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Kosten-Nutzen-Analysen im Gesundheitswesen

Am Empirischen Beispiel von Hyperthyreose-Therapien

Kosten-Nutzen-Analysen im Gesundheitswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lutz Geckle
  • Abgabedatum: Oktober 1996
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0794-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0794-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0794-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Geckle, Lutz Oktober 1996: Kosten-Nutzen-Analysen im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gesundheitökonomie, Hyperthyreose, Kostenminimierung, Gesundheitswesen, Kostenanalyse

Diplomarbeit von Lutz Geckle

Einleitung:

Der steigende Anteil der Gesundheitsaufwendungen am Sozialprodukt der wohlhabenden lndustriegesellschaften und der entsprechend steigende Anteil von Beiträgen und Abgaben am Einkommen des Einzelnen sind in der Vergangenheit zunehmend auf den Widerstand von Bürgern und Politikern gestoßen und haben zu zahlreichen Bemühungen um eine Dämpfung des Ausgabenwachstums in diesem Bereich geführt. Einerseits sehen sich durch die Kürzung der Mittel und Ausgaben die Ärzte in ihrer Therapiefreiheit beschnitten. andererseits wird dadurch der von vielen Okonomen geforderten Mahnung für höhere Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssektor Rechnung getragen.' Im allgemeinen wird dabei Jedoch sichtbar, daß sich der vom Umfang her eher unterschätzte Bereich der Produktion von Gütern (Leistungen) vom Randgebiet zu einem mehr und mehr beachteten Interessengebiet hinsichtlich des Effizienzgedankens entwickelt.

Der ökonomische Effizienzgedanke ist jedoch weitreichender als sein allgemeiner Sprachgebrauch. Effizienz im ökonomischen Sinne betrachtet nicht nur die Wirtschaftlichkeit, mit der ein medizinisches Ergebnis erreicht wurde, sondern fällt auch ein abwägendes Urteil, ob die erzielten Ergebnisse überhaupt den getätigten Aufwand rechtfertigen.

Im allgemeinen beurteilt dies die nachfragende Person einer Leistung, die aufgrund ihrer Präferenzen und des verfügbaren Einkommens entscheidet, welche Leistung sie in Anspruch nimmt. Der erforderliche Austausch der Mittel und Leistungen findet dann auf dem in den westlichen Industrieländern gebräuchlichen "Markt" statt Bei einer Reihe von Produkten und Dienstleistungen und insbesondere bei medizinischen Leistungen treten jedoch so starke Marktdefekte, wie mangelnde Information des Kunden über die Qualifikation des Anbieters und die damit verbundenen Eigenschaften des Produkts auf, daß eine Allokation der Mittel über den Markt nur eingeschränkt stattfindet und damit eine vom Effizienzgedanken weitgehend abgekoppelte Produktion stattfindet.

Aus dem ärztlichen Ethos des Hippokratischen Eides ist ein Gesundheitsleistungsanbieter bestrebt, den Gesundheitsgrad seines Patienten zu maximieren und dies aufgrund der fehlenden Zwänge des Marktes unter Einsatz aller medizinischen Möglichkeiten zu vollbringen. Zur Sicherung der maximalen Gesundheit werden heutzutage aufgrund der Tatsache, daß die meisten medizinischen Innovationen einen ungemein hohen Ressourcenverbrauch verursachen, immer mehr Mittel benötigt. Es ist jedoch fraglich ob dieser Umfang von den einzelnen Personen erwünscht ist, da die Kosten letztendlich durch Abgaben und Gebühren pauschallert auf die Personen zurückfallen, Jedoch durch das Fehlen der personenbezogenen Kostenaufbringung wenig Anreize bestehen, die individuelle Nachfrage einzuschränken.

Vor dem Hintergrund der stark zunehmenden Ausgabenexplosion im Gesundheitswesen ist das Ziel dieser Diplomarbeit, Wirtschaflichkeitsuntersuchungen als Instrument zur ökonomischen Evaluation von Gesundheitsmaßnahmen zu analysieren, um die Ausgabensteigerungen in Gesundheitswesen zumindest einzuschränken. Zu einer Verfahrensart wird ein empirisches Beispiel vorgeführt.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil der Diplomarbeit werden kurz die grundsätzlichen Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Gesundheitsgütern und Ökonomie dargestellt. Dabei soll gezeigt werden, daß die zur Zeit existenten Bedingungen nicht ausreichen um die momentane Ausgabenexplosion in einem nennenswerten Umfang einzuschränken. Einige Bemühungen richten sich darauf, marktwirtschaftliche Instrumente einzuführen. Andererseits wird das klassische Instrument der Wirtschaftlichkeitsstudien dazu benützt, Gesundheitsmaßnahmen auf ihre gewünschte Daseinsberechtigung hin zu überprüfen.

Im zweiten Teil der Diplomarbeit sollen die Prinzipien von Analysen und die gängigen Untersuchungsverfahren, insbesondere deren volkswirtschaftliche Grundform, die Kosten-Nutzen-Analyse, vorgestellt und deren Vor- und Nachteile abgewogen werden.

Im dritten Teil wird dann eine Grundform von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die Cost-Effectiveness-Analyse angewandt, um eine Therapievergleichsstudie durchzuführen. Dabei werden zwei kurative \\Methoden bei Schilddrüsenüberfunktion, die Radiojodtherapie und der chirurgische Eingriff, unter verschiedenen Vorbedingungen auf ihre Kostengünstigkeit überprüft. Um eine möglichst vielfältige Analyse zu präsentieren wird, ein sogenanntes Matchingverfahren angewandt, das gewährleisten soll, daß die Patientenstruktur bezüglich kostendeterminierender Einflußfaktoren vergleichbar sind. Grundlage der Berechnung wird die Divisions- und Zuschlagskalkulation sein.

Im vierten Teil der Diplomarbeit werden die Ergebnisse der Kalkulationen vorgestellt und interpretiert.

Die aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse leisten einen Beitrag dazu die Budgets der Krankenkassen zu entlasten und gemäß Kostengünstigkeit eine individuelle Therapiewahl je nach Vorbedingung durchzuführen.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung
Abkürzungsverzeichnis
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
1. Enführung 1
2. Gesundheit als ökonomisches Gut sowie die Besonderheiten von Gesundheitsmärkten 3
2.1. Bereitstellungs- und Koordinationsformen der Wirtschaft 4
2.2. Besonderheiten von Gesundheitsgütern und ihre allokativen Konsequenzen 5
2.2.1. Externe Effekte 6
2.2.2. Unvollständige Information. fehlende Konsumentensouveränität und Zwangskonsum 7
2.2.3. Anbieterdominanz und angebotsinduzierte Nachfrage 8
2.3. Unsicherheit sowie Marktversagen auf Gesundheitsmärkten aufgrund adverser Selektion 9
2.4. Ausgabenexplosion im Gesundheitswesen aufgrund Moral Hazard 11
2.5. Notwendigkeit der ökonomischen Evaluation von Gesundheitsmaßnahmen 13
3. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen als Instrument zur Evaluation von Projekten und Programmen in regulierten Wirtschaftsbereichen 15
3.1. Prinzipien von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen 16
3.2. Die Kosten- und Nutzenkomponenten 21
3.3. Die Kosten-Nutzen-Analyse (Cost-Benefit-Analyse) 23
3.3.1. Kosten und Nutzen Bewertungskonzepte 26
3.3.2. Die Zahlungsbereitschaft (Willingness-to-Pay) 27
3.3.3. Der Humankapitalansatz 29
3.3.4. Grenzen und Bedeutung von Kosten - Nutzen - Analysen 31
3.4. Reduzierte Analysen 32
3.4.1. Die Kosten-Wirksamkeits-Analyse (Cost-Effectivness Analyse) 32
3.4.2. Die Nutzwertanalyse 36
3.4.3. Die standardisierte Outputbewertung (Cost-Utility-Analyse) 37
4. Kostenanalyse der Therapieformen bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zur Vorbereitung einer Cost-Effectivness Analyse 42
4.1. Funktion der Schilddrüse und Krankheitsbild der Hyperthyreose 43
4.1.1. Die beiden Therapieformen 44
4.2. Abgrenzung der Studie 45
4.2.1. Aufbau der Studie 46
4.3. Konzepte zur Berechnung der Kosten 50
4.3.1. Die angewandten Konzepte auf der Grundlage einer Kostenträgerrechnung 52
4.4 Beispielskalkulation des Divisions- und des Teilkostenverfahren bei beiden Therapieformen 61
4.5. Die Patientenstruktur der analysierten Falle Studienresultate 68
5. Studienresultate 71
5.1. Ergebnisse der Divisionskalkulation 72
5.2. Ergebnisse der Zuschlagskalkulation 77
5.3. Ergebnisse der Analyse in bezug auf die Matchkriterien: 87
6. Schlußwort 98
Literaturliste
Anhang

Arbeit zitieren:
Geckle, Lutz Oktober 1996: Kosten-Nutzen-Analysen im Gesundheitswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gesundheitökonomie, Hyperthyreose, Kostenminimierung, Gesundheitswesen, Kostenanalyse

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