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Kostenanalyse und Kostensenkungspotentiale für elektrochemische Energieumwandlungssysteme mit Brennstoffzellen

Die Studie erhielt den Förderpreis 2001 der Fachhochschule Trier e.V.
Kostenanalyse und Kostensenkungspotentiale für elektrochemische Energieumwandlungssysteme mit Brennstoffzellen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martina Hinsberger
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 2,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6701-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6701-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6701-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie erhielt den Förderpreis 2001 der Fachhochschule Trier e.V.
  • Arbeit zitieren: Hinsberger, Martina August 2002: Kostenanalyse und Kostensenkungspotentiale für elektrochemische Energieumwandlungssysteme mit Brennstoffzellen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Brennstoffzelle, PAFC, PEMFC, Lernkurve, Stromgestehungskosten

Diplomarbeit von Martina Hinsberger

Zusammenfassung:

Die Energieerzeugung mit Brennstoffzellen wird seit einigen Jahren intensiv erforscht für mobile, stationäre und portable Anwendungen. Brennstoffzellen haben den Vorteil, dass durch den elektrochemischen Konvertierungsvorgang bei hohem elektrischen Wirkungsgrad CO2-Emissionen und limitierte Emissionen und damit Rohstoffe bei der Strom- und Wärmeerzeugung eingespart werden. Die Brennstoffzellentechnologie ist außerdem wegweisend für den zukünftigen verstärkten Einsatz regenerativer Energien und die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft.

Die vorliegende Arbeit untersucht neben dem Systemaufbau die derzeitigen Investitions- und Stromgestehungskosten für die phosphorsaure Brennstoffzelle (PAFC) und die Membranbrennstoffzelle (PEMFC) im stationären Bereich. Beide Systeme werden als kleinere (200-250 kW) Blockheizkraftwerke eingesetzt, wobei die PAFC der Fa. ONSI mit weltweit über 200 verkauften Anlagen derzeit eine führende Rolle einnimmt. Eine detaillierte Kostenanalyse ergibt Stromgestehungskosten von 34 bzw. 83 Pf/kWh für PAFC und PEMFC, womit diese gegenwärtig nicht konkurrenzfähig gegenüber konventionellen Systemen sind. Der Grund hierfür ist hauptsächlich in den hohen Investitionskosten von 10.000 DM/kWel bzw. 30.000 DM/kWel zu suchen.

In einem zweiten Schritt wurden aus den Ergebnissen der Kostenanalyse Kostensenkungspotentiale abgeleitet. Nach Lernkurvenmodellen der Preis- und Produktionskostentheorie reduzieren sich Anlagenkosten bei jeder Verdopplung der Produktion um einen konstanten Betrag. Gründe hierfür liegen in der technischen Weiterentwicklung (z.B. kostengünstigere Materialien bzw. verringerter Materialbedarf) und der Einführung der Serienfertigung. Da PAFC-Systeme technisch weitgehend ausgereift sind, ist das größte Potential hier in der Erhöhung des Produktionsvolumens zu sehen. ONSI strebt bis zum Jahr 2003 eine Produktion von 200 Anlagen pro Jahr an und könnte somit bei einer kumulierten Produktion von ungefähr 135.000 kW Kosten von $300.000 (bzw. ca. 600.000 DM) pro Anlage oder $1500/kW (bzw. ca. 3.000 DM/kW) erzielen. Hierzu müßte der Lernerfolg jedoch 33 % betragen. Trotz der bisherigen Produktionserfahrung liegt er jedoch bei „nur“ 17%. Es bleibt ferner festzustellen, dass der Anlagenpreis der PAFC in den letzten Jahren kaum gefallen ist, d.h. die Kostenersparnisse nicht an die Kunden weitergegeben wurden. Womöglich wird dieser Typ daher mittelfristig von der PEMFC verdrängt, falls Synergien durch den geplanten massiven Einsatz der Membranbrennstoffzelle im Automobilbereich realisiert werden können.

Die PEMFC ist technisch noch nicht ausgereift, d.h. die Kosten können auch durch technische Fortschritte gesenkt werden. Solche Fortschritte sind vor allem im Bereich der Bipolarplatten, Membranen und Elektroden zu erwarten, die drei Viertel der reinen Materialkosten des Stacks ausmachen. Noch wichtiger ist die Verringerung der Herstellkosten (zur Zeit drei Viertel der gesamten Stackkosten) durch einfacher zu verarbeitende Materialien und neue Herstelltechniken für die Massenproduktion.

Neben den Investitionskosten beeinflussen Betriebskosten wie Brennstoffkosten, Wartung und Instandhaltung die Stromgestehungskosten. Aufgrund des höheren Wirkungsgrades versprechen Brennstoffzellensysteme niedrigere Brennstoffkosten als herkömmliche BHKWs. Die derzeit hohen Kosten für Wartung und Instandhaltung sollten mit zunehmender Optimierung der peripheren Systeme unter denen herkömmlicher Systeme liegen, da die Brennstoffzelle selbst keine beweglichen Teile besitzt.

Mit Hilfe staatlicher Fördermittel kann das Potential zur technischen Weiterentwicklung von Brennstoffzellensystemen genutzt und die Erhöhung des Produktions- und Absatzvolumens realisiert werden. Dies hat zur Folge, dass Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungskosten soweit reduziert werden, dass zukünftige Stromgestehungskosten für PAFC- und PEMFC-BHKWs von ca. 10 Pf/kWh möglich sind und Brennstoffzellen-BHKWs in Konkurrenz mit konventionellen Systemen treten können.

Inhaltsverzeichnis:

I. Danksagung 5
II. Abkürzungsverzeichnis 6
0. Zusammenfassung 8
1. Einleitung 10
2. Aufgabenstellung 15
3. Einführung in die Brennstoffzellentechnologie 16
3.1 Die Brennstoffzelle 16
3.1.1 Aufbau und Funktionsprinzip der Brennstoffzelle 16
3.1.2 Anwendungsgebiete für Brennstoffzellen 19
3.1.3 Vor- und Nachteile von Brennstoffzellen 23
3.2 PEMFC - Proton Exchange Membrane Fuel Cell 30
3.2.1 Das Brennstoffzellensystem 30
3.2.2 Anwendung 33
3.2.3 Vor- und Nachteile 37
3.3 PAFC - Phosphoric Acid Fuel Cell 38
3.3.1 Das Brennstoffzellensystem 38
3.3.2 Anwendung 39
3.2.3 Vor- und Nachteile 39
3.4 MCFC - Molten Carbonate Fuel Cell 40
3.4.1 Das Brennstoffzellensystem 40
3.4.2 Anwendung 41
3.2.3 Vor- und Nachteile 43
3.5 SOFC - Solid Oxide Fuel Cell 44
3.5.1 Das Brennstoffzellensystem 44
3.5.2 Anwendung 46
3.2.3 Vor- und Nachteile 46
3.6 Zusammenfassung 48
4. Brenngasaufbereitung 49
4.1 Reformierung 50
4.1.1 Dampfreformierung 50
4.1.2 Partielle Oxidation (POX) 51
4.1.3 Autotherme Reformierung 52
4.1.4 Shift-Stufe 53
4.1.5 Rußbildung 53
4.2 Gasreinigung 54
4.2.1 Schwefel 54
4.2.2 Kohlenmonoxid 55
4.2.3 Kohlendioxid 56
4.2.4 Ammoniak 57
4.3 Vor- und Nachteile der wichtigsten einsetzbaren Brennstoffe 58
5. Kostenanalyse 60
5.1 Allgemeine Vorgehensweise 60
5.2 PAFC 63
5.2.1 Systembeschreibung 64
5.2.2 Stromgestehungskosten 67
5.3 PEMFC 73
5.3.1 Systembeschreibung 74
5.3.2 Stromgestehungskosten 76
5.4 Ergebnis und Diskussion 80
6. Kostensenkung 81
6.1 Technische Anforderungen 81
6.1.1 PAFC 81
6.1.2 PEMFC 82
6.2 Wirtschaftliche Anforderungen 83
6.2.1 PAFC 83
6.2.2 PEMFC 93
6.2.3 Weitere Einflussfaktoren 97
7. Maßnahmen für den Markteinstieg von Brennstoffzellen 100
8. Schlussfolgerungen 104
III. Literaturverzeichnis 105
IV. Abbildungsverzeichnis 113
V. Anhang 1 116
VI. Anhang 2 130

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine einzelne Zelle produziert ca. 0,66 Volt bei 0,1 A/cm². Der Zellstapel produziert bei Vollast einen Gleichstrom mit etwa 1000 A und 200 V. Dieser Strom wird vor der Netzeinspeisung mit Hilfe eines Wechselrichters in 50 Hz-Drehstrom mit 380 V Spannung umgewandelt. (Heiming/Wismann [VIK 1999]) Der elektrische Wirkungsgrad beträgt (gemessen am unteren Heizwert und bei einer Leistung von 100 kWel) zu Beginn der Inbetriebnahme bis zu 42 %, der thermische ungefähr 43 %. Mit zunehmender Alterung der Zelle, sinkt der elektrische Wirkungsgrad bis auf ca. 33 % ab, der thermische steigt dementsprechend an auf etwa 52 %. Durch den Spannungsabfall in den Zellen kann nach 30.000 Stunden Laufzeit nur noch 150 kWel produziert werden. (Heiming/Wismann [VIK 1999]) Im Teillastbereich von 100 bis 50 % bleibt der Wirkungsgrad konstant bzw. steigt noch leicht an. Laut Grubel (HEW) betrug der Wirkungsgrad des ONSI-BHKWs nach 25.000 Betriebsstunden bei 100 kWel 37,5 % und bei 200 kWel 36,5 %. Erst unter 100 kW nimmt der Nettowirkungsgrad durch die Zunahme der elektrischen Eigenverbräuche deutlich ab (Heiming/Wismann [VIK 1999]). Die Zunahme des Eigenverbrauchs ist darauf zurückzuführen, dass bei niedriger Leistung die entstehende Wärme nicht mehr ausreicht den Stapel auf Betriebstemperatur (200 °C) zu halten und die Dampfproduktion zu ermöglichen. Daher wird bei niedriger Leistung automatisch der elektrische Heizer (s.o.) zugeschaltet, der einen Teil des erzeugten Stroms verbraucht, welcher dann nicht mehr für die Einspeisung zur Verfügung steht. 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Elektrische Leistung [kW] Wirkungsgrad Brennstoffnutzung [...]

Es gibt drei Ausführungen der PC25: Die erste PC25A wurde im Dezember 1991 geliefert (persönliche Mitteilung von IFC vom 31.05.2000). Im August 1994 folgte die erste PC25B, die nach den Erfahrungen aus dem Betrieb der PC25A-BHKWs verbessert wurde. Im Dezember 1995 folgte dann die vollkommen überarbeitete Version (PC25C), die sich hauptsächlich hinsichtlich des Volumens von den ersten Typen unterschied. Durch eine kompaktere Bauweise (auch des Stapels) war es gelungen das Volumen um etwa ein Drittel zu reduzieren Die betrachtete PC25-Einheit der Firma ONSI hat eine Leistung von maximal 200 kWel. Prinzipiell ist es möglich die elektrische Leistung von 0 auf 200 kWel stufenlos einzustellen. Die thermische Leistung beträgt maximal 220 kWth und kann ausgekoppelt werden (s.u., Heiming/Wismann [VIK 1999]). Das Brennstoffzellen-BHKW wird mit reformiertem Erdgas betrieben. Da die PAFC empfindlich auf Schwefelverbindungen reagiert, werden diese zuvor aus dem Brenngas entfernt. Das entschwefelte Gas wird mit Wasserdampf vermischt und in den Reformer geleitet, wo es mit Hilfe von Nickelkatalysatoren [LESIEUR 1999] bei Temperaturen von 800 °C in Kohlenmonoxid und Wasserdampf umgewandelt wird. Anschließend gelangt das Reformat in den Shift-Konverter, in dem ein Großteil des als Katalysatorgift wirkenden COs bei 300 °C mit Wasserdampf zu CO2 und weiterem Wasserstoff umgewandelt wird. [BIEDERMANN et al. 1999] Das Brenngas mit 1-2 % CO wird der Anodenkammer der Brennstoffzelle zugeführt, das Oxidationsmittel (Umgebungsluft) der Kathode. Die elektrochemischen [...]

Einige der anfallenden Kosten sind fix, das heißt sie fallen jedes Jahr zu gleichen Beträgen an (z.B. Versicherung), andere Kosten wiederum sind variabel und schwanken z.B. mit sich änderndem Teillastverhalten (z.B. Brennstoffkosten). Schließlich gibt es noch Kosten, die nur einmalig anfallen (z.B. Investitionskosten). Um alle diese Kosten in Stromgestehungskosten pro kWh umrechnen zu können, werden alle Zahlungen auf eine Periode bezogen, d.h. in DM pro Jahr umgerechnet. Da in einem Blockheizkraftwerk bei der Stromproduktion automatisch auch Wärme hergestellt wird und somit Wärmekosten vermieden werden, wird die erzeugte Wärmemenge gutgeschrieben. Je nachdem mit welcher Technik das konkurrierende System arbeitet und abhängig von der Versorgungssituation, könnten weitere vermiedene Kosten als Erlös verbucht werden (z.B. Heizkessel, vermiedene Strombezugskosten, vermiedene externe Kosten durch höhere Emissionen). Es ist jedoch schwierig ohne ein konkretes Berechnungsbeispiel die Höhe dieser vermiedenen Zahlungen festzustellen. Daher werden in dieser Berechnung keine weiteren Gutschriften berücksichtigt und die vollständige Eigennutzung des erzeugten Stroms unterstellt. Kalkuliert werden somit die verbleibenden Stromgestehungskosten. Jablonski [VIK 1999] [...]

Arbeit zitieren:
Hinsberger, Martina August 2002: Kostenanalyse und Kostensenkungspotentiale für elektrochemische Energieumwandlungssysteme mit Brennstoffzellen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Brennstoffzelle, PAFC, PEMFC, Lernkurve, Stromgestehungskosten

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