Die Kosten der Besteuerung für Verwaltung und Steuerpflichtige
Ist es möglich, die zusätzlichen Wohlfahrtsverluste zu verringern?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Falko Hoppe
- Abgabedatum: Mai 1996
- Umfang: 70 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0442-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0442-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0442-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hoppe, Falko Mai 1996: Die Kosten der Besteuerung für Verwaltung und Steuerpflichtige, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Falko Hoppe
Einleitung:
Ein gerechtes Steuersystem in einer immer komplexer werdenden Wirtschaft ist zwangsläufig sehr kompliziert. Den Forderungen nach Steuervereinfachung muß demgegenüber auch eine wachsende Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Über die Kompliziertheit von Steuergesetzen wird deshalb weiterhin viel diskutiert werden. Wenn ein Steuersystem jedoch reformiert werden muß, hängt dies auch von seiner Praktikabilität und der Effizienz in der Handhabung ab. Die Kosten, die bei der Besteuerung für die Verwaltung und den Steuerpflichtigen anfallen, sind dabei ein wichtiger Indikator. Sie zu untersuchen, aufzuschlüsseln und Möglichkeiten ihrer Verringerung aufzuzeigen soll Ziel dieser Arbeit sein.
Gang der Untersuchung:
Im analytischen Teil werden zunächst zwei Steuertheorien kritisch gegenübergestellt. Es wird sich dabei herausstellen, daß bei der Erforschung der Wirkungen einer Steuer bisher der Grundsatz der Erhebungsbilligkeit weitgehend unbeachtet blieb. Doch gerade die durch die Erhebung ausgelösten Lasten und daraus resultierende Wohlfahrtsverluste unterliegen einer wachsenden Bedeutung.
Erhebungs- und Entrichtungskosten sind zusätzliche Lasten der Besteuerung und Inhalt des anschließenden empirischen Teils. Anhand von Studien, die in begrenzten Wirtschaftsräumen erstmals in den 80er Jahren durchgeführt wurden, ergibt sich ein Überblick über die Struktur und den Anteil der einzelnen Steuern an den Kosten. Über Hochrechnungen, gemessen am damaligen Steueraufkommen der Bundesrepublik, sind schließlich erste Schlußfolgerungen möglich. An dieser Stelle wird allerdings auch deutlich, daß nach der deutschen Wiedervereinigung noch keine Untersuchungen in diese Richtung unternommen wurden. Sie könnten eventuell Aufschluß darüber geben, wie die Entwicklung auf dem Gebiet der neuen Bundesländer bisher verlaufen ist.
Die Ergebnisse zeigen dennoch deutlich, daß erhebliche Spielräume für eine Steigerung der Effizienz in der Besteuerung existieren. Im abschließenden Kapitel werden vorrangig Möglichkeiten gezeigt, das existierende Steuersystem so zu verbessern, daß zusätzlich auftretende Wohlfahrtsverluste verringert werden können. Bei der kritischen Auseinandersetzung mit den einzelnen Vorschlägen wird deutlich, daß viel vom Willen und den begrenzten Möglichkeiten der Steuerpolitik abhängt, Verbesserungen und höhere Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffserklärungen | 2 |
| 2.1 | Die Erhebungskosten der öffentlichen Hand | 2 |
| 2.2 | Die Entrichtungskosten im privaten Bereich | 3 |
| 3. | Analytische Einordnung | 5 |
| 3.1 | Theorie der optimalen Besteuerung und Steuerwirkungen | 5 |
| 3.1.1 | Ziele der Theorie | 5 |
| 3.1.2 | Die Minimierung der Zusatzlast | 5 |
| 3.2 | Theorie der effizienten Besteuerung und Steuerwirkungen | 6 |
| 3.2.1 | Grundlagen der Theorie | 6 |
| 3.2.2 | Die Einbeziehung weiterer zusätzlicher Wohlfahrtsverluste | 8 |
| 3.3 | Gegenüberstellung und Schlußfolgerungen | 9 |
| 4. | Empirische Untersuchungen über die Kosten der Besteuerung | 12 |
| 4.1 | Zweck und Aussagefähigkeit der Studien | 12 |
| 4.2 | Erhebungskosten | 13 |
| 4.2.1 | Ausgaben der Finanzverwaltung | 13 |
| 4.2.2 | Einzelne Steuern im Vergleich | 20 |
| 4.3 | Entrichtungskosten | 26 |
| 4.3.1 | Die Belastung der privaten Haushalte | 27 |
| 4.3.2 | Die Belastung der privaten Unternehmen | 31 |
| 4.4 | Quantitative Schlußfolgerungen | 39 |
| 5. | Möglichkeiten zur Verringerung der zusätzlichen Wohlfahrtsverluste | 43 |
| 5.1 | Abschaffung teurer Steuern? | 43 |
| 5.2 | Erhöhung der Effizienz der Steuerverwaltung | 45 |
| 5.3 | Kompensation der Entrichtungskosten für private Unternehmen? | 50 |
| 5.4 | Vorschläge zur Vereinfachung des Steuerrechts | 51 |
| 6. | Schlußbemerkungen | 58 |
| Literaturverzeichnis | 59 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 63 |
Die schon mehrfach erwähnte Komplexität des Bewertungsgesetzes verursacht den aus der Graphik ersichtlichen hohen Zeitaufwand für die Vermögensteuer. Der Anteil von 40% ist um so interessanter, wenn bedacht wird, daß ihn im Durchschnitt jeder Haushalt aufwendet. Aufgeschlüsselt beinhaltet er allerdings auch Extremfälle. So sind nur 6% der befragten Haushalte vermögensteuerpflichtig, von denen aber knapp ein Drittel mehr als 30 Stunden im Jahr für die Erfüllung der Steuerpflicht aufbringt. Bei der Lohnsteuer wird der überwiegende Teil des Zeitaufwandes von den Unternehmen übernommen, die diese Steuer berechnen und abführen müssen. Im Zusammenhang mit der Veranlagung zur Einkommensteuer betont Tiebel die überdurchschnittliche Belastung von Zwei-Personen-Haushalten. Der Grundsatz der Individualbesteuerung des Einkommensteuerrechts läßt auch zusammenveranlagte Ehepaare zu einzelnen Steuersubjekten werden. Danach werden die Einkünfte der Ehegatten getrennt ermittelt und zugerechnet.67 Die Prozentsätze in Abbildung 12 zeigen für die Lohn- und Einkommensteuer im Verhältnis zur Vermögensteuer ein weitaus geringer verzerrtes Bild, da fast alle befragten Haushalte vom Einkommensteuergesetz berührt werden. Der Anteil der sonstigen [...]
aller Haushalte. Während im Jahr 1983 im Mittel noch 562 DM für diese Dienste aufgewendet wurden, waren es 1988 schon 727 DM. Eine interessante Interpretation ergibt sich dann, wenn die Haushalte im Hinblick auf ihre Größe, sowie Beruf und Einkommen unterschieden werden62. Die beiden letztgenannten Kategorien beziehen sich dabei auf die Auskunftsperson im Haushalt, meist der Haushaltsvorstand. Im Ergebnis läßt sich für alle Gruppen ein einfacher Trend in Richtung steigenden Beratungsbedarfs bei gleichzeitig wachsenden Kosten nachweisen. Auffallend ist lediglich die überdurchschnittliche Inanspruchnahme von Beratern in den unteren Einkommensklassen sowie die hohe Vermeidung fremder Hilfe in der Gruppe der Beamten. Während die einkommenschwachen Haushalte den Lohnsteuer-Jahresausgleich immer mehr von Lohnsteuerhilfsvereinen anfertigen lassen, beschäftigen sich Beamte durch größere Vertrautheit des Verwaltungsaufwands mit steuerlichen Problemen eher selbst. Absolut gaben selbständige Haushalte für steuerliche Beratung die höchsten Beträge aus.63 Zur Erfüllung der Steuerpflicht sind auch zeitliche Belastungen erforderlich. Welche Tätigkeiten dabei wieviel Zeit im Jahr beanspruchen, zeigt Abbildung 11 für 1983.64 [...]
rechnung der Entrichtungskosten werden dort anstelle von Befragungen Steuerstatistiken und andere statistische Quellen herangezogen. Aus diesen lassen sich z.B. im Zusammenhang mit der Anfertigung des Lohnsteuer-Jahresausgleichs Informationen über die Jahresarbeitslöhne gewinnen. Da annahmegemäß jede Tätigkeit des Steuerpflichtigen, die durch die Mitwirkung bei der Steuererhebung bedingt ist, auch am Markt angeboten wird, basiert die Schätzung der Entrichtungskosten auf Honoraren für Steuerberater. Die Höhe der Beratungsgebühren entnimmt das RWI aus der entsprechenden Wertgebührenordnung. Beratungsgebühr und Jahresarbeitslohn lassen sich letztendlich ins Verhältnis setzen und erlauben eine Berechnung der Entrichtungskosten.59 Im Ergebnis kommt das RWI auf hochgerechnete Kosten, die für das Jahr 1984 mit absolut etwa 14 Mrd. DM nur rund 34% einer vergleichbaren Stichprobe ausmachen. Da die eben beschriebene Vorgehensweise offensichtlich sehr oberflächlich betriebliche bzw. private Anstrengungen zur Steuerermittlung durch sehr teure externe Beratung ersetzt, muß der geringe Umfang der Entrichtungskosten fragwürdig erscheinen. Zudem fehlt eine Kontrollmöglichkeit mit ähnlich ausgerichteten Untersuchungen. Die Stichprobenuntersuchungen unterliegen ohne Zweifel statistisch bedingten Unzulänglichkeiten, ihre Glaubwürdigkeit nimmt jedoch mit jeder weiteren Untersuchung zu, die dem bisherigen Trend folgen kann.60 Aus diesem Grund soll die folgende Argumentation auch auf der Basis von empirischen Analysen fortgesetzt werden. 4.3.1 Die Belastung der privaten Haushalte61 Bei der Auswahl der zu befragenden Haushalte empfiehlt sich eine Methodik, die die Teilerhebung so repräsentativ wie möglich gestaltet. Neben persönlichen Angaben setzt sich die Befragung mit folgenden Themenkomplexen auseinander: Merkmale der Personen, die sich um steuerliche Sachverhalte kümmern Zeitbedarf für die Bewältigung dieser Sachverhalte dabei entstehende Kosten und deren Aufteilung auf die Steuerarten Eine vorgezogene, konkret zu beantwortende Frage beschäftigt sich mit dem Anteil derer, die zur Bewältigung steuerlicher Angelegenheiten die Dienste eines fremden Beraters in Anspruch nehmen. Für die Zeit von 1983 bis 1988 waren dies nach Ziegler durchschnittlich 54% [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832404420
Arbeit zitieren:
Hoppe, Falko Mai 1996: Die Kosten der Besteuerung für Verwaltung und Steuerpflichtige, Hamburg: Diplomica Verlag
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