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Kosten-, Nutzen- & Risikoaspekte bei der Implementierung von Customer Relationship Management Systemen

Ergebnisse einer empirischen Untersuchung

Kosten-, Nutzen- & Risikoaspekte bei der Implementierung von Customer Relationship Management Systemen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karlheinz Gerster
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 351 Seiten
  • Dateigröße: 9,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6743-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6743-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6743-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gerster, Karlheinz Mai 2002: Kosten-, Nutzen- & Risikoaspekte bei der Implementierung von Customer Relationship Management Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktforschung, Kundenbindungsmanagement, analytisches CRM, ROI, Presileistungsverhältnis

Diplomarbeit von Karlheinz Gerster

Einleitung:

Der Wettbewerbsdruck steigt und Produktlebenszyklen werden kürzer. Produkte und Leistungen werden sich qualitativ immer ähnlicher. Differenzierungsstrategien werden schwieriger und verlieren oftmals den erhofften Alleinstellungscharakter – hohe Preise sind immer seltener zu rechtfertigen und durchzusetzen. In Zeiten der Globalisierung geraten immer mehr Hersteller in ein weltweites Wettbewerbsumfeld, wozu auch das Internet durch verändertes Beschaffungsverhalten beiträgt. In der Wissensgesellschaft ist Markttransparenz kein Privileg mehr und ausschließlich regionale Kunden- bzw. Geschäftsbeziehungen wird es zukünftig nicht, oder zumindest nicht mehr so zahlreich geben. Die Kundenloyalität sinkt, da die Menschen mobiler als auch kritischer werden und der neue Abnehmertypus des hybriden Käufers sucht Gegenstände des täglichen Bedarfs nach Preis aus, um auf höherklassige Bedürfnisse flexibel reagieren zu können. Schnäppchenjäger vergleichen intensiv Preise – wofür ihnen durch kürzere und flexiblere Arbeitszeiten sowie durch das Internet mehr Raum bleibt.

Die Unternehmen sind deshalb zu Flexibilität und höchster Anpassungsgeschwindigkeit gezwungen, um dem Kunden – zur richtigen Zeit am richtigen Ort – immer stärker personalisierte Produkte offerieren zu können kommen zum Schluss, dass auch das beste Produkt, bzw. die beste Dienstleistung heutzutage nicht mehr ausreicht um erfolgreich im Markt zu bestehen. Zur Differenzierung und Abhebung vom Wettbewerb genügt das Produkt alleine also immer weniger. Gefragt ist ein besseres Verständnis des Kunden, um ihm z.B. durch besseren Service einen Mehrwert zu verschaffen. Individualisierung der Kundenbeziehungen ist hierbei das Stichwort und bedeutet eine gezielte Ausrichtung der gesamten Kommunikation und Interaktion auf den einzelnen Kunden. Wo das nicht möglich ist, sollten zumindest möglichst kleine, passgenaue Segmente gebildet und bedient werden.

In Anbetracht immenser Kosten zur Akquirierung neuer Kunden und tendenziell sinkender Kundenloyalität orientieren sich immer mehr Unternehmen am bestehenden Kundenstamm und versuchen, ihn an sich zu binden. Untersuchungen belegen, dass es ca. fünf- bis siebenmal so kostenintensiv, ist einen neuen Kunden zu akquirieren, wie einen bestehenden zu halten, stellt die resultierenden Auswirkungen auf den Gewinn anhand eines Verkäufervergleichs dar und zeigt, dass die Kundenpflege wesentlich gewinnträchtiger ist als die reine Kundengewinnung. Der Fokus geht deshalb vom Transaktions- zum Beziehungsmarketing über – das heißt weg von kurzfristiger Kaufanbahnung hin zur Schaffung langfristiger Geschäftsbeziehungen. Doch Beziehungen brauchen einen Hintergrund – spezifische Informationen über den Kunden sind notwendig, um ihn individuell ansprechen zu können. Händler mit überwiegend persönlichem Kontakt und überschaubarem Kundenstamm wissen schon lange um die Bedeutung von Geschäftsbeziehungen, die über die reine Kaufabwicklung hinausgehen. Was im kleinen persönlichen Maßstab gut funktioniert, galt aber bislang als nicht auf den großen Maßstab übertragbar. Mit Aufkommen der Datenverarbeitung war es zwar zunehmend einfacher umfangreiche Daten über den Kunden zu halten – lediglich die adäquate Nutzung war bis vor wenigen Jahren aufgrund fehlender durchgängiger Konzepte und verstreuter Informationsinseln nicht möglich. Hier setzen die aufkommenden Systeme für Kundenbeziehungsmanagement bzw. Customer Relationship Management (CRM) an und bieten umfassende Anwendungen für eine integrierte Betrachtungsweise der Prozesse in Marketing, Vertrieb und Service, was als wesentlicher Bestandteil des modernen Beziehungsmarketings gilt .

Es scheint, als ob sich CRM-Systeme bereits weitläufig durchsetzen. Eine Studie der Unternehmensberatung RAAD Consult aus dem Juni 2001 ergab, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits 22% der High-Tech-Unternehmen bzw. branchenübergreifend knapp 13% der Unternehmen ein solches System implementiert hatten, was in Anbetracht des jungen Marktes für CRM-Software als hoch zu gelten hat. Die Autoren der Studie erwarten, dass die bereits implementierten Systeme bei High-Tech-Unternehmen inzwischen einen hohen Reife- und Optimierungsgrad erreicht haben, wodurch der Wettbewerb angeheizt und Nachahmer angetrieben werden dürften.

Es ist also zu überprüfen, welche Möglichkeiten oder Gefahren sich für die betroffenen Unternehmen ergeben. Dies ist insbesondere von Relevanz, da von einer sehr hohen Zahl gescheiterter Projekte berichtet wird. Das Research-Unternehmen Meta Group beziffert die Zahl gescheiterter Einführungen in den USA auf 25% von der Unternehmensberatung RAAD Consult berichten von allgemein über 50% an der eigenen Zielsetzung gescheiterten Projekten – mit steigender Tendenz. Der Analyst Gartner Group wird von der Entwicklungsgesellschaft für Vertriebs- und Marketinglösungen EGVM mit einer Quote von derzeit 65% scheiternden Projekten zitiert, die bis Mitte 2003 sogar auf 80% steigen soll. Von Dieser Zahl geht die EGVM bereits heute aus, da sie auch kleine und mittelständische Unternehmen in ihre Angaben mit einbezieht, die in anderen Untersuchungen anscheinend zu wenig Beachtung finden.

Aufgabe dieser Arbeit ist die Aufstellung eines Katalogs möglicher Vorteile von CRM-Systemen, in Relation zu den einhergehenden Kosten und Risiken. Eine abschließende Behandlung aller relevanten Aspekte ist in ansprechender Form im vorgegebenen Rahmen nicht möglich. Die Arbeit konzentriert sich deshalb auf die wichtigsten und häufigsten Kosten-, Nutzen- und Risikoaspekte.

Die zugrunde liegenden Fragen lauten: Welche Wettbewerbsvorteile können durch CRM-Systeme erreicht werden und an welchen Stellen treten bei der Implementierung bzw. beim Betrieb Kosten auf. Welche weiteren Implikationen haben solche Projekte für die Unternehmung und inwiefern wirken sie auf die unternehmensinternen Vorgänge ein? Welche Störfaktoren gilt es zu beachten um ein solches Projekt überhaupt zum Erfolg zu führen und wie kann der Wirkungsgrad erhöht werden? Gibt es womöglich sogar Effekte die sich negativ auf die Marktbearbeitung oder die Unternehmung als ganzes auswirken? Und wenn dem so ist, wie kann man sie umgehen?

Den genannten Fragen wird sich die Arbeit im Folgenden widmen. Um dem Leser dabei einen besseren Eindruck über aktuelle Erfahrungen auf dem Gebiet der Implementierung von CRM-Systemen und deren Auswirkungen im Geschäftsalltag zu geben, wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, deren Analyse die Basis für die Betrachtung liefert.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abbildungsverzeichnis III
II. Tabellenverzeichnis IV
III. Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Einführung in die Problemstellung 1
1.2 Aufbau und Argumentationsfolge 3
2. Untersuchungsgegenstände 5
2.1 Customer Relationship Management 5
2.1.1 Betriebswirtschaftliches Konzept 6
2.1.2 Bestandteile und Architektur von CRM-Systemen 11
2.2 Implementierung, Kosten, Nutzen und Risiken 17
3. Empirische Untersuchung 21
3.1 Methodik und Datenanalyse 21
3.2 Einschränkungen 29
3.3 Grundlegende Befunde 34
4. Diskussion der Untersuchungsergebnisse 38
4.1 Kostenaspekte 38
4.1.1 Software 39
4.1.2 Hardware 41
4.1.3 Beratung und Implementierung 42
4.1.4 Datensammlung und -pflege 45
4.1.5 Mitarbeiterschulung 47
4.1.6 Überblick 48
4.2 Nutzenaspekte 49
4.2.1 Zielgruppenmanagement 50
4.2.1.1 Kundensegmentierung 53
4.2.1.2 One-to-One-Marketing 54
4.2.1.3 Churn-Management 55
4.2.2 Multi-Channel-Management 56
4.2.3 Marketing- und Vertriebsmanagement 58
4.2.4 Produktivität 60
4.2.5 Umsatz- und Gewinnentwicklung 61
4.2.6 Überblick 62
4.3 Risikoaspekte 64
4.3.1 Technologie 68
4.3.1.1 Make or Buy 68
4.3.1.2 Allgemeine technische Aspekte 74
4.3.2 Partner 79
4.3.3 Management 81
4.3.3.1 Anspruch und reale Umsetzung 81
4.3.3.2 Unterstützung des Projektteams 85
4.3.3.3 Projektmanagement 86
4.3.4 Mitarbeiter 87
4.3.4.1 Akzeptanz von Software und Unternehmenskultur 87
4.3.4.2 Bedienungsfertigkeit 90
4.3.5 Daten 91
4.3.6 Kosten 93
4.3.7 Überblick 95
5. Aussagen zum Return on Investment 96
6. Kritische Würdigung und Ausblick 101
IV. Quellenverzeichnis 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

52 LINK/HILDEBRAND (1993, S. 45) stellen das Database Marketing als Regelkreis dar. Der erste Schritt des Kreislaufs wird durch eine Marktanalyse gesetzt (z.B. durch Segmentierung bereits lange inaktiver Kunden). Im zweiten Schritt wird eine Marketingplanung aufgestellt (z.B. in Form einer Kundenrückgewinnungskampagne durch Einsatz eines Direktmailings41). Per Marketing-Controlling42 wird daraufhin die Marktreaktion erfasst (z.B. Rücklauf bzw. resultierende Aufträge). Damit schließt sich der Kreis und mit der, um die Ergebnisse angereicherten, Datenbasis kann ein neuer Durchlauf starten. Der Nutzen der Daten besteht u.a. im besseren Verständnis des Kundenpotenzials. Oftmals stehen den Unternehmen zur Einschätzung ihrer Kunden nur Umsatz- und Deckungsbeitragszahlen zur Verfügung, nach denen als guter Kunde identifiziert wird, wer hohe Umsätze bzw. Deckungsbeiträge generiert. Dies ist aber nur die unternehmensinterne Sichtweise, denn nicht jeder Kunde verkörpert das gleiche Potenzial. Bei herkömmlicher Betrachtung wäre Kunde A aus Abbildung 15 eher mit Kundenbindungsmaßnahmen bedacht worden als Kunde B, da er ja mehr Umsatz (grüne Fläche) generiert und für das Unternehmen oberflächlich gesehen interessanter ist, obwohl sein Steigerungspotenzial vermutlich eher gering ist. [...]

43 Der Beratungs- und Implementierungsschritt war mit Abstand der längste der zu absolvierenden Projektteile. Ursächlich dafür dürfte die Integration der Software in die bestehenden Applikationen gewesen sein. Zusätzlich müssen Standardpakete umfangreich an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das Customizing verlängert dementsprechend nicht nur die Projektlaufzeit, sondern erhöht vor allem auch die Kosten für internes und externes Personal. Mit durchschnittlich 31,83 Wochen dauerte die Implementierung standardmäßig über ein halbes Jahr [Anhang F 2]. Die Varianz war hier durch die Großprojekte aber wieder sehr hoch, so dass sich eine hohe Standardabweichung von 34,45 Wochen ergibt – also noch länger als die durchschnittliche Implementierungsdauer. Auch hier war es notwendig, die Ausreißer für eine realistischere Analyse auszublenden. Ohne die drei Extremnennungen kommt man auf eine durchschnittliche Beratungsdauer für kleinere und mittlere Projekte von 20,57 Wochen, bei einer Standardabweichung von 13,25 Wochen [Anhang F 2B]. Da die Werte mit bzw. ohne Extremnennung nicht besonders repräsentativ sind, sei wieder auf die obere und untere Quartilgrenze (für alle Werte) bei 8,5 bzw. 38 Wochen verwiesen [Anhang F 2A]. Ursächlich für den hohen Anteil am Gesamtbudget ist neben der Dauer die Personalintensität der Implementierung. Durchschnittlich sind 22,19 eigene und 13,08 externe Mitarbeiter in den Projekten beschäftigt [Anhang F 4]. Auffällig in der Studie sind zwei Extremnennungen mit bis zu 300 eigenen bzw. 200 externen Mitarbeitern, die sich in extrem hohen Varianzen und Standardabweichungen ausdrücken [Anhang F 4]. Die Histogramme zu Anhang F 4 verdeutlichen dies sehr anschaulich. Aussagekräftiger als die Durchschnittszahlen von Anhang F 4 sind deshalb die Quartilgrenzen im Anhang F 4A – die mittleren 50% der Angaben lagen bei 3-10 eigenen Mitarbeitern bzw. 1-4,5 externen Beratern. Die um die beiden Extremnennungen bereinigten Durchschnittszahlen belaufen sich auf 7,96 eigene Mitarbeiter bzw. 3,35 externe Berater [Anhang F 4B]. Die Quartilsgrenzen verschieben sich nicht nennenswert, was den verfälschenden Einfluss der beiden Großprojekte auf die Durchschnittszahlen unterstreicht. Wie oben definiert, wird unter der Implementierung im weiteren Begriffsverständnis auch die gesamte Einführung des Systems verstanden. Das bezieht dann auch die notwendigen organisatorischen und strukturellen Veränderungen mit ein, die für effizientes CRM notwendig sind. Kostenintensiv ist die Beratung und Implementierung u.a. aufgrund der hohen Tagessätze spezialisierter Unternehmensberater, die von 24 der 30 Projektteams (80%) benötigt wurden [Anhang E 20]. Es darf aber vermutet werden, dass die An- [...]

37 In die Projekte sind durchschnittlich 4 Abteilungen eingebunden, bzw. eingebunden gewesen, wobei untere und obere Quartilgrenze bei 3 bzw. 5 Abteilungen liegen [Anhang E 4 bzw. F 10A]. Bei fast allen Projekten wurden Geschäftleitung, Marketing und Vertrieb geschlossen miteinbezogen – die Nennungen lagen zwischen 25-28 von 30 Teilnehmern [Anhang E 5-7 und G 64]. Beliebter Zusatz war bei knapp Zweidritteln das Call-Center (19 von 30 Angaben, bzw. 63,3%) [Anhang E 9]. Weniger oft wurden der Kundendienst (18 von 30 bzw. 40%) und insbesondere mit nur einem Drittel der möglichen Nennungen die Controlling-Abteilung miteinbezogen (10 von 30 Unternehmen, bzw. 33,3%) [Anhang E 8 und E 10]. Die Dauer der Projekte variiert sehr stark. Zuerst ist aber eine Zweiteilung der Ergebnisse vorwegzunehmen, da zum Zeitpunkt der Umfrage 17 Projekte (56,7%) noch nicht beendet waren, 9 Implementierungen (30%) waren dagegen bereits abgeschlossen und 4 Teilnehmer (13,3%) machten keine Angabe [Anhang F 1]. Bereits beendete Projekte dauerten durchschnittlich 13,56 Monate – die Schätzungen für noch nicht beendete Projekte lagen mit durchschnittlich 17,41 Monaten über diesem Wert. Bei Betrachtung der – zur besseren Vergleichbarkeit auf 36 Monate genormten – Histogramme zu Anhang F 1 fällt auf, dass die bereits beendeten Projekte eine geringe Streuung aufweisen. Dagegen spalten sich die Schätzungen zu laufenden Implementierungen eher in zwei Gruppen, so dass relativ kurze deutlich längeren Projekten gegenüberstehen. Obere und untere Quartilgrenze liegen für bereits beendete Projekten bei 6,5 bzw. 18 Monaten. Bei noch nicht abgeschlossenen dagegen bei 7 bzw. 30 Monaten [Anhang F 1A]. Die Standardabweichung von knapp einem halben Jahr ist bei abgeschlossenen Projekten schon relativ hoch, bei unvollendeten Projekten mit einem ganzen Jahr sogar sehr hoch [Anhang F 1]. [...]

Arbeit zitieren:
Gerster, Karlheinz Mai 2002: Kosten-, Nutzen- & Risikoaspekte bei der Implementierung von Customer Relationship Management Systemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktforschung, Kundenbindungsmanagement, analytisches CRM, ROI, Presileistungsverhältnis

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