTENRECHNUNG IM KRANKENHAUS 28
3.1 EINFÜHRUNG 31
3.1.1 Kostenartenrechnung 31
3.1.2 Kostenstellenrechnung 34
3.1.3 Kostenträgerrechnung 37
3.2 SYSTEMATISIERUNG DER KOSTENRECHNUNG 42
3.2.1 Voll- bzw. Teilkostenrechnung 43
3.2.2 Istkostenrechnung 44
3.2.3 Normalkostenrechnung 44
3.2.4 Plankostenrechnung 45
3.3 KRITIK AM DRG- KALKULATIONSVERFAHREN 46
3.4 AUFBAU DER PROZESSKOSTENRECHNUNG AUF DEM VORHANDENEN SYSTEM 47
3.5 EINFÜHRUNG IN DIE PROZESSKOSTENRECHNUNG 49
3.5.1 Begriffsabgrenzung und Erläuterung 49
3.5.2 Vorteile der Prozesskostenrechnung 51
3.5.3 Ziele und Aufgaben der Prozesskostenrechnung 51
3.6 UNTERSCHIED DER PROZESSKOSTENRECHNUNG IN DER INDUSTRIE UND IM KRANKENHAUS 52
3.7 PROZESSKOSTENRECHNUNG AUF DER BASIS VON KLINISCHEN BEHANDLUNGSPFADEN 54
3.8 SCHWIERIGKEITEN BEI DER ERFASSUNG DER LEISTUNGSDATEN 55
3.9 VORGEHENSWEISE BEI DER KOSTENTRÄGERKALKULATION 57
3.9.1 Aktivitäten und Teilprozesse festlegen 57
3.9.2 Bezugsgrößen bestimmen 58
3.9.3 Pauschalen und Einzelmaterial definieren 59
3.9.4 Kostenstellenrechnung 59
3.9.5 Berechnung der Kostensätze und Pauschalen 60
3.9.6 Kostenträgerrechnung/Pfad-Kalkulation 63
3.10 BEISPIELE FÜR ANWENDUNGSGEBIETE DER PFADKOSTENRECHNUNG 65
3.10.1 Vor – und Nachkalkulation von Fallpreispauschalen 65
3.10.2 Pfad-Controlling 65
3.10.3 Pfad-Benchmarking 66
3.10.4 Deckungsbeitragsrechnung 66
3.10.5 Budgetierung 67
4. LEISTENHERNIE 69
4.1 DIE LEISTENHERNIE – EINE MEDIZINISCHE KURZBESCHREIBUNG 69
4.2 MÖGLICHE OPERATIVE THERAPIEFORMEN DER LEISTENHERNIE 70
4.2.1 OP nach Shouldice 71
4.2.2 OP nach Lichtenstein 71
4.2.3 Laparoskopische Leistenhernienreparation TAPP 71
5. AMBULANTES OPERIEREN IM MODELLKRANKENHAUS 73
5.1 BEHANDLUNGSFÄLLE 73
5.2 PERSONAL 75
6. PRAKTISCHER TEIL 76
6.1 ERMITTLUNG DES STANDARD-ERLÖSES 77
6.1.1 Standard-Erlös nach dem EBM 78
6.1.2 Standard-Erlös nach der GOÄ 79
6.2 KOSTENTRÄGERRECHNUNG AUF TEILKOSTENBASIS 80
6.2.1 Pfadbeschreibung 81
6.2.2 Aktivitäten festlegen 88
6.2.3 Bezugsgröße bestimmen 89
6.2.4 Pauschalen und Einzelmaterial definieren 89
6.2.5 Kosten ermitteln (Kostenstellenrechnung) 93
6.2.6 Kostensätze/ Pauschalen berechnen 101
6.2.7 Kalkulation 103
6.2.8 Berechnung des einfachen Deckungsbeitrags 105
6.2.9 Auswertung des Deckungsbeitrags 109
6.3 KOSTENTRÄGERRECHNUNG AUF VOLLKOSTENBASIS 112
6.3.1 Kostenstellenrechnung auf Vollkostenbasis 112
6.3.2 Ermittlung der Kostensätze 115
6.3.3 Kalkulation 115
6.3.4 Auswertung der Ergebnisse 119
FAZIT 120
LITERATURVERZEICHNIS 123
ANHANG 126
1. AEP-KRITERIEN 126
2. DRG-BERICHTSWESEN 129
a. DRG-Berichtswesen auf der Gesamthaus-Ebene 129
b. DRG-Berichtswesen auf der MDC-Ebene 130
c. DRG-Berichtswesen auf der DRG-Ebene 130

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Prozesskostenrechnungsprinzip enthält keine innerbetriebliche Leistungsverrechnung.142 Gegenseitige Leistungsaustausche zwischen Kostenstellen werden bei Kostenverteilung auf Prozesse deshalb nicht zwischen Kostenstellen verrechnet, sondern direkt durch die Prozessinanspruchnahmen der Prozessketten berücksichtigt. Bei der Prozesskostenrechnung werden deshalb den Prozessen prinzipiell nur Primärkostenarten zugeordnet. Eine Ausnahme bilden Partialprozesskostenrechnungen. Wird ein Untersuchungsbereich definiert, der mit weiteren Unternehmensabteilungen in Leistungsaustauschbeziehungen steht, müssen ebenfalls dabei verrechnete Sekundärkostenarten berücksichtigt werden. Von der Sekundärkostenberücksichtigung sind jedoch diejenigen verrechneten Kosten auszuschließen, die sich auf innerhalb des Untersuchungsbereichs ausgetauschte Leistungen beziehen.143 Die genannten Aspekte sollen deutlich machen, dass nicht ein gänzlich anderes Kostenrechnungsverfahren benötigt wird, sondern ein zusätzliches. Viele Informationen aus der traditionellen Kostenstellenrechnung sind nach wie vor unabdingbar für ein wirksames Controlling. Die PKR er- [...]

Da die Prozesskostenrechnung (PKR) in bestehende Kostenrechnungssysteme zu integrieren ist, verfügt sie über keine eigene Kostenerfassung. Sie übernimmt unter der Prämisse einer unveränderten oder allenfalls verdichteten Kostenstellenstruktur auf Kostenstellen durchgebuchte bzw. verteilte Primärkosten.139 Für als Kostenstelleneinzelkosten verrechnete Kostenarten birgt die Kostenübernahme keine methodischen Probleme. Gegen das Zuordnen von über Bezugsgrößen auf Kostenstellen verrechnete Kostenstellengemeinkosten auf Prozesse können jedoch Vorwürfe erhoben werden, wenn sie als Prozessketteneinzelkosten zurechenbar wären. Während bei direkter Zurechenbarkeit auf Teilprozesse Kosten in der Regel auch Kostenstelleneinzelkosten darstellen, bergen Prozessketten- oder Hauptprozesseinzelkosten die Gefahr von unnötigen Schlüsselungen durch die Verrechnung über Kostenstellen. Z. B. ist nicht einsichtig, dass Kosten, die für den Kostenträger anfallen, zuerst auf Kostenstellen verteilt und anschließend über die Teilprozesse wieder der Prozesskette oder dem Hauptprozess angelastet werden sollen. 140 Folgendes Schaubild soll die Verbindung operativer Teilkostenrechnungssysteme mit dem der Prozesskostenrechnung verdeutlichen:141 [...]

Für die DRG-Kalkulation wird die Divisions- bzw. Äquivalenzziffernkalkulation für die Berechnung der Kalkulationssätze verwendet. Da beide Kalkulationsverfahren die Gesamtkosten pro Kostenstelle ohne Differenzierung in Einzel- und Gemeinkosten durch die Leistungsmenge dividieren, müssen bei der Kostenträgerrechnung verschiedene Bezugsgrößen (Pflegetage, PPRMinuten, GOÄ-Punkte, Schnitt-Naht-Zeit, Anzahl operierter Fälle) mit dem jeweiligen Kostensatz multipliziert werden. Die Divisionskalkulation als auch die Äquivalenzziffernkalkulation benötigen eine möglichst homogene Kostenkausalität bzw. ein festgelegtes Kostenverhältnis der einzelnen Leistungen zueinander, um dem Verursachungsprinzip gerecht zu werden.138 Da jedoch im Krankenhaus sehr viele verschiedenartige Leistungen in den einzelnen Kostenstellen anfallen, sind die Kalkulationsverfahren nach dem Kalkulationshandbuch nach Meinung des Autors nur bedingt [...]

Arbeit zitieren:
Schäfer, Sven Februar 2004: Kostenträgerrechnung auf der Basis von Klinischen Behandlungspfaden, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Klinischer Behandlungspfad, Operationszentrum, Gesundheitswesen, Kostenträgerrechnung, Prozesskostenrechnung

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