Kopierschutz bei digitalen Tonträgern
Chancen und Risiken für die deutsche Musikindustrie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Kremer
- Abgabedatum: November 2005
- Umfang: 73 Seiten
- Dateigröße: 654,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9419-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9419-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9419-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kremer, Oliver November 2005: Kopierschutz bei digitalen Tonträgern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Musikmarkt Deutschland, Urheberrecht, Kopierschutz, Brenner- und Kopierschutzstudie GfK, Strategische Bedeutung
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Diplomarbeit von Oliver Kremer
Einleitung:
Die deutsche Musikindustrie muss sich seit dem Jahr 2001 intensiv mit dem Thema Kopierschutz auseinandersetzen. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte hatte 2001 der Markt von digitalen Tonträgern mit minus 10,8 % einen zweistelligen Umsatzverlust zu verzeichnen. 2002/2003 setzten sich die Rückgänge in zweistelliger Höhe fort. Ende 2004 hatte der Tonträgermarkt gegenüber 2000 etwa 40 % seines Volumens eingebüsst. Tonträgerfirmen haben auf die negative Marktentwicklung in den letzten Jahren bereits mit Reorganisationen, Umstrukturierungen und Stellenabbau reagiert. Es haben so viele Unternehmen im Umfeld des Musikmarktes Konkurs anmelden müssen wie noch nie zuvor in so kurzer Zeit. Dazu gehören Promotionagenturen, Handelsbetriebe, Musikunternehmen und Musiklabels. Die Peripherie des Musikgeschäfts mit den Radiostationen, Musikmagazinen, Musikorientierten Fernsehprogrammen, Online-Magazinen und Clubs hat diese Marktentwicklung ebenfalls zu spüren bekommen.
Die wesentliche Ursache für diese Entwicklung wurde durch repräsentative Langzeituntersuchungen der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung), der größten Marktforschungsgesellschaft in Deutschland, belegt: es ist das massenhafte digitale Kopieren von Musik-CDs, der massenhafte Missbrauch der Möglichkeit, Musik-CDs über den PC-Brenner zu klonen. Nur einige Fakten hierzu: Selbstbrennen von Musik-CDs ist zum „Volkssport“ geworden, 21,2 Millionen Musikkonsumenten haben im Jahr 2004 Musik-CD-Rs gebrannt oder brennen lassen. Das ist ein Drittel aller aktiven Musikhörer überhaupt und mehr als zwei Drittel aller Musikkäufer.
Der Kopierschutz soll verhindern, dass digitale Tonträger unautorisiert in großem Umfang weiterkopiert werden, was immer häufiger vorkommt. Massenhaftes Kopieren von Musik ist Diebstahl des geistigen Eigentums von Autoren, Komponisten, Musikern und Tonträgerherstellern. Es entzieht den Urhebern von Musik die Existenzgrundlage. Neue Musiktrends und Newcomerbands kann es nur geben, solange Musik auch gekauft wird und dadurch in die Entwicklung neuer und unbekannter Künstler investiert werden kann. Ansonsten haben neue Talente keine Chance. Nur wenn der illegalen Vervielfältigung von Musik wirksame Maßnahmen entgegengesetzt werden, bleibt die kulturelle Vielfalt der Musikszene erhalten. Dazu trägt der Einsatz von Kopierschutz bei digitalen Tonträgern bei.
Um die derzeitige Marktsituation der Musikindustrie positiv zu verändern, bedarf es einer Lösung, die für Industrie wie auch Konsumenten gleichermaßen attraktiv ist. Die immer besseren und sichereren Kopierschutzverfahren werden die Musikkonsumenten hoffentlich vom Brennen digitaler Tonträger abhalten; aber die Frage ist, ob dies die Konsumenten auch wieder zum vermehrten Kauf von Musik-CDs bewegen wird.
Gang der Untersuchung:
Absicht dieser Diplomarbeit ist es, die Chancen und Risiken für den deutschen Musikmarkt durch den Einsatz von Kopierschutz bei digitalen Tonträgern aufzuzeigen.
Dem Einleitungskapitel folgt zunächst die Darstellung des Musikmarktes in Deutschland und dessen aktuelle Marktsituation.
Weiterhin stellt die Diplomarbeit das Urheberrecht und speziell die themenrelevanten Änderungen durch die Novellierung des Urheberrechts dar, welche die rechtliche Basis für den Kopierschutz bilden.
Im vierten Kapitel wird explizit auf das Thema Kopierschutz eingegangen.
Die Analyse der GfK Brenner- und Kopierschutzstudie 2005 schließt sich an, so dass der Autor anhand ihrer aussagekräftigen Daten die Auswirkung des Kopierschutzes sowohl auf das Verbraucherverhalten als auch auf das Musikgeschäft darstellt, um im sechsten Kapitel die strategische Bedeutung des Kopierschutzes hervorzuheben.
Das siebte und letzte Kapitel gewährt noch einen Ausblick in die Zukunft des Kopierschutzes.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 3 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 6 | |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 2. | Der Musikmarkt in Deutschland | 10 |
| 2.1 | Überblick | 10 |
| 2.2 | Definition Tonträger | 10 |
| 2.3 | Die Seite der Anbieter von Tonträgern | 11 |
| 2.4 | Die Seite der Nachfrager von Tonträgern | 12 |
| 2.5 | Das Volumen des deutschen Tonträgermarktes | 14 |
| 2.6 | Aktuelle Marktsituation der CD | 15 |
| 2.6.1 | Rückgang des CD Absatzes | 16 |
| 2.6.2 | Anstieg des Absatzes von CD-Rohlingen | 16 |
| 2.6.3 | Darstellung der „Schere“ von CDs und CD-Rs | 18 |
| 3. | Das Urheberrecht | 19 |
| 3.1 | Aufgabe und Funktion des Urheberrechts | 20 |
| 3.2 | Das Urheberrecht im Musikbereich | 20 |
| 3.2.1 | Das Urheberpersönlichkeitsrecht | 21 |
| 3.2.2 | Das Verwertungsrecht | 21 |
| 3.3 | Bedeutung des Urheberrechts für den Einsatz von Kopierschutz | 23 |
| 3.4 | Vergütungsregelung | 24 |
| 3.5 | Novellierung des Urheberrechts im Hinblick auf Kopierschutz | 25 |
| 3.5.1 | 1. Korb - 13.09.2003 | 26 |
| 3.5.2 | 2. Korb | 29 |
| 4. | Kopierschutz | 30 |
| 4.1 | Definition und Notwendigkeit des Kopierschutzes | 30 |
| 4.2 | Anwendung von Kopierschutz | 34 |
| 4.3 | Digital Rights Management (DRM) | 34 |
| 4.4 | Die verschiedenen Kopierschutzverfahren für Musikprogramme | 35 |
| 4.4.1 | Macrovision - „CDS-200/200/300“ | 36 |
| 4.4.2 | Sony DADC Austria AG - „Key2Audio XS“ | 37 |
| 4.4.3. | SunnComm - „MediaMax Music Management M4“ | 38 |
| 4.4.4 | First4Internet - „XCP“ | 38 |
| 4.5 | Abspielprobleme | 40 |
| 4.5.1 | Darstellung der häufigsten Abspielgerätprobleme | 41 |
| 4.5.1.1 | Abspielprobleme bei herkömmlichen Anlagen | 42 |
| 4.5.1.2 | Abspielprobleme auf PCs und Macintosh Rechnern | 42 |
| 4.5.1.3 | Übertragungsprobleme auf mobile Abspielgeräte | 43 |
| 4.5.2 | „Playability“ vs. „Efficiency“ | 43 |
| 5. | Analyse des Einsatzes von Kopierschutzmaßnahmen: die Brenner- und Kopierschutzstudie 2005 von GfK | 45 |
| 5.1 | Auswirkungen des Kopierschutzes auf das Verbraucherverhalten | 45 |
| 5.1.1 | Verbreitung von CD-/DVD-Brenner und ihre Nutzung | 45 |
| 5.1.1.1 | Hardware-Kennzahlen: CD-/DVD-Brenner | 46 |
| 5.1.1.2 | Kennzahlen: Bespielte CD-/DVD-Rohlinge mit Musik/Musikvideos | 47 |
| 5.1.2 | Wahrnehmung des Kopierschutzes | 49 |
| 5.1.3 | Maßnahmen, die das Kopieren von Musik eindämmen können | 50 |
| 5.2 | Auswirkungen des Kopierschutzes auf das Musikgeschäft | 51 |
| 5.2.1 | Konsumentenverhalten gegenüber kopiergeschützten Musik-CDs | 51 |
| 5.2.2 | Kopiergeschützte Musik-CDs | 52 |
| 5.2.3 | Nicht kopiergeschützte Musik-CDs | 53 |
| 5.2.4 | Musikkonsum: Original-CD oder Kopie | 54 |
| 6. | Strategische Bedeutung des Kopierschutzes | 55 |
| 6.1 | Kopierschutzmaßnahmen als Strategie der Musikindustrie | 55 |
| 6.2 | Chancen für den deutschen Musikmarkt durch den Einsatz vonKopierschutz | 56 |
| 6.3 | Risiken für den deutschen Musikmarkt durch den Einsatz von Kopierschutz | 59 |
| 6.4 | Bewertung aus marktstrategischer Sicht - Empfehlung für die Musikindustrie | 61 |
| 6.5 | Aktuelle Strategien der Musik-Majors | 64 |
| 7. | Schluss - Zukunft des Kopierschutzes | 66 |
| Glossar | 68 | |
| Literaturverzeichnis | 69 | |
| Erklärung | 74 | |
| Lebenslauf | 75 |
ist, mit dem aufgespielten kompatiblen Player auch auf einem CD-ROM-Laufwerk eines PCs abspielbar. Aufgrund des zusätzlich genutzten Speicherplatzes, reduziert das Kopierschutzverfahren jedoch die Spielzeit der Audio-CD auf max. 74 Minuten.58 Das neueste Verfahren der CDS Reihe von Macrovision CDS-30059 ist laut Hersteller die überaus flexible nächste Generation auf dem höchsten Sicherheitslevel: Sie ermöglicht eine nach Kundenwunsch herstellbare Ausstattung („customization“) der CD bzw. des enthaltenen selbststartenden Players durch eine zusätzliche Aufspielung von Daten (z.B. Playerdesign, Künstler- und Titelnamen, Playlist, wie auch URL-Adressen und auch Bonusinhalte). Die Bonusinhalte dieser Mixed-Mode-Audio-CD sind nur für Nutzer der Original-CD zugänglich. Mit der Safe-Disc-Technologie aus dem Hause Macrovision können die CDs auf Originalität geprüft werden. Erst nach der Verifizierung durch die spezielle Software wird dem Nutzer das Bonusmaterial freigeschaltet. Der CDS-300 bietet nicht nur die Nutzung auf CD-/DVD-Player und PC, wie bereits die Vorgängerversion, sondern ebenso eine optimale Abspielbarkeit in den mit „Microsoft“60 DRM ausgestatteten Windows Media Systemen auf PCs. Das Verfahren erlaubt lediglich eine spezifizierte Anzahl von Überspielungen auf einen PC (z.B. in das Windows Media Library) und Exporte auf ein externes Gerät (z.B. MP3Player oder iPod) sowie eine spezifizierte Anzahl von Brennvorgängen, was kontrolliertes Brennen ermöglicht. Welche und vor allem wie viele Nutzungsrechte dem Verbraucher zugesprochen werden, kann von den Plattenfirmen festgelegt werden. Generell sind durch den CDS-300 kopierte Dateien nicht abspielbar, wenn sie per EMail verschickt wurden oder in einem P2P-Netzwerk zum Download freigegeben wurden. [...]
Produktion des Glasmasters der CD hinzu; so entsteht eine so genannte „Mixed-ModeAudio-CD“ bzw. „Multi-Session-CD“.54 Dadurch soll die Tonqualität und Kompatibilität der Audio-CD gewährleistet werden. Das Kopierschutzverfahren unterscheidet sich von Plattenfirma zu Plattenfirma, abhängig davon, mit welchem der Anbieter der Tonträgerhersteller vertraglich kooperiert. Der Anbieter Macrovision ist allerdings mittlerweile Marktführer, da er 80% der Plattenfirmen mit Kopierschutztechnologien versorgt.55 Obwohl die Kopierschutzhersteller immer wieder Verfahren auf einem höheren Sicherheitsstandard entwickeln, lassen Umgehungsmöglichkeiten nicht lange auf sich warten. Sie werden erfahrungsgemäß sehr schnell im Internet und vor allem in Fachzeitschriften verbreitet; dies ist seit Anfang 2005 verboten. Es scheint offensichtlich, dass der illegalen Kopie nicht endgültig ein Riegel vorgeschoben werden kann; vielmehr geht es darum, die Menge der illegalen Kopien weitest gehend zu minimieren. Nicht nur aus diesem Grund sind die Kopierschutzhersteller stetig darauf bedacht, ihre Produkte zu verbessern. Plattenfirmen stehen vor dem Dilemma, dass hoher Kopierschutz auch oft mehr Abspielprobleme verursacht und damit wiederum mehr Kunden vergrault. Eine ebenso große Rolle spielen deshalb mittlerweile die vom Verbraucher bemängelten Abspielprobleme auf PC und anderen CD-Playern; diese gilt es zu beheben. Vier Kopierschutzverfahren haben sich mittlerweile auf dem Audio-CD-Markt bei den Major-Labels etablieren können: [...]
DRM sollen Urheberrechtsverletzungen eindämmen; es agiert jedoch seit den letzten Jahren unter neuem Namen (DRM).49 Für das Digital Rights Management hat sich bisher aus den Bereichen Wissenschaft und Praxis keine einheitliche Definition herauskristallisiert. Eine aktuelle, ausführliche Definition des Begriffs DRM und seiner Aufgaben lautet: „Digital Rights Management (DRM) involves the description, identification, trading, protection, monitoring and tracking of all forms of rights usages over both tangible and intangible assets – both in physical and digital form – including management of Rights Holders relationships.”50 Die Systeme des DRM sollen es der Medienindustrie mit Verfahren wie dem Kopierschutz oder dem Wasserzeichen ermöglichen, den Konsumenten klare Nutzungsvorschriften für digitale Güter vorzugeben. Gleichzeitig sollen Nutzungsrechte deutlich dargestellt werden und auch zeitlich, quantitativ und auf spezifische Nutzer zugeschnitten limitieren und überwachen.51 Mit Blick auf den Bereich Audio-CD wollen Plattenfirmen durch den Einsatz der DRM Systeme den Kopierschutz einer CD individuell anpassen; so soll es z.B. möglich sein, festzulegen, wie viele Kopien einer CD der Käufer schließlich sowohl auf der Festplatte eines PCs als auch auf einem externen Medium erstellen kann.52 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832494193
Arbeit zitieren:
Kremer, Oliver November 2005: Kopierschutz bei digitalen Tonträgern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Musikmarkt Deutschland, Urheberrecht, Kopierschutz, Brenner- und Kopierschutzstudie GfK, Strategische Bedeutung



